Jemen: Millionen Menschen könnten in acht Tagen ohne Wasser sein

[Presse-Info]

Vier von fünf Jeminiten wären von Wasserversorgung abgeschnitten / Oxfam warnt vor erneutem Anstieg der Cholera-Fälle

Berlin, 25.11.2017. Im Jemen könnten innerhalb der nächsten Tage weitere acht Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser verlieren, wodurch die Gesamtzahl der von der Wasserversorgung abgeschnittenen Bewohner/innen auf 24 Millionen stiege. Eine erneute Ausbreitung der Cholera-Epidemie in dem kriegsgebeutelten Land wäre die wahrscheinliche Folge. Davor warnt die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam und fordert die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition auf, die Blockade der Häfen im Norden des Landes umgehend zu beenden.

In den nördlichen Gebieten Jemens gehen die Benzinvorräte bald zu Ende. Diesel, der unter anderem für den Betrieb von Wasserpumpen und den Transport von Hilfsgütern erforderlich ist, reicht noch maximal für acht Tage. Das Wasserministerium erklärt, bereits sieben Städte hätten keinen Treibstoff mehr, in zwei weiteren reiche der Vorrat nur noch wenige Tage. An zentralen Orten wie dem Hafen von Hodeidah ist die Wasserversorgung von den Treibstoffvorräten der Vereinten Nationen abhängig. Hilfsorganisationen unterstützen die vorhandenen Systeme zur Wasserversorgung, doch wenn Treibstoff noch knapper und teurer wird, ist dies immer weniger möglich.

Wenn die Militärkoalition nicht umgehend die Blockade der nördlichen Häfen aufhebt, werden als Folge der Treibstoffknappheit innerhalb der nächsten acht Tage vier von fünf Menschen im Jemen ohne Zugang zu sauberem Wasser sein. Eine solch gravierende Einschränkung der Wasserversorgung könnte einen erneuten Anstieg von Cholera-Fällen zur Folge haben. Die Krankheit hatte sich seit April mit zuletzt 950.000 Verdachtsfällen massiv ausgebreitet, war in den vergangenen Wochen aber zurückgegangen.

Shane Stevenson, Oxfams Länderdirektor im Jemen, erklärt: „Die Menschen im Jemen leiden bereits seit Monaten an Hunger, jetzt droht die Blockade weitere Millionen Menschen von der Wasserversorgung abzuschneiden. Und das in einer Situation, in der viele mit den Folgen der Cholera-Epidemie zu kämpfen haben. Das ist ein Akt äußerster Barbarei. Die Bestrafung von Zivilisten ist niemals gerechtfertigt. Das sind normale Menschen, deren Leben in diesem brutalen Stellvertreterkrieg zerrieben wird. Die Menschen können nicht mehr. Die Blockade muss enden, sonst gibt es eine Katastrophe.“

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hatte am 6. November die Häfen im Norden des Landes vollständig blockiert, am 23. November jedoch erklärt, diese für Hilfsgüter wieder zu öffnen. Doch ohne Treibstoff können Hilfsgüter nicht transportiert, Generatoren in Krankenhäusern nicht betrieben und Wasserpumpen nicht am Laufen gehalten werden. Die humanitäre Situation dürfte sich daher kaum verbessern. Die Treibstoffknappheit hat auch gravierende Auswirkungen auf Oxfams Arbeit. In den Distrikten Khamer und Amran, wo es seit April 174 Todesfälle durch Cholera gab, sind bereits 31.000 Menschen von der Wasserversorgung abgeschnitten.

Den Vereinten Nationen zufolge droht derzeit sieben Millionen Menschen der Hungertod. Ohne eine Aufhebung der Blockade werde das Land die schlimmste Hungersnot erleben, die es auf der Welt in der jüngeren Vergangenheit gab.

Pressekontakt:

Steffen Küßner, Tel.: 030-45 30 69 710, E-Mail: skuessner@oxfam.de

Oxfam ist eine internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, die weltweit Menschen mobilisiert, um Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Dafür arbeiten im Oxfam-Verbund 20 Oxfam-Organisationen Seite an Seite mit rund 3.250 lokalen Partnern in mehr als 90 Ländern.

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Bioweinverkostung Stadt | Land | WEIN in Köln: 30 Bioweingüter in den Kunsträumen der Michael-Horbach-Stiftung

PRESSEMITTEILUNG

Oppenheim, 23.11.2017. Bioweinverkostung Stadt | Land | WEIN am 19. November 2017 zum ersten Mal in den Räumlichkeiten der Michael-Horbach-Stiftung.
Winzervesper am 18.11.2017 in der TEMMA Filiale in Köln-Braunsfeld fasziniert 25 Gäste.

Das vergangene Wochenende stand in Köln ganz im Zeichen des ökologischen Weinbaus. Zum zweiten Mal veranstaltete ECOVIN, der Bundesverband Ökologischer Weinbau, die Bioweinmesse Stadt | Land | WEIN und das Winzervesper in Köln.

Winzervesper- Essen und Verkosten zwischen Verkaufsregalen
Der Abend des 18.11.2017 stand in der TEMMA Filiale in Köln-Braunsfeld ganz unter dem Motto *Genießen und Verstehen*. Die vier teilnehmenden Bioweingüter Dr. Frey, Mohr-Gutting, Weinreuter und Sturm präsentierten ihr Weine und die Gedanken hinter dem ökologischem Weinbau den 25 weininteressierten Gästen. Die lange Tafel in Mitten der Regale der Weinabteilung lud zu persönlichen Gesprächen mit den Winzerinnen und Winzern ein. Das leibliche Wohl kam mit den Wurst- und Käsespezialitäten aus TEMMAs Deli nicht zu kurz. Ein vollauf gelungener Abend.

