Gemeinsam auf die Straße für eine bessere Landwirtschaft!

Veranstaltung

Berlin, 11.01.2016
Mit dem breiten Wir haben es satt – Bündnis bereiten wir gerade rund um die Uhr die nächste große Demo gegen die Agrarindustrie, am 16. Januar, vor. Außerdem gehören wir zur Vorbereitungscrew der weltgrößten Schnippeldisko. Viele Hundert Menschen werden am Freitag vor der Demo in Berlin Moabit im ZKU (Zentrum für Kultur und Urbanistik) zwei Tonnen krummes, „nicht markttaugliches“ Gemüse schneiden, um am Samstag ausgekühlte Demonstrierende mit köstlicher Suppe zu versorgen. Das ganze Wochenende lang finden spannende Veranstaltungen statt.

Schon heute und morgen steigen die ersten Bäuerinnen und Bauern auf ihre Traktoren, um mit vielen PS und ihren Maschinen am 16. bei der Demo in Berlin dabei zu sein. Mit dem Motto „Keine Zukunft ohne Bäuerinnen und Bauern“ wurden noch nie so viele Infomaterialien für die Demo verschickt wie dieses Jahr. Das geht auch am Bauernverband nicht vorbei und macht den 16. Janurar besonders spannend. Zum zweiten Mal ruft der agrarindustrielle Verband zu einer Gegendemonstration am gleichen Tag auf. Er nutzt zur Werbung alle Kanäle – merkt aber auch, dass es schwer fällt, die sechste Wir haben es satt – Demonstration als eine bauernfeindliche Veranstaltung darzustellen. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern fragen sich vielmehr, ob der Bauernverband sie eigentlich noch vertritt, wenn er immerzu Produktionssteigerungen und Exporte anpreist. Die aktuelle Milchkrise hat die Diskussionen noch einmal verschärft. Seit Monaten sind die Milchpreise im Keller. Immer mehr Höfe geben auf, weil sie für jeden Liter Milch, den sie produzieren, bis zu 20 Cent drauflegen müssen. Sie fühlen sich von der Politik und dem Bauernverband im Stich gelassen.

Umso wichtiger ist es jetzt, besonders laut für die Agrarwende zu streiten, denn wenn sich die Industrialisierung im Kuhstall mit der Krise weiter fortsetzt, rückt sie in weite Ferne. Die jährliche Wir haben es satt – Demo ist dafür ein wichtiges Zeichen, und Aktion Agrar wird das ganze Jahr an der Debatte dran bleiben. Auch 2016 werden wir mit unseren Kampagnen zur Düngeverordnung, gegen Lebensmittelverschwendung und Megaställe, und einer ganz neuen Kampagne zur Milchkrise immer wieder die Frage stellen: Wird unser Essen zukünftig noch von Bäuerinnen und Bauern für den Bedarf einer Region erzeugt oder von Konzernen, die für den Weltmarkt produzieren?

Bist Du dabei bei der Auseinandersetzung um die Zukunft der Landwirtschaft? Dann komm am 15. und 16. Januar zur Disko und Demo nach Berlin, und unterstütze unsere Kampagnen mit einer Spende.

Aktion Agrar – Landwende jetzt
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Kontakt

Aktion Agrar – Landwende jetzt!
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Gesellschafter erhöhen Stammkapital bei SüdWestStrom deutlich

Zum Jahreswechsel haben acht der 57 beteiligten Stadtwerke ihr Stammkapital bei SüdWestStrom um insgesamt 1,42 Millionen Euro erhöht.

TÜBINGEN. Die Gesellschafterversammlung der Südwestdeutschen Stromhandels GmbH (SüdWestStrom) hat einer Kapitalerhöhung von acht kommunalen Energieversorgern zugestimmt. Das Stammkapital von SüdWeststrom ist zum Jahreswechsel auf insgesamt 16,25 Millionen Euro angewachsen – ein Plus von 1,42 Millionen Euro. Zusätzliches Stammkapital macht die Stadtwerke-Kooperation noch handlungsfähiger: Neue Dienstleistungen können schneller zur Marktreife gebracht und zukünftige Geschäftsfelder schneller entwickelt werden. Außerdem wird die Zwischenfinanzierung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien leichter.

„Unsere Gesellschafter verhelfen SüdWestStrom zu einer deutlichen Erhöhung des Eigenkapitals. Dieses klares Bekenntnis zu SüdWestStrom stärkt unsere Position im deutschen Energiemarkt“, sagt Christian Köhler, Geschäftsführer Finanzen bei SüdWestStrom. „Ich sehe das als einen deutlichen Vertrauensbeweis für unsere Arbeit“, so Köhler. Die acht erhöhenden Stadtwerke verständen die Kapitalerhöhung vor allem als Impuls für den Ausbau ihrer Kooperation und nicht als Kapitalanlage. Ein weiterer positiver Effekt der Kapitalerhöhung sei, dass für SüdWestStrom die Absicherung von Eindeckungsgeschäften von Strom und Erdgas einfacher wird.

Insgesamt verfügt SüdWestStrom damit über ein Stammkapital in Höhe von 16,25 Millionen Euro, zuvor waren es 14,83 Millionen Euro. Das gesamte Eigenkapital der Gesellschaft ist von 39,00 Millionen Euro vor der Stammkapitalerhöhung auf nun 43,11 Millionen Euro angestiegen.

