„Luther Kaffee“ – der neue Bio-Kaffee aus Fairem Handel Der Kaffee zum 500. Reformationsjubiläum

PRESSE-INFORMATION
30. Juni 2016

Ravensburg. Martin Luther veröffentlichte im Oktober 1517 seine 95 Thesen. Die Reformation beeinflusste nicht nur die Kirche, sondern auch die gesamte Bildungswelt und setzte gesellschaftliche Veränderungen in Gang.
Zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 bringt die Ravensburger dwp eG Fairhandelsgenossenschaft nun den „Luther Kaffee“ heraus.

Der Fair Trade Kaffee aus biologischem Anbau stammt von Kleinbauernfamilien in Nicaragua und Äthiopien, die durch den Fairen Handel ein deutlich höheres Einkommen erzielen als im konventionellen Handel. Neben fairen Produzentenpreisen bietet die dwp eG ihren PartnerInnen langfristige und direkte Handelskontakte, Zuschläge für Bio-Anbau, einen Aufpreis für Sozialprojekte wie z.B. dem Aufbau von Schulen und Vorfinanzierungen von mindestens 50% des Auftragswertes bei Bestellung.

Der „Luther Kaffee“ der Marke WeltPartner ist ein Kooperationsprodukt der dwp eG Fairhandelsgenossenschaft und der Evangelischen Landeskirche Baden (EKIBA).Pro Kilogramm verkauftem „Luther Kaffee“ überweist die dwp eG Fairhandelsgenossenschaft 1 Euro an EKIBA, die wiederum diesen Spendenanteil ohne Abzüge an soziale Projekte weiterleitet, welche von der Evangelischen Landeskirche Baden unterstützt werden, beispielsweise für die medizinische Versorgung der Mayangna-Indianer im UNESCOBiosphärenreservat BOSAWAS sowie dessen Schutz in Nicaragua.

Die Mayangna-Indianer leben seit Jahrhunderten vom Regenwald. Doch Goldsucher und Holzhändler besetzen Teile des Reservates und roden den Urwald. Auch Bauern dringen durch extensive Landnutzung in die Schutzzone ein. Naturkatastrophen bedrohen ebenfalls die Kultur und die Lebensgrundlage der Mayangnas, die Armut ist groß. Mit den Spenden soll unter anderem eine Apotheke aufgebaut und die medizinische Versorgung der Mayangnas gewährleistet werden. Auch der Schutz des Biosphärenreservates soll mit den Spenden sichergestellt werden.
Die Evangelische Landeskirche Baden unterstützt dieses Projekt in Nicaragua seit fünf Jahren mit Projektmitteln.

Als Fairhandelspionier sieht die dwp eG Fairhandelsgenossenschaft – gegründet 1988 – eine enge Verbindung zwischen Fairem Handel, Nachhaltigkeit, langfristiger Armutsbekämpfung in benachteiligten Ländern und sozialem Engagement. Die Kooperation mit der Evangelischen Kirche Baden und die Idee eines Spendenanteils waren daher naheliegend.

Der „Luther Kaffee“ ist eine Bio-Mischung von nicaraguanischen Hochland-Arabica-Bohnen (SHG* = strictly high grown), abgerundet und verfeinert durch Beimischung eines edlen Sidamo-Arabica aus Äthiopien. Durch die schonende Langzeitröstung entfaltet dieser Kaffee sein besonderes Aroma und macht ihn besonders verträglich. Der Kaffee ist geeignet für alle Kaffeevollautomaten und gängigen Zubereitungsarten.
Der Fair Trade Kaffee aus biologischem Anbau ist als 250g gemahlen und 500g Bohne ab Ende Juli 2016 bei der dwp eG erhältlich.
Der Spendenanteil von 1 Euro pro verkauftem Kilogramm Kaffee fließt zu 100% in soziale Projekte, die von der Evangelischen Landeskirche Baden unterstützt werden.

*SHG ist die Abkürzung für „Strictly High Grown“ und gibt einen wichtigen Hinweis auf die Höhenlage des Anbaugebietes des Kaffees. Die Höhe des Kaffeestandortes ist eines der entscheidenden Qualitätsmerkmale. SHG bezeichnet die Höhenlage, in der die besten Kaffeequalitäten erzielt werden.

Download druckfähiger Bilder des Kaffees unter www.dwpeg.de/Bilder_Luther_Kaffee.zip

Bei Presserückfragen:
Martin Lang, Inforeferent: info@dwpeg.de

Bezug:
dwp eG Fairhandelsgenossenschaft, Hinzistobler Straße 10, D-88212 Ravensburg,
Tel.: 0751-36155-0, bestellung@dwpeg.de

dwp eG Fairhandelsgenossenschaft
dwp wurde 1988 von Weltläden aus der Region Oberschwaben als GmbH gegründet und 2005 in die dwp eG Fairhandelsgenossenschaft umgewandelt. Dadurch bringen wir alle Beteiligten der Fairhandelskette enger zusammen: ProduzentInnen, Weltläden, MitarbeiterInnen und EndkundInnen sind Mitglieder bei der dwp eG
Fairhandelsgenossenschaft.

Uns verbindet eine partnerschaftliche Handelsbeziehung mit mehr als 60 ProduzentInnengruppen und den darin zusammengeschlossenen zehntausenden von ProduzentInnen und Kleinbauernfamilien weltweit. Neben fairen Produzentenpreisen bieten wir unseren PartnerInnen langfristige und direkte Handelskontakte, Zuschläge für Bio-Anbau, einen Aufpreis für Sozialprojekte wie z.B. dem Aufbau von Schulen und Vorfinanzierungen von mindestens 50% des Auftragswertes bei Bestellung.
Das Sortiment umfasst etwa 1.500 Produkte — Lebensmittel der Eigenmarke WeltPartner, Kunsthandwerk und Textilien. Darüber hinaus importiert und verkauft dwp fair gehandelte Rohstoffe wie beispielsweise Zucker und Mangopüree. Großen Wert legt dwp auf die Förderung von kleinbäuerlichen Strukturen und den Bio- Anbau. So sind bereits 90% der Lebensmittel bio-zertifiziert.

dwp liefert direkt an Weltläden in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Bio- und Naturkostläden, regionale Lebensmittel-Einzelhändler, Lebensmittelverarbeiter, Großverbraucher, Firmen, Kommunen und Endkunden über den Onlineshop.
Die dwp eG Fairhandelsgenossenschaft ist anerkannter Importeur und Lieferant der Weltläden in Deutschland und Österreich und unter anderem Mitglied beim Forum Fairer Handel und bei der WFTO, dem weltweiten Dachverband des Fairen Handels.