Stadt | Land | WEIN – Kunst und Wein ergänzen sich perfekt
Die Räumlichkeiten der Michael-Horbach-Stiftung in der Kölner Südstadt waren in diesem Jahr der Veranstaltungsort der zweiten Stadt | Land | WEIN Verkostung. 30 Bioweingüter zeigten den Gästen über 200 Bioweine vor allem des Jahrgangs 2016. Neben den klassischen Rebsorten konnten auch einige Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten verkostet werden. Besondere Ausbaustile wie der im Trend liegende Naturwein fanden bei den Gästen guten Zuspruch. „ Winzer sind auch Künstler und so passt Wein ganz besonders gut in eine Kunstgalerie. Wie bei einer inszenierten Kunstausstellung konnten die Besucherinnen und Besucher von Weingut zu Weingut wandeln und die mit Liebe gekelterten Weine probieren“, resümiert Andreas Hattemer, Bundesvorsitzender des ECOVIN Verbandes.
Eine große Nachfrage zeigte sich in diesem Jahr nach den zwei kostenlosen Seminaren während der Verkostung. „Die Seminare waren gut besucht, wir merkten, dass das Kölner Publikum nicht nur gerne Biowein trinkt, sondern auch erfahren will wie er an- und ausgebaut wird“ freut sich Sonja Kanthak, Fachreferentin bei ECOVIN und Dozentin der Seminare.

Teilnehmende Weingüter:

Ahr
Ökologisches Weingut Bäcker

Baden
Weingut Dr. Benz Kirchberghof
Weingut Reblandhof
Winzerhof Linder
Weingut Phillipp Rieger
Weingut Zähringer

Mittelrhein
Weingut Sturm

Mosel
Weingut Brohl
Weingut Roman Herzog
Weingut Ernst Hoffmann
Weingut Scholtes
Weingut Dr. Frey

Nahe
Weingut Forster
Weingut im Zwölberich

Pfalz
Weingut Benzinger
Weingut Mohr-Gutting
Weingut Lencer-Löhr

Rheingau
Weingut Karl-Werner Faust
Weingut Mohr

Rheinhessen
Weingut Goldschmidt
Weingut Kronenhof
Wein- und Sektgut Hemer
Weingut Hothum
Weingut Landgraf
Weingut Axel Schmitt
Weingut Seck
Weingut Wedekind

Württemberg
Weingut Halter
Ökoweingut Stutz
Weingut Dietmar und Michaela Weinreuter

Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogrammes Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
Weitere Informationen und Bildmaterial finden Sie auf unserer Homepage.

Kontakt

Susanne Sommer
Kommunikation und Projekte

Sie erreichen mich üblicherweise Mo.-Do. 8 – 16 Uhr & Fr. 8 – 14 Uhr

ECOVIN
Bundesverband Ökologischer Weinbau
Wormser Str. 162
55276 Oppenheim
T + 49 (0)61 33 16 40 | F + 49 (0)61 33 16 09
s.sommer@ecovin.de




Sicher Radeln auch bei Dunkelheit: Kostenfreie Expertenchecks beim „Münchner Radlleuchten“

Pressemitteilung
23/11/2017

Gerade in den Wintermonaten, wenn es schon am Nachmittag dunkel wird, ist die Beleuchtung am Radl essentiell für die eigene Sicherheit im Straßenverkehr. Um darauf aufmerksam zu machen, schließen sich am 7., 8. und 9. Dezember die Initiative Radlhauptstadt München, der ADFC München, die Münchner Polizei und M-net zusammen. Mit der Aktion „Münchner Radlleuchten“ auf dem Max-Joseph-Platz informieren sie über Fahrradbeleuchtung, Sichtbarkeit und Sicherheit. Wer mit funktionierender Beleuchtung unterwegs ist, darf sich vor Ort auf eine Belohnung von M-net freuen.

Drei Tage lang dreht sich alles um die Sicherheit der Radlerinnen und Radler: Am 7., 8. und 9. Dezember findet auf dem Max-Joseph-Platz heuer wieder das „Münchner Radlleuchten“ statt. Als Veranstalterin will die Initiative Radlhauptstadt München zusammen mit anderen Partnern darauf aufmerksam machen, wie wichtig gerade in den Wintermonaten die richtige Radlbeleuchtung ist. Von 14:00 bis 19:00 Uhr können Radlerinnen und Radler ihre Lichter beim Radl-Sicherheitscheck deshalb kostenfrei von Experten überprüfen und warten lassen. Der sogenannte Dunkeltunnel stellt außerdem anschaulich dar, welche Vorteile helle und reflektierende Kleidung hat – in einem abgedunkelten Pavillon werden dazu verschiedene Nacht- und Dämmerzustände simuliert.
Fachleute der Initiative Radlhauptstadt München, des ADFC München und der Münchner Polizei beraten rund um die Themen „Sicherheit durch Sichtbarkeit“, angepasste Geschwindigkeit oder Ablenkung im Straßenverkehr und geben nützliche Tipps zum sicheren Radeln im Winter. Vom Telekommunikationsdienstleister M-net gibt es außerdem eine warme Belohnung für alle Radlerinnen und Radler, die mit funktionierender Beleuchtung am Max-Joseph-Platz vorbeikommen.

Mehr Infos zum Thema verkehrssicheres Radfahren gibt es auch online auf
www.radlhauptstadt.de/radlinfos/verkehrssicheres-radl.

Hochaufgelöste Pressefotos stehen hier zum Download bereit: https://flic.kr/s/aHskJHcuAw

Pressekontakt
Franziska Bär
Telefon: (089) 890 668 -321
E-Mail: presse@radlhauptstadt.de




Pilotprojekt in Kirchheim: Aus Windstrom mach Wasserstoff

  • Neuer Windpark soll Elektrolyseur für Wasserstofftankstelle mit Strom versorgen
  • Demoanlage im Jahr 2018 geplant
  • Regionale Unternehmen sprechen über eine mögliche Zusammenarbeit

(Wiesbaden/Kirchheim/Bad Hersfeld, 23. November 2017) Nicht nur im Stromsektor, auch bei der Verkehrswende hin zu grünen Treibstoffen gibt es noch viel zu tun. Eine Möglichkeit, Diesel und Benzin zu ersetzen, sind wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge. Der Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind lud am gestrigen Mittwoch gemeinsam mit seinen Partnern, der H2BZ-Initiative Hessen e.V., dem Regionalmanagement Nordhessen/MoWiN.net und dem Tankstellen-Betreiber Frank Roth zur Veranstaltung „Grüner Wasserstoff in der Mobilität“ nach Bad Hersfeld ein.