Über SüdWestStrom
1999 gegründet, hat sich die Südwestdeutsche Stromhandels GmbH (SüdWestStrom) zum Ziel gesetzt, die Position von Stadtwerken im Wettbewerb zu verbessern, Synergien zu schaffen und so gemeinsame Chancen zu nutzen. Aktuell zählen 57 Stadtwerke zu den Gesellschaftern. Mehr als 160 kommunale Energieversorger beschaffen Strom und Erdgas über die Portfolio-Pools von SüdWestStrom. Am Firmensitz in Tübingen beschäftigt die Stadtwerke-Kooperation derzeit über 80 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2014 hat SüdWestStrom einen Umsatz von 734 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 5,8 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die Dienstleistungen von SüdWestStrom reichen von Energiehandel, Bilanzkreis- und Portfoliomanagement bis zu Marktkommunikation und Energiedatenmanagement für Erdgas- und Stromnetze. Zudem bietet SüdWestStrom das Preisorientierte Lastmanagement an. Mit dieser Dienstleistung können Stadtwerke ihre eigenen flexibel einsetzbaren Anlagen anhand von Börsenpreisen so steuern lassen, dass die Kosten sinken und die Effizienz steigt. Seit 2013 unterstützt die Stadtwerke-Kooperation zudem kommunale Energieversorger dabei, einen eigenen Vertrieb von Strom und Erdgas aufzubauen.

Über SüdWestStrom können sich Stadtwerke und Energiegenossenschaften an Erzeugungsprojekten im Bereich der erneuerbaren Energien beteiligen. Der SüdWestStrom Windpark Suckow GmbH & Co. KG gehört ein 32,5-MW-Windpark in Mecklenburg-Vorpommern und der SüdWestStrom Windpark Donstorf GmbH & Co. KG ein 11,5-MW-Windpark in Niedersachsen.

Ansprechpartner / Telefon / E-Mail
Alexander Raithel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
+49 7071 157-3790
alexander.raithel@suedweststrom.de




TTIP ist für kleine und mittlere Betriebe der Agrar- und Ernährungswirtschaft überwiegend bedrohlich. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Food&Farming-Studie von UnternehmensGrün e.V., dem Bundesverband der grünen Wirtschaft.

Zu der Pressekonferenz, auf der UnternehmensGrün die Studie vorstellen wird, laden wir Sie herzlich ein.

Termin: Freitag, den 15.01.2016
Uhrzeit: 11:00 – 11:45 Uhr
Ort: Haus der Bundespressekonferenz / Schiffbauerdamm 40 / Ecke Reinhardtstr. 55, 10117 Berlin

Mit

Dr. Katharina Reuter, Autorin der Studie und Geschäftsführerin UnternehmensGrün

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)

Joachim Weckmann, Inhaber und Geschäftsführer der Märkisches Landbrot GmbH

Was TTIP für das eigene Unternehmen bedeuten kann, ist bei den kleinen und mittleren Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft bisher kaum bekannt. UnternehmensGrün zeigt in der Studie „Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP): Risiken für kleine und mittlere Betriebe in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ nun erstmals im Detail die Konfliktfelder und möglichen Auswirkungen des geplanten Abkommens zwischen den USA und der EU in diesem sensiblen Wirtschaftsbereich.

Die Folgen sind für kleine und mittlere Betriebe auf Ebene der Urproduktion (Landwirtschaft), sowie der ersten und zweiten Verarbeitungsstufe überwiegend bedrohlich – und das unabhängig davon, ob es sich um konventionell oder ökologisch wirtschaftende Betriebe und Unternehmen handelt.

Die Studie benennt als zentrale Konfliktfelder genveränderte Organismen, den Einsatz und Rückstände bei Pestiziden sowie die Mast- und Haltungsbedingungen in den USA und Europa. Wesentlicher Grund ist, dass in den USA ein grundsätzlich anderes Sicherheitsverständnis vorherrscht, als es im Vorsorgeprinzip der EU zum Ausdruck kommt – die Standards sind in den USA fast durchgehend geringer. Durch die Angleichung von Standards durch TTIP würden die regional ausgerichtete bäuerliche Landwirtschaft und ihre nachgelagerten Verarbeitungsbetriebe direkt bedroht.

Felix Prinz von Löwenstein kommentiert die Studie aus Sicht des BÖLW. Als Inhaber und Geschäftsführer der Märkisches Landbrot GmbH in Berlin erläutert Joachim Weckmann, was TTIP für einen mittelständischen Bäcker konkret bedeuten würde.

Wir bitten um Akkreditierung bis zum 13.1.2016.

Pressekontakt:
Kai Weller
Agentur Ahnen&Enkel
mobil: 0176 24569084
weller@ahnenenkel.com




Mehr Öko mit Naturland: 276 neue Betriebe allein in Deutschland

Pressemitteilung, 08.01.2015

Naturland auf der IGW: Mit Partnern und Schülerprogramm in der Bio-Halle

Gräfelfing/Berlin – Nach zwei eher verhaltenen Jahren kann Naturland wieder ein deutliches Betriebs- und Flächenwachstum verzeichnen. In Deutschland liegen die Zuwächse prozentual sogar im zweistelligen Bereich. 2015 stieg die Zahl der deutschen Naturland Betriebe gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent auf über 2.900 Bauernhöfe, wie der Öko-Verband im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche (IGW) mitteilte. Bei der Fläche betrug das Wachstum knapp elf Prozent auf gut 150.000 Hektar. Dazu kommen noch etwa 54.000 Hektar nach Naturland Richtlinien bewirtschafteter Waldfläche.

„Neben der aktuellen Krise im konventionellen Milchmarkt, die viele Bauern zum Umstellen bewogen hat, ist diese positive Trendwende auch ein Ergebnis der verbesserten Förderbedingungen in den Bundesländern“, kommentierte der Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester die Zahlen. „Wir sind bei Naturland zuversichtlich, dass dieses Wachstum auch 2016 anhalten und sich auf weitere Betriebsarten ausweiten wird“, sagte Hohenester.