Eine beispielhafte Kooperation besteht seit den 90er Jahren mit der BruderhausDiakonie, einer Werkstatt für psychisch erkrankte Menschen. Die Beschäftigten erledigen direkt am dwp-Firmensitz in Ravensburg wichtige Aufgaben im Bereich Abfüllung, Verpackung und Etikettierung und erhalten vielfältige Chancen für einen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt.

In Kooperation mit dem Berufsbildungswerk Adolf Aich bietet dwp seit Jahren regelmäßig mehreren Jugendlichen mit Lernschwächen oder Autismus Ausbildungsplätze an und konnte bisher fast alle zu einem erfolgreichen Abschluss führen.
Für unseren langjährigen Partner, dem philippinischen Kinderschutzzentrum Preda, leistet die dwp eG Fairhandelsgenossenschaft seit vielen Jahren aktive Unterstützung zum Thema Kampagnenarbeit gegen Sextourismus und Kinderprostitution.
Als erste Fairhandelsorganisation in Deutschland hat dwp eine Gemeinwohlbilanz über die eigene Arbeit erstellt.
www.dwpeg.de




Champions snacken die neuen biozentrale Gemüsechips

 

Seit 40 Jahren vertrauen die Verbraucher den Produkten der Bio-Zentrale. Regelmäßige Neuheiten beweisen zudem das Gespür für den aktuellen Zeitgeist. So werden im Jubiläumsjahr 2016, rechtzeitig zur Fußball-EM, zwei neue Sorten Gemüsechips vorgestellt. Durch den Ausbau der erfolgreichen Gemüsechips-Range unterstreicht die Bio-Zentrale so weiter ihre starke Position in diesem Segment.

„ und „Süßkartoffeln mit Rosmarin“ heißen die neuen Stars in der Aufstellung der Gemüsechipsmannschaft der Bio-Zentrale. Damit ist das Team der veganen, gluten- und lactosefreien biozentrale Gemüsechips um zwei starke Snack-Alternativen gegenüber normalen Kartoffelchips gewachsen. Mit mittlerweile vier Sorten sind somit die biozentrale Gemüsechips schon jetzt die Geschmacks-Europameister 2016.

„Die Stärken unserer Gemüsechips sind ganz klar die farbliche und geschmackliche Vielfalt ursprünglicher Gemüsearten aus ökologischer Landwirtschaft“, sagt Bio-Zentrale Marketingleiterin Gabriele Weiss-Brummer.

biozentrale Gemüsechips sind der ideale Snack für spannende EM-Fußballabende, die perfekten Begleiter für Grillmeister/innen oder ein idealer Knabberspaß für Zwischendurch, den man mit gutem Gewissen genießen kann.

Produktinformationen und Inhaltsangaben:

enthalten unter anderem:

Chioggia Beete, Lila Süßkartoffeln, Pastinaken, Sonnenblumenöl, schwarzer Pfeffer, Meersalz

biozentrale Süßkartoffelchips mit Rosmarin enthalten unter anderem:

Süßkartoffeln, Sonnenblumenöl, Meersalz, Rosmarin und Knoblauchpulver

Im Handel sind die beiden neuen Sorten, neben den bereits bestehenden Sorten „Rote Beete“ und „Pastinake, Rote Beete, Karotte, Süßkartoffel“, ab Mai zu erhalten. UVP pro Tüte: 1,99 €.

Das Produktsortiment der Bio-Zentrale ist unter anderem bei REWE und Edeka erhältlich.

Auch online kann man die Produkte erwerben, zum Beispiel über den Händler Amazon.

Weitere Informationen online unter www.biozentrale.de und auf facebook.com/biozentrale

 




Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt zu Besuch in der Ölmühle Moog

PRESSEMITTEILUNG

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Vertreter des Bündnisses Ökolandbau Sachsen trafen sich auf dem Hofgut der Ölmühle Moog mit Staatsminister Thomas Schmidt und dem Wahlkreisabgeordneten Geert Mackenroth:
Dirk Rudert (Naturland e. V.), Jakob Ganten (Demeter e. V.), Bio-Landwirt Hans Joachim Mautschke (Gut
Krauscha), Judith Moog (BIO PLANÈTE Ölmühle Moog GmbH), Staatsminister Thomas Schmidt, Kornelie
Blumenschein (Gäa e. V.), Dr. Lena Weick (Bioland e. V.), Geert Mackenroth, MdL (v. l. n. r.)

Auf Einladung des Bündnisses Ökolandbau Sachsen besuchte der sächsische Staatsminister für
Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt am 20. Juni 2016 die Ölmühle Moog GmbH in
Lommatzsch. Das Bündnis vertritt sächsische Bio-Anbau- und Erzeugerverbände wie die
Vereinigung Ökologischer Landbau (Gäa e. V.), Bioland, Naturland und Demeter e. V., die
mit je einem Vertreter anwesend waren. Außerdem nahm der CDU-Wahlkreisabgeordneten
der CDU Geert Mackenroth an dem Gespräch teil.

Anlass des Treffens war der Austausch zu aktuellen Fragen im sächsischen Öko-Landbau und
eine Bestandsaufnahme der momentanen Situation. Weiterhin sollte es darum gehen zu
analysieren, wo auf beiden Seiten Handlungsbedarf im Sinne von tragfähigen und
entwicklungsfähigen Strukturen im Öko-Landbau in Sachsen besteht.

Auf Wunsch des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft fand das
Treffen bei der BIO PLANÈTE Ölmühle Moog statt – dem Bio-Hersteller mit französischen
Wurzeln statt, der seit 2004 auch in der Lommatzscher Pflege ansässig ist. Judith Moog, die
Inhaberin und Geschäftsführerin der Ölmühle, ist außerdem Bio-Landwirtin. Ihr Bio-Hofgut
Faller baut in der Lommatzscher Pflege u. a. Kartoffeln, Raps, Dinkel und Sonnenblumen an.
Als Bio-Landwirtin und damit Anbieter landwirtschaftlicher Erzeugnisse einerseits und
Abnehmer von Bio-Ölsaaten für die Ölmühle andererseits kennt sie die Herausforderungen
auf beiden Seiten.

