Neuer Klimaschutz-Index: Noch kein Land gut genug – EU steht am Scheideweg

Pressemitteilung Germanwatch und NewClimate Institute

Vor EU-Klimaziel-Gipfel erscheint neue Rangliste der 58 emissionsstärksten Staaten:
– Sieben EU-Staaten und EU selbst erhalten Note „gut“ im Klimaschutz – aber auch fünf EU-Staaten in schlechtester Kategorie
– Deutschland leicht verbessert im oberen Mittelfeld auf Platz 19
– Portugal und Neuseeland gehören zu großen Aufsteigern – Schweden Vorreiter
– USA hinter Saudi-Arabien abgeschlagenes Schlusslicht

Berlin/Bonn (7. Dez. 2020). Wenige Tage vor Beginn des EU-Gipfels zum Klimaziel 2030 zeichnet der heute veröffentlichte Klimaschutz-Index 2021 ein zwiespältiges Bild der Europäischen Union. Während vor allem die skandinavischen EU-Staaten, Aufsteiger Portugal und die EU selbst mit recht guten Noten in der Top-Region des Index zu finden sind, gibt es mit Ungarn, Polen, Tschechien, Slowenien und Zypern auch Ausreißer nach unten. „Unser Klimaschutz-Index zeigt deutlich, dass die EU am Scheideweg steht“, sagt Jan Burck, Hauptautor des von seiner Organisation Germanwatch in Kooperation mit dem NewClimate Institute erstellten Index. „Die EU kann mit einem grün ausgerichteten Wiederaufbau nach der Corona-Krise, einem ehrgeizigeren neuen Klimaziel für 2030 und einer guten Umsetzung und Weiterentwicklung ihres Green Deal zum Zugpferd beim Klimaschutz werden. Sie kann aber auch schwer ins Straucheln geraten, wenn sie Greenwashing statt Green Recovery betreibt und unzureichende Ziele sowie Instrumente im European Green Deal umsetzt.“

In der Gesamtwertung konnte sich die EU um sechs Plätze auf Rang 16 verbessern, allerdings fast ausschließlich dank einer stark besser bewerteten Klimapolitik. „In der Platzierung stecken also ein paar Vorschuss-Lorbeeren“, so Burck. „Sollte die EU beim Klimaziel für 2030 oder bei der Umsetzung des Green Deal nun doch enttäuschen, wäre ein Absturz im kommenden Jahr sicher.“ Der Klimaschutz-Index analysiert und vergleicht den Klimaschutz in den 57 emissionsstärksten Ländern und der EU (gesamt), welche für insgesamt 90 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich sind.

Emissionen sinken in mehr als der Hälfte der analysierten Staaten

Auch global scheint ein Wendepunkt zum Greifen nah. Zwar ist kurz vor dem kleinen UN-Klimagipfel am kommenden Samstag noch immer kein Land auf einem Pfad zu den Pariser Klimazielen – daher bleiben die ersten drei Plätze im Index erneut unbesetzt – aber der Höhepunkt bei den weltweiten Emissionen könnte erreicht sein. Der aktuelle Index betrachtet noch die Emissionen vor Beginn der Corona-Pandemie, zeigt also kein durch die Auswirkungen der Krise verzerrtes Bild. Die CO2-Emissionen stiegen insgesamt nur noch ganz leicht an, in mehr als der Hälfte der betrachteten Staaten sanken sie (32). In zwei Drittel der Länder (38) werden nun mehr als zehn Prozent der insgesamt benötigten Energie aus Erneuerbaren Energien gewonnen – in zwölf davon sogar mehr als 20 Prozent.

„Umso wichtiger ist es jetzt, dass die weltweiten Konjunkturpakete nicht nur die Wiederbelebung der Wirtschaft unterstützen, sondern auch auf eine CO2-freie Wirtschaft vorbereiten. Ob die Mehrheit der für den Index untersuchten Maßnahmen die Treibhausgasemissionen reduziert oder erhöht, ist noch offen. Aber es gibt noch Raum, die Konjunkturpakete zu gestalten – viele gute Maßnahmen sind im Gespräch“, sagt Prof. Dr. Niklas Höhne vom NewClimate Institute, Co-Autor des Index.

