Nachhaltiges Engagement: hessnatur stiftung schreibt Stipendium für die ESMOD Berlin aus – Bewerbung bis zum 5. März 2017

Presseinformation

Berlin. Zur Förderung des Gedankens der Nachhaltigkeit erweitern die Berliner Modehochschule ESMOD und die hessnatur stiftung ihre langjährige Kooperation um ein Stipendium für das internationale Master Programm „Sustainability in Fashion“, das im April 2017 startet. Das Stipendium deckt alle Gebühren des Vollstudiums ab.

Rolf Heimann, Gründer und Leiter der hessnatur Stiftung.
„Unsere Stiftung sieht es als Ihre Aufgabe, das Thema Nachhaltigkeit in die Lehre zu bringen und zu fördern. Der internationale Masterstudiengang an der ESMOD ist ja in diesem Bereich weltweit führend engagiert. Wir möchten unsere Zusammenarbeit auf der wissenschaftlichen und der angewandten Ebene gerne vertiefen. Und wir freuen uns, wenn durch unsere Unterstützung neue „change agents“ ausgebildet werden, die dann ihre Erkenntnisse und ihr neues Bewusstsein in Unternehmen und Projekten einbringen und multiplizieren können.“

Silvia Kadolsky, Gründerin der ESMOD Berlin, Internationale Kunsthochschule für Mode
„Es gibt eine langjährige Zusammenarbeit mit hessnatur, dem Marktführer im Bereich green fashion. Etliche Projekte mit tollen Ergebnissen im Bereich zero waste und upcycling fashion waren dadurch entstanden. Dass die hessnatur stiftung nun die Patenschaft für ein Stipendium übernimmt, freut uns natürlich sehr. So gibt es also nicht nur eine weiterhin praxisorientierte Zusammenarbeit, sondern hier wird eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen, einer jungen DesignerInn – von wo immer aus der Welt – ihr Wissen im MA Studiengang „sustainibility in fashion“ zu vertiefen und auszubauen“

Die Fakten
Stipendium: Deckt alle Gebühren
Bewerbungsfrist: 5. März 2017
Vergabedatum: 17. März 2017
Studienbeginn: 3. April 2017
Modus: Vollstudium
Dauer: 18 Monate
Sprache: Englisch
Qualifizierung: Master of Arts
Kreditpunkte 90

Weiter Informationen unter: http://esmod.de/studium/sustainability-in-fashion-m-a/

Über ESMOD
Der von ESMOD Berlin initiierte Masterstudiengang „Sustainability in Fashion“ ist durch seine interdisziplinäre und ganzheitliche Ausrichtung ein Novum im internationalen Kontext der Lehre und positioniert sich damit sowohl ökologisch, ethisch, sozial und ökonomisch nachhaltig. Das dreisemestrige Masterprogramm wird in englischer Sprache unterrichtet.

Über die hessnatur stiftung
Die hessnatur stiftung ist eine gemeinnützige und unabhängige Stiftung mit dem Zweck der Forschung und Entwicklung angewandter Nachhaltigkeit. Die Projektarbeit der operativen Stiftung wird von Textilingenieuren, Umweltspezialisten und Experten für soziale Standards der ehemaligen Corporate Responsibility Abteilung von hessnatur durchgeführt. Dadurch kann die hessnatur stiftung auf jahrzehntelange Erfahrung in der Nachhaltigkeit der Textilbranche zurückgreifen.

