Revision der EU-Öko-Verordnung | Politik darf Ökolandbau nicht in die Sackgasse führen!

PRESSEMITTEILUNG

Der ökologische Anbauverband Biokreis warnt vor einer Einführung von Grenzwerten für Bio-Produkte, wie sie ein Vorschlag der EU-Ratspräsidentschaft zur Revision der EU-Öko-Verordnung vorsieht. Am 30.11. wollen die Verhandler in einem open-end-Trilog so viele Änderungsvorschläge wie möglich abschließen und in der Folge eine neue Verordnung schmieden. Steht der Kompromiss, muss dieser danach von EU-Parlament und -Rat formal angenommen werden.
Zu den Änderungen an der bestehenden Verordnung gehört auch die Vorlage, dass Bio-Produkte nicht mehr nach dem Prozess, in dem sie hergestellt wurden, sondern nach ihrer Beschaffenheit definiert werden. Damit würde das Verursacherprinzip auf den Kopf gestellt. Denn eventuelle Verunreinigungen durch Pestizide stammen meist von konventionellen Feldern oder Rückständen bei der Verarbeitung. „Ausgerechnet Bio-Bauern, die mit ihrer Betriebsweise Böden, Wasser und Luft schützen, würden dafür büßen, was ihre konventionellen Kollegen verschulden“, sagt Gottfried Erves, bundespolitischer Sprecher des Biokreis, und fordert: „Die neue Öko-Verordnung darf nicht zur Bedrohung für den Ökolandbau werden.“

Bremse für Bio-Flow
Die Ablösung der Prozesskontrolle durch die Produktkontrolle ist ein völlig falscher Weg. Wenn ein Landwirt durch die konsequente Einhaltung der Bio-Richtlinien nicht mehr sichergehen kann, dass er am Ende ein ökologisches Produkt produziert hat, wird das wirtschaftliche Risiko für ihn zu groß. Denn höhere Produktionskosten müssen mit höheren Preisen ausgeglichen werden. Dieser Unsicherheitsfaktor könnte die aktuell positive Entwicklung des Ökolandbaus in Europa merklich bremsen − das wäre umso dramatischer, da sich die Nachfrage nach Bio-Produkten in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat. Außerdem kann aus der Bewertung des Endprodukts keine Aussage darüber gemacht werden, wie nachhaltig und artgerecht tatsächlich gewirtschaftet wurde. „An der Güte von Milch lässt sich nicht mit Sicherheit ablesen, ob es der Kuh wirklich gut geht“, sagt Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer.

Weiterentwicklung statt Bruch
Die politischen Rahmenbedingungen müssen zukünftig so gestaltet werden, dass sich der Ökolandbau bestmöglich entwickeln kann. Da sich die Prozesskontrolle in den vergangenen Jahren bewährt hat, sollte sie nicht abgeschafft, sondern weiterentwickelt werden. Wichtig wäre es, Importe aus dem Ausland besser zu kontrollieren und die Prozesskontrolle dahingehend zu optimieren. Enge, regionale und vertrauensvolle Netzwerke, wie sie der Biokreis seit seiner Gründung pflegt, sollten auf dem Markt durch sicheren und transparenten grenzüberschreitenden Handel komplementiert werden.

Die Defizite bei der Überwachung und sachgerechten Umsetzung der Kontrolle insbesondere in Drittländern, aber auch in der EU sind bekannt, insbesondere wenn es um Verdachtsfälle oder festgestellte Verstöße geht. Dies war einer der Hauptgründe für die Revision des Bio-Rechts. Die vom EP eingebrachte „Liste wichtiger Aufgaben zur Verbesserung der Umsetzung“ sollte in der Öko-Verordnung verankert werden.

Qualität vor Geschwindigkeit!
Nach fast drei Jahren Verhandlungen über ein neues Bio-Recht wollen die Verhandlungspartner bis zum 12.12. zu einem Abschluss kommen. Seit dem Wechsel der Verhandlungsführung im Sommer von den Niederlanden zur Slowakei ist Bewegung in die Sache gekommen. Die Bereitschaft zur Einigung ist bei allen Beteiligten gewachsen. Die Verhandlungen sind nach zwölf Trilog-Runden weit fortgeschritten. Ob eine Einigung gelingen wird, wird sich im Dezember entscheiden. Es gibt zwar deutliche Fortschritte bei den Regeln für Erzeugung und Verarbeitung sowie über die Struktur und die Ermächtigungen einer neuen EU-Öko-Verordnung. Allerdings sind auch noch viele wichtige Fragen offen. „Bei aller Eile muss weiter sorgfältig gearbeitet werden“, sind sich Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer und bundespolitischer Sprecher Gottfried Erves einig. „Wir Bio-Unternehmer brauchen praxistaugliche Regeln und Rechtssicherheit.“

Kontakt:
Ronja Zöls
Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
zoels@biokreis.de
Biokreis e.V.
Stelzlhof 1
94034 Passau
Tel: 0851/75650–0

Biokreis – Wir machen Bio lebendig! Rund 1200 Bio-Bauern und 150 Lebensmittel-Verarbeiter wirtschaften bundesweit nach unseren Richtlinien. Auch 200 Verbraucher gehören zu unseren Mitgliedern. Gemeinsam gestalten wir kreativ und konsequent ökologischen Landbau. Wir stehen seit 1979 für regionale, vertrauensvolle Netzwerke, Tierwohl, handwerkliche Lebensmittelverarbeitung und treten basisdemokratisch mit neuen Ideen, politischer Arbeit und wirksamer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere ganzheitliche Vorstellung von Ökolandbau sowie dessen Weiterentwicklung ein.




