Abgasproblematik in München lösen? Stadt nimmt Verpflichtung nicht ernst

Pressemitteilung

München, 14. Dezember 2016
Seit Jahren werden in München die Grenzwerte für Stickoxide überschritten. Die Stadt könnte das als Chance begreifen, ein zukunftsfähiges, nachhaltiges Mobilitätskonzept zu erstellen, und Vorbild für andere Städte werden. Stattdessen präsentiert sie heute eine Beschlussvorlage, die sich hinter juristischen Reglementierungen versteckt und kaum konkret wird. Münchens BürgerInnen müssen weiter auf saubere Luft warten.

Aus Sicht des Bündnisses für saubere Luft passt das Gesamtkonzept der Beschlussvorlage nicht. Die überschrittenen Stickoxid-Grenzwerte erfordern umgehend wirkungsvolle Maßnahmen. Laut Beschlusstext sollen dem Stadtrat weitere Vorhaben vorgelegt werden. Entscheidungsträger werden zu Änderungen aufgerufen, aber nicht verpflichtet. „Wer eine effektive Verkehrswende für bessere Luft einleiten möchte, formuliert andere Texte“, beurteilt Sylvia Hladky, Bündnissprecherin und Vorstandmitglied des Netzwerk Klimaherbst e.V. Das zeigt, dass die Landeshauptstadt ihre Verpflichtung den MünchnerInnen gegenüber immer noch nicht ernst nimmt.

„Die Beschlussvorlage bleibt nicht nur vage, sondern schöpft nicht annährend das Potential aller möglichen Maßnahmen zur Luftreinhaltung aus“, ergänzt Beppo Brem, Bündnissprecher und Vorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband München-Stadt. Dem Bürgerbegehren „Sauba sog i. Reinheitsgebot für Münchner Luft“ liegt dagegen ein 10-Punkte-Aktionsprogramm zugrunde, mit dem über verschiedenste Akteure und Ebenen eine nachhaltige Verkehrswende erreicht wird.

„Ich finde es empörend, dass die Stadt in dem Beschluss angibt, sie könne auf freiwilliger Basis verschiedenste Maßnahmen zur Luftreinhaltung ergreifen. Das Verwaltungsgericht München hat am 29. Juni 2016 klar geurteilt, dass sich die Landeshauptstadt München nicht der Pflicht entziehen kann, durch eine effiziente Luftreinhalteplanung zu einer schnellstmöglichen Grenzwerteinhaltung beizutragen“, sagt Andreas Schuster, Bündnissprecher und Leiter des Bereichs nachhaltige Mobilität bei Green City e.V.

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass sich München mit der Abgasproblematik auseinandersetzt. Dem Bündnis für saubere Luft fehlt in der Beschlussvorlage allerdings die Vision für echte Problemlösungen. Es reicht nicht, den Fuhrpark der Stadt und der Verkehrsbetriebe auf umweltfreundliche Antriebe umzurüsten. Die Beschlussvorlage beinhaltet kaum verbindliche Zielvorgaben hinsichtlich der Schadstoffemission und ist weit vom Aktionsprogramm des Bürgerbegehrens entfernt. Ein Bürgerbegehren für saubere Luft in München ist notwendig, um die Stadt endlich zu wirksamen Handlungen zu bewegen.

Noch bis zum 23. Dezember ist das Bündnis täglich mit einem Infostand auf dem
Tollwood Winterfestival aktiv. BürgerInnen können sich auch online (www.luft-reinheitsgebot.de) informieren, wo sie außerdem unterschreiben können. Auf der Webseite stehen die Unterschriftenlisten zum Download bereit – für all diejenigen, die selbst aktiv werden möchten.

Ihre AnsprechpartnerInnen:

Andreas Schuster, Bereichsleiter nachhaltige Mobilität Green City e.V.
E-Mail: andreas.schuster@greencity.de, Tel.: 0173 / 86 14 505
Sylvia Hladky, Vorstandsmitglied Netzwerk Klimaherbst e.V.
E-Mail: sylvia.hladky@mnet-online.de, Tel: 0160 / 90 71 23 28
Beppo Brem, Vorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband München-Stadt
E-Mail: h.brem@gmx.de, Tel: 0160 / 38 72 607

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Presse




Neue SÜDWIND-Fact Sheets zur „Agenda 2030 – Nachhaltige Entwicklungsziele (SDG)“ erschienen

Pressemitteilung

Bonn, 12.12.2016: Mit der Agenda 2030 einigte sich die internationale Gemeinschaft im Jahr 2015 auf einen umfangreichen Orientierungsrahmen. Als Kernstück zur Umsetzung gelten die „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (Sustainable Development Goals – SDG). Für ihre Umsetzung besteht ein hoher Bedarf an Investitionen. Das ist Geld, das die Entwicklungsländer alleine nicht werden aufbringen können. Die internationale Gemeinschaft setzt angesichts knapper Kassen stark auf private Unternehmen und Investoren. Für entsprechende Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor werden auch Finanzmittel aus der Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt. SÜDWIND hat hierzu zwei Fact Sheets veröffentlicht und zeigt auf, dass das Engagement des Privatsektors kein Eigenläufer zur Erreichung der SDG ist, sondern vielmehr in entsprechende Bahnen gelenkt werden muss.

Im Fact Sheet „Agenda 2030 – Nachhaltige Entwicklungsziele (SDG): Die Rolle des Privatsektors“ wird untersucht, für welche der 17 SDG der Privatsektor von besonderer Relevanz ist. „Das Potenzial privater Investitionen ist sehr groß, gleichzeitig müssen aber auch die Risiken im Auge behalten werden“, meint Irene Knoke, Autorin der Fact Sheets. Das SDG 8 beispielsweise, bei dem es um Fragen des Wirtschaftswachstums geht, beinhaltet produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit gleichrangig. „Wachstum ist kein Wert für sich allein, sondern wird nur zum Ziel, wenn es allen gleichermaßen nutzt. Das ist nicht automatisch der Fall“, so Knoke weiter. „Hier ist die Privatwirtschaft ganz klar gefordert, denn noch immer gibt es in den globalen Lieferketten teilweise große Missstände bis hin zu Kinderarbeit und Sklaverei. Das ist nicht hinnehmbar und mit den SDG unvereinbar.“