Kontakt
Sven Bergmann
– Unternehmenskommunikation –

Telefon: +49 (0)6033 991-221
Telefax: +49 (0)6033 991-7221
Mobil: +49 (0)151-122 46998
E-Mail: sven.bergmann@hess-natur.de
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Hess Natur-Textilien GmbH
Marie-Curie-Str. 7
35510 Butzbach




Bioseide als Entwicklungschance für Handwerk und Handel in Nord-Indien

Seidentraum und GIZ starten nachhaltige Textilproduktion in Meghalaya
In Meghalaya, einem schönen Hügelland in der Nordost-Ecke Indiens, leben 12,5% der ländlichen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Durch den Klimawandel mit steigenden Temperaturen und geringeren Niederschlägen werden die bisherigen landwirtschaftlichen Aktivitäten (wie zum Beispiel Fischzucht) weiter eingeschränkt. Als alternative Möglichkeit zur Einkommensgenerierung ist jetzt geplant, eine nachhaltige und faire textile Kette von der Seidenzucht bis hin zur Produktion von Kleidung aufzubauen.

Die natürlichen Ressourcen für die Intensivierung der Seidenproduktion sind vorhanden und die Jahrhunderte lange handwerkliche Tradition der Eri-Seidenzucht und Verarbeitung bietet eine hervorragende Grundlage, innovative Techniken einzuführen und neue Produkte herzustellen.. Durch die Einbeziehung lokaler Akteure und NGOs sowie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Projektpartner werden faire und sozial verträgliche Arbeitsbedingungen geschaffen.

Dr. Matias Langer, Geschäftsführer von Seidentraum, berichtet: „Es ist so schön zu erleben, mit welcher Hingabe die Frauen in Meghalaya die Seide verarbeiten. Sie freuen sich über das Interesse an ihren Produkten aus Peace Silk und sind offen für jegliche Unterstützung.“

Es ist geplant, die biologische Seidenzucht zu intensivieren, Handspinnräder und Handwebstühle einzuführen und die Färbetechniken mit heimischen Pflanzen zu verbessern. Das Projekt „Socio-economic empowerment of rural women artisans working in the eri silk value chain in Meghalaya“ ist unter dem Dach der Indisch-Deutschen Entwicklungszusammenarbeit angesiedelt und gehört zu den Maßnahmen der Klimawandelanpassung in Nordost-Indien.

Designer und Labels sind als Partner im Zuge des Produktdesigns willkommen. Die Vermarktung der Naturtextilien in Europa erfolgt über Seidentraum sowie Händler und Messen.

Kontakt
Dr. Matias Langer
Karl-Friedrich-Str. 1
04316-Leipzig
Tel. 0341-3314052
Fax 0341-3314072
email@seidentraum.eu
www.seidentraum.eu
www.bio-seide.de




Neue SÜDWIND-Studie erschienen: „Make in India. Untersuchung zu Arbeitsbedingungen in westindischen Textilbetrieben“

Pressemitteilung

Bonn, 27.06.2016: Make in India – mit diesem Slogan wirbt die indische Regierung um internationale Investitionen, um die Produktion im eigenen Land anzukurbeln – zu welchem Preis für die in der indischen Textilbranche arbeitenden Menschen, wird dabei nicht erwähnt: Überlange Arbeitszeiten, niedrige Löhne, fehlende Arbeitsverträge – diese Missstände treten in der gesamten textilen Kette auf. Die heute von SÜDWIND, der Deutschen Kommission Justitia et Pax und der indischen Nicht-Regierungsorganisation PRAYAS vorgelegte Studie zu den Arbeitsbedingungen in indischen Textilbetrieben lenkt den Blick auf die Arbeitsbedingungen in indischen Textilbetrieben von der Baumwollentkernung bis zur Konfektion. Auf der Grundlage einer Befragung von Beschäftigten aus zehn Textilbetrieben im indischen Bundesstaat Gujarat, die vom SÜDWIND-Partner PRAYAS Ende 2015 durchgeführt wurde, vermittelt die Studie ein Bild von strukturellen Arbeitsrechtsverletzungen in der indischen Textilverarbeitung.