ABO Wind nimmt aktuell im benachbarten Kirchheim einen Windpark mit einer Gesamtnennleistung von 9,9 Megawatt in Betrieb. Die drei Nordex N131-Anlagen produzieren rund 30 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom. Damit könnten rechnerisch alle Kirchheimer Haushalte und zusätzlich ein Elektrolyseur für eine Wind-Wasserstoff-Tankstelle versorgt werden. Die Infoveranstaltung richtete sich an Logistiker, Busunternehmen, ÖPNV-Aufgabenträger und Energieversorger, also an mögliche Kunden der künftigen Wasserstofftankstelle.

Zur Einstimmung führten Jörg Wirtz, Projektleiter der ABO Wind-Abteilung Zukunftsenergien, Georg von Aretin, ABO Wind-Abteilungsleiter Planung Hessen, und Betreiber Frank Roth vormittags über den Windpark. Rund 15 Teilnehmer, darunter Mitarbeiter der H2BZ-Initiative, der Stadtwerke Bad Hersfeld sowie von Elektrolyseur-Herstellern, fuhren mit einem Brennstoffzellenbus des Omnibusbetriebs Winzenhöler zu den einzelnen Windkraftanlagen. Georg von Aretin berichtete von den Planungen und dem Bau des Windparks. Jörg Wirtz stellte die Pläne für die Wasserstofftankstelle vor: Als erster Schritt soll im kommenden Jahr eine Demoanlage installiert werden, bestehend aus einem kleinen Elektrolyseur, dessen Wasserstoffproduktion an einer Zapfsäule zwei bis vier Brennstoffzellen-PKW am Tag betanken kann. Auch der Bürgerbus der Gemeinde Kirchheim könnte elektrisch betrieben und mit dem Wasserstoff der Demoanlage versorgt werden. Für dieses Vorhaben will sich ABO Wind um Förderung bei der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie NOW GmbH und beim Land Hessen bemühen. Mit Frank Roth gibt es bereits einen möglichen Betreiber für die künftige Wasserstofftankstelle, die im Endausbau eine Leistung von zwei Megawatt aufweisen könnte und damit für die Betankung von rund 200 Brennstoffzellen-PKW am Tag ausgelegt wäre. „Die Energiewende ist mehr als nur der Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung“, erklärt Wirtz. „Ohne die Wärme- und Verkehrswende können wir unsere CO2-Emissionen nicht genug senken, um die Klimaschutzziele von Paris zu erfüllen – hierfür brauchen wir die Sektorenkopplung. Unser Pilotprojekt einer direkt mit Windstrom betriebenen Wasserstofftankstelle ist dafür ein sehr gutes Beispiel.“

Im Anschluss fand ein Fachforum mit rund 40 Teilnehmern im Veranstaltungszentrum „wortreich“ in Bad Hersfeld statt. Manfred Draschner von Toyota Deutschland referierte über Brennstoffzellenfahrzeuge vom PKW bis zum LKW. Reinhold Wurster von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik sprach über Vorteile der E-Mobilität in der Logistik. Christian Winzenhöler des gleichnamigen Omnibusbetriebs berichtete über seine Erfahrung mit Brennstoffzellen-Bussen. Jörg Wirtz skizzierte CO2-freie Mobilitätsoptionen am Beispiel von Logistikzentren und Busdepots. Nach den Vorträgen tauschten sich die Teilnehmer bei einem Imbiss über mögliche Kooperationen zwischen den Unternehmen der Region aus.

Alle Vorträge des Fachforums sowie ein Steckbrief des Windparks Kirchheim stehen unter https://www.abo-wind.com/de/aktuelles/pressemitteilungen/2017/2017-11-23_Gruener-Wasserstoff.html zum Download bereit.

Kontakt
Lena Fritsche
Teamleiterin Kommunikation

ABO Wind AG
Unter den Eichen 7, 65195 Wiesbaden
Tel.: (0611) 267 65-617; Fax: -599
Mobil: 0152 567 11 617
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Weltklimakonferenz COP23 – Vorwärtsgang beim Pariser Abkommen, Blockade bei Schäden und Verlusten infolge des Klimawandels

[PRESSE-INFO]

Bonn/Berlin, 17. November 2017. Mit gemischten Ergebnissen wird heute die UN-Weltklimakonferenz COP23 in Bonn enden. Kurz vor Schluss kommentiert Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig die sich abzeichnenden, zentralen Ergebnisse:

Talanoa-Dialog und Verpflichtungen der Industrieländer bis 2020

Eine der guten Nachrichten von der Konferenz dürfte die breite Unterstützung für den „Talanoa-Dialog“ im nächsten Jahr werden. Nach einem Vorschlag von Fidschi soll dazu in einer technischen Phase zunächst Bilanz zur derzeitigen Klimaschutzwirkung des Pariser Abkommens gezogen werden, um dann in einer politischen Phase über eine Steigerung beim Klimaschutz zu beraten – denn die derzeitigen Anstrengungen aller Länder reichen bei weitem nicht aus, um das Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C bzw. auf maximal 1,5°C zu begrenzen.

Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam Deutschland, dazu: „Konkreten Klimaschutz hat die Konferenz zwar nicht erbracht, aber immerhin den Plan, nächstes Jahr die Klimaschutzwirkung des Pariser Abkommens zu überprüfen. Ob sich die Industrie- und Schwellenländer zum Abschluss des Talanoa-Dialogs Ende 2018 aber auch wirklich mehr Klimaschutz verschreiben werden, ist noch sehr fraglich. Die wichtigste Aufgabe des Talanoa-Dialogs wird daher sein, allerorten den politischen Willen für mehr Klimaschutz deutlich zu erhöhen. Dann könnte 2018 ein Wendepunkt werden.“

Als positiv bewertet Oxfam in diesem Zusammenhang eine weitere sich abzeichnende Einigung in Bonn, dass auf den beiden kommenden Weltklimakonferenzen die Anstrengungen bis 2020 gesondert im Fokus stehen und dazu vor allem die Industrieländer jeweils Rechenschaft ablegen werden müssen, wie weit sie bei der Erfüllung ihrer Klimaschutzziele und ihrer Finanzversprechen bisher gekommen sind, insbesondere hinsichtlich der Zusage, die Klima-Hilfen für die armen Länder bis 2020 auf 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr anzuheben.