Das Potential der Privatwirtschaft hat auch die Entwicklungszusammenarbeit erkannt und stärker ins Zentrum ihres Handelns gerückt. Das Fact Sheet „Agenda 2030 – Nachhaltige Entwicklungsziele (SDG): Kooperationen mit dem Privatsektor“ beschäftigt sich mit verschiedenen Kooperationsformen zwischen dem öffentlichen Sektor und der Privatwirtschaft, die im Rahmen der SDG noch weiter an Bedeutung gewinnen werden. Am bekanntesten sind die öffentlich-privaten Partnerschaften (PPP). Die Erfahrungen sind hier aber durchaus sehr gemischt. „Viele Probleme wie fehlender Zugang zu Wasser- und Elektrizitätsversorgung und Telekommunikationsinfrastruktur konnten mit Hilfe von PPP nicht kostengünstig und effizient gelöst werden“, sagt Pedro Morazan, Mitautor der Fact-Sheets. „Es gibt sogar Beispiele, die zeigen, dass manche Dienstleistungen über Gebühren so verteuert wurden, dass sie den Zugang für die Armen sogar erschwert haben. Auch die versprochenen Verbesserungen in der Qualität von Dienstleistungen wurden oft nicht erreicht“, so Morazan weiter.

„Mit besonderer Sorge sehen wir aber auch das sogenannte Blending“, meint Morazan. Beim Blending werden öffentliche Zuschüsse risikomindernd eingesetzt, so dass Kapital vom freien Kapitalmarkt angelockt und mit diesen Zuschüssen gemischt wird. Damit soll auch das immense Investitionspotential von institutionellen Investoren wie Pensionsfonds oder Versicherungen genutzt werden. „Diese auf den ersten Blick vielleicht charmante Idee ist aber gerade für die ärmsten Länder völlig ungeeignet, denn von allen Formen der finanziellen Zusammenarbeit ist Blending die teuerste. Angesichts des hohen Anteils von Krediten zu Marktkonditionen steigt eher das Verschuldungsrisiko, als dass man dies als Entwicklungshilfe bezeichnen könnte.“

Eine Beteiligung des Privatsektors wird zur Erreichung der SDG unerlässlich sein, es müssen aber Vorkehrungen getroffen werden, dass solche Investitionen auch im Sinne der SDG ausgestaltet werden. SÜDWIND fordert u.a. die Entwicklung von legal verpflichtenden Instrumenten, um die Tätigkeit von multinationalen Unternehmen zu regulieren und Menschenrechtsverletzungen auszuschließen, sowie regelmäßige Wirkungsevaluierungen von Auswirkungen auf Umwelt, Menschenrechte und Gendergerechtigkeit im Vorfeld von Handels- und Investitionsvereinbarungen.

SÜDWIND wird in diesem von Engagement Global im Auftrag des BMZ und von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen geförderten Projekt „Privatsektor und SDG“ bis Ende 2017 3 Studien und 5 Fact Sheets veröffentlichen und eine Tagung in Bonn ausrichten.
Die Fact Sheets können hier oder über info@suedwind-institut.de bestellt werden und stehen auch zum Download zur Verfügung.

Kontakt:
Irene Knoke
Telefon: 0228- 763698-13
E-Mail: knoke@suedwind-institut.de

Vera Schumacher
Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising /
Public Relations and Fundraising
SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene
Kaiserstraße 201
53113 Bonn

Tel.: +49 (0)228-763698-14
Fax: +49 (0)228-763698-22

E-Mail: schumacher@suedwind-institut.de
Website: www.suedwind-institut.de




Große Beteiligung – Mitglieder bestimmen Kurs der GLS Bank

Presseinformation

Bochum, 12.12.2016. Die transparente, sozial-ökologische Verwendung von Geld bildet den Kern der GLS Bank. Diese Grundleistung wird nun erstmals durch einen Beitrag langfristig gesichert.

„Dieses Engagement zeigt, wie wichtig den Menschen die GLS Bank ist und welch großen Rückhalt sie genießt“, freut sich Vorstandssprecher Thomas Jorberg. Rund 1.200 Mitglieder kamen zur außerordentlichen Generalversammlung letzen Samstag nach Bochum. Im Audimax der Ruhr-Universität Bochum erörterten sie die Grundleistung der GLS Bank und wie diese gefestigt werden kann. Am Ende stimmten die Mitglieder mit 79,6 Prozent für den GLS Beitrag.

Die Generalversammlung war Teil eines einmaligen offenen Prozesses. Mitglieder, Kund*innen und Mitarbeiter*innen tauschten sich über die zukünftige Ausrichtung intensiv aus. Zwei Jahre lang wurden mehrere Möglichkeiten diskutiert, etwa bei den Generalversammlungen 2015 und 2016 sowie in vielen tausend Gesprächen und Telefonaten. Deutlich wurde: Die GLS Bank soll weiterhin Geld dort zur Entfaltung bringen, wo es unter ganzheitlich sozial-ökologischen Bedingungen gebraucht wird. So schafft sie Mehrwert in Bildung, Kultur, Gesundheit, Sozialem, Energie und Ökologie.

Dazu entwickelt sie immer wieder innovative Instrumente und neue Angebote. Für nachhaltige Projekte etwa wird in Kürze ein eigenes Crowdfunding zur Verfügung stehen. Darüber können sich die Kund*innen schon mit kleinen Beträgen an innovativen Unternehmen und Projekten beteiligen.

Mit dem GLS Beitrag sichern die über 210.000 Kund*innen die Grundleistung: Eine transparente, sozial-ökologische Bank mit wertebasiertem Geschäft. „Dazu gehört, dass sich unsere Beraterinnen und Berater jedem Anliegen offen widmen. Denn sie arbeiten ohne Verkaufsdruck und erhalten keine Provision. Das macht Beratung erst fair“, betont Jorberg. Diese Qualität drückt sich auch in Umfragen und Tests aus, bei denen die GLS Bank von ihrer Kundschaft regelmäßig mit Bestnoten bewertet wird. Auch hält der Zustrom an Neukunden ungebrochen an, ebenso wächst die Zahl der Mitglieder.