Schweden an der Spitze (Platz 4, Kategorie „gut“) bleibt das vierte Jahr in Folge internationales Vorbild im Klimaschutz. Zwar ist auch Schweden kein „Klima-Musterland“ und noch nicht ganz auf dem Weg zum Erreichen der Pariser Klimaziele. Aber das Land setzt Maßstäbe in den Bereichen CO2-Emissionen, erneuerbare Energien und Klimapolitik (jeweils in der Spitzengruppe), nur der sehr hohe Energieverbrauch pro Einwohner (Platz 49) verhindert eine noch bessere Bewertung. Im Gesamt-Ranking folgen Großbritannien (5.) und Dänemark (6.). Zu den großen Aufsteigern gehören Portugal (von Platz 25 auf 17) und Neuseeland (von 37 auf 28).

“Die drei Nicht-Industrienationen Marokko, Chile und Indien zeigen mit ihrer Platzierung in den Top Ten des Index, dass Klimaschutz nicht nur Industriestaaten vorbehalten ist. Vergleichsweise ehrgeizige Klimaschutzziele kombiniert mit einem ambitionierten Ausbau der Erneuerbaren Energien bei insgesamt niedrigem Emissionsniveau führen hier zu einer deutlich besseren Bewertung als bei vielen reicheren Staaten“, sagt Niklas Höhne.

Desaströs ist erneut das Abschneiden der USA: Im letzten Jahr unter Donald Trump liegen sie zum zweiten Mal in Folge noch hinter Saudi-Arabien am Ranking-Ende. Die USA landen in drei der vier Kategorien (Ausnahme Erneuerbare Energien: „schwach“) in der Schlussgruppe („sehr schwach“) und erhalten in der Klimapolitik als einziges Land neben Australien und Algerien sowohl bei der nationalen als auch der internationalen Politik die schlechteste Bewertung „sehr schwach“. Die Pläne des designierten neuen Präsidenten Biden eröffnen große Chancen, dass sich diese Bewertung deutlich verbessern könnte – allerdings nur, wenn die Ankündigungen aus dem Wahlkampf tatsächlich umgesetzt werden. Angesichts der noch unklaren Mehrheitsverhältnisse im Senat ist unsicher, wie viel davon realisiert wird.

Deutschland zum zweiten Mal in Folge etwas verbessert – gute internationale Klimapolitik
Deutschland hat sich nach dem Tiefpunkt vor zwei Jahren (Platz 27) zum zweiten Mal in Folge etwas verbessert und landet nun im oberen Mittelfeld auf Rang 19 (Vorjahr 23) – es reicht allerdings noch nicht für die Kategorie „gut“. Deutschlands Problemfelder sind ein für die Umsetzung der Pariser Klimaziele deutlich zu schwaches Ziel für erneuerbare Energien, viel zu wenig Fortschritt im Verkehrssektor sowie ein noch immer hoher Energieverbrauch und auch hohe Emissionen pro Einwohner. Der Trend bei beiden letztgenannten Indikatoren hat sich jedoch verbessert. „Zum leicht verbesserten Abschneiden Deutschlands tragen auch gute Noten für die internationale Klimapolitik bei – zum Beispiel im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft bisher. Trotz nur mittelmäßiger Noten für die nationale Klimapolitik schafft es Deutschland deshalb in der Kategorie Klimapolitik in den Bereich ‚gut‘“, erklärt Jan Burck. „In allen drei übrigen Kategorien reicht es nur für die Bewertung ‚mittelmäßig‘. Dies ließe sich insbesondere mit ambitionierteren Ausbauzielen bei den Erneuerbaren Energien und deutlichen Korrekturen bei den Sektoren Verkehr und Gebäude sowie beim Kohleausstieg verbessern. Die Umsetzung eines EU-Klimaziels von mindestens minus 55 Prozent bis 2030 könnte neben dem European Green Deal dafür die Initialzündung sein, auch wenn selbst das noch kein ganz ausreichender Beitrag für das Einhalten des 1,5 Grad-Limits wäre.“

Den Klimaschutz-Index 2021 finden Sie hier: www.ccpi.org

Kontakte für Medien:
Germanwatch
Jan Burck: 0177 888 92 86, burck@germanwatch.org
Stefan Küper (Pressesprecher): 0151 252 110 72, kueper@germanwatch.org