Auch international konnte Naturland seine Stellung als einer der weltweit bedeutendsten Öko-Verbände weiter ausbauen. Aktuell bewirtschaften außerhalb Deutschlands rund 35.000 Bäuerinnen und Bauern in 43 Ländern eine Fläche von etwa 118.000 Hektar nach Naturland Richtlinien. Das entspricht einem Zuwachs von rund 5.000 Hektar oder 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schwerpunkt dieser positiven Entwicklung in 2015 war Europa. Für 2016 zeichnet sich darüber hinaus bereits jetzt ab, dass es auch in Südamerika und Asien wieder ein deutlicheres Betriebs- und Flächenwachstum geben wird.

Den Boden entdecken: Spannendes Schülerprogramm am Naturland Stand auf der IGW

Auf der Internationalen Grünen Woche vom 15. bis 24. Januar in Berlin können sich die Messebesucher bei Naturland in der Biohalle (1.2b) darüber informieren, was gesunde Böden alles leisten und was Öko-Bauern tun, um diese lebenswichtige Ressource zu schützen. Naturland wird mit einer Aktionsfläche sowie einem Gemeinschaftsstand mit mehreren Naturland Partnern präsent sein. Dabei wird vor allem für Kinder und Jugendliche viel geboten.

Auf der Aktionsfläche (Stand 230) des Naturland e.V. wird unter der Leitung unseres Kooperationspartners „Wissenschaft für Kids mit Tüftelfaktor“ die Grundlage des Öko-Landbaus, der Boden, genauer betrachtet. Wochentags testen Schüler Leguminosen wie Klee oder Lupinen auf ihre Kräfte und Besonderheiten. Am Pigmentetisch wird Erde gesiebt, gemörsert, gemischt und eine selbstgestaltete „Höhlen“- Tapete zeigt, wie bunt die Welt unter Tage sein kann.

Der große Maulwurfstisch lädt darüber hinaus auch am Wochenende zum Spielen ein: „Schafft der Maulwurf alle Aufgaben?“ Und im großen Regenwurmschaukasten zeigen 500 Regenwürmer, welche Bedeutung Tiere für das Erdreich haben. Beim Boden-Memory-Spiel können Kinder ihr erlerntes Wissen gleich anwenden und eine kleine Überraschung gewinnen.

Öko-faire Spezialitäten am Stand „Naturland & Partner“

Am Stand „Naturland & Partner“ direkt nebenan (Stand 231) erwarten die Gäste im Naturland Café verschiedene Kaffeespezialitäten, Kaltgetränke, Schokoriegel und Kuchen – natürlich alles in Öko-Qualität. Außerdem sind zwei Naturland Fair Partner als Aussteller mit am Stand vertreten: Beim Weingut Seck können die Besucher rheinhessische Spitzenweine kosten, bei der Hofpfisterei Ludwig Stocker GmbH kann man erfahren, was ein traditionelles Natursauerteigbrot ausmacht.

SpeiseGut, ein Naturland Fair zertifizierter Landwirtschafts- und Gemüsebaubetrieb aus Berlin, präsentiert Säfte und kaltgepresste Öle aus seiner Schauölmühle am Kladower Damm. Auch die Naturland Partner LaSelva Toskana Feinkost-Vertriebs-GmbH und Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG sind mit Produktpräsentationen vertreten. Die präsentierten Produkte der Molkerei sind zudem Naturland Fair zertifiziert.

Das Naturland Engagement für den Fairen Handel zeigt sich auch darin, dass das Forum Fairer Handel als Aussteller am Naturland Gemeinschaftsstand mit vertreten ist. Unter dem Titel „Boosting Organic: making the CAP effective“ gibt es Informationen darüber, wie die gemeinsame Agrarpolitik der EU den Öko-Landbau voranbringen kann.

Bereits zum sechsten Mal in Folge wird zum Beginn der Grünen Woche am Samstag (16.1.) auch wieder die bundesweite „Wir haben es satt“-Demonstration stattfinden. Naturland gehört zu den Trägern der Demonstration, an der im vergangenen Jahr 50.000 Menschen teilgenommen und eine andere, ökologische Landwirtschaft gefordert hatten.

Naturland auf der Internationalen Grünen Woche Berlin, 15. bis 24. Januar 2016:

Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr. Verlängerte Öffnungszeiten am 16./22./23. Januar von 10.00 bis 20.00 Uhr. Biohalle 1.2b/230+231, Messegelände Eingang Süd
15. Januar, 12.30 bis 13.15 Uhr: Seminar „Öko-Landbau – Für die nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume. Die Gemeinsame Agrarpolitik wirkungsvoll umsetzen.“ Veranstalter: Naturland e.V. und IFOAM EU. Halle 6.3, Pressezentrum, Raum B
15. Januar, 18.30 Uhr: Bio-Empfang des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf der Grünen Woche. Messegelände, Marshallhaus
16. Januar, 11.00 Uhr: Preisverleihung „Bayerns beste Bio-Produkte 2016“ durch Landwirtschaftsminister Helmuth Brunner. Bayernhalle (22b), große Bühne
16. Januar, 12.00 Uhr: Großdemonstration des Bündnisses „Wir haben es satt!“, Auftaktkundgebung am Potsdamer Platz. Die Naturland Demo-Teilnehmer treffen sich um 11.15 Uhr am Uhrturm auf dem Potsdamer Platz.

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Markus Fadl

Pressesprecher

Naturland

Verband für ökologischen Landbau e.V.

Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing

Tel. +49 (0) 89 – 89 80 82 31, Mobil: +49 (0) 172 – 65 98 389

m.fadl@naturland.de, www.naturland.de




Vegan Street Day | So, den 15. Mai 2016, 11-20 Uhr | Stuttgart, Marktplatz-Kirchstraße-Schillerplatz

Terminankündigung

Was: Vegan Street Day

Wann: So, den 15. Mai 2016, 11-20 Uhr

Wo: Stuttgart, Marktplatz-Kirchstraße-Schillerplatz

Am Pfingstsonntag, den 15. Mai 2016 findet zum siebten Mal in Stuttgart der Vegan Street Day statt. Weit über 10.000 Besucher werden zum größten veganen Straßenfest Deutschlands erwartet. An rund 100 Informations- und Verkaufsständen werden eine große Vielfalt veganer Speisen und anderer Produkte sowie viele Tipps und Informationen zur tierfreundlichsten Lebensweise geboten. Zusätzlich sorgt ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Kochshows, Live-Musik und Sportdarbietungen für Unterhaltung für die ganze Familie. Auf der Infobühne werden zahlreiche Lesungen und Vorträge rund um den Veganismus und Tierrechte angeboten. Eine Kunstausstellung auf der Kirchstraße und ein eigener Bereich mit Kinderprogramm für die Kleinsten komplettieren das Programm.

Der Vegan Street Day wird von Animal Rights Watch e.V. (ARIWA) organisiert (www.ariwa.org).

Weitere Informationen unter: http://www.vegan-street-day.de

Pressekontakt:
Sandra Franz
Tel.:01577-6633353
oder Achim Starnberger
Tel.: 0176-51494442
E-Mail: presse@vegan-street-day.de




Verunreinigung mit Mineralölen doch nicht „unbedenklich“: Dr. Oetker korrigiert verharmlosende Stellungnahme zu Öko-Test-Untersuchung

Pressemitteilung – Thema: Mineralölrückstände in Lebensmitteln

Berlin, 11. Januar 2016. Zahlreiche Dr.-Oetker-Produkte mit Mineralölen verunreinigt: Auf diesen Befund von Öko-Test hatte der Lebensmittelkonzern zunächst mit einer beschwichtigenden Stellungnahme reagiert. Die gefundenen Substanzen seien „toxikologisch unbedenklich“, schrieb Dr. Oetker in einer Presseerklärung. Was beruhigend klang, war jedoch faktisch falsch. Jetzt reagierte Dr. Oetker auf eine entsprechende Aufforderung der Verbraucherorganisation foodwatch und korrigierte seine Stellungnahme. Von „unbedenklich“ ist darin jetzt in Bezug auf die nachgewiesenen Mineralöle keine Rede mehr.

„Die Lebensmittelwirtschaft nimmt die seit Jahren bekannte Problematik Mineralöl nicht ernst genug – das zeigen die zuhauf nachgewiesenen Verunreinigungen, aber auch die verharmlosenden Reaktionen von Oetker und anderen“, kritisierte Luise Molling von foodwatch. „Es wird höchste Zeit, dass die Bundesregierung strikte Grenzwerte und Vorgaben für die Produktverpackungen erlässt. Der Gesundheitsschutz darf nicht von Unternehmensbilanzen abhängen.“

Öko-Test hatte nach eigenen Angaben in 14 von 26 Dr.-Oetker-Produkten „erhöhte Mengen“ an gesättigten Mineralölen (MOSH) gefunden, in vier dieser Fälle „stark oder sehr stark erhöhte Werte“. In Reaktion auf diesen in der Januar-Ausgabe des Magazins veröffentlichten Test schrieb Dr. Oetker zunächst: „Diese gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) gelten bislang als toxikologisch unbedenklich.“ Eine Quelle nannte der Hersteller in seiner Stellungnahme nicht. Auf Nachfrage von foodwatch berief sich Dr. Oetker auf die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Tatsächlich stuft jedoch keine dieser Behörden MOSH als unbedenklich ein. Auf die Frage „Welche Gesundheitsrisiken durch Mineralöl sind bekannt?“ schreibt etwa das BfR: „Kürzerkettige gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) werden vom Körper aufgenommen und können in einigen Organen gespeichert werden. Aus tierexperimentellen Studien ist bekannt, dass derartige Mineralölgemische zu Ablagerungen und Schäden in der Leber und den Lymphknoten führen können.“ Ähnliche Einschätzungen formuliert auch die EFSA. Selbst wenn eine abschließende toxikologische Bewertung noch fehlt, kann also keinesfalls Entwarnung gegeben werden.

In der korrigierten Stellungnahme schreibt Dr. Oetker nun: „Nach bestehender Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) unter Bezugnahme auf Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind Mineralöl-Gehalte in Lebensmitteln unerwünscht und soweit technisch machbar zu minimieren. Sie stellen jedoch unter Zugrundelegung üblicher Verzehrsgewohnheiten kein akutes Lebensmittelsicherheitsproblem dar.“ Von einer „akuten“ Gesundheitsgefahr wird üblicherweise nur dann gesprochen, wenn auf den Verzehr eines Produktes höchstwahrscheinlich unmittelbare gesundheitliche Beschwerden eintreten. Fakt bleibt: Höhere Mengen der von Öko-Test in den Dr.-Oetker-Produkten nachgewiesenen Mineralöle sind gesundheitlich bedenklich und in Lebensmitteln unerwünscht.

Zum Thema Mineralölverunreinigungen hatte Ende Oktober 2015 bereits foodwatch die Ergebnisse eines umfangreichen Labortests mit 120 Produkten aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden veröffentlicht. In Deutschland waren demnach 31 von 42 Produkten (74 Prozent) mit gesättigten Mineralölen (MOSH) verunreinigt. Jedes fünfte getestete Lebensmittel (9 von 42) war zudem mit den besonders kritischen aromatischen Mineralölen (MOAH) belastet. MOAH – die Öko-Test in den Oetker-Produkten nicht nachgewiesen hatte – gelten als potenziell krebserregend und erbgutverändernd. In Reaktion auf den foodwatch-Test wurden bei zwei Reisprodukten Verkaufsstopps veranlasst, weitere Hersteller kündigten an, ihre Verpackungen zu verändern, um Mineralöleinträge zu verhindern. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Hersteller wie Händler häufig erst auf öffentlichen Druck hin reagieren, aber von sich aus zu wenige Maßnahmen ergreifen, um riskante Mineralöleinträge zu verhindern.