Zudem werden mit dem GLS Beitrag die Aufwendungen für die Grundleistung gerechter verteilt – auf die gesamte GLS Gemeinschaft. Denn allen Kundinnen und Kunden kommt die positive gesellschaftliche Wirkung der GLS Bank zugute, alle können die offene Beratung und die Angebote nutzen.

Durch das Engagement der Mitglieder gelingt es, die GLS Bank unabhängiger von den instabilen Finanzmärkten zu machen. Das historisch niedrige Zinsniveau wird weiterhin die Margen beeinträchtigen. Auch die ausufernde Regulierung und der fortschreitende Digitalisierungsdruck stellen die bisherigen Geschäftsmodelle in Frage.

Nach der Satzungsänderung beträgt der GLS Beitrag 5 Euro im Monat. Er gilt für alle Mitglieder, Mitarbeiter*innen und Kund*innen. Minderjährige entrichten keinen Beitrag. Einen Euro im Monat zahlen Menschen unter 28 Jahren und jene, deren Einkommen den steuerlichen Grundfreibetrag nicht übersteigt.

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Save the Date – Bilanzpressekonferenz Februar 2017
Die GLS Bank lädt Sie herzlich am 31. Januar 2017 nach Bochum und am 1. Februar nach Frankfurt zur Bilanzpressekonferenz ein. Dort wird die GLS Bank die Ergebnisse des Vorjahres und den Ausblick auf das erste Geschäftsjahr mit dem GLS Beitrag präsentieren. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung an presse@gls.de.

Über die GLS Bank
Die GLS Bank bietet ihren Kunden alle Leistungen einer Hausbank, wie sozial-ökologisch sinnvolle Geldanlagen, Girokonto, Sparangebote, Zahlungsverkehr, Finanzierungen und Beteiligungen. Über ihre Partnereinrichtung GLS Treuhand ist auch der Bereich Stiften und Schenken abgedeckt. Die GLS Bank bietet ihren Kunden an, Mitglied und somit Eigentümer der Bank zu werden. Mit zielgerichtet sozial-ökologischen Investitionen und einer umfassenden Transparenz bietet sie ihren Mitgliedern und Kunden einen dreifachen Gewinn: menschlich, zukunftsweisend, ökonomisch.

Kontakt
Christof Lützel
Pressesprecher / Prokurist
Kommunikation und Entwicklung
christof.luetzel@gls.de
presse@gls.de

GLS Bank
Christstraße 9
44789 Bochum

Telefon +49 (0) 234 5797 5178
Fax +49 (0) 234 5797 5157
Mobil +49 (0) 173 2786963

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foodwatch kritisiert: Industrie rechnet Nährwerte durch unrealistische Portionsangaben schön

Pressemitteilung – Lebensmittelkennzeichnung

– Am 13.12. wird der letzte Teil der Lebensmittelinformationsverordnung verbindlich
– keine klaren Angaben zu Nährwerten, Herkunft der Zutaten und Gentechnik
– Verbrauchertäuschung wird weiterhin Tür und Tor geöffnet

Berlin, 12. Dezember 2016. Die Lebensmittelindustrie rechnet den Gehalt von Salz, Zucker und Fett mit unrealistischen Portionsgrößen schön. Das kritisierte die Verbraucherorganisation foodwatch anlässlich der vollständigen Anwendung der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Am Dienstag (13.12.) endet die letzte Übergangsfrist für die EU-weite Regelung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln.

„Für die 500 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU ist das keine gute Nachricht“, kritisierte Sophie Unger von foodwatch. „Kennzeichnungslücken werden gesetzlich festgeschrieben, Irreführung und Täuschung weiterhin erlaubt und informierte Kaufentscheidungen verhindert!“

Zwar müssen künftig die sieben wichtigsten Nährwerte (Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz) einheitlich pro 100 Gramm beziehungsweise Milliliter
angegeben werden. Doch die Industrie darf die Angaben auf der Rückseite der Packung im Kleingedruckten verstecken – und auf der Packungsvorderseite die Zucker-, Fett- oder Salzwerte mit Mini-Portionsgrößen und irreführenden Prozentwerten kleinrechnen. „Die Portionsangaben der Industrie sind vollkommen unrealistisch“, sagte Sophie Unger. „Wer isst denn aus einer großen 175 Gramm-Tüte nur eine Hand voll Chips? Wer trinkt aus einer 500 Milliliter-Flasche für unterwegs nur die Hälfte? Und wer wird von nur einer Frühlingsrolle aus einer Viererpackung satt?“

Weitere Kritikpunkte an der Lebensmittelinformationsverordnung:

– Gentechnik: Der Großteil der Menschen in Europa lehnt den Einsatz von Agrar-Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Trotzdem erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf weiterhin nicht, ob Tierprodukte wie Fleisch, Milch oder Eier von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen gefüttert wurden.

– Herkunft: Hersteller dürfen Informationen über die Herkunft der verwendeten Zutaten bei den meisten Produkten verschweigen. Bei verarbeiteten Lebensmitteln fehlen verpflichtende Herkunftsangaben gänzlich. Und auch Begriffe wie „aus der Region“ oder „aus der Heimat“ sind nicht gesetzlich definiert bzw. geschützt.

foodwatch fordert die Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien dazu auf, das Thema erneut auf die politische Agenda zu heben. „Die Lebensmittelinformationsverordnung ist eine Irreführungsverordnung, denn sie hält das Versprechen nicht, das den europäischen Verbraucherinnen und Verbrauchern gegeben wurde. Mannigfaltiger Täuschung und Irreführung durch die Hersteller wird damit kein Riegel vorgeschoben. Das absurde Industrie-Modell mit Mini-Portiönchen illustriert dies nur zu gut. Viel verständlicher wäre für Verbraucherinnen und Verbraucher erwiesenermaßen die Lebensmittelampel auf der Schauseite der Produkte“, sagte foodwatch-Campaignerin Unger. „Wir rufen die Politik deshalb dazu auf, die Einführung der Nährwertampel in ihre Programme zur Bundestagswahl 2017 aufzunehmen.“

Die Ampelkennzeichnung, durch die der Gehalt an Fett, Zucker und Salz auf einen Blick zu erkennen wäre, hatte 2010 im EU-Parlament keine Mehrheit gefunden.