Jan Kowalzig: „Die reichen Länder sind historisch gesehen die Hauptverursacher des Klimawandels – da ist es nur richtig, deren Engagement im Klimaschutz gesondert zu bilanzieren. Das wird letztlich ergeben, dass sich die reichen Länder weitgehend vor ihrer Verantwortung drücken, sowohl hinsichtlich ihrer schwachen Klimaschutzziele als auch beim eher mäßigen Fortschritt bei der finanziellen Unterstützung der ärmeren Länder.“

Verluste und Schäden infolge des Klimawandels

Ein enttäuschendes Resultat wird die COP23 im Umgang mit den unvermeidlichen Schäden und Verluste infolge des Klimawandels erzielen. Zwar wurde der Arbeitsplan des Warsaw Mechanism on Loss and Damage (WIM) verabschiedet. Der WIM ist aber derzeit noch wenig mehr als eine Arbeitsgruppe, die keine konkrete Unterstützung für die ärmsten und besonders verwundbaren Länder bei der Bewältigung von Verlusten und Schäden infolge des Klimawandels leistet. Diese Länder hatten vergeblich gefordert, auf kommenden Konferenzen insbesondere auch über die finanziellen Aspekte im Umgang mit solchen Verlusten und Schäden zu verhandeln.

Jan Kowalzig kommentiert: „Die wachsenden Schäden und Zerstörungen infolge von Dürren, Stürmen und anderen Unwetterextremen bringen gerade die kleinen Inselstaaten zunehmend in existenzielle Nöte – auch finanzieller Art. Hier haben die Industrieländer zwei Wochen gemauert und nun erfolgreich verhindert, den Finanzierungsfragen im Umgang mit Verlusten und Schäden infolge des Klimawandels auf kommenden Konferenzen den nötigen Raum zu geben. Das ist ein übles Manöver gegenüber den ärmsten und vom Klimawandel extrem bedrohten Ländern.“

Regelwerk des Pariser Abkommens

Durchwachsen ist das Ergebnis der Klimakonferenz bei der Ausarbeitung des Regelwerks zur Umsetzung des Pariser Abkommens. Größere Konflikte gab es zwar nicht, allerdings sind die nun in die nächsten Verhandlungsrunden weitergeschobenen Textentwürfe für die einzelnen Kapitel des Regelwerks sehr umfangreich geworden, was die kommenden Verhandlungsrunden im nächsten Jahr schwierig machen wird.

„Es darf nicht dazu kommen, dass die kommenden Verhandlungsrunden im nächsten Jahr über die Komplexität der aufgeblähten Texte stolpern oder nicht bis zur Weltklimakonferenz in Kattowice fertig würden. Solch eine Situation muss verhindert werden, denn direkt nach der nächsten Konferenz werden die Länder mit der Vorbereitung ihrer neuen Klimaschutz-Selbstverpflichtungen beginnen. Dafür müssen sie die künftigen Regeln des Abkommens kennen“, fügt Jan Kowalzig hinzu.

Anpassungsfonds und Klimarisikoversicherungen

Kurz vor Ende der Verhandlungen konnten sich die Delegationen noch nicht auf einen Beschluss einigen, der den Weg dafür ebnet, dass der Anpassungsfonds künftig auch unter dem Pariser Abkommen gelten soll. Dieser multilaterale Fonds unterstützt seit Jahren erfolgreich Projekte zur Anpassung an die klimatischen Veränderungen in den ärmeren Ländern. Da der Fonds bisher unter dem Kyoto-Protokoll verankert war, war seine Zukunft zunächst ungeklärt geblieben.

Am Rande der Verhandlungen gaben Deutschland als Gastgeber der COP23 und Fidschi, das den Vorsitz der Konferenz innehatte, den Startschuss für die InsuResilience Global Partnership, die den Auf- und Ausbau von Instrumenten zur Risikofinanzierung in den ärmeren Ländern fördern soll, insbesondere durch den Einsatz von Versicherungsansätzen. Die Bundesregierung hatte hier 110 Mio. Euro an (weitgehend) neuen Geldern zugesagt.

Jan Kowalzig kommentiert die neue Partnerschaft: „Bei aller Begeisterung für das noch recht neue Instrument der Klimarisikoversicherungen, darf man nicht aus den Augen verlieren, dass die ärmsten Menschen, wie etwa Kleinbauern in Afrika oder Fischer in den Inselstaaten sich solche Versicherungen in der Regel nicht leisten können. Ohnehin haben sie zum Klimawandel nichts beigetragen. Den ärmsten Menschen nun als Gegenmaßnahme Versicherungen verkaufen zu wollen, damit sie sich gegen den vor allem von den reichen Ländern verursachten Klimawandel zu wappnen, widerspricht allen Prinzipien der Gerechtigkeit. Versicherungen gegen Ernteausfälle wegen des Klimawandels mögen zwar grundsätzlich funktionieren, die Prämienzahlungen müssten aber vor allem von den Verursachern des Klimawandels bezahlt werden.“

Power Past Coal Alliance

Ebenfalls am Rande der Verhandlungen verkündeten Großbritannien und Kanada ihre Power Past Coal Alliance, ein Bündnis von derzeit 25 Länder und Bundesstaaten, die aus der Kohle aussteigen wollen. Weitere Länder sind zum Beitritt aufgerufen, bis zur nächsten Klimakonferenz COP24 sollen es 50 werden.

Jan Kowalzig: „Ausgerechnet Deutschland, Gastgeber der Weltklimakonferenz und selbsternannter Vorreiter im Klimaschutz, wird die Einladung zum Beitritt zu der Allianz wohl fürs erste ausschlagen – zumindest solange die Unterstützung für das Pariser Klimaschutzabkommen bei CDU, CSU und FDP vor allem aus schöner Rhetorik anstelle wirksamer Klimapolitik besteht.“

Pressekontakt:

Nikolai Link, Tel.: 0177-7375288, E-Mail: nlink@oxfam.de

Jan Kowalzig, Tel. 0178-4538050, E-Mail: jkowalzig@oxfam.de

Oxfam ist eine internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, die weltweit Menschen mobilisiert, um Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Dafür arbeiten im Oxfam-Verbund 20 Oxfam-Organisationen Seite an Seite mit rund 3.250 lokalen Partnern in mehr als 90 Ländern.

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Oxfam Deutschland e.V.
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin
Deutschland




Unterschätzte Alleskönner – Heimische Erbsen und Bohnen sind gesund für Mensch, Tiere und Boden

Pressemitteilung 17.11.2017

Hohenkammer – Als Tierfutter und zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit finden Körnerleguminosen schon lange im Öko-Landbau Verwendung, sind sie doch die ideale Alternative zu Import-Soja und Mineraldünger. Mit ihrem hohen Eiweißgehalt werden heimische Hülsenfrüchte wie Erbse und Bohne auch für die menschliche Ernährung wieder zunehmend vom Verbraucher wahrgenommen.