Frankreichs Supermärkte verbannen krebsverdächtige Mineralölverunreinigungen aus Lebensmitteln – foodwatch wirft deutschen Handelsketten Versagen beim Gesundheitsschutz vor

Pressemitteilung

Berlin/Paris, 29. November 2016. In Frankreich akzeptieren nahezu alle großen Handelsketten bei ihren Eigenmarken nur noch Lebensmittel ohne Mineralölverunreinigungen. Das gaben die Unternehmen E.Leclerc, Carrefour, Lidl, Intermarché, Casino und Système U gegenüber dem französischen Büro der Verbraucherorganisation foodwatch bekannt. Zusammen haben die Handelsketten einen Marktanteil von mehr als 84 Prozent.

„Die französischen Supermarkt-Ketten nehmen die Gefahr durch Mineralöle in Lebensmitteln endlich ernst. Umso unverständlicher ist es, dass die meisten Handelskonzerne in Deutschland trotz ihrer massiven Marktmacht ihren Lieferanten keine klaren Vorgaben machen“, erklärte Johannes Heeg von der Verbraucherorganisation foodwatch.

Alle Lebensmittel, die als Eigenmarken von den sechs französischen Handelsketten verkauft werden, müssen künftig frei von den krebsverdächtigen aromatischen Mineralölen (MOAH) sein. Bei den gesättigten Mineralölen (MOSH) gilt ein strenger Grenzwert von 2 mg/kg. Die zweitgrößte Handelskette E.Leclerc kündigte sogar an, dass sich auch Hersteller von Markenprodukten an diese Vorgaben halten müssen. Sowohl die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) als auch das zuständige deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verweisen auf das krebserregende und erbgutschädigende Potenzial aromatischer Mineralöle (MOAH). Gesättigte Mineralöle (MOSH) können sich im Körper anreichern und die Organe schädigen.

Unter den großen Einzelhandelsketten in Deutschland verlangen bislang lediglich Aldi Süd, Lidl und Kaufland die Einhaltung konkreter Höchstwerte für Mineralölverunreinigungen in Lebensmitteln. Edeka und Metro verfolgen zwar eigene Minimierungsstrategien, machen allerdings keine konkreten Vorgaben für Grenzwerte. Rewe reagierte auf Anfragen von foodwatch überhaupt nicht. „Die meisten deutschen Handelsketten verharmlosen die Gefahr durch Mineralöle in Lebensmitteln. Bundesernährungsminister Christian Schmidt muss per Gesetz dafür sorgen, dass alle Verbraucherinnen und Verbraucher vor gesundheitsgefährdenden Mineralölen geschützt werden“, sagte Johannes Heeg.

foodwatch fordert eine Mineralölverordnung, die die Hersteller dazu verpflichtet, bei Kartonverpackungen sogenannte funktionelle Barrieren einzusetzen: Mit einem geeigneten Innenbeutel oder einer Beschichtung der Verpackung wird der Übergang von Mineralölen und hunderten weiteren gesundheitsgefährdenden Chemikalien auf die Lebensmittel verhindert. Zudem verlangt die Verbraucherorganisation strikte Höchstwerte für Mineralöle in den Lebensmitteln selbst. Für die besonders kritischen aromatischen Mineralöle (MOAH) müsse eine Null-Toleranz gelten. Nur so würden die Hersteller dafür sorgen, dass auch aus anderen Quellen, wie Produktionsmaschinen und Transport-Umverpackungen, kein Mineralöl in Lebensmittel gelangt.

Immer wieder werden in Tests Mineralöle in Lebensmitteln gefunden. Zuletzt fand sie das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Schokoladen-Adventskalendern, das Magazin Öko-Test wies sie in Donuts nach und foodwatch unter anderem in Lindt-Pralinen und dem Kinder-Riegel von Ferrero. In den Jahren 2011 bis 2015 war jedes vierte bei amtlichen Kontrollen getestete Lebensmittel mit krebsverdächtigen Mineralölen (MOAH) belastet.

Link:

– E-Mail-Aktion für einen besseren Schutz vor Mineralöl in Lebensmitteln: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:

– Pressemitteilung von foodwatch Frankreich inklusive Schriftwechsel mit den Handelsketten: www.tinyurl.com/z66g9hv
– Pressemitteilung von foodwatch Deutschland: Lidl und Kaufland verlangen von Lieferanten saubere Lebensmittel: www.tinyurl.com/jmpabtv
– Netto Markendiscount stoppt Verkauf von Adventskalender: www.tinyurl.com/hzzzeqo
– LGL zur Adventskalender-Untersuchung: www.tinyurl.com/zglqwtd
– Behörden-Messergebnisse zu Mineralölen in Lebensmitteln: www.foodwatch.org/uploads/media/2016-07-28_Auswertung_foodwatch_VIG_final_01.pdf
– foodwatch-Hintergrundpapier Mineralöl: www.mineraloel-hintergrund.foodwatch.de
– Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Mineralöl: www.tinyurl.com/ovgvtkz
– EFSA Scientific Opinion: www.tinyurl.com/p9kausf

Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Dario Sarmadi
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




Rollt bei uns: Menschen mit Behinderung übernehmen die taz

Pressemeldung

Berlin, 28. November 2016
Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung wird die Freitagsausgabe der taz am 2. Dezember 2016 das Ergebnis einer Freundlichen Übernahme sein: taz.mit behinderung. In der taz am Kiosk, in Ihren Briefkästen und auf taz.de erzählen Autor_innen von sich. Davon, dass sie nicht „an den Rollstuhl gefesselt sind“ oder „an ihrem schweren Schicksal leiden“. Davon, wie es ihnen im Alltag und im Beruf ergeht.