Link:

– E-Mail-Aktion zur Ampelkennzeichnung: www.ampel-aktion.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:

– Fotodownload zu unrealistischen Portionsgrößen: www.kennzeichnung-material.foodwatch.de
– Hintergründe zur Lebensmittelinformationsverordnung: www.tinyurl.com/Hintergrund-LMIV

Pressekontakt:

foodwatch e.V.
Sylvie Ahrens
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




HEARTBEAT HONEY – Spannender Countdown für honiggoldenes Crowdfunding

PRESSEMITTEILUNG

Noch vier Tage bleiben bis zum Fristende des Social Business Crowdfunding HEARTBEAT HONEY. Jetzt schnell bis Montag den 12.12. auf startnext.de spenden und ein tolles Projekt unterstützen!
Seit Oktober sammelt das Team von der Earthbeat Foundation (Berlin/Zürich) die Summe von 15.000€, um ausgebeuteten GoldminenarbeiterInnen in Uganda eine selbstgewählte Einkommensalternative zu finanzieren. Bei dem Social Business, das mit der Hilfe dieser Finanzierung gegründet werden soll, geht es um flüssiges Gold: Honig…

„Bee part of the hive! – Sei Teil des Schwarms!“ – so lautet dann auch der Slogan, „…denn beim Crowdfunding ist es so wie in einem Bienenschwarm, dem nur als Gemeinschaft gelingt, was die einzelne Biene nicht schaffen kann“. Viele Menschen können durch Spende kleinerer Geldbeträge zusammen ein Projekt finanzieren. Jetzt ticken die Uhren: Nur noch wenige Tage bleiben, um die benötigten 15.000€ zusammen zu bringen! Damit sollen 80 Imkerausbildungen und – Equipment in einem Dorf in Busia, Ost-Uganda finanziert werden.

In den letzten sechs Wochen konnte das Earthbeat-Team bereits über 12.500 € sammeln. Zum Beispiel durch eine Weihnachtliche Spendenfeier am letzten Wochenende in Berlin. Während der Kampagne, die über die Startnext, die Earthbeat Website, bei Facebook und Instagram lief, wurden unter anderem mehrere Animationsvideos gezeigt, die kurz und knackig zum Thema Gold und dessen Abbau informieren. „Es ist nicht einfach, die Leute zu erreichen. Es gibt viele Probleme in der Welt und tolle Projekte, die man unterstützen kann, um das zu ändern. Heartbeat Honey ist eines davon. Was uns besonders macht, ist, dass wir mit dem Thema Gold ein Problemfeld angehen, das den Leuten erst langsam bewusst wird.. Unser Ansatz, nachhaltige Alternativen zu fördern in Regionen, in denen die Menschen (noch) vom Goldabbau abhängen, ist darum bisher einzigartig. Dabei haben wir das Glück, schon viele Jahre mit unseren Partnern in Uganda zusammenzuarbeiten, so dass wir vor Ort sehr konkret und nachhaltig helfen können. Dass wir von vielen Menschen so tolles Feedback zu unserer Kampagne und dem Projekt bekommen, ermutigt uns enorm.“, so eine Mitarbeiterin der Earthbeat Foundation. Diverse Blogs und der Berliner Radiosender Flux FM haben das Vorhaben gefeatured. Genauso wie die Crowdfundingseite Startnext selbst, die Heartbeat Honey unter die Top Ten ihrer Projekte gewählt hat und die Gründerin für ihren Blog interviewed hat. Nun geht es um die Wurst: Noch 4 Tage bleiben bis die Frist ausläuft und beim Crowdfunding gilt: Alles oder nichts! Wenn die gewünschte Spendensumme nicht zusammen kommt, bekommen alle Spender ihren Einsatz zurück. Guya Merkle und ihre Mitarbeiterinnen verschwenden daran keinen Gedanken: „Wir sind kurz vor dem Ziel und ganz sicher, dass uns die richtigen Menschen noch finden werden, die die 15.000 Euro voll und mit uns gemeinsam den Traum für eine goldene Zukunft für die Minenarbeiter realisieren wollen.“

HEARTBEAT HONEY – ein Social Business Crowdfunding
>> www.startnext.de/heartbeathoney << Pressekontakt:
Julia Gajewski
connect@earthbeatfoundation.org
Tel: 0163-5933103
www.startnext.de/heartbeathoney
www.earthbeatfoundation.org




foodwatch-Labortest: Schoko-Weihnachtsmänner mit krebsverdächtigen Mineralölen belastet

Pressemitteilung

Berlin, 6. Dezember 2016. Schokoladen-Weihnachtsmänner von Edeka und Rübezahl sind mit krebsverdächtigen Mineralölen verunreinigt. Das hat eine Laboranalyse im Auftrag der Verbraucherorganisation foodwatch ergeben. Den Ergebnissen zufolge enthalten der „Gut & Günstig Schokoladen-Weihnachtsmann“ von Edeka sowie der „Friedel Weihnachtsmann Schokolinsen“ von Rübezahl aromatische Mineralöle (MOAH), die als potenziell krebserregend und erbgutschädigend gelten. foodwatch forderte die Hersteller auf, die betroffenen Produkte öffentlich zurückzurufen.

„Krebsverdächtige Mineralöle haben in unserem Essen nichts zu suchen, auch nicht in Schokoladen-Weihnachtsmännern. Die Hersteller dürfen die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher nicht weiter gefährden und müssen die Produkte aus den Regalen räumen“, erklärte Johannes Heeg von foodwatch.

Getestet wurden insgesamt 20 Weihnachtssüßwaren, von Schokoladenprodukten bis hin zu Lebkuchen. In den Schoko-Weihnachtsmännern von Edeka und Rübezahl wurden neben den krebsverdächtigen aromatischen Mineralöle (MOAH) auch gesättigte Mineralöle (MOSH) nachgewiesen. MOSH reichern sich im Körper an und können die Organe schädigen. Erhöhte Werte wurden in insgesamt 15 Produkten gefunden.

