Beim Kauf von Babykleidung auf Textilsiegel achten

 
 
 

Kaum etwas ist so zart und empfindlich wie die Haut eines Babys. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass die Kleidung, die besonders eng in Kontakt mit der Babyhaut kommt, keine Stoffe enthält, die dem Kind schaden könnten. Leider ist dies nicht unbedingt gewährleistet, da viele Textilien im Ausland gefertigt werden, wo die Produktionsstandards sehr gering sind. Selbst Naturfasern können bereits in der Wachstumsphase mit Pestiziden angereichert werden, und bei der Weiterverarbeitung werden häufig chemische Farben, Weichmacher und andere gefährliche Substanzen verwendet. Um solche Kleidungsstücke zu vermeiden, sollten Sie unbedingt auf die verschiedenen Textilsiegel achten, wenn Sie Babykleidung kaufen.

Frei von Schadstoffen

Das strengste Siegel, das derzeit Verwendung findet, ist das Siegel IVN Best. Es wird von dem Internationalen Verband für Naturtextilwirtschaft vergeben und garantiert, dass die damit ausgezeichneten Produkte während des gesamten Herstellungsprozesses keinerlei gesundheitsschädlichen Substanzen ausgesetzt war. Deshalb wird bereits der Anbau kontrolliert. Erhalten können dieses Siegel ausschließlich Produkte, die vollständig aus Naturmaterialien bestehen. Fast genauso streng ist das Siegel GOTS, das ähnliche Richtwerte wie IVN Best hat. Der einzige Unterschied ist, dass bei GOTS auch Produkte aus Materialien berücksichtigt werden, die aus einer Mischung aus Natur- und Synthetikfasern bestehen. Das Siegel Bluesign berücksichtigt nicht den Anbau, sondern lediglich die Stoffe, die bei der Weiterverarbeitung eingesetzt werden. Allerdings setzt es dabei nicht nur auf eine Negativliste, sondern veröffentlicht auch eine Positivliste von Präparaten, die gefahrlos eingesetzt werden können. Deutlich weniger strenge Richtlinien gelten bei dem EU-Ecolabel, bei dem zudem chlorierte Lösungsmittel keine Berücksichtigung finden. Dennoch ist das Siegel, das häufig an Kleidungsstücken zu finden ist, die in Supermärkten und Discountern angeboten werden, ein Zeichen, dass diese Textilie guten Gewissens gekauft werden können. Das am weitesten verbreitete Textilsiegel ist Öko-Tex Standard 100. Gleichzeitig ist es aber leider auch das am wenigsten streng gehandhabte Siegel. Nicht nur sind die Grenzwerte wesentlich höher, es wird auch lediglich das fertige Produkt und nicht der Herstellungsprozess überprüft. Im Zweifelsfall sollte deshalb lieber zu Produkten mit einem der anderen Siegel gegriffen werden.

Umweltfreundlich produziert

Wer nicht nur Wert darauf legt, dass die Babykleidung schadstofffrei ist, sondern auch darauf, dass die Umwelt geschützt, ist bei dem Siegel Cradle to Cradle richtig. Damit werden schadstoffarme Produkte ausgezeichnet, die überdies recyclingfähig sind. Made in Green garantiert eine umweltgerechte, faire und nachhaltige Produktion. Die Schadstoffgrenzwerte entsprechen allerdings nur dem Öko-Tex-Standard 100. Besonders umfassend ist der Blaue Engel, der neben Textilien auch für vielfältige andere Produkte vergeben wird. Die Grundlage dafür sind nicht nur umweltfreundliche Herstellungsverfahren, sondern gesundheitsfreundliche Eigenschaften im Alltagsgebrauch. Leider ist dieses Siegel bislang noch vergleichsweise selten, da es bis jetzt kaum Lizenznehmer für den Textilbereich gibt.