Was macht das etwa mit einer Partnerschaft, wenn eine Person plötzlich mit einer Behinderung leben muss? Gibt es behinderte Menschen in Märchen? Und wollen Blinde wirklich ungefragt angefasst und über die Straße begleitet werden? Fragen, die in der taz.mit behinderung beantwortet werden. Katrin Gottschalk, stellvertretende Chefredakteurin der taz, freut sich auf die Produktion: „Diese taz.mit behinderung ist inmitten der Debatten um das Bundesteilhabegesetz ein wichtiges Signal. Und noch dazu ein ganz umwerfendes. Manches Bild hat mich die Zeit vergessen lassen und mancher Text den Horizont regelrecht gesprengt.“

Koordiniert wird die Übernahme von Leidmedien.de, einem Projekt der Berliner Sozialhelden. Das Onlineportal für Journalist_innen bietet seit vier Jahren Tipps für klischeefreie Sprache – und kritisiert wie viele Aktivist_innengruppen das in diesem Jahr in Kraft getretene Behindertengleichstellungsgesetz. Das Gesetz soll Barrierefreiheit in allen Bereichen garantieren, gilt aber leider nur für Bundesbehörden und Ämter und nicht für die private Wirtschaft: also nicht im Kino, Café, in Geschäften. Da, wo sich das alltägliche Leben abspielt, gibt es keinerlei Verpflichtung, Barrieren abzubauen. Auch davon berichtet die taz.mit behinderung.

Die Chefredaktion dieser Ausgabe übernehmen Judyta Smykowski, taz-Kolumnistin und freie Autorin und Christian Specht. Specht ist der taz seit 1987 verbunden. In seiner Bildkolumne „Der Specht der Woche“ beschäftigt er sich immer wieder mit dem Leben mit Behinderung. Gerade kandidiert er für den Vorstand der Lebenshilfe Berlin. Smykowski ist Redakteurin bei Leidmedien.de. Sie studierte an der Universität der Künste in Berlin Kulturjournalismus und arbeitet mittlerweile bei den Sozialhelden Berlin. Für die taz schreibt sie alle drei Wochen die Kolumne „Rollt bei mir“.

Am 1. Dezember um 19.30 Uhr wird Judyta Smykowski im taz Café auf einem Podium sitzen zur Frage „Wann sind wir eine Nachricht wert?“ Die taz diskutiert mit Aktivist_innen mit Behinderungen und Medienmacher_innen (noch) ohne Behinderungen zu dem Thema. Mit dabei ist auch die Bloggerin und Aktivistin Ninia La Grande. Im Laufe des Abends erwarten wir die druckfrische Ausgabe der taz.mit behinderung.

Kontakt:
Anja Mierel
am@taz.de
030-259 02 137.




Mehr als schön: Gewinner des Bundespreises Ecodesign stehen fest

gemeinsame Pressemeldung

Bundesumweltministerium (BMUB) und Umweltbundesamt (UBA) zeichnen zum fünften Mal Produkte mit ökologischem Design aus

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA), Maria Krautzberger ehrten heute die acht Gewinnerprojekte des Bundespreises Ecodesign 2016. Ausgezeichnet wurden u.a. langlebige und kreislauffähige Textilien, energiesparende Lösungen für Mobilität und Gebäude, eine nahezu emissionsfreie Holzheizung und ein Nachwuchskonzept zur Beseitigung von Plastikpartikeln aus den Ozeanen.

Über 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Designbranche feierten in den Lichthöfen des Bundesumweltministeriums. In ihrer Ansprache betonte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Relevanz ressourcenschonenden Konsumverhaltens: „Mit ökologischen Kaufentscheidungen können wir die Umweltbelastung maßgeblich verringern. Unser Ziel ist es, den nachhaltigen Konsum aus der Nische rauszuholen. Ökologische Produkte müssen Teil der alltäglichen Kaufentscheidung werden. Damit dies gelingt, müssen Produkte und Dienstleistungen nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ein Hingucker sein. Der Bundespreis Ecodesign hilft uns hierbei. Die über 350 Einreichungen in diesem Jahr zeigen eindrucksvoll, dass ökologische und soziale Aspekte beim Produktdesign alltäglicher werden. Ob kühlende Autolacke, extraleichte Flugzeugbauteile oder Ressourcenschutz in der Modebranche, es tun sich immer mehr Tätigkeitsfelder für die ökologischen Produkt- und Dienstleistungsgestaltung auf.“

Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes, nutzte in ihrer Rede die prämierten Arbeiten, um anschaulich auf die Chancen des Designs zur Ressourcenschonung aufmerksam zu machen: „Design kann, Design muss heute mehr als nur funktional und schön sein. Designerinnen und Designer gestalten durch Produkte und Dienstleistungen unser tägliches Lebensumfeld. Doch noch immer verursachen Produkte zu viele Umweltprobleme. Die meisten ließen sich bereits im Designprozess vermeiden. Ich freue mich sehr, dass das Problembewusstsein der Designszene hier weiter wächst.“

Das Bundesumweltministerium und das UBA zeichnen seit 2012 mit dem Bundespreis Ecodesign Produkte, Dienstleistungen und Konzepte aus, die sowohl ökologisch als auch ästhetisch überzeugen. Der Preis richtet sich an Unternehmen aller Branchen und Größen. Startups oder Marktführer, lokale Anbieter oder Global Player sind genauso angesprochen, wie Designbüros und Marketingagenturen, Architektur- oder Ingenieurbüros. Der Preis wird jährlich in Kooperation mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin (IDZ) ausgelobt. Die ausgezeichneten Projekte werden in einer Wanderausstellung präsentiert, die 2017 an unterschiedlichen Orten im Bundesgebiet gezeigt wird. Am 16. Januar 2017 wird der Bundespreis Ecodesign zum sechsten Mal ausgeschrieben.