„Als Hersteller eines Produktes ist für mich – wie für jeden Unternehmer – zuerst einmal
entscheidend, ob es eine Nachfrage dafür gibt. Im Bio-Bereich stelle ich immer wieder fest,
dass die Verbraucher vor allem regionale Bio-Produkte nachfragen. Und dass das Angebot
dieser Produkte deutlich größer sein könnte. Hier sehe ich in Sachsen Nachholebedarf.“ sagt
die Tochter des Gründers der Ölmühle Moog GmbH. „Für mich geht es dabei weniger um das
Ausloten finanzieller Unterstützung, sondern darum, gemeinsam intelligente Lösungsansätze
zu finden.“, fügt Judith Moog hinzu.

Ihren Lösungsansatz hat Judith Moog bei dieser Gelegenheit ebenfalls präsentiert: die im
Februar 2015 von ihr gegründete Initiative „Gemeinsam für mehr Bio-Landwirtschaft in
Deutschland“ und die Ölserie „Aus unserer Heimat“. Mittlerweile gehören 15 Bio-Landwirte
aus Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern der
Initiative an. Sie profitieren unter anderem von langfristigen Abnahmegarantien und einer
Bezahlung, die die Produktionsbedingungen der Ökolandwirte berücksichtigt und sind auf den
jeweiligen Flaschetiketten abgebildet. Bereits 8 verschiedene Ölsorten aus heimischer
Produktion kann BIO PLANÈTE inzwischen anbieten, darunter Klassiker wie heimisches
Lein-, Raps-, Sonnenblumenöl, aber auch seltenere Sorten wie Hanf-, Mohn- oder
Leindotteröl. Die Nachfrage nach diesen Produkten ist sowohl seitens des Handels als auch
seitens der Verbraucher groß.

Der Austausch zwischen Öko-Verbänden und Landespolitikern, der in der Küche der Ölmühle
stattfand, war aus Sicht der Bündnis-Vertreter offen und konstruktiv. Inhalte des Gesprächs
waren unter anderem die Auswirkungen der gegenwärtigen Milchkrise, eine stärkere
Verankerung der biologischen Landwirtschaft im Rahmen von Ausbildungen,
Beratungsleistungen sowie die Förderung von Wissenstransfer. Eine regelmäßige Fortsetzung
der Gespräche auf Fachebene ist angedacht.

Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt ist für einen weiteren Ausbau des Öko-Landbaus in
Sachsen: „Besonders für umstellungswillige Betriebe werden wir etwas tun. Ab dem
kommenden Jahr werden wir die Umstellungsprämien erhöhen. Dazu brauchen wir noch die
Genehmigung der EU“. Gleichzeitig warb der Minister für ein gleichberechtigtes und
ideologiefreies Nebeneinander von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft. „In
Sachsen sind wir hier auf einem guten Weg“, betonte der Minister.
Druckfähiges Bildmaterial finden Sie unter: www.flickr.com/photos/bioplanete
oder auf Nachfrage unter u. g. Kontaktdaten.

2016 06 22 PM – BIO PLANÈTE Besuch StM Schmidt + Buendnis Oekolandbau
Abdruck honorarfrei/Belegexemplar erbeten

Pressekontakt und Rückfragen an:
Susanne Langer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 035241 820-822
E-Mail: susanne.langer@bioplanete.com
www.bioplanete.com

Ölmühle Moog GmbH
Klappendorf 2
01623 Lommatzsch




Cola-Kommentar von André Schürrle entlarvt „Doppelmoral“ des DFB – Nationalspieler müssen für Produkte werben, die sie selber nicht empfehlen

Pressemitteilung

Berlin, 14. Juni 2016. Die Verbraucherorganisation foodwatch wirft dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Doppelmoral bei seinen Werbeverträgen mit Coca-Cola, Ferrero und McDonald’s zur Fußball Europameisterschaft vor. Weder eigene Spieler noch der Koch der Nationalmannschaft empfehlen den Verzehr jener Produkte, für die das Team Kindermarketing betreiben muss.

Nationalspieler André Schürrle erklärte kürzlich auf einer Pressekonferenz im französischen Évian, es gebe „keine Chips und keine Cola“ für die Mannschaft, sondern „eher gesunde Sachen“. Schürrle ziert ein EM-Werbeplakat von Coca-Cola, dem Weltmarktführer für Zuckergetränke. Der Team-Koch Holger Stromberg machte gegenüber foodwatch deutlich, dass er überwiegend stilles Wasser und Tee serviere – und nur gelegentlich eine „selbst gemachte Limonade“.

„Dem DFB ist der Profit wichtiger als das Gemeinwohl. Die deutschen Nationalspieler müssen für zuckrige Cola werben, obwohl sie selbst von dem Verzehr abraten“, erklärte Oliver Huizinga, foodwatch-Experte für Lebensmittelmarketing.

Der DFB unterhält während der EM 2016 Werbeverträge mit Coca-Cola, Ferrero und McDonald’s. Seit mehreren Wochen druckt Coca-Cola die Gesichter der deutschen Nationalspieler auf ihre Cola-Dosen unter dem Motto: „Hol Dir das Team auf 24 Sammeldosen“. foodwatch kritisierte die Kampagne als verantwortungsloses Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel. Der DFB mache sich zum „Diabetes Förder-Bund“. Der Sportverband torpediere die Bemühungen zahlreicher Eltern und Lehrer, Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern.

Sowohl foodwatch als auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) haben den DFB in der vergangenen Woche aufgefordert, die Werbeverträge mit den Junkfood-Konzernen zu kündigen. Man wisse, dass ein Übermaß an süßen und fettigen Lebensmitteln und Getränken für die Zunahme von Übergewicht bei Kindern verantwortlich sei, erklärte der der Präsident des BVKJ, Thomas Fischbach. Das sei „keine Nachwuchsförderung, sondern Nachwuchsschädigung“. DDG-Präsident Professor Baptist Gallwitz forderte den DFB auf, sein Sponsoring-Konzept zu überdenken, um seiner Vorbildfunktion und gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

In einem Schreiben an foodwatch rechtfertigte der DFB die Partnerschaft mit Coca-Cola: Für die Zunahme des Übergewichts bei Kindern sei „nicht die Bevorzugung von süßen oder salzigen Lebensmitteln und Getränken“ verantwortlich, obwohl zahlreiche einschlägige Studien belegen, dass Zuckergetränke Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes Typ II fördern. Experten sprechen von einer „Adipositas-Epidemie“ – gerade auch wegen des übermäßigen Zucker-Konsums von jungen Menschen. Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren trinken durchschnittlich mehr als zwei Gläser zuckerhaltige Getränke pro Tag. Unter den 14- bis 17-Jährigen sind es sogar drei bis vier Gläser. Diesen alarmierenden Fakten zum Trotz lässt der DFB seit rund einem Monat die Gesichter der 24 Nationalspieler auf Cola-Dosen drucken. In 24 Dosen stecken insgesamt 280 Zuckerwürfel (oder 840 Gramm Zucker).