Naturland ist Projektpartner im Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne, das sich zum Ziel gesetzt hat, Anbau und Verarbeitung beider Kulturen in Deutschland zu unterstützen sowie Nachfrage und Angebot zusammenzubringen. Das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geförderte Netzwerk umfasst ökologische wie auch konventionelle Betriebe. Für den Bereich Öko-Landbau unterstützen Irene Jacob und Werner Vogt-Kaute von der Fachberatung für Naturland Betriebe das Projekt.

Der Anbau von Erbsen und Bohnen hat viele Vorteile. Die Leguminosen erweitern die Fruchtfolgen, helfen die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern und steigern die Nährstoffverfügbarkeit. Zudem dienen sie als Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber und fördern so die biologische Vielfalt. Erbsen und Bohnen enthalten außerdem wertvolles Eiweiß, das als Tierfutter ideal geeignet ist. Der Bedarf an regional erzeugten Eiweißfuttermitteln ist aber bisher deutlich höher als das Angebot. Um Anbau und Vermarktung zu fördern, haben sich bundesweit 75 landwirtschaftliche und verarbeitende Demonstrationsbetriebe zu dem Netzwerk zusammengeschlossen.

Erbsennudeln als „Low-Carb“ Alternative

Ein weiterer Projektpartner des Netzwerks ist der Naturland Betrieb Geflügelhof Schubert in Igensdorf bei Erlangen. Öko-Bauer Peter Schubert baut auf 15 Hektar Ackerfläche mit Erfolg Soja, Ackerbohnen und Erbsen an. „Sie bringen nicht nur Stickstoff in den Boden, sondern sind auch ein extrem wertvolles eiweißreiches Futter“, sagt Schubert. 90 bis 95 Prozent seiner Ernte verwendet er als Hühnerfutter. Aus einem kleinen Teil der Erbsenernte macht Schubert Bio-Erbsennudeln. Sie werden als Low-Carb Alternative zu herkömmlichen Nudeln vermarktet, weil sie weniger Kohlenhydrate und viel mehr Eiweiß enthalten. Schubert bietet die veganen Varianten Natur, Chili, Spinat, Tomate und Basilikum an.

„Hülsenfrüchte haben ernährungsphysiologisch viele Vorteile“, erläutert Fachberaterin Irene Jacob: „Sie sind eiweiß- und ballaststoffreich sowie reich an sekundären Pflanzenstoffen. Es steckt viel Potenzial in Produkten aus Erbsen und Bohnen. Die Verbraucher müssen sie jedoch erst kennenlernen.“

Informationsveranstaltungen zur Vermarktung von Hülsenfrüchten als Lebensmittel

Im Einzelhandel beschränkt sich die Auswahl an Hülsenfrüchten bislang noch vor allem auf importierte Ware, obwohl das Interesse von Verbrauchern an regional erzeugten Produkten stark zunimmt. Aus diesem Grund organisiert das Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne zwei Informationsveranstaltungen, in denen Möglichkeiten und Beispiele aufgezeigt werden, wie heimische Hülsenfrüchte in der Humanernährung Verwendung finden können.

Die erste Veranstaltung findet am 27. November um 10.00 Uhr in der Freien Waldorfschule am Illerblick in Ulm statt, die zweite am 1. Dezember um 9.30 Uhr im Haus der Wissenschaft in Braunschweig. Mehr Informationen dazu unter www.naturland.de/termine.

Kontakt
Monika Grimmer

Naturland Presse Info  Verantwortlich:
Jens Binder Erzeugerring für naturgemäßen Landbau e.V.
Eichethof 1
85411 Hohenkammer
Tel.: 08137-6372-901
Fax: 08137-6372-919
info@naturland-beratung.de
www.naturland-beratung.de




Deutschland als klimaschonende Tourismusdestination stärken

Das Projekt „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse“ hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland als nachhaltige Reiseregion zu stärken.

Bonn, 16. November 2017

Schildkröten-Projekt auf Galapagos, Naturerlebnis im US-Nationalpark, Tiere beobachten im Ökoressort in Südafrika: Die Nachfrage nach nachhaltigen Natur- und Urlaubserlebnissen steigt. Laut einer aktuellen Studie des Bundesumweltministeriums legen bereits knapp 20 Millionen Deutsche bei ihrer Urlaubsentscheidung Wert auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit der Angebote. Darunter sind besonders viele Reisende, die sich für Natur- und Studienreisen interessieren.
Auch viele junge Menschen interessieren sich für Nachhaltigkeit im Urlaub. Sie reisen jedoch überdurchschnittlich häufig in die Ferne, da sie Deutschland weder als nachhaltiges Reiseziel noch als interessantes Ziel für Aktiv- und Naturerlebnis-Urlaub kennen.

Das Projekt „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse“ hat sich zum Ziel gesetzt, klimaschonende Reiseangebote in Deutschland bekannter und besser auffindbar zu machen. Dafür werden im Projekt zwölf Naturparke aktiv auf ihre touristischen Angebote untersucht und eine Stärken- und Schwächen-Analyse im Hinblick auf ein nachhaltiges Tourismusangebot durchgeführt. „Das von der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderte Projekt ist eine große Chance für die Naturparke und ihre kooperierenden Touristikpartner“, sagt Ulrich Köster, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Naturparke e.V. (VDN). „Dank der Analyse und des kritischen Blicks von außen können sie sich einen Gesamteindruck über ihre Stärken und Schwächen verschaffen. Indem die Naturparke das Thema klimaschonender Tourismus aktiv besetzen und in ihrer Region weiterentwickeln, leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Einsparung von CO2 im deutschen Tourismus und damit zum Klimaschutz.“

Außerdem werden über einen Wettbewerb vorbildliche Beispiele aus Deutschland gesammelt und innerhalb von Kategorien wie Erlebnisse, Übernachten, Essen & Trinken oder Mobilität ab 2018 unter www.katzensprung-deutschland.de vorgestellt.