NewClimate Institute
Niklas Höhne: 0173 715 2279, n.hoehne@newclimate.org
Nicolas Fux: 030 208 492 749, n.fux@newclimate.org

Hinweis: Der Klimaschutz-Index wird heute um 14 Uhr MEZ in einer Online-PK vorgestellt. Den Link erhalten Sie nach Anmeldung unter presse@germanwatch.org (bitte bis spätestens 13:30 Uhr).
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Stefan Küper
Pressesprecher

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Coronakrise: Sofortige Liquiditätshilfen für Selbständige und KMU – mittelfristig Mega-Investitionen in grüne Märkte

Berlin, 18.3.2020: Die Selbständigen in Deutschland und zahlreiche der kleinen und mittleren Unternehmen leiden stark unter der Corona-Wirtschaftskrise. UnternehmensGrün, der Bundesverband der grünen Wirtschaft, fordert sofortige Liquiditätshilfen für Selbständige und KMU und mittelfristig Mega-Investitionen in grüne Märkte.

„Kleine und mittlere Unternehmen benötigen wegen der Corona-Krise sehr kurzfristig und unbürokratisch möglichst schnell Liquiditätshilfen über örtliche und regionale Banken. Wenn es Bund und Ländern nicht gelingt, sofort Liquiditätshilfen zur Verfügung zu stellen, muss mit Zehntausenden von Pleiten gerechnet werden. Viele kleine und mittlere Unternehmen verfügen nur über wenige Wochen an Liquidität – daher ist Zeit hier der entscheidende Faktor“, erklärt UnternehmensGrün-Vorstand Mathias Kollmann, Geschäftsführer Bohlsener Mühle GmbH & Co. KG.

Kredite vs. Transfer-Leistungen

Für viele Selbständige und kleine Unternehmen reichen in der jetzigen Lage Kredite oder Instrumente wie Kurzarbeitergeld nicht aus. „Dort, wo es auf die Arbeitskraft der Chefin und des Chefs ganz wesentlich ankommt, Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitenden, Solo-Selbstständige, z. B. auch Kunstschaffende, helfen meist kein Kurzarbeitergeld, sondern nur direkte Finanzhilfen“, betont UnternehmensGrün-Vorstand Jan-Karsten Meier, Interimsgeschäftsführer.

Helikoptergeld / Grundeinkommen

„Schnell und unbürokratisch würde jetzt ein Grundeinkommen helfen. Wir können das zeitlich begrenzen, auf 6 Monate zum Beispiel – und so die schlimmsten ökonomischen Auswirkungen der Krise abfedern“, ist UnternehmensGrün-Geschäftsführerin Dr. Katharina Reuter überzeugt. Zuletzt hatten Akteure wie der Deutsche Musikrat eine solche Forderung erhoben. Experten wie DIW-Leiter Fratzscher weisen darauf hin, dass über weitergehende Instrumente wie die negative Einkommenssteuer nachgedacht werden müsse. Dazu Reuter: „Ob Grundeinkommen, negative Einkommenssteuer oder Helikoptergeld – wir brauchen jetzt Maßnahmen, die sofort wirken und in dieser Sondersituation Notleidende spezifisch erreichen.“

Mega-Investitionen in grüne Märkte

Um die Wirtschaft nach der Krise nachhaltig anzukurbeln, empfiehlt UnternehmensGrün, der Bundesverband der grünen Wirtschaft, Milliardeninvestitionen in grüne Märkte. „Wir brauchen Investitionen in einen dezentralen Nahrungsmittelmarkt, der die Grundversorgung auf Dauer gewährleistet“, erläutert UnternehmensGrün-Vorstand Klaus Stähle, Fachanwalt für Arbeitsrecht. „Ebenso sorgen Investitionen in den öffentlichen Nah-, Regional- und Fernverkehr, in die Ausweitung des grünen Energiemarkts und in den grünen Umbau der Industrie für eine zukunftsgerichtete Prosperität unserer Wirtschaft“, so Stähle weiter.