Links:

– E-Mail-Aktion: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:

– Geänderte Stellungnahme von Dr. Oetker zur Öko-Test-Kritik: www.tinyurl.com/oetker-reaktion

– Ursprüngliche Dr.-Oetker-Stellungnahme (Screenshot vom 7.1.2016): www.tinyurl.com/oetker-unbedenklich

– Öko-Test-Veröffentlichung: www.tinyurl.com/oekotest-oetker

– Testergebnisse foodwatch: www.mineraloel-test.foodwatch.de

– BfR über die Gesundheitsgefahren von MOSH: www.tinyurl.com/bfr-mosh

– EFSA über MOSH: www.tinyurl.com/efsa-mosh

Pressekontakt:

Martin Rücker
E-Mail: presse@foodwatch.d,
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




Neue Studie beleuchtet kritische Arbeits- und Produktionsbedingungen in der italienischen Gerberei-Industrie

Pressemitteilung

Bonn, 16. Dezember 2015: Im Durchschnitt kaufen die Deutschen pro Person im Jahr über fünf Paar Schuhe. Italien ist traditionell das bedeutendste Land für die Lederherstellung in Europa mit 60 % Anteil des gesamten in der EU produzierten Leders. Die neue Studie „A tough story of leather“ der Initiative „Change Your Shoes“ gibt Einblick in die Lederherstellung in Italien und beleuchtet das beliebte Leder ‚Made In Italy‘.

Verheerende Arbeitsbedingungen
„Nicht nur in asiatischen Gerbereien gilt es die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Diese Studie zeigt auf, dass es allein von 2009 bis 2013 in der italienischen Region Santa Croce 720 Arbeitsunfälle gegeben hat. Prekäre Arbeitsverträge nehmen stark zu. So sind auch Vier-Stunden-Verträge übliche Praxis geworden“, erläutert Anton Pieper, Referent bei SÜDWIND.

Enorme Umweltauswirkungen
„Gerbereien benötigen extrem viel Wasser und es fallen große Mengen toxischer Abfälle an. Pro Kilogramm Leder entstehen bis zu 6,15 Kilogramm Feststoffabfälle. Die Abwassermenge in Santa Croce entspricht damit der einer Stadt mit über drei Mio. Einwohnern – die tatsächliche Einwohnerzahl von Santa Croce beträgt aber nur 110.000“, erklärt Lena Bullerdieck vom INKOTA netzwerk.

Missstände aufdecken
Im Gegensatz zu den Missständen in der Bekleidungsindustrie sind die menschenunwürdigen Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Leder – und Schuhproduktion bis jetzt noch weitgehend unbekannt. Mit der Kampagne „Change Your Shoes“ treten SÜDWIND und das INKOTA netzwerk gemeinsam mit 16 weiteren Partnerorganisationen in Europa und Asien dafür ein, Missstände in der Schuh- und Lederproduktion aufzudecken.

Per App auf dem Weg nach Brüssel
Darüber hinaus ist es das Ziel von „Change Your Shoes“, die Schuhproduktion transparenter zu machen, denn wer Schuhe kauft, hat das Recht zu wissen, unter welchen Bedingungen diese Schuhe produziert wurden und welche Chemikalien zum Einsatz kamen. Um mehr Transparenz zu erreichen, startete „Change Your Shoes“ einen virtuellen Marsch nach Brüssel. „Mit unserer App „Change Your Shoes“ kann man spazierengehend oder im Laufschritt seine Schritte zählen. Die gesammelten Schritte tragen zu einem virtuellen Marsch nach Brüssel bei, der die Forderung nach mehr Transparenz und klaren Regulierungen gegenüber der EU unterstützen soll“, erklärt Pieper die Idee der App.

Hintergrundinformationen:

Studie „A tough story of leather”
http://www.suedwind-institut.de/fileadmin/fuerSuedwind/Publikationen/2015/2015-32_FAIR_-_Change_your_shoes_ENG.pdf
App „Change your Shoes”
http://changeyourshoes.cantat.com
Video „Change Your Shoes”

Website „Change your Shoes”
http://www.suedwind-institut.de/changeyourshoes/

Kontakt:

Anton Pieper, SÜDWIND Institut
E-Mail: pieper@suedwind-institut.de, Tel.: +49 (0) 1575-0478929

Lena Bullerdieck, INKOTA netzwerk
E-Mail: bullerdieck@inkota.de, Tel.: 030-420 8202-53


„Change Your Shoes“ ist eine Initiative von 18 Menschenrechts- und Arbeitsrechtsorganisationen, die sich für eine nachhaltige und ethische Schuhlieferkette einsetzen. Indem die Kampagne die KonsumentInnen für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisiert, Lobbyarbeit bei PolitikerInnen und Labelorganisationen leistet und Unternehmen drängt ihre Sorgfaltspflichten wahrzunehmen, zielt die Kampagne darauf ab, die sozialen und ökologischen Bedingungen in der Schuh- und Lederindustrie zu verbessern. Die Kampagne steht im Zeichen des Europäischen Jahr für Entwicklung und dessen Motto „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“.

„Change Your Shoes“ wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt. Für den Inhalt dieses Artikels ist allein SÜDWIND verantwortlich. Der Inhalt kann in keiner Weise als Standpunkt der Europäischen Union angesehen werden.
Das SÜDWIND Institut Das

Das SÜDWIND Institut arbeitet seit fast 25 Jahren zu einem breiten Spektrum von Nord-Süd-Themen, immer mit dem Ziel, ungerechte Strukturen aufzudecken, diese öffentlich zu machen, Handlungsalternativen zu bieten und so zu Veränderungen beizutragen. Dabei ist SÜDWIND stets unabhängig geblieben – sowohl inhaltlich als auch finanziell.