Preisträger 2016:
Kategorie Produkt:
· Cool Coatings, BASF Coatings Division. Der Automobillack „Cool Coatings“ sorgt durch seine reflektierenden Eigenschaften für eine Temperatursenkung auf der Karosserie und im Innenraum.
· Climatex Collection, Climatex AG. Die klimatisierenden Textilien der „Climatex Collection“ für die Anwendungsbereiche Gesundheit, Interieur, Mode oder Transport sind kreislauffähig und cradle to cradle zertifiziert.
· ALL WEATHER COAT, QWSTION international GmbH und development never stops llc. Der Mantel besteht aus 100 % Biobaumwolle und ist ohne den Einsatz chemischer Substanzen wasserabweisend und atmungsaktiv.
· Hackgutvergaser PuroWIN, Windhager Zentralheizung GmbH. Der Hackgutvergaser „PuroWIN“ ermöglicht ein beinahe emissionsloses Heizen mit Hackgut.

Kategorie Konzept:
· Bionische Trennwand, Airbus Operations GmbH. Die Bionische Trennwand für Flugzeuge führt durch eine Gewichtsreduktion von 45 % zu einer jährlichen Ersparnis von 10 Tonnen CO2 pro Flugzeug.

Kategorie Nachwuchs:
· Breathing Skins, Tobias Becker, Universität Stuttgart. Die Fassadentechnologie „Breathing Skins“ steuert durch eine „atmende“ Hülle den Durchlass von Luft, Licht, Schall und Wärme und senkt so den energetischen Bedarf von Gebäuden.
· Pacific Garbage Screening, Marcella Hansch, RWTH Aachen. Die schwimmende Plattform „Pacific Garbage Screening“ sammelt Plastikmüll aus den Ozeanen ohne den Beifang von Meeresorganismen.
· Sustainability and other stories, Mayya Saliba, ESMOD Berlin. Die Fallstudie und Kollektion „Sustainability and other stories“ schlägt ein Modell mit kreislauffähigen Textilien für die Fast-Fashion Industrie vor.

Jury:
Werner Aisslinger (Produktdesigner)
Prof. Anna Berkenbusch (Kommunikationsdesignerin, Professorin an der Kunsthochschule Halle)
Andreas Detzel (Umweltexperte am ifeu Heidelberg)
Prof. Matthias Held (Produktdesigner, Professor an der HfG Schwäbisch Gmünd)
Dr. Thomas Holzmann (Vizepräsident des UBA)
Prof. em. Günter Horntrich (Produktdesigner, em. Professor für Design und Ökologie an der KISD)
Dr. Claudia Perren (Architektin, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau)
Rita Schwarzelühr-Sutter (Parlamentarische Staatssekretärin im BMUB)
Prof. Friederike von Wedel-Parlow (Modedesignerin, Gründerin Beneficial Design Institute)

Weitere Informationen über die Preisträger, Nominierten sowie die Jury unter:
bundespreis-ecodesign.de/de/wettbewerb/2016

Anfragen für Bildmaterial an: presse@bundespreis-ecodesign.de

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Büro Bundespreis Ecodesign
IDZ | Internationales Design Zentrum Berlin e. V.
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Notfallpädagogik gegen die Verzweiflung – Unvorstellbare Zerstörung nach dem stärksten Hurrikan seit 9 Jahren

Karlsruhe, 19.11.2016
Wenige Wochen nach dem verheerenden Hurrikan Matthew reiste am 29. Oktober ein Team der Notfallpädagogik der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners nach Haiti. Maximale Windgeschwindigkeiten und sintflutartige Starkregen hatten ganze Landstriche des bitterarmen Landes verwüstet, Bäume wurden entwurzelt und Häuser zerstört. Mit Unterstützung von Aktion Deutschland Hilft, weiteren Spendern und in Kooperation mit lokalen Partnerorganisationen konnte ein zehnköpfiges Team zwei Wochen vor Ort mit Lehrern und Kindern arbeiten.

Bereits am 12. Januar 2010 wurde der verarmte Inselstaat durch ein Erdbeben der Stufe 7 getroffen. Viele haben die Erinnerungen an diese Katastrophe auch nach 6 Jahren nur unzureichend verarbeitet und leiden immer noch unter den Folgen. Nun wurden die seelischen Wunden durch den Sturm erneut aufgerissen, die Menschen wurden retraumatisiert. Hinzu kommen weitere Probleme durch die Zerstörung der Landwirtschaft und der Natur für die Menschen. Viele Bauern haben ihre Ernte und somit die einzige Einkommensquelle verloren und wissen nun nicht, wie es weitergehen soll. Zur Bewältigung dieser Erlebnisse und zur Stabilisierung der Betroffenen ist die psycho-soziale Unterstützung unerlässlich.

Auf zum Teil abenteuerlichen Routen erreichten unsere Ehrenamtlichen Mitarbeiter auch jene entlegenen Gebiete, die besonders hart vom Wirbelsturm getroffen wurden. Notfallpädagogische Seminare in Schulen, die momentan als Notunterkünfte fungieren, vermittelten den Lehrern traumapädagogisches Grundwissen und notfallpädagogische Methoden. Die Angebote für Kinder und Jugendliche geben diesen Sicherheit, Struktur und Kontinuität und ermöglichen ihnen den Aufbau neuen Vertrauens in sich und die Umwelt. Auch den Lehrern hilft die Arbeit; sie berichten von wiedererlangter Energie und frischen Ideen für den Schulalltag als auch im Umgang mit traumatisierten Kindern.