„Die massivsten Arbeitsrechtsverletzungen wurden am Anfang der textilen Kette, in den Entkernungsfabriken, festgestellt. Was alle untersuchten Betrieben gemein haben: Zumindest ein Teil der Beschäftigten arbeitet ohne Verträge, ohne Zugang zu sozialen Sicherungssystemen und zu Löhnen unterhalb eines existenzsichernden Niveaus. Außer in einem Betrieb gab es keine gewerkschaftliche Interessenvertretung“, erläutert Dr. Sabine Ferenschild vom SÜDWIND Institut, eine der AutorInnen der Studie.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Arbeitsrechtsverletzungen zunehmen, je weiter man in der textilen Kette zurückgeht. Insbesondere die Entkernungsbetriebe, aber auch die Spinnereien verstoßen massiv gegen indisches Arbeitsrecht und gegen verschiedene ILO-Konventionen.

„Besorgniserregend ist insbesondere die weitgehende Abwesenheit von gewerkschaftlicher Organisierung, gewählten ArbeitnehmerInneninteressensvertretungen sowie von Kollektivverhandlungen. Ohne eine solche organisierte Verhandlungsmacht der Beschäftigten wird es schwer sein, zu Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in den Betrieben zu kommen“, folgert Dr. Hildegard Hagemann/Deutsche Kommission Justitia et Pax. Anders als durch ein Audit, mit dem Nachhaltigkeitsstandards einmal im Jahr einen Betrieb durch eineN AuditorIn überprüfen lassen, sind Gewerkschaftsvertretungen das ganze Jahr im Betrieb, können Missstände feststellen und sich für deren Behebung einsetzen. Hierin sehen die AutorInnen den Schlüsselfaktor für die Umsetzung aller anderen Arbeitsstandards.

Die Produkte aus den zehn untersuchten Betrieben, seien dies Baumwollfasern, Garne, Stoffe oder Bekleidung, sind in globale Wertschöpfungsketten eingeflochten. Darauf verweisen die in der Studie enthaltenen Firmenporträts: Die untersuchten Firmen haben Verbindungen mit asiatischen und europäischen Märkten und Unternehmen (z.B. C&A und H&M) einerseits, mit international präsenten Standardinitiativen wie dem Global Organic Textile Standard (GOTS) oder Fairtrade andererseits. Auch gegen deren soziale Anforderungen verstoßen die Arbeitsbedingungen in den untersuchten Betrieben.

Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, empfehlen die HerausgeberInnen:

– die Initiierung eines sozialen Dialogs vor Ort,

– die Kopplung staatlicher Subventionen für den Textilsektor an die Einhaltung von Arbeitsstandards, eine verstärkte Organisierung der Beschäftigten,

– eine verbesserte Umsetzung der Anforderungen von Nachhaltigkeitsstandards wie GOTS und Fairtrade: 1. Einbeziehung von Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen vor Ort in die Audits, 2. größere Transparenz der Auditergebnisse, 3. verbindliches Gewerkschaftstraining für alle Beschäftigten vor jeder Zertifikatvergabe,

– einen Beitrag der Mitgliedsunternehmen des deutschen Textilbündnisses, die von den untersuchten Firmen bzw. aus der Region beziehen, zur Abschaffung der 12-Stunden-Schicht-Systeme in den Entkernungsbetrieben und Spinnereien zur Unterstützung von Gewerkschaftsgründungen und zum Ausbau permanenter Arbeitsverhältnisse leisten können – um nur die gravierendsten Missstände zu nennen.

Das Textilbündnis sollte dafür einen unterstützenden Rahmen bieten.

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax bereitet zeitnah die englische Fassung der Studie zur Veröffentlichung vor.

Die von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen geförderte Studie kann über www.suedwind-institut.de/publikationen/2016/ bestellt werden und steht auch dort zum Download bereit.

Kontakt: Dr. Sabine Ferenschild, Telefon: 0228- 763698-16, E-Mail: ferenschild@suedwind-institut.de

Sandra Grigentin-Krämer

Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising /
Public Relations and Fundraising
SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene
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