Kontakt:

SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene
Kaiserstraße 201
53113 Bonn
Tel.: +49 (0)228-763698-0
E-Mail: info@suedwind-institut.de
www.suedwind-institut.de




Umfrage: Nur zwei von 14 Handelsunternehmen setzen auf Jugendschutz bei Energy Drinks – Kinderkardiologen und foodwatch fordern gesetzliche Altersgrenze

Pressemitteilung – Thema: Energy Drinks

Berlin, 18. Dezember 2015. Nur zwei von 14 Handelsunternehmen haben konkrete Maßnahmen zum Jugendschutz bei den umstrittenen Energy Drinks ergriffen. Das ergab eine Umfrage der Verbraucherorganisation foodwatch unter Supermarktketten, Discountern und Drogeriemärkten.

Demnach hat die Geschäftsführung der Drogeriekette Rossmann im Herbst 2015 angewiesen, Energy Drinks nicht länger an Unter-16-Jährige zu verkaufen. Mit Testkäufen in drei Filialen konnte foodwatch bestätigen, dass diese freiwillige Altersgrenze angewandt wird. dm verzichtet sogar vollständig auf den Verkauf von Energy Drinks. Bei Lebensmitteleinzelhändlern gibt es dagegen bislang keine Verkaufsbeschränkung für die Getränke, wie die Unternehmen Aldi Nord und Süd, Globus, Kaisers Tengelmann, Kaufland, Lidl, Norma, Penny, Real und Rewe auf Anfrage von foodwatch bestätigten. Edeka gab lediglich an, dass es in einzelnen Regionen unverbindliche „Empfehlungen“ gebe, Energy Drinks nur an mindestens 16-Jährige abzugeben. Globus erklärte zudem gegenüber foodwatch, die Abgabe an Kinder und Jugendliche zu „prüfen“. Andere Handelsunternehmen verwiesen auf fehlende gesetzliche Vorgaben. „Für diese Getränkesorte gibt es kein gesetzlich festgelegtes Alter für den Verkauf“, begründete exemplarisch Real den Verzicht auf Jugendschutzmaßnahmen. Drogerist Müller verweigerte eine Auskunft.

„Die Umfrage zeigt: Ohne eine verbindliche Altersgrenze wird der Jugendschutz nicht durchzusetzen sein“, erklärte Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelmarketing bei foodwatch. „Bundesernährungsminister Christian Schmidt ist auf dem Holzweg, wenn er hier allein auf Aufklärung und die freiwillige Mithilfe des Handels setzt. Wenn er Kinder besser vor den Risiken von Energy Drinks schützen will, kommt er an verbindlichen Regelungen nicht vorbei.“

Dr. Martin Hulpke-Wette, niedergelassener Kinderkardiologe aus Göttingen und Sprecher der Arbeitsgruppe Prävention der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie erklärte: „Kinder gehen mit dem Konsum von Energy Drinks erhebliche gesundheitliche Risiken ein. Vor allem ein Dauerkonsum kann die Herzfunktion schädigen. Es ist inakzeptabel, dass die Politik dies auch noch unterstützt, indem sie die Produkte ohne Altersgrenze für den Verkauf zulässt!“

Energy Drinks können Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Nierenversagen verursachen. Sogar Todesfälle werden mit den Getränken in Verbindung gebracht. Insbesondere Jugendliche sind gefährdet: Sie verzehren nachweislich gefährlich große Mengen. Jeder vierte jugendliche Konsument in der EU trinkt drei oder mehr Dosen auf einmal und überschreitet damit selbst die für Erwachsene maximal empfohlene Koffein-Menge von 200 Milligramm.

Als erstes europäisches Land hatte Litauen den Verkauf von Energy Drinks an Unter-18-Jährige verboten. Diese Regelung – damals initiiert vom heutigen EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis – gilt seit November 2014.

Die Forderung nach einer Altersgrenze haben neben foodwatch und der Gesellschaft der Europäischen Kinderkardiologen bereits Experten der Weltgesundheitsorganisation, der Verbraucherzentrale Bundesverband sowie Verbraucherschutzpolitiker von SPD und Grünen vertreten. Das Bundesernährungsministerium lehnt dies jedoch bislang ab – stattdessen kündigte Minister Christian Schmidt im Herbst dieses Jahres eine steuerfinanzierte, rund 100.000 Euro teure Aufklärungskampagne an, durch die der Konsum von Energy-Drinks bei Jugendlichen reduziert werden soll.

Links:

– E-Mail-Aktion für eine Altersgrenze bei Energy Drinks: www.foodwatch.de/aktion-energydrinks

Redaktioneller Hinweis:

– Bildmaterial, Schaubilder zur Umfrage und weitere Downloads: www.tinyurl.com/q5ba8a3

Quellen und weiterführende Links:

– Vollständige Fragen und Antworten der foodwatch-Umfrage: www.umfrage-energy.foodwatch.de

– Aktuelle Koffein-Risikobewertung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA (2015): www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/4102.htm

– Konsumstatistiken der EFSA zu Energy Drinks (2013): www.efsa.europa.eu/de/supporting/doc/394e.pdf

– Studie von WHO-Experten zu Gesundheitsrisiken durch Energy Drinks (2014): journal.frontiersin.org/article/10.3389/fpubh.2014.00134/full

Pressekontakt:

Martin Rücker
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




Bayerischer Verwaltungsgerichtshof lässt Netto Marken-Discount abblitzen: Behörde darf Testergebnisse für Mineralöl in Adventskalender herausgeben

Pressemitteilung

Berlin, 17. Dezember 2015. Der Netto Marken-Discount ist mit dem Versuch gescheitert, die Veröffentlichung unliebsamer Testergebnisse per Gerichtsbeschluss zu stoppen. Wie von der Verbraucherorganisation foodwatch beantragt, darf das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) seine Messdaten für einen für das Handelsunternehmen hergestellten Adventskalender unter Nennung des Produktnamens herausgeben. Das entschied heute abschließend der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (Az.: 20 CS 15.2677).