Die Mineralölbelastungen sind im Vergleich zu vergangenen foodwatch-Tests gesunken. Kurz vor Ostern etwa fand die Verbraucherorganisation in 8 von 20 Schokohasen aromatische Mineralöle. „Die Süßwarenindustrie ist offensichtlich in der Lage, Mineralöle aus ihren Produkten zu verbannen, wenn der öffentliche Druck groß genug ist. Bundesernährungsminister Christian Schmidt muss endlich alle Lebensmittelhersteller in die Pflicht nehmen und verbindliche Grenzwerte einführen, um die Verbraucherinnen und Verbraucher vor diesen völlig unnötigen Gesundheitsgefahren zu schützen“, sagte Johannes Heeg.

foodwatch fordert strikte Höchstwerte für gesättigte Mineralöle (MOSH) in allen Lebensmitteln und eine Null-Toleranz für die besonders kritischen aromatischen Mineralöle (MOAH). Zudem müssen die Produkte durch schützende Barrieren vor dem Übergang von Mineralölen aus Altpapierverpackungen geschützt werden. Solange es keine europäische Regelung gibt, sei die Bundesregierung in der Pflicht, ein nationales Gesetz zu beschließen.

Mineralöle können auf verschiedenen Wegen in Schokolade gelangen. Zum Beispiel über für den Transport der Kakaobohnen verwendete Jutesäcke, die mit Mineralölen behandelt werden; über in der Produktion verwendete Maschinenöle oder über Abgase aus Industrie und Verkehr. Eine häufige Quelle sind zudem Altpapier-Verpackungen. Altpapier enthält neben mineralölhaltigen Druckfarben bis zu 250 weitere Chemikalien, die auf das Lebensmittel übergehen können, falls Recycling-Kartons als Lebensmittel-Verpackung, beim Transport oder bei der Lagerung der Rohwaren zum Einsatz kommen.

Link:

– E-Mail-Aktion zu Mineralölen in Lebensmitteln: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:

– Testergebnisse „Mineralöle in Weihnachtssüßigkeiten“: www.tinyurl.com/test-weihnachtsschokolade
– Hintergrundinformationen zu Mineralölen in Lebensmitteln: www.mineraloel-hintergrund.foodwatch.de/
– LGL zur Adventskalender-Untersuchung: www.tinyurl.com/zglqwtd
– Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Mineralöl: www.tinyurl.com/ovgvtkz
– EFSA Scientific Opinion: www.tinyurl.com/p9kausf

Pressekontakt:

foodwatch e.V.
Dario Sarmadi
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




Notfallpädagogik auf den Philippinen Abschlusseinsatz nach Taifun Haiyan und Unterstützung des Friedensprozesses

Die Philippinen sind immer wieder von Naturkatastrophen betroffen. Taifun „Haiyan“ jedoch, der den Inselstaat im November 2013 traf, richtete schlimmere Schäden als je zuvor an, tausende Menschen kamen ums Leben. In bisher 5 Einsätzen unterstützten die internationalen Einsatzteams der Freunde der Erziehungskunst die Menschen in der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse. Zudem wurden Mitarbeiter vor Ort in den Methoden der Notfallpädagogik geschult und in regelmäßigen Monitoring-Besuchen weitergebildet.

Der nun stattfindende, sechste Einsatz und Projektbesuch in der Region Leyte bildet gleichzeitig den Abschlusseinsatz und die Übergabe des Projekts in die Hände der 9 lokalen Fachkräfte. Marlon Moscare, der seit dem ersten Einsatz unser Ansprechpartner vor Ort ist, hat gemeinsam mit seiner Frau für den Aufbau des ersten Child Friendly Space gesorgt und das Projekt maßgeblich mitgestaltet. Mittlerweile konnten 3 Child Friendly Spaces in Tacloban aufgebaut werden, wo täglich pädagogische Maßnahmen für ca. 200 Kinder stattfinden. Auch ein Musik-Austausch-Programm mit der Acacia-School Manila konnte im Februar 2016 stattfinden.

Neben dem abschließenden Projektbesuch werden die Notfallpädagogen erstmals auch in die Region Cotabato/Mindanao reisen, um dort Seminare zu geben. Die Einladung hierfür wurde bereits 2014 ausgesprochen. Die Menschen in Cotabato leiden neben Naturkatastrophen – die Provinz wird immer wieder von Erdbeben erschüttert – vor allem unter den schwierigen sozialen Bedingungen und ethnischen Auseinandersetzungen. Seit Jahrzehnten kommt es zu Konflikten zwischen Regierungsanhängern und der Unabhängigkeitsbewegung. Der Bürgerkrieg kostete bisher über 100.000 Menschen das Leben und hat mehr als zwei Millionen Menschen zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht. Viele fühlen sich ihrer Chancen beraubt und besonders Kinder sind durch die Situation belastet. Ihnen mit notfallpädagogischen Angeboten zu helfen und die lokalen Mitarbeiter über Traumapädagogik und hilfreiche Methoden zu informieren, ist ein Anliegen unserer Ehrenamtlichen. Zudem soll der Einsatz den Friedensprozess in der Region unterstützen. Unsere lokale Partnerin von der Kids for Peace Foundation, die das Seminar vor Ort organisiert, berichtet, dass sich bereits Mitarbeiter die den Präsidenten im Friedensprozess beraten sowie Mitarbeiter von Catholic Relief, Save The Children, BRAC (Bangladesh Rural Advancement Committee), Non-Violent Peace Force, The Asia Foundation, ChildFund, zweier Schulen und lokaler NGOs angemeldet haben. Auch die Teilnahme von Repräsentanten der Nationalen und der Islamischen Befreiungsfront der Moros (Moro National Liberation Front und Moro Islamic Liberation Front), die für einen eigenständigen muslimischen Staat namens Bangsamoro kämpfen, wird erwartet.

So besteht in diesem Treffen aller gegenüberstehenden Parteien und des gemeinsamen Einsatzes für die Kinder, unabhängig davon welcher Religion oder Gruppierung sie angehören, die Chance auch den Friedensprozess zu gestalten und weiter voran zu bringen.