Pressekontakt:

UnternehmensGrün e.V.
Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin
reuter@unternehmensgruen.de
Fon: +49-178 4481991

Agentur Ahnen&Enkel
Kai Weller
Email: weller@ahnenenkel.com
Fon: 030-391 05 133




Offene Konferenz „Ernährungsdemokratie zum Anpacken“ war ein voller Erfolg

Gruppenbild Ernährungsdemokratie zum Anpacken

Bonn – Am 29.02. und 01.03.2020 fand im Bonner Friedrich-Ebert-Gymnasium die Konferenz „Ernährungsdemokratie zum Anpacken – gemeinsam lernen, gemeinsam genießen, gemeinsam gestalten“ statt, zu der der Stadt.Land.Markt. e. V. in Kooperation mit der Bio-Stadt Bonn und der Initiative zur Gründung eines Ernährungsrats für Bonn und Umgebung eingeladen hatte. Gekommen waren rund 120 Ernährungsengagierte aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. In zahlreichen Workshops tauschten diese ihre Erfahrungen aus, wie sich die Lebensmittelversorgung auf kommunaler Ebene „von unten“ beeinflussen und so entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltiger gestalten lässt.

In Ihrer Begrüßungsrede betonte Brigitta Poppe-Reiners, Bürgermeisterin des Stadtbezirks Bonn, die Bedeutung einer nachhaltigen Ernährungsversorgung für die Stadt und hatte einen prominenten Gast dabei: den Oxforder Bürgermeister Craig Simmons. Dieser tourt gerade mit seiner Frau von Partnerstadt zu Partnerstadt, um deutlich zu machen, dass die Mehrheit der Oxforder nicht für den Brexit gestimmt hat. Simmons’ Besuch passte auch insofern sehr gut, da Oxford uns in Sachen Ernährungsdemokratie einen großen Schritt voraus ist. So hat die Initiative „Good Food Oxford“ in den sechs Jahren ihres Bestehens zwei öffentlich geförderte Stellen geschaffen, jährlich mindestens eine Großveranstaltung mit mehr als 1.000 Teilnehmer*innen auf die Beine gestellt sowie zahlreiche Informations- und Veran-staltungsformate umgesetzt, die der Bevölkerung das Thema nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung näher bringen. Ein Blick in die Bonner Partnerstadt lohnt also auf jeden Fall.

Immer mehr Ernährungsräte im deutschsprachigen Raum

Dass es in Deutschland, Österreich und in der Schweiz eine immer größer werdende Anzahl an Ernährungsräten und an Initiativen zur Gründung ebensolcher gibt, zeigte die „Aufstellung“, zu der Konferenz-Moderator Heinrich Dürscheid beim Startplenum zur Konferenz aufrief: Vertreter der Initiativen stellten sich im Saal auf und anschließend reihum vor, bevor viele von ihnen – wie bei einem Barcamp üblich – auf der Bühne ihre Workshop-Angebote präsentierten. Über 30 Themen kamen zusammen, vom Austausch über geeignete Veranstaltungsformate für Ernährungsinitiativen über die Förder- und Vermarktungsmöglichkeiten von regionalen und ökologisch erzeugten Lebensmitteln bis zu politischen Strategien für die Ernährungswende und Finanzierungsmöglichkeiten für Ernährungsräte. Außerdem gab es ein Preview von „Foodrevolution – Stadt trifft Land“, einem Dokumentationsfilm über Ernährungsräte in Deutschland und Brasilien, den das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) gerade in Zusammenarbeit mit MISEREOR produziert.

Bio-regionale Wertschöpfung fördern

Auf reges Interesse der Teilnehmer*innen stieß auch die Vorstellung der Regionalwert-Nachhaltigkeitsanalyse, einem Online-Tool, das nachhaltige Leistungen von landwirtschaftlichen Betrieben – z. B. Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Klima, Tierwohl, und regionale Wertschöpfung – sichtbar machen kann. Um regionale und nachhaltige Wert-schöpfungsketten ging es beispielsweise auch in der Session zum Projekt „Food Strips“, bei dem ein ehemaliges Braunkohlerevier zu einer Region der stadtnahen Lebensmittel-produktion weiterentwickelt werden soll. Darya Hirsch, Koordinatorin der Bio-Stadt Bonn, informierte über das Netzwerk der Bio-Städte, -Gemeinden und -Landkreise und gab Einblicke in ihre Tätigkeit. Die Arbeitskreise „Bio in Bonn“ und „Direktvermarktung“ der Bonner Initiative für einen Ernährungsrat brachten wertvollen Input ein, mit welchen Maßnahmen sie schon seit zwei Jahren dafür sorgen, dass bio-regionale Lebensmittelerzeuger ihre Produkte in Bonn vermarkten können – von der Bio-Gastro-Messe über die Marktschwärmerei und den Bauern-markt bis zur Foodcoop. Eine Dokumentation aller Workshops ist geplant, um die großartigen Impulse und Best-Practice-Beispiele anderen Akteuren zugänglich zu machen. Denn, wie zahlreiche Gespräche zeigten, ist vor allem für ehrenamtlich organisierte Initiativen der Austausch von Wissen und Erfahrungen ein hoch geschätztes Gut.