Bei der Auftaktveranstaltung am 15.11.2017 in Frankfurt/Main kamen die Projektpartner und 24 Vertreter aus den Naturparken sowie ihre Touristikpartner nun erstmals zusammen, um sich über Projektinhalte, Analyseverfahren und Klimaziele zu informieren und sich zu vernetzen. Jürgen Krenzer präsentierte seine positiven Erfahrungen: Mit seinem Familienbetrieb krenzers rhön hat der Unternehmer und Redner eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Betriebe als Nachhaltigkeitsmotor für die Entwicklung einer Region unerlässlich sind.

Mehr Informationen zum Projekt sowie die Bewerbungsunterlagen für den Wettbewerb gibt es unter: www.katzensprung-deutschland.de/der-wettbewerb/

Sie möchten mehr wissen über das Projekt „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse“ oder Hintergrundinformationen zum nachhaltigen Tourismus in Deutschland: Rufen Sie uns an (Tel.: 0228 98585-14) oder mailen Sie uns an presse@katzensprung-deutschland.de.

Bild:
Bildnachweis: Katzensprung Deutschland
Bildunterschrift: Beim ersten Symposium des Projektes Katzensprung trafen sich in Frankfurt ausgewählte Naturparke zum Thema klimaschonender Deutschlandtourismus.

Über Katzensprung:
Das Projekt „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse“ wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages im Rahmen des Förderprogramms für innovative Klimaschutz-Einzelprojekte der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) (Förderkennzeichen 03KF0057A). Projektpartner sind COMPASS GmbH, Verband Deutscher Naturparke e.V., fairkehr GmbH und tippingpoints GmbH.




Marktcheck Trend Protein-Lebensmittel: überteuert und überflüssig

Pressemitteilung

Berlin, 17. November 2017. Von „Protein-Müsli“ bis „Eiweiß-Brot“: Zahlreiche Hersteller fügen ihren Produkten Protein hinzu und vermarkten diese als sportlich-gesunde Lebensmittel – häufig zu überteuerten Preisen. Dabei ist das Extra-Protein völlig überflüssig, wie die Verbraucherorganisation foodwatch kritisiert. Auch sportliche Erwachsene können die von Experten empfohlene Proteinmenge problemlos durch eine ausgewogene Ernährung aufnehmen. Trotzdem sind die speziellen Eiweiß-Produkte teilweise mehr als doppelt so teuer wie vergleichbare Lebensmittel.

„Der Protein-Trend ist eine überflüssige Marketing-Masche, die Verbraucherinnen und Verbraucher teuer bezahlen. Selbst wer viermal die Woche joggen geht, braucht kein zusätzliches Protein“, sagte Sophie Unger von foodwatch. „Der Protein-Hype ist wieder eine von diesen sogenannten Innovationen der Lebensmittelwirtschaft, die nicht den Menschen hilft, sondern der Industrie.“

foodwatch hat in einem Marktcheck verschiedene Lebensmittel unter die Lupe genommen, die mit Extra-Proteinen werben. Die Hersteller verlangen für die Produkte zum Teil erheblich höhere Preise. Kundinnen und Kunden bezahlen zum Beispiel für das „Proteinreiche Knuspermüsli“ von Dr. Oetker mehr als doppelt so viel wie für das klassische Knuspermüsli des Herstellers. Die Molkerei Bauer vermarktet ihren „Protein Drink Vanille“ als sportliches Getränk für eine „fitnessorientierte und alltagsaktive Zielgruppe“ – und schlägt im Vergleich zu herkömmlicher Marken-Vanillemilch preislich ordentlich drauf: Das Produkt kostet knapp 40 Prozent mehr als etwa Landliebe „Landmilch Vanille“ und sogar mehr als 2,5-mal so viel wie Bärenmarke „Alpenfrische Vanille Milch“. Der Bauer Protein-Drink ist aktuell einer von fünf Kandidaten für den Goldenen Windbeutel 2017, der Online-Abstimmung von foodwatch zur dreistesten Werbelüge des Jahres auf www.goldener-windbeutel.de. „Bauer zieht seinen Kundinnen und Kunden das Geld aus der Tasche mit einem vermeintlich sportlich-gesunden Produkt, das in Wahrheit niemand braucht“, so Sophie Unger, ‚Wahlleiterin‘ für den Goldenen Windbeutel.

Protein-Produkte sind der große Trend in der Lebensmittelbranche. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) spricht von dem „Wachstumssegment des Jahres“, mit einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von 62,2 Prozent. Damit Hersteller mit Slogans wie „hoher Proteingehalt“ oder „Proteinquelle“ werben dürfen, müssen die Produkte einen bestimmten Proteingehalt aufweisen. Zahlreiche Hersteller setzen ihren Produkten daher Protein zu. Müsli wird beispielsweise mit Soja-, Erbsen- oder Weizen-Eiweiß aufgepeppt, Vanillemilch bekommt zusätzliches Milcheiweiß zugesetzt, Brot wird mit extra Weizeneiweißkonzentrat gebacken und Smoothies werden Soja-Proteine hinzugefügt. Dabei haben laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) selbst Breitensportler, die vier- bis fünfmal pro Woche 30 Minuten bei mittlerer Intensität körperlich aktiv sind, keinen erhöhten Proteinbedarf. Aus der zweiten Nationalen Verzehrsstudie im Auftrag des Bundesernährungsministeriums geht hervor, dass Männer und Frauen in Deutschland im Durchschnitt sogar mehr Protein aufnehmen, als die DGE empfiehlt. Eine Ausnahme davon sind Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen einen erhöhten Proteinbedarf haben oder Leistungssport betreiben – doch an diese Sonderfälle ist die Protein-Werbung nicht gerichtet. Auch wenn Protein-Produkte mit Versprechen wie „unterstützt den Muskelaufbau“ oder „knackige Muskeln aufbauen und sich supersexy fühlen“ vermarktet werden, werden laut GfK rund 70 Prozent aller Protein-Produkte von Menschen gekauft, die nicht übermäßig viel Sport treiben.