Neben pädagogischer Erster Hilfe brachte das Team auch medizinische Versorgung nach Haiti: Kontrolluntersuchungen, Wundversorgung und chronische Schmerzen mussten behandelt werden. Auch Einzelbetreuungen für auffallend stark Betroffene wurden durch den Einsatz möglich. Eines dieser besonders traumatisierten Kinder ist der 13-jährige Ed: Sein Sehvermögen beträgt lediglich 5%, er hat eine Kieferfehlstellung und eine operierte Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Beim Erdbeben 2010 verlor er seine Mutter. Er lebt nun notgedrungen bei Verwandten, die mit der Betreuung des behinderten Jungen überfordert sind und ihn mehr schlecht als recht versorgen. Ed spricht kaum, mit Erwachsenen hat er seit dem Hurrikan kein Wort mehr gewechselt. Zudem konnte er durch den traumatischen Stress kaum mehr schlafen. Nach einer Massage durch unsere Notfallpädagogin konnte er endlich Entspannung finden und anschließend einige Stunden schlafen. Durch die Zuwendung und notfallpädagogische Übungen sprach er nach 5 Tagen erstmals seit dem Sturm wieder.

Manchmal reichen aber auch einfach Aufmerksamkeit oder kleine Beschäftigungen, die die Kinder Selbstwirksamkeit erleben lassen. So kann bereits die Initialzündung zur Aktivierung ihrer Selbstheilungskräfte gegeben werden.

Kontakt
Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.
Neisser Str. 10
D-76139 Karlsruhe
www.freunde-waldorf.de
Tel: +49 (0)721 354806-144
Fax: +49 (0)721 354806-180
notfallpaedagogik@freunde-waldorf.de
Um Einsätze wie diesen finanzieren zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Jeder Beitrag hilft uns, Kinder in Not zu unterstützen.

Spendenkonto:
GLS Bank Bochum BLZ 430 609 67
Konto 800 800 700
IBAN DE06 4306 0967 0800 8007 00
BIC GENODEM1GLS
Stichwort „Notfallpädagogik“

Kontakt Presse:
Reta Lüscher-Rieger
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Notfallpädagogik
Tel.: 0721-354806 140
Fax: 0721-354806 180
E-Mail: r.luescher-rieger @freunde-waldorf.de
Webseite: www.freunde-waldorf.de

Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. fördern weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens. Seit 1971 setzen sie sich für die Waldorfpädagogik und für Freiheit im Bildungswesen ein. Seit 1993 organisiert und betreut das Büro in Karlsruhe internationale Freiwilligendienste in aller Welt und ermöglichte bislang über 20.000 Menschen einen sozialen Dienst in über 350 Projekten in mehr als 60 Ländern. Zurzeit nehmen jährlich fast 2.000 junge Menschen an den Programmen teil. Seit Sommer 2011 können Interessierte über den Verein auch einen 12-monatigen Freiwilligendienst in anthroposophischen Einrichtungen in Deutschland leisten. Seit 2006 sind die Freunde der Erziehungskunst im Bereich „Notfallpädagogik“ tätig. In Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen und Naturkatastrophen arbeiteten sie bislang mit psychotraumatisierten Kindern und Jugendlichen im Libanon (2006), China (2008 und 2013), Indonesien (2009), Haiti (2010), Kirgisistan (2010), Japan (2011) und Kenia (2012 – 2013), Bosnien und Herzegowina (2014), Griechenland (2015), Slowenien (2015), Nepal (2015-2016), Ecuador (2016), Gaza (2009 – 2016), Philippinen (2013-2016), Kurdistan-Irak (2013-2016).




Netto Markendiscount stoppt Verkauf von mineralölbelastetem Adventskalender

Pressemitteilung

– foodwatch fordert öffentlichen Rückruf – stiller Rückruf nicht ausreichend
– Mineralölverunreinigung war Netto-Kooperationspartner WWF schon länger bekannt
– Gesetzgeber darf Lebensmittelsicherheit nicht den Unternehmen überlassen

Berlin, 25. November 2016. Netto Markendiscount hat den Verkauf seines mineralölbelasteten Schokoladen-Adventskalenders gestoppt. Das bestätigten Mitarbeiter des Lebensmittelhändlers am Freitag gegenüber der Verbraucherorganisation foodwatch. Am Mittwoch waren auf Antrag von foodwatch Untersuchungsergebnisse des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bekannt geworden, denen zufolge der Kalender „Santa Claus in town“, von Netto Markendiscount in Kooperation mit der Umweltorganisation WWF angeboten, mit aromatischen Mineralölen (MOAH) verunreinigt ist. MOAH gelten als potenziell krebserregend und erbgutschädigend.

foodwatch forderte den Lebensmitteldiscounter auf, nicht nur einen „stillen“ Rückruf – also einen Verkaufsstopp – zu veranlassen, sondern einen öffentlichen Rückruf. Das Handelsunternehmen Norma hat zwei ebenfalls belastete Adventskalender der Firma Rübezahl bereits am Mittwoch öffentlich zurückgerufen. „Es ist die Verantwortung von Netto Markendiscount, jetzt auch all diejenigen zu informieren, die das belastete Produkt bereits gekauft haben. Kein Kind sollte diese Schokolade verzehren“, sagte Johannes Heeg von foodwatch.

Die Belastung war zudem schon länger bekannt als bisher angenommen. Nach eigenen Angaben hatte WWF Anfang November einen Adventskalender von Netto Markendiscount im Labor analysieren lassen – auch hierbei wurden aromatische Mineralöle nachgewiesen. Der Prüfbericht des Labors trägt das Datum 14.11. – weder der WWF noch Netto Markendiscount machten die Ergebnisse zunächst jedoch publik, das Handelsunternehmen beließ den Adventskalender im Sortiment. Auch der WWF forderte offenbar keinen Rückruf sondern ließ es zu, dass der belastete Adventskalender mit aufgedrucktem WWF-Logo weiterhin an Kinder bzw. Eltern verkauft wurde. Erst nachdem die Belastung neun Tage später, am 23.11., durch die von foodwatch beantragte Veröffentlichung des bayerischen Landesamts ohnehin publik wurde, informierte der WWF über die eigene Messung. Er erklärte am 23.11. zudem, kein Geld aus dem Erlös der Kalender von Netto Markendiscount annehmen zu wollen. Ursprünglich war geplant, dass der WWF je verkauften Kalender einen Euro für Artenschutzprojekte erhalten sollte.