Spendenkonto:
GLS Bank Bochum BLZ 430 609 67 Konto 800 800 700
IBAN DE06 4306 0967 0800 8007 00 BIC GENODEM1GLS
Stichwort „Notfallpädagogik“

Kontakt Presse:
Reta Lüscher-Rieger
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Notfallpädagogik
Tel.: 0721-354806 140
Fax: 0721-354806 180
E-Mail: r.luescher-rieger@freunde-waldorf.de
Webseite: www.freunde-waldorf.de

Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. fördern weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens. Seit 1971 setzen sie sich für die Waldorfpädagogik und für Freiheit im Bildungswesen ein. Seit 1993 organisiert und betreut das Büro in Karlsruhe internationale Freiwilligendienste in aller Welt und ermöglichte bislang über 20.000 Menschen einen sozialen Dienst in über 350 Projekten in mehr als 60 Ländern. Zurzeit nehmen jährlich fast 2.000 junge Menschen an den Programmen teil. Seit Sommer 2011 können Interessierte über den Verein auch einen 12-monatigen Freiwilligendienst in anthroposophischen Einrichtungen in Deutschland leisten. Seit 2006 sind die Freunde der Erziehungskunst im Bereich „Notfallpädagogik“ tätig. In Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen und Naturkatastrophen arbeiteten sie bislang mit psychotraumatisierten Kindern und Jugendlichen im Libanon (2006), China (2008 und 2013), Indonesien (2009), Haiti (2010), Kirgisistan (2010), Japan (2011) und Kenia (2012 – 2013), Bosnien und Herzegowina (2014), Griechenland (2015), Slowenien (2015), Nepal (2015-2016), Ecuador (2016), Gaza (2009 – 2016), Philippinen (2013-2016), Kurdistan-Irak (2013-2016).




Sauberer Start fürs Bürgerbegehren! Zehn Prozent der Stimmen in zehn Tagen

Pressemitteilung

München, 2. Dezember 2016

Nur zehn Tage nach dem Start des Bürgerbegehrens „Sauba sog i. Reinheitsgebot für Münchner Luft“ können wir einen Erfolg verkünden: Zehn Prozent der von uns gewünschten Unterschriften haben wir bereits erreicht! Genau bedeutet das: In nur zehn Tagen haben wir 4.000 Unterschriften gesammelt. Das zeigt deutlich, wie wichtig den MünchnerInnen die Themen Luftreinhaltung und Verkehrswende sind.

„Die Begeisterung der BürgerInnen ist enorm. Viele bedanken sich, dass wir uns der Luftreinhaltung annehmen!“, sagt Sylvia Hladky, Bündnissprecherin und Vorstandmitglied des Netzwerk Klimaherbst e.V. Beppo Brem, Bündnissprecher und Vorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband München-Stadt, ergänzt: „Den MünchnerInnen ist der Zusammenhang zwischen den Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte für Luftschadstoffe und dem motorisierten Individualverkehr sehr bewusst. Deshalb unterschreiben sie für die von uns geforderte Verkehrswende.“ Mit dem Bürgerbegehren „Sauba sog i. Reinheitsgebot für Münchner Luft“ wollen wir erreichen, dass 80 Prozent des Individualverkehrs auf dem Stadtgebiet bis zum Jahr 2025 über abgasfreie Kraftfahrzeuge, den öffentlichen Personennahverkehr sowie Fuß- und Radverkehr abgewickelt werden.

Der kurze Zeitraum, in dem wir 4.000 Unterschriften gesammelt haben, und die starke Aktivität in den sozialen Netzwerken zeigen, dass das Bürgerbegehren den Nerv der Zeit trifft. Andreas Schuster, Bündnissprecher und Leiter des Bereichs nachhaltige Mobilität bei Green City e.V., weiß aus den Gesprächen am Stand: „Die Menschen kennen das Problem und verstehen nicht, warum die Entscheidungsträger nicht schnellstmöglich Maßnahmen ergreifen.“ Die Maßnahmen hat auch das Verwaltungsgericht München mit seinem Urteil am 29. Juni 2016 gefordert. Die drei Bündnissprecher sind sich einig: „Die Bundesregierung, der Freistaat Bayern und die Autoindustrie schieben den Schwarzen Peter jeweils den anderen zu. Die MünchnerInnen zeigen sich erleichtert, dass sie mit unserem Bürgerbegehren die Landeshauptstadt endlich direkt adressieren und in die Verantwortung nehmen können.“

Noch bis zum 23. Dezember ist das Bündnis täglich mit einem Infostand auf dem
Tollwood Winterfestival aktiv. BürgerInnen können sich auch online (www.luft-reinheitsgebot.de) informieren, wo sie außerdem unterschreiben können. Auf der Webseite stehen die Unterschriftenlisten zum Download bereit – für all diejenigen, die selbst aktiv werden möchten.

Dank dem Engagement der Partner und der Unterstützung der Münchner BürgerInnen ist das Bündnis zuversichtlich, die Unterschriften für ein erfolgreiches Bürgerbegehren schneller als anfangs erhofft zu erreichen. Gesetzlich notwendig sind in München drei Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten – das sind etwa 32 000 Unterschriften. Ziel des Bündnisses ist es, für das Bürgerbegehren „Sauba sog i. Reinheitsgebot für Münchner Luft“ 40 000 Stimmen zu sammeln.

Dem Bündnis für saubere Luft haben sich mittlerweile 25 Organisationen angeschlossen:

Green City e.V., Netzwerk Klimaherbst e.V., Bündnis 90/Die Grünen KV München, Deutscher KinderschutzBund München e.V., Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband München (ADFC München) e.V., VCD – Verkehrsclub Deutschland, Kreisgruppe München e.V., Münchner Forum e.V., Umweltgewerkschaft München, rehab republic e.V., Lastenradler, Ludwig-Bölkow-Stiftung, Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr, Fuss e.V., Netzwerk Slowmotion, BUND Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe München, Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Stadtverband München, Deutsche Lungenstiftung e. V., Grüne Jugend München (GJM), Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS) Regionalgruppe München, Fahrgastverband PRO BAHN e.V. Stadt- und Kreisgruppe München, Gesundheitsladen München e.V., projekt21plus, Kartoffelkombinat – Der Verein e.V., NaturFreunde Deutschlands Bezirk München e.V., Wohnen ohne Auto

Ihre AnsprechpartnerInnen:

Andreas Schuster, Bereichsleiter nachhaltige Mobilität Green City e.V.