Link:

– E-Mail-Aktion „Kein Kindermarketing für Ungesundes mit Neuer, Schweinsteiger & Co.!“: www.dfb-aktion.foodwatch.de

Redaktionelle Hinweise:

– foodwatch: DFB ist „Diabetes Förderer-Bund“: tinyurl.com/hxatdr3
– Cola-Fakten: tinyurl.com/z8xhflk
– Fotostrecke „Rote Karte für den DFB“: Download
– Korrespondenz zwischen foodwatch und dem DFB: tinyurl.com/gualbzp
– Infos zur Coca-Cola EM-Kampagne 2016: tinyurl.com/zee58tb

Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Dario Sarmadi
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




foodwatch-Test: Rewe-Eigenmarken enthalten gefährliche Mineralöle – foodwatch fordert Rückruf

Pressemitteilung

Berlin, 9. Juni 2016. Lebensmittel der Rewe-Eigenmarken sind stark mit gesundheitsgefährdenden Mineralölen belastet. Das ist das Ergebnis eines neuen Labortests der Verbraucherorganisation foodwatch. Demnach sind drei von sechs getesteten Rewe-Produkten betroffen: „Rewe Bio Vollkornsemmelbrösel“ enthalten aromatische Mineralöle (MOAH), die krebserregend und erbgutverändernd sein können. In den Produkten „ja! Langkorn-Spitzenreis“ und „Rewe Bio Dinkelflakes“ konnte die Verbraucherorganisation stark erhöhte Werte gesättigter Mineralöle (MOSH) nachweisen. MOSH können sich im menschlichen Körper anreichern und die Organe schädigen. Öko-Test hatte kürzlich in einem Veggie-Schnitzel der Rewe-Gruppe erhöhte MOSH-Werte gemessen, woraufhin Rewe einen Verkaufsstopp veranlasste.

„Rewe muss jetzt konsequent sein: Was für Veggie-Schnitzel gilt, muss auch für Vollkornsemmelbrösel gelten! Lebensmittel mit derartigen Mineralölverunreinigungen haben im Supermarktregal nichts verloren“, sagte Johannes Heeg von foodwatch.

Das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ hatte in seiner Juni-Ausgabe von erhöhten MOSH-Werten im „Naturgut Bio-Veggie-Schnitzel“ berichtet – einer Eigenmarke des zur Rewe-Gruppe gehörenden Discounters Penny. In einem Schreiben an Öko-Test, das foodwatch vorliegt, kündigte Rewe an, das Produkt „bis zur eindeutigen Klärung des Sachverhalts“ aus dem Regal zu nehmen. foodwatch forderte von Rewe, auf die aktuellen Testergebnisse ebenso zu reagieren und die betroffenen Produkte aus dem Verkehr zu ziehen. Für das mit krebsverdächtigen MOAH belastete Produkt „Bio Vollkornsemmelbrösel“ müsse Rewe zudem einen Produktrückruf veranlassen.

„Rewe kennt die Gefahren von Mineralöl in Lebensmittel nur zu gut. Es ist endlich Zeit für Lösungen: Nur eine wirksame Barriereschicht zwischen Verpackung und Lebensmittel kann den Übergang von Mineralölen aus Verpackungen sicher verhindern. Zudem muss Rewe den Produktionsprozess so sauber halten wie es technisch möglich ist“, forderte Johannes Heeg.

Aromatische Mineralöle (MOAH) sind laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) potenziell krebserregend und erbgutverändernd. Gesättigte Mineralöle (MOSH) lagern sich im menschlichen Körper vor allem in Organen wie Leber und Milz, aber auch den Lymphknoten ab. Über Jahre hinweg kann es so zu Organschäden kommen. Besonders Kinder sind gefährdet: Laut der EFSA sind diese stärker mit Mineralölen belastet als Erwachsene. Mineralöle können über unterschiedliche Wege in Lebensmittel übergehen. Eine wesentliche Quelle sind Druckfarben aus Altpapier-Verpackungen und Pappkartons, die zur Lagerung und zum Transport verwendet werden – aber auch durch in der Produktion verwendete Maschinenöle oder Abgase aus Industrie und Verkehr.

In den vergangenen Monaten waren in einer ganzen Reihe von Tests Mineralöl-Verunreinigungen in Lebensmitteln öffentlich geworden – foodwatch fand sie etwa in Schoko-Osterhasen und in Bio-Haferflocken von Alnatura, Öko-Test in sogenannten Superfoods und Dr. Oetker-Produkten und Stiftung Warentest in Olivenölen.

foodwatch fordert eine Null-Toleranz für die besonders kritischen aromatischen Mineralöle (MOAH) und strikte Höchstwerte für gesättigte Mineralöle (MOSH). Dazu müssten Hersteller gesetzlich verpflichtet werden, „funktionelle Barrieren“ einzusetzen: Mit einem geeigneten Innenbeutel oder einer Beschichtung der Verpackung ließen sich Produkt und Verpackung voneinander trennen, sodass weder Mineralöle noch hunderte weitere, zum Teil gesundheitsgefährdende Chemikalien auf die Produkte übergehen können, so foodwatch. Solange es keine europäische Regelung gibt, sei die Bundesregierung in der Pflicht ein nationales Gesetz zu beschließen.