Ernährungsräte können Einfluss auf die Kommunalpolitik nehmen

Das Ziel aller Ernährungsräte ist es, durch ihre Arbeit das eigene, lokale Ernährungssystem zu verändern. Dabei sind die Organisationsformen in den verschiedenen Städten so unterschiedlich wie die Kontakte zur Politik. Weil es in den meisten Kommunal-verwaltungen keinen Ansprechpartner für Themen der Ernährungspolitik gibt, stehen Fragen rund um eine nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln, wenn überhaupt, weit unten auf der Agenda. Ernährungsräte können das ändern. Sie können ihre Forderungen in die (kommunal-) politischen Entscheidungsgremien tragen und auf diese Weise zum Beispiel dazu beitragen, wie Ausschreibungen für die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen und Seniorenheimen ausgestaltet werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Verwaltungen die Expertise und die Innovationskraft der Ernährungsräte anerkennen und zu einer Zusammenarbeit bereit sind. In einigen Städten ist dies zum Glück schon der Fall.

Ernährungsrat Bonn ist in der Kommunalpolitik angekommen

In Bonn ist das Thema Ernährungsrat mittlerweile in der Kommunalpolitik angekommen, wie sich bei der Podiumsdiskussion am Vorabend der Konferenz zeigte. Die Oberbürgermeister-Kandidat*innen Lissi von Bülow (SPD), Katja Dörner (Die Grünen) und Michael Faber (Die Linke) signalisierten unisono, „dass das Thema wichtig ist und insbesondere auf kommunaler Ebene bearbeitet werden muss, um Veränderungen vor Ort zu erreichen.“, so Lissi von Bülow auf Facebook. Die Idee, einen Ernährungsrat in Bonn zu etablieren, unterstützen alle drei Kandidat*innen. Und auch aus den anderen Fraktionen ist zu hören, dass die vor Kurzem noch unbekannte Idee eines Ernährungsrats für Bonn und Umgebung auf Interesse und Zustimmung stößt. Zahlreiche Best-Practice-Beispiele aus anderen Städten zeigen eindrucksvoll, wie sich verschiedene Herausforderung in der Organisation der städtischen Ernährungsversorgung meistern lassen. Und so dürfte es auch für die kommunalen Entscheider von unschätzbarem Wert sein, vom Wissenstransfer zwischen den Ernährungsräten und weiteren Initiativen, die sich für eine nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln einsetzen, zu profitieren. Veranstalter*innen und Teilnehmer*innen der Konferenz „Ernährungsdemokratie zum Anpacken“ sind sich jedenfalls einig, dass die Vernetzung untereinander so lebhaft weitergeführt werden und durch einen noch zu gründenden Netzwerk-Verein weiter gestärkt werden sollte.

Für Foto-Anfragen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte per Mail an stadtlandmarkt@gmx.de. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht sowie über Belege bei Veröffentlichung!

Die Veranstalter*innen

Logo Stadt.Land.Markt. e. V.Der Stadt.Land.Markt. e. V. wurde im Sommer 2018 gegründet, um Verbraucher aus der Stadt mit Erzeugern aus dem Umland zusammenzubringen. Neben dem Betreiben eines Bauernmarktes in der Bonner Altstadt verfolgt der Verein das übergeordnete Ziel, Bonner*innen über geeignete Veranstaltungs- und Bildungsformate für eine nachhaltige Ernährung zu sensibilisieren und über verantwortungsvoll erzeugte Lebensmittel zu informieren.

www.stadtlandmarktbonn.de

 

Logo Bio-Stadt BonnDie Stadt Bonn ist im Frühjahr 2019 als erste Stadt aus NRW dem Netzwerk Bio-Städte beigetreten. Ziel der Mitgliedschaft in der kommunalen Arbeitsgemeinschaft ist es, den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit kurzen Transportwegen und regionaler Wertschöpfung verstärkt zu fördern. Die Stadt will dazu Projekte und Maßnahmen initiieren, Öffentlichkeitsarbeit machen und die weitere Einführung von Bio-Lebensmitteln in ihren Gemeinschaftseinrichtungen unterstützen.

www.bonn.de/bio-stadt

 

Förderlogo BMEL BÖLNDas Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).