Der Lebensmittelmarkt ist buchstäblich gesättigt. Um zu wachsen, müssen Lebensmittelfirmen immer neue Produkte und Trends kreieren – Etikettenschwindel und Irreführung sind da an der Tagesordnung. Besonders dreiste Fälle von Verbrauchertäuschung zeichnet foodwatch seit 2009 mit dem Goldenen Windbeutel aus. Für die Wahl 2017 sind neben dem Bauer Protein Drink Vanille vier weitere Produkte nominiert: ein überzuckerter Babykeks von Alete, eine Ochsenschwanzsuppe ganz ohne Ochsenschwanz von Continental Foods, das Urlegenden Müsli von Kellogg’s und das Becel Omega-3 Pflanzenöl von Unilever. Noch bis 26. November 2017 können Verbraucherinnen und Verbraucher auf www.goldener-windbeutel.de für ihren Favoriten abstimmen. Dem Gewinner will foodwatch den Negativpreis für die dreisteste Werbelüge des Jahres dann am Firmensitz überreichen.

Link:
Die Wahl der Werbelüge des Jahres unter www.goldener-windbeutel.de

Quellen und weiterführende Informationen:
– Fotostrecke zum Protein-Schwindel bei Lebensmitteln zum Download (Quelle: foodwatch): https://tinyurl.com/Protein-Fotostrecke
– foodwatch-Hintergrundpapier zu Protein-Produkten mit allen Quellen, Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und weiteren Infos: https://tinyurl.com/y994z7k4
– mehr Informationen zum Windbeutel-Kandidat Bauer Protein Drink Vanille: https://tinyurl.com/bauer-proteindrink

+++ Achtung, TV- und Hörfunk-Redaktionen +++
foodwatch bietet umfangreiches Bild- und Audiomaterial zum Goldenen Windbeutel an (Download, Quelle: foodwatch):
– Bewegtbildmaterial aller Kandidaten: https://tinyurl.com/y7q7elq2
– TV-Statements: https://tinyurl.com/y6w2wfc4
– Audio-O-Töne: https://tinyurl.com/y9wku5x7

Pressekontakt:
Andreas Winkler
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 290




Zum 8. Mal Gesamtsieger: GLS Bank wieder „Bank des Jahres“

Presseinformation

Bochum, 15.11.2017. Erneut schneidet Deutschlands größte nachhaltige Bank bei der Abstimmung von über 20.000 Kundinnen und Kunden am besten ab. Auch bei einer Untersuchung von Vermögensverwaltern erhält die GLS Bank Bestnoten.

Die Befragung zur „Bank des Jahres“ haben das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) und der Nachrichtensender n-tv durchgeführt. Die Kundinnen und Kunden konnten dort über ihre Banken abstimmen. Sie wählten die GLS Bank in den Kategorien Hausbank, Spezialanbieter, Girokonto und Sparanlagen auf Platz eins.

„Die Geschäftsmodelle der Banken hängen immer stärker von gutem Service und der Pflege der Kundenbeziehungen ab. So lassen sich die Menschen überzeugen. Darauf legen wir bei der GLS Bank größten Wert“, erklärt Thomas Jorberg den langjährigen Erfolg. Dazu gehört der faire Umgang mit den Kundinnen und Kunden: Die transparente Kreditvergabe, die nachhaltige Verwendung der Einlagen und die Beratung ohne Verkaufsdruck.

Die Konditionen werden bei der nachhaltigen GLS Bank fair und offen gestaltet. Seit November fallen beim Privatgirokonto keine Service-Gebühren mehr an, etwa für einzelne Buchungen oder Daueraufträge. Die Leistungen sind durch die Kontoführungsgebühren abgedeckt. Der Dispozins liegt bereits seit 2016 bei 0 Prozent.

Seit 2010 hat die GLS Bank den Wettbewerb von n-tv und DISQ jedes Mal gewonnen und das Gesamturteil „sehr gut“ erhalten. „Zu den Stärken zählen aus Sicht der Befragten insbesondere der sehr gute Ruf, die Transparenz und der Service“, weiß das DISQ. Die Online-Befragung erfolgte im Zeitraum von August bis Oktober 2017.

Bei der Vermögensberatung ist die GLS Bank in Deutschland ebenfalls ganz vorne. Dies ergab eine weitere Untersuchung des Instituts für Vermögensaufbau für Focus Money und n-tv. Anonyme Testkunden baten um einen Anlagevorschlag für 500.000 Euro. Unter den 46 bewerteten Anbietern ist die GLS Bank in der Spitzengruppe und erhielt die Note „Herausragend“ für ihren Anlagemix, die Kosten und die konkrete Beratung.

Über die GLS Bank
Bei der GLS Bank ist Geld für die Menschen da. Sie finanziert nur sozial-ökologische Unternehmen und macht ihre Geschäfte umfassend transparent. Dabei bietet die Bank alle Leistungen einer modernen Bank: Girokonten, nachhaltige Fonds, Vorsorge und vieles mehr. Als Genossenschaftsbank kann jeder Anteile zeichnen und mitbestimmen. Über ihre Partnerin GLS Treuhand ist der Bereich Stiften und Schenken abgedeckt. Die GLS Bank hat ihren Sitz in Bochum und Standorte in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Freiburg, München und Stuttgart.

Kontakt

Christof Lützel
Pressesprecher / Prokurist
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44789 Bochum

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KLIMASCHUTZ-INDEX 2018 – Klares Bekenntnis zu Pariser Klimazielen – Umsetzung bislang mangelhaft

Pressemitteilung Germanwatch, NewClimate Institute und Climate Action Network (CAN)

• Die globale Energiewende nimmt Fahrt auf – doch kein Land ist schnell genug
• Die Staaten müssen ihre Ziele verbessern und bei der Umsetzung zulegen
• Schweden, Litauen, Marokko und Norwegen vorne, die USA im freien Fall
• Deutschland nur auf Rang 22 – CO2 Emissionen sinken nicht

Bonn (15. November 2017). Nach einer Phase des starken Wachstums der weltweiten Treibhausgasemissionen bis vor wenigen Jahren zeichnet sich nun ein stark verlangsamter Wachstumstrend ab. Die Energiesysteme scheinen weltweit weniger CO2-lastig zu werden. Der heute bei der Weltklimakonferenz in Bonn vorgestellte Klimaschutz-Index (KSI) 2018 zeigt weltweit positive Entwicklungen bei Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und in manchen Ländern auch bei den Emissionen. Allerdings wird klar sichtbar, dass die Ziele der Länder und die Umsetzung derselben insgesamt noch zu schwach sind um den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Jan Burck von Germanwatch, Co-Autor des KSI, dazu: „Wir sehen eine starke Zustimmung zu den allgemeinen Zielen des Paris-Abkommens auf internationaler Ebene. Die Staaten müssen nun schnell Maßnahmen ergreifen und ihren Versprechungen auch Taten folgen lassen. In einigen Sektoren, zum Beispiel Verkehr und Energie, passiert häufig noch viel zu wenig.“