E-Mail: andreas.schuster@greencity.de, Tel.: 0173 / 86 14 505

Sylvia Hladky, Vorstandsmitglied Netzwerk Klimaherbst e.V.

E-Mail: sylvia.hladky@mnet-online.de, Tel: 0160 / 90 71 23 28

Beppo Brem, Vorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband München-Stadt

E-Mail: h.brem@gmx.de, Tel: 0160 / 38 72 607

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Kontakt
Green City e.V.
Christian Grundmann
Kommunikation
Lindwurmstraße 88
2. Aufgang, 5. Stock
80337 München

Tel (089) 890 668 – 323
Fax (089) 890 668 – 66
presse@luft-reinheitsgebot.de
www.greencity.de




Grund und Boden: Öko-Landwirtschaft stärken und Anteilseigner werden

Presseinformation

Bochum, 01.12.2016. Landgrabbing – also das Grabschen nach Land – behindert die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland und vernichtet bäuerliche Existenzen in allen Regionen der Welt. Das prangern die GLS Bank, Demeter und die BioBoden Genossenschaft zum Tag des Bodens am Montag 5. Dezember an.

Täglich gehen in Deutschland rund 90 Hektar wertvolles Land durch Besiedlung, Verkehr und Gewerbe verloren. Da, wo das Land grün bleibt, sind die Änderungen subtiler: Weltweit kaufen Agrarkonzerne, Investoren und ganze Staaten Äcker auf. Weitere Flächen fallen für subventionierte Energiepflanzen weg. Das hat dazu geführt, dass in allen Regionen Deutschlands die Pacht- und Kaufpreise für Ackerland in den letzten Jahren geradezu explodiert sind. „Die Grundlage für ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft und damit für unsere gute Ernährung wird knapp“, fürchtet Demeter-Vorstandssprecher Alexander Gerber.

Dabei steigt die Nachfrage nach gesunden und regionalen Bio-Lebensmitteln deutlich schneller als die bewirtschaftete Fläche. „Wir dürfen die Landwirte mit dem Problem der Flächenerweiterung nicht allein lassen“, sagt Uwe Greff, Geschäftsführer der BioBoden Genossenschaft. Sie kauft seit 2015 Anbauflächen und Höfe, um sie ausschließlich Biolandwirten zur Verfügung zu stellen. Inzwischen engagieren sich bereits rund 2.500 Genossen mit über 13 Millionen Euro Kapital für ökologische Bewirtschaftung.

Die GLS Bank und GLS Treuhand als Initiatoren und Gründungspartner aus der Naturkostbranche tragen zum Erfolg bei. So konnten mehr als 2.000 Hektar Land für über 20 Betriebe in der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland gesichert werden. Demeter wirkt beratend mit. „Kern des Wirtschaftens ist es, die Vielfalt – das Individuelle, die eigene Initiative – zu ermöglichen, immer vor dem Hintergrund, das Lebendige zu fördern“, unterstreicht GLS Bank Vorstandssprecher Thomas Jorberg. Dabei gehe es stets um den respektvollen Umgang mit der Erde, den Pflanzen, den Tieren und natürlich auch mit den Menschen.

Bei den biodynamischen Pionieren einer ganzheitlich-zukunftsorientierten Agrarkultur finden sich schon seit Jahrzehnten Ansätze für einen anderen Umgang mit dem nicht vermehrbaren Kapital Boden. Zentral dabei: Verbraucherinnen und Verbraucher können sich unmittelbar mit der Erzeugung verbinden, etwa durch Kuh-„Aktien“, Käse-Zins, Wirtschaftsgemeinschaften oder in Vereinen, die Grund und Boden übernehmen und den Anbauern für die Erzeugung gesunder Lebensmittel zur Verfügung stellen. Doch gefordert ist nicht zuletzt auch die Politik: „Der Schutz fruchtbarer Böden und der Zugang zu Land für ökologische Bewirtschaftung brauchen bessere Rahmenbedingungen. Die Abschaffung schädlicher Subventionen, ein europäischer Rahmen für den Bodenschutz sowie demokratisch erarbeitete Konzepte für die Landverteilung sind vonnöten“, fordert Antje Kölling von Demeter.

„Der Umgang mit Land entscheidet grundlegend darüber, welche Art von Landwirtschaft und welche Lebensmittel wir bekommen. Die aktuelle Entwicklung fördert einseitig industrielle Strukturen und Großbetriebe“, kritisieren Demeter, GLS Bank und BioBoden Genossenschaft. Höfe durch Vereine oder Bündnisse solidarischer Landwirtschaft in ein soziales Umfeld einzubinden und den Gemeingutcharakter der Landwirtschaft weiter zu entwickeln, sehen die drei Partner als einen guten Lösungsweg. Immerhin praktizieren bereits rund zehn Prozent der gut 1.450 biodynamischen Höfe in Deutschland solche Verbindungsmodelle. „Kreative Formen der Beteiligung haben das Potenzial, Landwirtschaft und Gesellschaft im gemeinsamen Ziel der Nachhaltigkeit zu verbinden. Wenn Bürger in die Ökoproduktion auf Höfen und Gärtnereien investieren, landwirtschaftliche Betriebe sich dafür öffnen, stärkt das Transparenz und Regionalität“, unterstreichen die Bündnispartner.

Pressekontakt
Demeter e.V., Renée Herrnkind, Telefon: +49 6441 8977127,
E-Mail: presse@demeter.de

BioBoden Genossenschaft, Christin Behm, +49 234 414702 05,
E-Mail: presse@bioboden.de

Über Demeter
Demeter steht für Produkte der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise. Diese älteste ökologische Form der Landbewirtschaftung geht auf Impulse von Rudolf Steiner zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts auch Waldorfpädagogik und anthroposophische Heilweise initiierte. In Deutschland wirtschaften knapp 1500 Landwirte mit über 73 300 Hektar Fläche biologisch-dynamisch. Zum Demeter e. V. gehören zudem etwa 330 Demeter-Hersteller und -Verarbeiter sowie Vertragspartner aus dem Naturkost- und Reformwaren-Großhandel.