Link:
– E-Mail-Aktion gegen Mineralöle in Lebensmitteln: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:
– foodwatch-Testergebnisse im Überblick: tinyurl.com/h3utuly
– Kellogg‘s „Special K Classic“ mit Mineralölen belastet tinyurl.com/hep8khu
– Test: Gefährliche Mineralöle in Alnatura-Haferflocken: tinyurl.com/hqhxdl5
– foodwatch-Test zu Mineralölen in Reis, Nudeln & Co: tinyurl.com/pmwtgr2
– Test: Krebsverdächtige Mineralöle in Schoko-Osterhasen: tinyurl.com/hw6yp5n
– Hintergrundinformationen zu Mineralölen in Lebensmitteln: tinyurl.com/h573v5v

Pressekontakt:
Andreas Winkler
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




foodwatch-Test: Kellogg’s „Special K Classic“ stark mit gefährlichen Mineralölen belastet

Pressemitteilung

– Extrem hohe Werte an gesättigten Mineralölen in Kellogg’s „Special K Classic“ nachgewiesen
– Bei anderen Produkten macht Kellogg’s Fortschritte
– foodwatch fordert wirksame Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln

Berlin, 02. Juni 2016. „Kellogg’s Special K Classic“ sind stark mit gesättigten Mineralölen belastet. Das ist das Ergebnis eines Labortests der Verbraucherorganisation foodwatch. Demnach enthalten ein Kilogramm Frühstückflocken ganze 19 Milligramm der gefährlichen Mineralöle.

Die nachgewiesenen gesättigten Mineralöle (MOSH) reichern sich im menschlichen Körper vor allem in Organen wie Leber oder Milz, aber auch den Lymphknoten an. Über Jahre hinweg kommt es so zu einer hohen Mineralölkonzentration im menschlichen Körper. Die Folge können Organschäden sein. Kinder sind besonders gefährdet – laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind diese stärker mit Mineralölen belastet als Erwachsene.

„Kellogg’s setzt die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher aufs Spiel. Gerade für ein Produkt, das häufig von Kindern verzehrt wird, ist die Mineralöl-Belastung absolut inakzeptabel“, kritisierte Johannes Heeg von foodwatch. „Für einen effektiven Gesundheitsschutz muss Kellogg’s die gefährlichen Substanzen aus ihren Produkten heraushalten und Kellogg’s Special K Classic umgehend aus den Regalen nehmen!“

foodwatch testete insgesamt vier Produkte von Kellogg’s. Anders als das stark belastete Produkt „Kellogg’s Special K“ enthielten „Kellogg’s Frosties“, „Kellogg’s Smacks“ und „Kellogg’s Cornflakes“ nur geringe Spuren gesättigter Mineralöle (MOSH). Die noch gefährlicheren aromatischen Mineralöle (MOAH), die laut der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) potenziell krebserregend und erbgutverändernd sind, waren in keinem Produkt nachweisbar. Noch im Oktober 2015 hatte foodwatch in einem umfassenden Labortest in „Kellogg’s Cornflakes“ MOAH nachgewiesen.

„Aldi Süd hat vor acht Wochen angekündigt, keinerlei Mineralölbelastungen mehr in den Lebensmitteln seiner Eigenmarken zu dulden. Das muss auch die Messlatte für Kellogg`s sein: Aromatische Mineralöle haben in Lebensmitteln nichts zu suchen, gesättigte müssen zumindest so weit wie möglich minimiert werden“, forderte Johannes Heeg.

Mineralöle können über unterschiedliche Wege in Lebensmittel gelangen. Eine wesentliche Quelle sind Druckfarben aus Altpapier-Verpackungen und Pappkartons, die zur Lagerung und zum Transport verwendet werden. Aber auch über in der Produktion verwendete Maschinenöle oder über Abgase aus Industrie und Verkehr können Mineralöle in Lebensmittel gelangen.

foodwatch forderte Kellogg`s auf, eine „funktionellen Barriere“ einzusetzen: Mit einer Beschichtung oder einem geeigneten Innenbeutel lassen sich Produkt und Kartonverpackung voneinander trennen, sodass weder Mineralöle noch hunderte weitere, zum Teil gesundheitsgefährdende Chemikalien auf die Produkte übergehen können. Zudem müsse Kellogg’s dafür sorgen, dass der Übergang von MOSH in Lebensmitteln während des gesamten Produktionsprozess so weit wie technisch möglich reduziert wird.

In den vergangenen Monaten waren in einer ganzen Reihe von Tests Mineralöl-Verunreinigungen in Lebensmitteln öffentlich geworden – foodwatch fand sie in Schoko-Osterhasen, Öko-Test in sogenannten Superfoods und Dr. Oetker-Produkten, das Bayerische Landesgesundheitsamt in Adventskalendern, Stiftung Warentest in Olivenölen. Den umfangreichsten Labortest hatte foodwatch im Oktober 2015 veröffentlicht. Demnach war jedes fünfte getestete Lebensmittel in Deutschland (9 von 42 Produkten) mit krebsverdächtigen MOAH belastet.

foodwatch fordert strikte Höchstwerte für gesättigte Mineralöle (MOSH) in Lebensmitteln. Bei den besonders kritischen aromatischen Mineralölen (MOAH) müsse eine Null-Toleranz gelten. Solange es keine europäische Regelung gibt, sei die Bundesregierung in der Pflicht ein nationales Gesetz zu beschließen.

Link:

– E-Mail Protest-Aktion zu Mineralölen in Lebensmitteln: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Redaktionelle Hinweise:

– Testergebnisse Kellogg’s: tinyurl.com/j3mlozo
– Test: Gefährliche Mineralöle in Alnatura-Haferflocken: tinyurl.com/hqhxdl5
– foodwatch-Test zu Mineralölen in Reis, Nudeln & Co: tinyurl.com/pmwtgr2
– Test: Krebsverdächtige Mineralöle in Schoko-Osterhasen: tinyurl.com/hw6yp5n
– Hintergrundinformationen zu Mineralölen in Lebensmitteln: tinyurl.com/h573v5v
– EFSA-Opinion on Mineral Oil Hydrocarbons in Food (englisch): tinyurl.com/p9kausf
Pressekontakt:

foodwatch e.V.
Dario Sarmadi
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




foodwatch-Marktcheck belegt: Verbraucher können Verfall der Milchpreise nicht aufhalten

Pressemitteilung – „Milchgipfel“

– Konsumenten können Milchpreise nicht über ihr Einkaufsverhalten stützen
– Differenz zwischen teurer und billiger Milch kommt nicht bei den Bauern an
– Verbraucherorganisation foodwatch sieht die Politik in der Pflicht

Berlin, 30. Mai 2016. Vor dem heutigen „Milchgipfel“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums hat die Verbraucherorganisation foodwatch einen Milchpreis-Marktcheck veröffentlicht, der zeigt: Konsumentinnen und Konsumenten können die derzeit niedrigen Milchpreise von gut 20 Cent pro Liter nicht über ihr Einkaufsverhalten steuern. „Auch wenn Verbraucherinnen und Verbraucher zu einer teureren Milch greifen – beim Landwirt schlägt sich das praktisch nicht nieder“, sagte Sophie Unger, Campaignerin bei foodwatch.