UN Award „Momentum for Change“ für eine zukunftsfähige Ernährung an Schulen

Die Projekte „Aktion Pflanzen-Power“ und KEEKS wurden Ende September 2018 von den Vereinten Nationen mit dem Klimapreis „Momentum for Change“ ausgezeichnet. Ein erneuter Impuls, der zeigt, dass die Ernährung der Zukunft pflanzlich ist.

Berlin, 18. Oktober 2018
Als „Leuchtturm-Aktivitäten“ bezeichnet das Sekretariat der UN-Klimaschutzkonferenz die Gewinner-Projekte „Aktion Pflanzen-Power“ und KEEKS, die Ende September 2018 von den Vereinten Nationen mit dem Klimapreis „Momentum for Change“ ausgezeichnet wurden. Insgesamt gab es rund 560 Bewerbungen aus aller Welt.

Aktion Pflanzen-Power für Ernährungsbildung an Schulen
Je früher gesunde Ernährungs- und Verhaltensweisen erlernt werden, umso höher ist die Chance, dass sie auch nachhaltig beibehalten und umgesetzt werden. Daher starteten ProVeg Deutschland und die Krankenkasse BKK ProVita vor zweieinhalb Jahren die „Aktion Pflanzen-Power“. Im Rahmen der Gesundheitsförderung finden Aktionstage an Schulen statt, um junge Menschen für pflanzliche Ernährung zu begeistern. Mit Vorträgen und Informationsmaterialien werden Hintergründe erklärt, mit bunten Kochworkshops Freude und Spaß an vollwertiger Ernährung vermittelt. Bisher hat die Aktion an 38 Schulen in ganz Deutschland 23.000 Schülerinnen und Schüler erreicht; die nächsten Projekttage sind bereits terminiert.

KEEKS für den Klimaschutz
KEEKS (Klima- und energieeffiziente Küche in Schulen), initiiert und geleitet vom IZT, ist ein Verbundprojekt, welches vom BMU im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wird. Alle Verbundpartner*, zu denen auch ProVeg Deutschland gehört, verbindet das gemeinsame Interesse am Klimaschutz. Neben Tipps im Umgang mit Küchentechnik und Abfallmanagement zeigt KEEKS, dass eine klimafreundliche Schulverpflegung mit vielen pflanzlichen Gerichten lecker und gesund ist. KEEKS bietet Cateringunternehmen und Küchenpersonal bundesweit kostenlose Schulungen zum Thema vollwertige und klimafreundliche Gemeinschaftsverpflegung an.

Caterer-Trainings mit ProVeg Food Services
Ebenso in die Auszeichnung eingeflossen sind die Aktivitäten von ProVeg im Bereich Gemeinschaftsverpflegung. So hat ProVeg beispielsweise bei der Planung und Umsetzung der Aktionswoche „Hin & Veg“ des Cateringunternehmens Sodexo unterstützt, welche an 600 Schulen stattfand – mit vollem Erfolg, denn ein Teil der Aktionsgerichte sind nun im regulären Speiseplan zu finden. Seit diesem Jahr verbreitet ProVeg UK mit dem „School Plates“-Programm die pflanzliche Lebensweise auch an britischen Schulen.

Pflanzenpower für den Klimaschutz und unseren Planeten
All diese Aktivitäten untermauern die Wichtigkeit des Themas Ernährung auf der Klimaschutz-Agenda. Offizieller Preisträger ist die Interessenvertretung ProVeg International, der es gelungen ist, diese verschiedenen Initiativen zu bündeln. Im Zusammenspiel werden Kinder und Jugendliche für die Themen Umwelt- und Klimaschutz sensibilisiert und zeitgleich eine verbesserte Verfügbarkeit pflanzlicher Lebensmittel in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung und an Schulen sichergestellt.