Nach Angaben des LGL wurden in der Schokolade des Adventskalenders „Santa Claus in Town“, hergestellt für Netto Marken-Discount, bereits im November 2015 Verunreinigungen mit aromatischen Mineralölen (MOAH) festgestellt. MOAH gelten als potenziell krebserregend und erbgutverändernd. Bei solchen Substanzen gibt es keine unbedenklichen Schwellenwerte – ein Risiko besteht, sobald MOAH in Lebensmitteln vorhanden sind. Nach übereinstimmender Einschätzung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), des LGL und auch des Spitzenverbandes der deutschen Lebensmittelwirtschaft BLL sind MOAH in Lebensmitteln daher unerwünscht.

Dem LGL und dem bayerischen Verbraucherschutzministerium warf foodwatch schwere Versäumnisse vor. „Bereits Ende November hätten die Behörden in Bayern den Verkauf der Kalender stoppen und die Öffentlichkeit informieren können“, kritisierte foodwatch-Sprecher Martin Rücker. „Das Lebensmittelrecht gibt den Behörden die Möglichkeit, bei Gesundheitsrisiken sofort zu handeln und sofort zu informieren – es verpflichtet sie aber nicht dazu. Diese Ermessensspielräume müssen im Sinne des Gesundheitsschutzes endlich abgeschafft werden – hier ist Bundesernährungsminister Christian Schmidt am Zug.“

Das LGL hatte eigenen Angaben zufolge im November elf Adventskalender analysiert. Über die Untersuchung hatte die Behörde am 1. Dezember auf ihrer Internetseite berichtet, ohne dabei Messdaten und ohne die Namen der getesteten bzw. belasteten Produkte zu nennen. Weder stoppte das LGL den Verkauf der Produkte noch informierte sie die Verbraucherinnen und Verbraucher. Eine Anfrage von foodwatch auf Nennung der Namen ließen sowohl die Pressestelle des LGL als auch die des bayerischen Verbraucherschutzministeriums zunächst unbeantwortet. Am Donnerstag der vergangenen Woche startete foodwatch daraufhin eine E-Mail-Aktion unter www.adventskalender.foodwatch.de, über die in kurzer Zeit mehr als 17.000 Menschen Ministerin Ulrike Scharf aufforderten, die Namen öffentlich zu machen. Schließlich stellte foodwatch zudem einen förmlichen Antrag unter Berufung auf das Verbraucherinformationsgesetz (VIG). Das LGL gab dem Antrag statt und setzte in einem „Eilverfahren“ immerhin auch die für solche Fälle geltenden Auskunftsfristen von zwei Monaten außer Kraft, die zu einer Veröffentlichung der Angaben frühestens im Februar 2016 geführt hätten. Zunächst jedoch bat die Behörde, wie beim VIG üblich, die betroffenen Unternehmen um Stellungnahme, wodurch eine Information der Öffentlichkeit weitere Tage nach hinten geschoben wurde. Als einziges Unternehmen ging Netto Marken-Discount gerichtlich gegen die Namensnennung vor – scheiterte jedoch zunächst vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht Regensburg (Az.: RO 5 S 15.2163), am Donnerstag nun auch abschließend vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.

In einem Bericht der Online-Ausgabe der Mittelbayerischen Zeitung wird Netto Marken-Discount mit der Aussage zitiert: „Von dem genannten Produkt ging und geht zu keinem Zeitpunkt ein Risiko aus.“ foodwatch kritisierte diese Aussage als sachlich falsch und grob verharmlosend, wie beispielhaft die folgenden Einschätzungen (Quellen siehe unten) zeigen:

– LGL über den MOAH-Nachweis: „…das Vorhandensein auch nur von geringen Bestandteilen einer potentiell krebserregenden Substanz […] unterliegt einem besonderen Informationsinteresse“.

– Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „Die Auffassung des BfR, dass ein mögliches krebserzeugendes Potenzial der aromatischen Kohlenwasserstofffraktion nicht ausgeschlossen werden kann, wurde durch ein Gutachten der Europäischen Behörden für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus diesem Jahr bestätigt. Deshalb sollte kein nachweisbarer Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfinden.“ Und: „Zu der die MOAH-Fraktion ausmachenden komplexen Mischung aus überwiegend alkylierten aromatischen Kohlenwasserstoffen können auch krebserzeugende Substanzen gehören. Grundsätzlich sind solche Kontaminationen von Lebensmitteln unerwünscht.“

– Europäische Lebensmittelbehörde EFSA: „Because of its potential carcinogenic risk, the CONTAM Panel considers the exposure to MOAH through food to be of potential concern.“ – „The MOAH fraction may be both mutagenic and carcinogenic“ – „All MOH [mineral oil hydrogencarbonates, Anmerkung foodwatch] mixtures are mutagenic unless they are treated specifically to remove MOAH. The mutagenicity of MOH is caused mainly by 3-7 ring MOAH, including alkylated polycyclic aromatic hydrocarbons (PAHs) and non-alkylated PAHs.“

– Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft (BLL): „MOAHs sind „Stoffgemische, bei denen nicht auszuschließen ist, dass sich darunter Substanzen befinden, die kanzerogen wirken können“ (EFSA-Stellungnahme vom 3. Mai 2012), weshalb sie als unerwünschte Einträge gelten.“

Link:

E-Mail-Aktion für einen besseren Schutz vor Mineralöl in Lebensmitteln: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:

– Artikel auf mittelbayerische.de mit dem Zitat von Netto Marken-Discount: www.mittelbayerische.de/wirtschaft-nachrichten/streit-um-belastete-adventskalender-21840-art1320426.html

– Auskunft zu den laut LGL belasteten Kalendern einschließlich der Messwerte: www.tinyurl.com/auskunft-lgl