Über die BioBoden Genossenschaft
Die BioBoden Genossenschaft eG erwirbt Boden für die Bio-Landwirtschaft, damit die Anbaufläche für Bio-Lebensmittel in Deutschland gesichert und vergrößert wird. Jeder kann Mitglied der Genossenschaft werden und sich für die Bio-Landwirtschaft engagieren. BioBoden arbeitet auf dem Fundament einer 50-jährigen Erfahrung ihrer Gründungspartner. Sie hat ihren Sitz in Rothenklempenow (Mecklenburg-Vorpommern) und ein Büro in Bochum.

Über die GLS Bank
Die GLS Bank bietet ihren Kunden alle Leistungen einer Hausbank, wie sozial-ökologisch sinnvolle Geldanlagen, Girokonto, Sparangebote, Zahlungsverkehr, Finanzierungen und Beteiligungen. Über ihre Partnereinrichtung GLS Treuhand ist auch der Bereich Stiften und Schenken abgedeckt. Die GLS Bank bietet ihren Kunden an, Mitglied und somit Eigentümer der Bank zu werden. Mit zielgerichtet sozial-ökologischen Investitionen und einer umfassenden Transparenz bietet sie ihren Mitgliedern und Kunden einen dreifachen Gewinn: menschlich, zukunftsweisend, ökonomisch.




„Die Maus“ wirbt künftig für gesunde Lebensmittel – foodwatch fordert Rechteinhaber anderer Comic-Helden wie „Biene Maja“, „Spongebob“ und Co auf, dem Beispiel zu folgen

Pressemitteilung – Kinderlebensmittel:

Berlin, 30. November 2016. „Die Maus“ kehrt ungesundem Essen den Rücken. Die Verbraucherorganisation foodwatch forderte nun andere Medienunternehmen auf, dem Beispiel der WDR mediagroup zu folgen. Wie der Rechteinhaber aus Köln heute bekannt gab, soll die Hauptfigur der beliebten Kinderserie „Die Sendung mit der Maus“ ab 2017 fast ausschließlich für Lebensmittel stehen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als gesund eingestuft werden. „Es ist gut, dass ein Kinderidol wie ‚die Maus‘ künftig für solche Produkte wirbt, die Eltern guten Gewissens kaufen können: Obst, Gemüse und Nüsse“, sagte Oliver Huizinga von foodwatch. „Endlich nimmt ein Medienunternehmen die Empfehlungen der WHO ernst. Andere Rechteinhaber müssen nun nachziehen! Comic-Helden wie ‚Spongebob‘, ‚Wickie‘ und ‚die Biene Maja‘ werben bislang hauptsächlich für Zuckerbomben.“

Nach wie vor wird die Bekanntheit vieler Kinderidole dazu benutzt, für zu süße, zu salzige und zu fettige Lebensmittel zu werben. foodwatch hat die entsprechenden Unternehmen schon mehrfach aufgefordert, diese Praxis zu beenden. Der Rechteinhaber Studio 100 (u.a. „Wickie“) gab zwar an, dass „die Biene Maja“ künftig auch für Obst und Gemüse werbe, gestattet den Gebrauch seiner Comicfiguren aber uneingeschränkt weiter für zuckrige Snacks und Getränke. Disney überarbeitet nach eigenen Angaben derzeit seine Lizenzkooperationen. Ähnlich äußerte sich der Konzern (u.a. „Micky Maus“) allerdings auch schon im Vorjahr. Nickelodeon („Spongebob“) vergibt Lizenzen unter anderem an Süßigkeiten- und Limonadenhersteller. Der Comic-Schwamm wirbt zur Weihnachtszeit außerdem für einen Adventskalender.

Auch „die Maus“ des WDR wirbt in Einzelfällen weiter für Süßigkeiten – Produkte, die für besondere Anlässe wie Weihnachten produziert werden, sollen von der neuen Regelung ausgenommen werden. Dennoch begrüßt foodwatch grundsätzlich das Vorgehen der WDR mediagroup. Bei mehreren Produkten (z.B. Brot) ließ der Rechteinhaber die Rezepturen ändern, andere Verträge wurden gekündigt oder sollen nicht verlängert werden (z.B. Kaubonbons). „Nicht nur die Lebensmittelhersteller haben eine Verantwortung für Übergewicht bei Kindern, sondern auch die Medienunternehmen, die ihre beliebten Comicfiguren für das Marketing ungesunder Produkte zur Verfügung stellen“, so Oliver Huizinga.

Studien haben gezeigt, dass die Werbung mit beliebten Comicfiguren vor allem bei kleinen Kindern verfängt: Sie greifen besonders gerne zu den so beworbenen Produkten. Die gezielte Werbung für ungesunde Kinderprodukte erschwere Eltern die ausgewogene Ernährung ihrer Kinder, so die Kritik von foodwatch. Zum einen setzt das aggressive Marketing gezielt auf den „Quengelfaktor“ der Kleinen im Supermarkt, zum anderen geben Kinder ihr Taschengeld gerne und besonders häufig für Snacks und Süßigkeiten aus.

15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von drei bis 17 Jahren gelten laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts als übergewichtig oder adipös, 6,3 Prozent aller untersuchten Kinder als fettleibig. Im Vergleich zu den 1980er- und 90er-Jahren hat der Anteil übergewichtiger Kinder damit um 50 Prozent zugenommen, der Anteil adipöser Kinder hat sich sogar verdoppelt.

Link:

E-Mail-Aktion von foodwatch gegen Junkfood-Werbung mit Comicfiguren: www.aktion-bienemaja.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:

– Pressemitteilung der WDR mediagroup: www.wdr-mediagroup.com/unternehmen/presse/aktuelles/
– Schriftwechsel mit Studio 100: www.tinyurl.com/h2htzz2
– Schriftwechsel mit Disney: www.tinyurl.com/hcypqrr
– Schriftwechsel mit Nickelodeon: www.tinyurl.com/jqq5jfp
– Infos zu den WHO-Nährwertprofilen: www.tinyurl.com/hcore63
– Studie zu Werbung mit Comicfiguren: Influence of Licensed Characters on children’s Taste and Snack Preferences (engl.): www.tinyurl.com/gqsmyaw
– Robert-Koch-Institut, KiGGS-Basiserhebung zu Übergewicht von Kindern: www.tinyurl.com/j3abz82

Pressekontakt:

foodwatch e.V.
Sylvie Ahrens
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90