Der Fall Netto Markendiscount zeigt aus Sicht von foodwatch beispielhaft, dass der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor Mineralölen in Lebensmitteln nicht den Unternehmen überlassen werden darf:

– Das Mineralölproblem war lange bekannt: Bereits 2015 hatte Netto Markendiscount den Messungen des bayerischen LGL zufolge einen MOAH-belasteten Adventskalender im Verkauf. Damals klagte das Unternehmen sogar gegen die Veröffentlichung der Behördendaten vor Weihnachten, verlor jedoch in zwei Instanzen.
– 2016 bringt Netto Markendiscount dennoch erneut einen MOAH-belasteten Kalender in den Handel. Nach Darstellung des WWF gab es zwar Anstrengungen zur Vermeidung von Mineralöl, etwa durch eine sorgfältige Auswahl der Verpackungsmaterialien – diese betrafen aber offenkundig nicht alle möglichen Mineralölquellen und konnten die MOAH-Verunreinigung der Schokolade nicht verhindern.
– Am 14.11. stellt das renommierte Berliner Institut Kirchhoff den Prüfbericht für eine vom WWF beauftragte Analyse aus. Sie zeigt, dass der Kalender von Netto-Markendiscount erneut mit MOAH belastet ist.
– Am 23.11. veröffentlicht das LGL auf Antrag von foodwatch entsprechende Untersuchungsergebnisse. Nun macht auch der WWF seinen Prüfbericht publik. Der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft BLL erklärt am selben Tag, dass ein Rückruf nicht erforderlich sei. Netto-Konkurrent Norma bewertet dies offenbar anders und ruft die von ihm vertriebenen, MOAH-belastete Schokoladenkalender öffentlich zurück – Netto Markendiscount zunächst nicht.

„Messdaten werden gar nicht erst publik oder erst spät, belastete Produkte kommen dennoch in den Handel, der Branchenverband wehrt sich mit Händen und Füßen gegen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit: Es gibt kaum einen Fall, in dem die Notwendigkeit regulativer Maßnahmen so offensichtlich ist wie bei der Mineralölproblematik in der Lebensmittelwirtschaft“, erklärte Johannes Heeg. „Bundesernährungsminister Christian Schmidt hat es in der Hand, per Verordnung sichere Grenzwerte festzulegen. Es gibt keinen guten Grund, dies weiterhin zu unterlassen.“

Erneut kritisierte foodwatch die Verharmlosungen der Gesundheitsgefährdung durch aromatische Mineralöle. Eine Verunreinigung mit MOAH sei selbst in geringer Konzentration gerade nicht „unbedenklich“. Eine solche Aussage widerspricht nach Auffassung von foodwatch dem Stand der Wissenschaft, der zufolge selbst Spuren aromatischer Mineralöle potenziell krebserregend und erbgutschädigend sind. So verweist die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA darauf, dass solange aromatische Mineralöle – gleich in welcher Konzentration – in einem Lebensmittel vorhanden sind, immer von einem erbgutverändernden Potenzial ausgegangen werden muss („All MOH mixtures are mutagenic unless they are treated specifically to remove MOAH“).

Link:

– E-Mail-Aktion für einen besseren Schutz vor Mineralöl in Lebensmitteln: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:

– LGL zur Adventskalender-Untersuchung: www.tinyurl.com/zglqwtd
– WWF zur Belastung des Netto-Markendiscount-Adventskalenders: www.wwf.de/netto-adventskalender/
– Prüfbericht der vom WWF beauftragten Laboranalyse: www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Netto-Adventskalender-Laboranalyse-Institut-Kirchhoff.pdf
– foodwatch-Hintergrundpapier Mineralöl: www.mineraloel-hintergrund.foodwatch.de
– Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Mineralöl: www.tinyurl.com/ovgvtkz
– EFSA Scientific Opinion: www.tinyurl.com/p9kausf

Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Martin Rücker
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




Freihandel: Rindfleischerzeugung in Deutschland und Europa schutzlos ausgeliefert

Pressemitteilung

Berlin, 18. November 2016:
Die EU hat in einer Studie die wirtschaftlichen Auswirkungen von zwölf geplanten Handelsabkommen auf den Agrar- und Lebensmittelsektor untersucht. Verlierer sind demnach u.a. Unternehmen aus den Bereichen Schaf-, Rindfleisch, Geflügel, Reis und Zucker – hier würde sich die europäische Handelsbilanz deutlich verschlechtern. Die Wirtschaftsinitiative KMU gegen TTIP kritisiert außerdem, dass die Studie nur den Abbau von Zöllen untersucht. Welche Qualität unsere Landwirtschaft in Zukunft habe, entscheide sich aber gerade bei den verhandelten Verbraucher- und Umweltschutzstandards.

„Die Studie zeigt, dass ganze Sektoren, wie die europäische Rindfleischproduktion, durch den Freihandel benachteiligt werden“, so Gottfried Härle, Inhaber der Brauerei Clemens Härle und Mitinitiator von KMU gegen TTIP. Negativ zu Buche schlagen hier vor allem die geplanten Abkommen mit Südamerika und Australien. Die Einfuhr von Rindfleisch in die EU könnte um bis zu 356.000 Tonnen zunehmen. Der Preisdruck auf die Rinderhalter wird durch die erwartete Wachstumsrate von 0,7 Prozent bei den Milchproduzenten sogar noch zunehmen: Da zwei Drittel der europäischen Rindfleischproduktion von Milchkühen stammt, müsse je nach Szenario mit einem Preisverfall zwischen 8 und 16 Prozent gerechnet werden.