Mit dem Marktcheck widerlegte foodwatch Bundesagrarminister Christian Schmidt. Er hatte im Vorfeld des „Milchgipfels“ erklärt, auch die Verbraucherinnen und Verbraucher könnten etwas tun, wenn sie nicht immer zur billigsten Milch griffen. Doch der foodwatch-Marktcheck zeigt: Ein Liter ja!-ESL-Vollmilch kostet beispielsweise aktuell bei Rewe 46 Cent, für das gleiche Produkt von „Bärenmarke“ werden 1,15 Euro verlangt – das ist das 2,5-Fache. In beiden Fällen erhielten die Landwirte von den Molkereien nur rund 26 Cent (Auszahlungspreise im April).

„Es ist beim Einkaufen von Milch vollkommen intransparent, wieviel vom Verkaufspreis beim Bauern ankommt. Bei der teureren Herstellermarke zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem für Werbung und Marketing. Landwirte erhalten fast immer die gleichen, niedrigen Auszahlungspreise“, sagte foodwatch-Expertin Unger. „Aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher ist es unter solchen Marktbedingungen völlig vernünftig, wenn sie zur billigeren Variante greifen.“

foodwatch hat die aktuellen Preise von 31 handelsüblichen Milchmarken aus dem Kühlregal (ESL-Milch) und H-Milch sowohl aus konventioneller als auch aus ökologischer Herstellung verglichen. Ihnen wurden Preise gegenübergestellt, die die Molkereien an die Bauern auszahlten.

Im Handel betrug die Preisdifferenz zwischen konventioneller Discount-Milch und einem Markenprodukt (bei ESL und bei H-Milch) zuletzt bis zu 83 Cent pro Liter (plus 180 Prozent). Die günstigste Eigenmarke kostete bei fast allen Handelsketten 0,46 Euro, das teuerste Markenprodukt lag bei 1,29 Euro. Dagegen betrug der Unterschied beim Auszahlungspreis an die Bauern maximal fünf Cent (plus 20 Prozent). Die Landwirte erhielten im April zwischen 23,7 und 28,4 Cent pro Liter konventionell erzeugter Milch. Es wird erwartet, dass im Mai noch weniger ausgezahlt wird.

Im Bio-Segment der Handelsmarken ist die Diskrepanz zwischen Verkaufspreis im Supermarkt und dem Auszahlungspreis aktuell für die Bauern weniger eklatant. Die Bio-Milchbauern erhielten in den letzten Monaten um 48 Cent pro Liter. Für Verbraucherinnen und Verbraucher kostet die Bio-Milch der Handelsmarken aktuell knapp über einem Euro. Bei Bio-Milch werden die höheren Supermarktpreise demnach eher an die Landwirte weitergereicht.

Die Milchpreiskrise geht vor allem auf ein Überangebot an Milch zurück, das die führenden Handelskonzerne mit ihrer Marktmacht ausnutzen. „Die Bundesregierung muss aufhören, Märchen zu erzählen. Der Kauf teurerer Milch im Supermarkt kann den Bauern nicht aus der Krise helfen. Es ist an Minister Schmidt, die Rahmenbedingungen so ändern, dass die Milchbauern von ihrer Arbeit leben können“, so Unger. „Es darf nicht sein, immer wieder reflexhaft die Schuld den Verbraucherinnen und Verbrauchern in die Schuhe zu schieben. Das ist einfach Käse.“

Redaktioneller Hinweis:
– Marktcheck Milchpreise: tinyurl.com/marktcheck-milchpreise
– Hintergrund Marktckeck-Milchpreisen: tinyurl.com/hintergrund-milchpreise

Pressekontakt:
Sylvie Ahrens
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




foodwatch-Test: Haferflocken von Alnatura mit gefährlichen Mineralölen belastet – Kinder besonders gefährdet

Pressemitteilung

Berlin, 26. Mai 2016. Bio-Haferflocken des Herstellers Alnatura enthalten gesundheitsgefährdende Mineralöle. Das ist das Ergebnis eines Labortests der Verbraucherorganisation foodwatch. Demnach sind „Alnatura Haferflocken zartschmelzend“ mit aromatischen Mineralölen (MOAH) belastet, die potenziell krebserregend und erbgutschädigend sind.

„Krebsverdächtige Mineralöle haben in unseren Lebensmitteln nichts zu suchen – erst recht nicht in Produkten, die bevorzugt von Kindern verzehrt werden“, kritisierte Johannes Heeg von foodwatch. Kinder sind laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stärker mit Mineralölen belastet als Erwachsene. foodwatch forderte von Alnatura, das Produkt im Interesse des Gesundheitsschutzes öffentlich zurückzurufen.

foodwatch testete zwei Produkte von Alnatura auf mögliche Mineralöl-Belastungen. Während „Alnatura Haferflocken zartschmelzend“ MOAH enthalten, konnten im „Alnatura Weizengrieß“ geringe Werte von gesättigten Mineralölen (MOSH) nachgewiesen werden. MOSH kommen häufiger und in größeren Mengen in Lebensmitteln vor, reichern sich in den Körperorganen an und können diese schädigen. Mineralöle können auf verschiedenen Wegen in Lebensmittel gelangen. Eine häufige Quelle sind Verpackungen aus Altpapier, die Mineralöle aus Druckfarben enthalten. Doch auch aus den Pappkartons, die für Lagerung und Transport verwendet werden, können Mineralöle durch die Produktverpackung hindurch auf die Lebensmittel übergehen.