Zu Deutschland ergänzt Burck: „Gerade in Deutschland gab es in den vergangenen Jahren insbesondere in den Bereichen Verkehr und bei der Kohleverstromung viel zu wenig Fortschritt. Deshalb landet Deutschland auch nur auf einem enttäuschenden 22. Rang.“

Positive Trends sind weltweit bei den Erneuerbaren Energien zu beobachten. „Die Daten zeigen ermutigendes Wachstum und deutlich niedrigere Preise bei Wind- und Sonnenenergie“, so Prof. Niklas Höhne vom NewClimate Institute, Co-Autor des KSI. „Dies erklärt die Stabilisierung der Emissionsentwicklung in den letzten Jahren. Allerdings ist dieser Trend noch viel zu langsam, um innerhalb weniger Jahrzehnte die globale Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umzustellen. Insbesondere der weltweite Anstieg bei Erdgas und Erdöl konterkariert die Reduzierung beim Kohleverbrauch“, ergänzt Höhne.

KSI 2018: Hauptergebnisse
Die ersten drei Plätz bleiben frei. Kein Land unternimmt bislang genug um die Temperatur global deutlich unter zwei Grad zu halten.
„Insgesamt ist der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei den mittel- und langfristigen Klimaschutzzielen der untersuchten Länder immer noch zu groß. Bei den Treibhausgasemissionen sehen wir beispielsweise relativ starke Ziele in Indien oder Norwegen, bezüglich Erneuerbare Energien sind die Ziele in Schweden, Norwegen und Neuseeland besser als in anderen Ländern. In Bezug auf den Energieverbrauch zeigt jedoch kein Land ein besonders gutes 2030-Ziel. Saudi-Arabien und die USA sind Staaten, die Ihre Ziele in allen Bereichen drastisch anheben müssen, um auch nur in die Nähe ihrer Paris-Versprechen zu kommen“, erklärt Höhne.

Die erneut mäßige Platzierung Deutschlands im Mittelfeld (22.) hätte mit Blick auf die internationale Klimapolitik der Bundesregierung deutlich besser ausfallen können. „Deutschlands mittel- und langfristigen Ziele – verankert im Klimaschutzplan 2050 – sind vergleichsweise stark“, kommentiert Jan Burck. „Die CO2-Emissionen in Deutschland zeigen aber bislang ein anderes Bild und wurden seit 2009 nicht mehr gesenkt. Die noch amtierende Bundesregierung hat es verpasst, ernsthafte Maßnahmen zur Umsetzung der Klimaziele zu ergreifen. Es unumgänglich, dass im kommenden Koalitionsvertrag die notwendigen Maßnahmen für schnell wirksamen Klimaschutz durch einen Kohleausstiegsplan und eine echte Verkehrswende verankert werden. Nur dann schafft es Deutschland vom Ankündigungs- und Braunkohle-Weltmeister zum echten Klimaschutz-Champion.“

Mit relativ guten Entwicklungen im Ausbau Erneuerbarer Energien und bei Pro-Kopf-Emissionen landet Schweden auf Platz vier im diesjährigen Ranking hinter den frei gebliebenen Top 3. In Kombination mit einem vergleichbar niedrigen Emissionsniveau sorgt eine starke Entwicklung Erneuerbarer auch bei Litauen für eine gute Positionierung (Rang fünf). Marokko (Platz sechs) profitiert neben seinem Ausbau Erneuerbarer Energien vor allem von guten Politik-Bewertungen seiner nationalen Klima- und Energieexperten und wird gefolgt von Norwegen auf Platz sieben. Mit noch immer vergleichsweise niedrigen Werten bei Emissionen und Primärenergienutzung (jeweils pro Kopf) liegt Indien auf Rang 14. China dagegen belegt mit relativ hohem Emissionsniveau und wachsendem Primärenergieverbrauch nur Platz 41 im Index. Eine bessere Positionierung in den nächsten Jahren ist jedoch zu erwarten, da chinesische Experten ihr Land für die Implementierung wichtiger Maßnahmen zur Abschaltung von Kohlekraftwerks-Kapazitäten sowie die Förderung Erneuerbarer Energien und Elektromobilität loben.

Wegen ihrer Ankündigung aus dem Pariser Klimaabkommen auszutreten und der Abkehr von einigen zentralen Klimagesetzgebungen der Vorgängerregierung landen die USA unter den am schlechtesten abschneidenden Ländern im Index (56.). Neben einer sehr schlechten Bewertung im Bereich der Klimapolitik sind das momentane Emissionsniveau und der Primärenergieverbrauch entschieden zu hoch für einen deutlich unter 2°C liegenden Pfad. Die letzten drei Plätze gehen an Korea (Rang 58), den Iran (Rang 59) und Saudi-Arabien (Rang 60), die alle keine Fortschritte bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen und ihrem Primärenergieverbrauch verzeichnen können.

Zum Klimaschutz-Index von Germanwatch und NewClimate Institute:
Der Index knüpft an den globalen Klimaschutz-Index von Germanwatch an, ein seit 2006 jährlich erstelltes Ranking der knapp 60 größten Emittenten weltweit. Zudem wurde die Methodik angepasst. Zwar betrachtet der Index wie bisher vier Bereiche: Emissionen (40%), Energieverbrauch (20%), Erneuerbare Energien (20%) und Klimapolitik (20%, bewertet von Experten/innen aus dem jeweiligen Land). Aber dank der neuen Methodik wird nun auch die Frage beantwortet, inwieweit das jeweilige Land in den Bereichen Emissionen, Erneuerbare Energien und Energieverbrauch adäquat handelt, um die Pariser Klimaziele erreichen zu können.

Alle Ergebnisse und Länder-Scorecards unter: https://www.climate-change-performance-index.org/

Kontakt für Medien:
Stefan Küper
Pressesprecher

Germanwatch e.V.
Dr.Werner-Schuster-Haus
Kaiserstr. 201
D-53113 Bonn

Tel. +49 (0)228 / 604 92-23, Fax -19
mobil: 0151 / 252 110 72
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