Weitere Verlierer der Freihandelsabkommen sind der Studie zufolge Reis (-2% europäische Produktion), Geflügel (-1,3%) und Zucker (-1%). „Das steht im scharfen Kontrast zur Darstellung der Kommission, die in der Studie ein „allgemein positives Bild“ sieht – besonders, da die traditionell mediterranen Produkte Obst und Gemüse, Olivenöl und Wein und verarbeitete Lebensmittel in der Studie nicht analysiert wurden“, so Härle. Ganze 70 Prozent des europäischen Lebensmittel-Exports bleiben damit durch die Studie unkommentiert.

Härle kritisiert vor allem, dass die Studie ausschließlich die Auswirkungen des Abbaus von Zöllen auf den Handel untersucht. Dabei stehen bei Abkommen wie CETA und TTIP auch Verbraucher- und Umweltstandards zur Verhandlung. „Gerade bei diesen nichttarifären Bestimmungen entscheidet sich, welche Qualität wir in Zukunft in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion haben wollen“, so Härle.

Untersucht hat die Studie die Auswirkungen der Abkommen mit der Türkei und Mexiko (bestehende Abkommen), mit Kanada (CETA) und Vietnam (Verhandlungen abgeschlossene, aber noch nicht vollständig in Kraft), mit den USA (TTIP), den südamerikanischen Mercosurländern, Japan, Thailand, Indonesien, den Philippinen (Abkommen in Verhandlung) und mit Australien und Neuseeland (Abkommen geplant).

Über KMU gegen TTIP

Die Wirtschaftsinitiative „Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gegen TTIP“ wurde im Herbst 2015 von fünf Unternehmen aus unterschiedlichen Bundesländern gegründet, schnell schlossen sich mehr als 2.500 Unternehmen dem Aufruf an. Die Arbeitsgemeinschaft möchte zu einer differenzierten Diskussion um CETA, TTIP und TiSA beitragen und kritischen Stimmen aus den Reihen der Wirtschaft Gehör verschaffen.

In der Reihe TTIP in der Diskussion ist bisher erschienen:

– TTIP und Maschinenbau/Elektronikindustrie (www.kmu-gegen-ttip.de/content/download/1616/40948/file/160204_Pressemitteilung_KMU_gegen_TTIP_Factsheet%20Maschinenbau.pdf)
– TTIP und Handwerk (www.kmu-gegen-ttip.de/content/download/1629/40989/file/160608_Faktenblatt_TTIP_in_der_Diskussion_Handwerk.pdf)
– TTIP und Gesundheitswesen/Pharma (www.kmu-gegen-ttip.de/content/download/1633/41001/file/160713_TTIP_in_der_Diskussion_PharmaGesundheitswesen.pdf)
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.kmu-gegen-ttip.de.

Kontakt

Arbeitsgemeinschaft „KMU gegen TTIP DE“ // info@kmu-gegen-ttip.de
facebook.com/KMUgegenTTIP // twitter.com/KMUgegenTTIP_DE

Pressekontakt

Kai Weller, Agentur Ahnen&Enkel
Mail: weller@ahnenenkel.com
Mobil: 0176 24569084




Eiterfelder Bürger besichtigen Windpark-Baustelle

• Mehr als 120 Bürger besuchen den Windpark
• Projektierer und Betreiber informieren über das Projekt in Eiterfeld-Buchenau
• Windpark erzeugt klimafreundlichen Strom für 27.000 Personen

(Wiesbaden/Eiterfeld, 18. November 2016) Trotz ungemütlichen Wetters fanden sich am gestrigen Donnerstagnachmittag rund 120 Bürgerinnen und Bürger im Windpark Eiterfeld-Buchenau ein. Sie waren der Einladung von ABO Wind und Trianel Erneuerbare Energien gefolgt, die Baustelle des Windparks zu besichtigen. Die fünf Windenergieanlagen des Typs Vestas V126 haben eine Gesamthöhe von 200 Metern und eine Nennleistung von je 3,45 Megawatt. „Wir haben diesen Anlagentyp gewählt, da er am besten zum Standort hier passt“, erklärte ABO Wind-Projektleiter Michael Haag. „Je größer der Rotor, desto mehr Strom kann die Anlage erzeugen.“ Die Anlagen in Eiterfeld-Buchenau werden jährlich rund 46 Millionen Kilowattstunden produzieren. So viel verbrauchen rund 27.000 Personen in ihren Häusern und Wohnungen. Die Anlagen vermeiden den Ausstoß von jährlich 35.000 Tonnen Kohlendioxid und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.

Die Besucher hatten viele Fragen zum neuen Windpark, zum Beispiel zum Genehmigungsverfahren, den nötigen Rodungen, der Windkrafttechnik und dem Innenleben der Anlage. Auch für den künftigen Betreiber, Trianel Erneuerbare Energien, interessierten sich die Bürger. „Wir sind eine kommunale Kooperation von 38 Stadtwerken aus Deutschland, die sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien engagieren“, erläuterte Pressesprecher Maik Hünefeld. „So investieren wir gemeinschaftlich mit Stadtwerken in Projekte wie den Windpark Eiterfeld-Buchenau, aber auch in große PV-Freiflächenanlagen.“

Beeindruckt zeigten sich viele Besucher von den Dimensionen der Windkraftanlage und der Menge der verbauten Materialien. ABO Wind-Bauleiter Patrick Weber beschrieb die Baumaßnahmen, die vor Errichtung der Anlagen nötig sind: „Im Februar haben wir mit den Rodungen begonnen, dann die Zuwegung und Kranstellflächen fertiggestellt sowie die Kabeltrasse verlegt. Der Strom wird später über das Umspannwerk Arzell eingespeist.“ Drei der fünf Anlagen sind bereits errichtet, Ende des Jahres wird der Windpark in Betrieb gehen.