Die foodwatch-Testergebnisse deuten zwar darauf hin, dass Alnatura bei den belasteten Haferflocken eine Verpackung aus Frischfasern statt Altpapier verwendet. foodwatch kritisierte solche Verpackungen jedoch als unzureichend, um das Problem zu lösen: „Nur eine wirksame Barriereschicht zwischen Verpackung und Lebensmittel kann den Übergang von Mineralölen in Lebensmittel sicher verhindern. Alnatura setzt die Verbraucherinnen und Verbraucher einem unnötigen Gesundheitsrisiko aus“, sagte Johannes Heeg. Es gebe bereits geeignete Materialien, etwa Innenbeutel oder Beschichtungen, die Kartonverpackung und Produkt so voneinander trennen, dass sowohl Mineralöle als auch hunderte weitere, zum Teil gesundheitsgefährdende Chemikalien nicht auf die Lebensmittel übergehen können.

foodwatch fordert, dass funktionelle Barrieren für alle Lebensmittelverpackungen aus Papier vorgeschrieben werden. Außerdem müsse es spezifische Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln selber geben: MOAH sollten aufgrund ihrer möglichen erbgutverändernden und krebserregenden Wirkung gar nicht in Lebensmitteln nachweisbar sein, für MOSH sollten strikte Höchstwerte festgesetzt werden. Bis es zu einer europäischen Regelung kommt, sei die Bundesregierung in der Pflicht, ein nationales Gesetz zu beschließen.

Bereits im Oktober 2015 hatte foodwatch in 52 von 120 Produkten aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden krebsverdächtige Mineralöle nachgewiesen. Kurz vor Ostern dieses Jahres fand foodwatch in 8 von 20 untersuchten Schokohasen aromatische Mineralöle. Da sich bei krebserregenden Substanzen keine gesundheitlich unbedenkliche Aufnahmemenge definieren lässt, bewertet die EFSA die Aufnahme von MOAH durch die Nahrung generell als potenziell krebsauslösend und erbgutverändernd. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt schon seit 2012, dass kein nachweisbarer Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfinden sollte.

Link:

– E-Mail-Aktion zu Mineralölen in Lebensmitteln: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Redaktionelle Hinweise:

– foodwatch-Testergebnisse zu Mineralölen in Alnatura-Produkten: tinyurl.com/gux8dxx
– foodwatch-Test zu Mineralölen in Reis, Nudeln & Co: tinyurl.com/pmwtgr2
– Test: Krebsverdächtige Mineralöle in Schoko-Osterhasen: tinyurl.com/hw6yp5n
– Hintergrundinformationen zu Mineralölen in Lebensmitteln: tinyurl.com/h573v5v
– EFSA-Opinion on Mineral Oil Hydrocarbons in Food (englisch): tinyurl.com/p9kausf

Pressekontakt:

foodwatch e.V.
Dario Sarmadi
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




Sechs bittere Wahrheiten über süße Getränke: Wie Cola & Co. die Gesundheit schädigen

Pressemitteilung – Thema: Zuckergetränke

Berlin, 25. Mai 2016. Von Zahnschäden über Fettleibigkeit bis hin zu Diabetes und Potenzstörungen: Stark zuckerhaltige Getränke wie Cola können zu weit ernsteren Krankheiten führen als häufig angenommen. Darauf hat die Verbraucherorganisation foodwatch aufmerksam gemacht.

„Cola, Fanta und Co. sind keine ’soften‘ Drinks, sondern flüssige Krankmacher“, sagte Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelmarketing bei foodwatch. „Klar, Cola ist nicht gesund – das wird den meisten von uns schon als Kind beigebracht. Aber über das wahre Ausmaß der Gesundheitsgefahren von Zuckergetränken wird zu wenig gesprochen.“

Prof. Dr. med. Thomas Danne, Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover und Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, erklärte: „Jungen im Alter von sechs bis sieben Jahren konsumieren allein durch das Trinken von Limonaden fünf Kilogramm Zucker pro Jahr. Limonade ist Zuckerwasser und man trinkt viele Kalorien, ohne dass sich ein Gefühl von Sattsein einstellt. Limonadenkalorien sind deshalb immer zusätzliche und unnötige, sogar schädliche Kalorien.“

Ein Video, das foodwatch heute unter www.cola-fakten.de veröffentlicht hat, zeigt sechs bittere Fakten über Zuckergetränke:

1) Deutschland ist Europameister im Konsum von Zuckergetränken.
Die Deutschen trinken im europäischen Vergleich am meisten Cola, Fanta und Co. Der Pro-Kopf-Verbrauch von „Erfrischungsgetränken“ hat seit den 1970er Jahren um 150 Prozent zugenommen und belief sich 2014 auf 119,8 Liter pro Jahr. Davon sind etwa 80 Liter zuckergesüßte Getränke wie Limo, Energydrinks oder Fruchtsaftgetränke. Besonders beliebt sind Zuckergetränke bei jungen Männern: Sie trinken im Schnitt drei 200ml-Gläser pro Tag.

2) Zuckergetränke fördern Übergewicht und Fettleibigkeit.
Der regelmäßige Konsum von Zuckergetränken fördert nachweislich Übergewicht sowie Fettleibigkeit. Erwachsene, die täglich Zuckergetränke zu sich nehmen, haben ein 27 Prozent höheres Risiko für Übergewicht oder Fettleibigkeit als Erwachsene, die keine Zuckergetränke trinken. Bei Kindern erhöht schon ein einziges zusätzliches Zuckergetränk am Tag das Risiko für Fettleibigkeit um 60 Prozent.

3) Zuckergetränke fördern Diabetes Typ 2.
Der regelmäßige Verzehr von Zuckergetränken erhöht nicht nur das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit, sondern auch für die Entstehung von Diabetes Typ 2: Erwachsene, die ein bis zwei Dosen pro Tag trinken, haben ein 26 Prozent höheres Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken als Erwachsene, die selten Zuckergetränke trinken. Aktuell sind in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen von der Krankheit betroffen – das entspricht einer altersbereinigten Steigerung um 24 Prozent seit 1998. Durch Diabetes Typ 2 und Folgekrankheiten entstehen jedes Jahr Gesundheitskosten von schätzungsweise 48 Milliarden Euro.

4) Etwa die Hälfte der Männer mit Diabetes leiden unter Potenzstörung (erektile Dysfunktion).
Eine häufige Folge von Diabetes: Potenzstörungen. Die Krankheit schädigt Nerven und Gefäße und kann so Lustempfinden und Erektionsfähigkeit verringern. Diabetes-Patienten sind deutlich häufiger von erektiler Dysfunktion betroffen als die Allgemeinbevölkerung – zudem tritt die Störung etwa 10 bis 15 Jahre früher auf.