– Information zum Adventskalender von Netto Marken-Discount aus den Schriftsätzen zum Gerichtsverfahren: www.tinyurl.com/gericht-netto

– LGL Bayern zur Adventskalender-Untersuchung: www.tinyurl.com/advent-bayern

– LGL-Bescheid vom 14.12.: www.tinyurl.com/bescheid-lgl

– Erste foodwatch-Anfrage an das LGL und das bayerische Staatsministerium (9.12.): www.tinyurl.com/anfrage-bayern

– Förmlicher VIG-Antrag von foodwatch an das LGL (11.12.): www.tinyurl.com/vig-antrag-lgl

– LGL-Antwort auf den foodwatch-Antrag nach VIG (11.12.): www.tinyurl.com/antwort1-lgl

– foodwatch-Hintergrundpapier Mineral-Öl: www.mineraloel-hintergrund.foodwatch.de

– Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Mineralöl: www.tinyurl.com/ovgvtkz

– EFSA Scientific Opinion: www.tinyurl.com/p9kausf

– BLL-Stellungnahme: www.bll.de/de/der-bll/positionen/bll-stellungnahme-foodwatch-studie-mineraloel

– Forschungsprojekt des BMELV 2012: download.ble.de/09HS012.pdf

Pressekontakt:
Martin Rücker
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)1 74 / 3 75 16 89




16 Prozent der Lederprodukte enthalten zu viel Chrom VI – der Biokreis zertifiziert die Alternativen

PRESSEMITTEILUNG

Passau, 17.12.2015: Hohe Gehalte von Chrom VI in Lederwaren mussten die Überwachungsbehörden immer wieder beanstanden. Der Biokreis hat mit einem eigenen Siegel für Lederwaren ein Zeichen geschaffen, das Häute von Bio-Tieren sowie deren ökologische Gerbung, Färbung und Verarbeitung zertifiziert.

Die Ergebnisse der Ende November 2015 vorgestellten bundesweiten Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeüberwachung 2014 bestätigen das negative Urteil vergangener Untersuchungen: Bei 16 Prozent der 386 untersuchten Proben von Handschuhen, Rucksäcken, Taschen, Arbeitsbekleidung und Schuhen wurde die gesetzlich zulässige Nachweisgrenze für Chrom VI von 3 mg/kg überschritten.

Chrom VI-Verbindungen können unter bestimmten Bedingungen bei der Gerbung von Leder mit Chrom III entstehen. Chrom VI löst bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus, bei Kontakt über einen längeren Zeitraum wirkt es toxisch und krebserregend. Aus diesem Grund verbietet die deutsche Bedarfsgegenständeverordnung seit 2010 Verfahren, bei denen in dem hergestellten Produkt Chrom VI entstehen können. Allerdings kann sich Chrom VI auch später noch durch Nässe und Schweiß bilden, auch wenn vorher keine Chrom VI Moleküle enthalten waren. Will man dieses Risiko vermeiden muss man bei der Gerbung komplett auf Chrom verzichten.

Der gesetzlich festgelegten Obergrenze für Chrom VI stehen jedoch die Befunde der aktuellen Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeüberwachung gegenüber. Der Verbraucher ist in Anbetracht dieser Verstöße gegen die europaweite Regelung auf unabhängige Kontrollen angewiesen. So bestätigt der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. mit dem Zertifikat „IVN Naturleder 3.0“ die unbedenkliche Verarbeitung und Gerbung der Häute.

Wie jedoch die Tiere als Lieferanten der Häute gehalten und geschlachtet werden, regelt der IVN nicht. Aus diesem Grund hat sich der Biokreis mit seinem Zertifikat für die Gerbung und Verarbeitung von Leder dem Thema angenommen:

Initiator war 2012 das Biokreis-Mitglied Niko Gottschaller, der der Meinung war, dass „von einer ökologischen Kuh in die viel Zeit, Energie und Geld investiert wurde, doch mehr verwertbar sein müsse als Milch und Fleisch!“ Gemeinsam mit der Firma EcoPell wurden im Sommer 2012 die ersten 200 Bio-Rinderhäute eingesammelt und gegerbt.

Das inzwischen entstandene Biokreis-Zertifikat für Leder umfasst die Standards der IVN-Zertifizierung zur Gerbung und Färbung des Leders. Zudem nimmt es den Prozess vor der Verarbeitung des Leders in den Blick: Die Richtlinien fordern Haltung, Transport und Schlachtung der Tiere entsprechend der gültigen Biokreis-Richtlinien für Landwirte zu gestalten und ermöglichen die regionale Produktion von ökologischen Lederprodukten Made in Germany.

Welche Gerbereien und Verarbeiter bereits mit dem Biokreis-Leder-Siegel zertifiziert wurden erfahren Sie auf der Homepage des Biokreis. Der Kreis der beteiligten Betriebe wird stetig erweitert. Das Ziel des Biokreis ist es, dass der Konsument unter dem Motto „Bioleder mit Herkunftsnachweis“ die gesamte Wertschöpfungskette eines Lederproduktes nachvollziehen kann.

Kontakt:

Heidi Klebet
Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit

kelbetz@biokreis.de
Biokreis e.V.
Stelzlhof 1
94034 Passau
Tel: 0851/75650–0

Ernährung der Zukunft? Biokreis!
Rund 1000 bäuerliche, landwirtschaftliche Betriebe wirtschaften bundesweit nach unseren Richtlinien. Zusammen mit ca. 120 Biokreis-Verarbeiterbetrieben wie Mühlen, Bäckereien, Metzgereien, Molkereien uvm. bilden sie regionale, vertrauensvolle Netzwerke, aus denen beste Lebensmittel entstehen – gesund für Mensch, Tier und Umwelt. Bäuerlich, regional, fair: Dafür steht der Biokreis e.V. seit 1979.