Bildinformation: Projektleiter Michael Haag berichtet von der Planung des Windparks.

Pressekontakt
Lena Fritsche
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

ABO Wind AG
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Mobil: 0152 567 11 617
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Antrag bewilligt: Bayerische Behörde veröffentlicht Mineralöl-Tests für Adventskalender – foodwatch fordert bundesweit Transparenz über amtliche Analysen von Weihnachtsprodukten

Pressemitteilung

Berlin, 22. November 2016. Die Ergebnisse amtlicher Schokoladen-Adventskalender-Tests sollen veröffentlicht werden. Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat einem Antrag der Verbraucherorganisation foodwatch stattgegeben und angekündigt, die Analysen an diesem Mittwoch (23. November) auf seiner Internetseite unter lgl.bayern.de publik zu machen. Die Behörde hat nach eigenen Angaben fünf Schokoladen-Adventskalender auf Verunreinigungen mit Mineralölen untersucht. In den vergangenen Jahren waren gesundheitsrelevante, amtliche Testergebnisse entweder unter Verschluss gehalten oder erst kurz vor Weihnachten veröffentlicht worden, als der Großteil der Schokolade bereits verzehrt war. Formale Antragsverfahren sowie Gerichtsverfahren über mehrere Instanzen waren erforderlich, um die Nennung belasteter Produkte durchzusetzen.

foodwatch forderte die Lebensmittelbehörden in Bund und Ländern auf, alle ihnen bekannten Laborbefunde zu Weihnachtsprodukten unverzüglich publik zu machen. „Es muss endlich selbstverständlich werden, dass die Behörden gesundheitsrelevante Informationen über Lebensmittel von sich aus und ohne Zeitverzug öffentlich machen – das ist bis heute leider nicht der Fall“, sagte Johannes Heeg von foodwatch. „Alle bisherigen Bundesverbraucherminister haben es versäumt, gesetzlich eine aktive Veröffentlichung solcher Daten durch die Behörden zur Regel zu machen.“

Im vergangenen Jahr hatte foodwatch Bayern erst mit formlosen Anfragen an das LGL und das Verbraucherschutzministerium des Freistaats, dann mit einem förmlichen Antrag unter Berufung auf das Verbraucherinformationsgesetz zur Nennung der Analyseergebnisse bei Adventskalendern aufgefordert. Schließlich hatte Netto-Markendiscount, der 2015 einen belasteten Adventskalender vertrieben hatte, gegen die öffentliche Nennung geklagt – in zwei Instanzen jedoch verloren, abschließend vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (Az.: 20 CS 15.2677). Durch die unnötigen Verzögerungen erfuhren die Verbraucherinnen und Verbraucher erst am 16. Dezember 2015 von den belasteten Adventskalendern. Ohne intensives Nachbohren wären die Produkte überhaupt nicht öffentlich benannt worden. Einen Verkaufsstopp der belasteten Produkte hatten die Behörden nicht angeordnet.

Besonders die sogenannten aromatischen Mineralöle (MOAH) sind in Lebensmitteln unerwünscht. Sie gelten als potenziell krebserregend und erbgutverändernd. Obwohl Schokolade und andere Lebensmittel immer wieder mit MOAH oder den potenziell organschädigenden gesättigten Mineralölen (MOSH) verunreinigt sind und sowohl Bundes- als auch Landesregierungen das damit einhergehende Gesundheitsrisiko anerkennen, hat der Gesetzgeber bislang keine Vorgaben zum Schutz der Verbraucher erlassen.

Link:
– E-Mail-Aktion für einen besseren Schutz vor Mineralöl in Lebensmitteln: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:
– foodwatch-Pressemitteilung vom 16.12.2015 zur damaligen Veröffentlichung der Adventskalender-Testergebnisse durch das LGL: www.tinyurl.com/jhzz43u
– foodwatch-Pressemitteilung vom 17.12.2015 zum letztinstanzlichen Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof zur Klage von Netto-Markendiscount gegen die Veröffentlichung der Testergebnisse: www.tinyurl.com/zqm9xrl
– LGL Bayern zur Adventskalender-Untersuchung 2015 (Achtung, Daten vom Vorjahr – hier keine aktuellen Messergebnisse!): www.tinyurl.com/advent-bayern
– foodwatch-Hintergrundpapier Mineralöl: www.mineraloel-hintergrund.foodwatch.de
– Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Mineralöl: www.tinyurl.com/ovgvtkz
– EFSA Scientific Opinion: www.tinyurl.com/p9kausf

Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Martin Rücker
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




Der V Kalender 2017 – Tierrechtskunst & Termine

Tiere haben Rechte. Diese Idee ist heute so relevant und so lebendig wie noch nie. Die internationale Tierrechtskunst hat daran wesentlichen Anteil. Sie zeigt das überkommene
Mensch-Tier-Verhältnis aus neuen Perspektiven, macht Zusammenhänge sichtbar und entwirft konkrete Utopien.

Ab dem 1.12.2016 ist der V Kalender 2017 im ARIWA-Shop erhältlich. Er versammelt Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die sich aktiv für Tierrechte einsetzen:

Der Artgenosse
Ulrich Bender
Rachael Ellis Art
Dana Ellyn
Denise Hof
Hartmut Kiewert
Meune Lehmann
Amanda Moeckel Illustration
Chris Moser
Roger Olmos
Sara Sechi Art
Roland Straller

Darüber hinaus lädt eine Auswahl wichtiger Tierrechtstermine dazu ein, auch selbst aktiv zu werden.

1.12. Verkaufsbeginn im Shop (ariwa.org/shop)
32 Seiten, Format DIN A3 (offen)
Preis: 8 Euro

Pressekontakt:
Sandra Franz,
Tel.: 01577-6633353,
E-Mail: presse@ariwa.org