5) Diabetes führt in Deutschland zu etwa 40.000 Amputationen pro Jahr.
Diabetes ist der Hauptgrund für Amputationen. Durch Diabetes wird die Durchblutung und Schmerzwahrnehmung an Beinen und Füßen gestört, was häufig zu Geschwüren und chronischen Wunden führt. Die Folge: Etwa 40.000 Amputationen am Fuß pro Jahr allein in Deutschland – in etwa der Hälfte der Fälle wird der gesamte Fuß oberhalb des Sprunggelenks entfernt.

6) Zuckergetränke schädigen die Zähne.
Auch die Zähne leiden unter dem Konsum von Cola, Fanta, Sprite & Co. Der häufige Verzehr zuckerhaltiger Nahrung und Getränke zwischen den Hauptmahlzeiten ist nach Meinung von Zahnmedizinern einer der Hauptgründe für die Entstehung von Zahnerkrankungen. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung warnt davor, dass Zucker-Getränke aufgrund der nachgewiesenen „zahnschädigenden Wirkung“ durch Zucker und Säuren „besonders gefährlich für die Zähne“ sind. Diabetiker haben zudem ein dreifach erhöhtes Risiko an Parodontitis, einer Entzündung des Zahnbetts, zu erkranken.

Das heute von foodwatch veröffentlichte Video ist eine ins Deutsche übersetzte Version des Films „The Real Bears – the unhappy truth about soda“ der Organisation Center for Science in the Public Interest (CSPI), der in den USA bereits eine breite Debatte über die Gefahren zuckerhaltiger Getränke angestoßen hat.

Link:
– foodwatch-Video „6 bittere Fakten über Cola & Co.“: www.cola-fakten.de

Quellenangaben:
– Quellen- und Studienverweise zu allen in dieser Pressemitteilung getätigten Aussagen: tinyurl.com/quellenverzeichnis

Weiterführende Information:
– Original-Video „The Real Bears“ von CSPI: therealbears.org/

Pressekontakt:
Andreas Winkler
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




Abstimmung im EU-Parlament: foodwatch fordert verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Milch, Milchprodukten und verarbeitetem Fleisch

Pressemitteilung

Berlin, 11. Mai 2016. Eine überwältigende Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher wünscht sich bei Lebensmitteln zuverlässige Angaben darüber, woher die Zutaten stammen. Das haben Umfragen – etwa durch infratest dimap im Mai 2014 – ergeben. Am Donnerstag (12.05.2016) stimmt das EU-Parlament über eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Milch, Milchprodukten und verarbeitetem Fleisch ab. Das Votum könnte Signalwirkung haben. „Neun von zehn Konsumentinnen und Konsumenten wollen klare Herkunftsangaben bei Lebensmitteln. Das darf das EU-Parlament nicht ignorieren“, sagte Lena Blanken, Expertin für Lebensmittelkennzeichnung bei der Verbraucherorganisation foodwatch. „Verbraucherinnen und Verbraucher müssen endlich das Recht haben zu erfahren, woher ihre Lebensmittel kommen. Eine verbindliche Herkunftskennzeichnung für alle Hauptzutaten ist überfällig.“

Bisher muss in der Europäischen Union die Herkunft für das meiste frische Obst und Gemüse verpflichtend angegeben werden. Bei frischen Eiern haben Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit, einen Code zu dechiffrieren, der Auskunft über den Legeort gibt. Und bei unverarbeitetem Rindfleisch wurde eine Kennzeichnungspflicht in Folge des BSE-Skandals eingeführt. Diese gilt seit dem vergangenen Jahr auch für unverarbeitetes Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch. Herkunftsangaben bei Milch, Milchprodukten und verarbeitetem Fleisch (also zum Beispiel Wurst und Schinken aber auch in Lasagne oder Gulasch) hat die Lebensmittelindustrie dagegen bislang verhindert. Sie verweist dabei immer wieder auf die angeblich zu hohen Kosten.

Doch dass Herkunftsangaben die Produkte nicht viel teurer machen, beweist die Firma Frosta. Der Hamburger Tiefkühlhersteller nennt die Ursprungsorte auf der Verpackung – und veranschlagt dafür laut eigenen Angaben nur wenige Cent. Dazu sagte foodwatch-Expertin Lena Blanken: „Am Geld kann es nicht liegen, dass sich die Branche und die Europäische Union so vehement gegen Transparenz bei der Herkunft stemmen. In Wahrheit sind die Gründe ganz andere: Die Lebensmittelwirtschaft kann oder will die Rückverfolgbarkeit der Zutaten bis heute nicht gewährleisten, und die EU will die Verhandlungen über Handelsabkommen wie TTIP nicht mit der Forderung nach konsequenter Herkunftstransparenz belasten.“

In der Europäischen Union wird schon seit mehr als fünf Jahren über verpflichtende Herkunftsangaben bei Lebensmitteln debattiert. Weil sich das EU-Parlament nicht einigen konnte, wurde die EU-Kommission beauftragt, die Folgen für eine Kennzeichnung einzelner Lebensmittelgruppen abzuschätzen. Die Ergebnisse dieser Prüfaufträge liegen inzwischen vor. Sie prognostizieren Mehrkosten durch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung und sprechen sich deshalb bei Milch und Milchprodukten nur unter Vorbehalt für bzw. bei Fleisch als Zutat gegen entsprechende Maßnahmen aus.

Der zuständige Fachausschuss des EU-Parlaments hatte demgegenüber im März mehrheitlich für verpflichtende Herkunftsangaben bei Milch, Milchprodukten und Produkten mit Fleisch gestimmt. Würde das Plenum diesem Votum folgen, wäre das ein starkes Signal an die EU-Kommission. Zwar ist die Resolution des Parlaments rechtlich nicht bindend, die Kommission wäre aber aufgefordert, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, der endlich die Wünsche der allermeisten Verbraucherinnen und Verbraucher respektiert.

Links:

– Chronologie zu verpflichtenden Herkunftsangaben: tinyurl.com/hpnyjkq
– Resolutionstext tinyurl.com/jee94at
– Pressemitteilung foodwatch vom 02. Juni 2015 zu TTIP und Herkunftskennzeichnung: tinyurl.com/j2dpzyv

Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Sylvie Ahrens
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90