Sebastian Joy, Gründer und Geschäftsführer von ProVeg International, zeigt sich erfreut über die Auszeichnung: “Dieser Award ist ein wichtiger Meilenstein in Hinblick auf unsere Mission, den globalen Konsum tierischer Produkte bis 2040 um 50% zu reduzieren und zeigt, dass unsere Arbeit den richtigen Ansatz dafür bietet. Wir danken allen unseren Partnern für die tolle Zusammenarbeit.”

Im Rahmen der UN-Klimakonferenz 2018 (COP 24) werden insgesamt 15 verschiedene Initiativen mit ihren Leuchtturmprojekten ausgezeichnet und geehrt. Die COP 24 findet zwischen dem 2. und 14. Dezember 2018 in Kattowitz (Polen) statt.

*Verbundprojekt KEEKS: Neben dem IZT sind die Partner Faktor 10 – Institut für nachhaltiges Wirtschaften gGmbH (Friedberg), Institut für Energie- und Umweltforschung, (Heidelberg), Netzwerk e.V. – Soziale Dienste und Ökologische Bildung (Köln) und Wuppertal Institut für Klima, Energie, Umwelt (Wuppertal) und ProVeg Deutschland e.V. (Berlin) am Projekt beteiligt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt Fördermittel im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative zur Verfügung.

Über die BKK ProVita
Die BKK ProVita ist die Krankenkasse für ganzheitliche Gesundheit und Nachhaltigkeit. Sie bietet ihren Versicherten beste Leistungen bei natürlichen Heilmethoden, fördert die gesunde pflanzliche Ernährung, klärt über Achtsamkeit auf und setzt sich für Umweltschutz ein. Die BKK ProVita ist eine bundesweit geöffnete Betriebskrankenkasse mit Sitz in München. Mit rund 120.000 Versicherten zählt sie zu den 50 größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Im Jahr 2017 wurde die BKK ProVita 155 Jahre alt.

https://www.bkk-provita.de/

Über das IZT (Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung)
Das gemeinnützige IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung steht für wissenschaftlich fundierte Zukunfts- und Nachhaltigkeitsforschung. Das Institut ist seit 2013 Konsortialmitglied des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB). Am IZT arbeiten 28 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in interdisziplinär zusammengesetzten Projektteams. Zu den Auftraggebern des IZT zählen u. a. die EU-Kommission, der Deutsche Bundestag, Bundes- und Länderministerien, weitere Bundesinstitutionen, sowie Wirtschafts- und Umweltverbände, Stiftungen und Unternehmen. Das Institut wurde 1981 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin.
www.izt.de

Über ProVeg
ProVeg (ehemals Vegetarierbund Deutschland) ist die weltweit erste international tätige Ernährungsorganisation, die sich für die pflanzliche Lebensweise einsetzt. ProVeg verfolgt das Ziel, den weltweiten Tierkonsum bis 2040 um 50 Prozent zu verringern. ProVeg richtet sich an alle, die an einer pflanzlichen Lebensweise interessiert sind. Mit internationalen Kampagnen und Projekten sowie nützlichen Tipps unterstützt ProVeg bei der Umsetzung einer genussvollen pflanzlichen Ernährung. ProVeg arbeitet mit wichtigen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Animal Charity Evaluators bewertet ProVeg als eine der drei effektivsten und förderungswürdigsten Organisationen gegen Tierleid in Europa.

Der VEBU wird zu ProVeg. Weitere Informationen zur Umstellung finden Sie hier: https://vebu.de/proveg-faq

Pressekontakt
ProVeg Deutschland e.V. (ehem. VEBU – Vegetarierbund Deutschland e.V.)
Genthiner Straße 48
10785 Berlin
Telefon +49 30 29 02 82 53-0/-19
presse@proveg.com
www.proveg.com/de




Biokreis fordert: „Bienenkiller“ Neonicotinoide sofort verbieten!

PRESSEMITTEILUNG

Passau, 16.05.2017: Die EU-Mitgliedstaaten sollen sich laut Zeitungsberichten in ihrer Sitzung am 17./18. Mai mit einem Totalverbot von Neonicotinoiden beschäftigen. Die EU-Kommission will einen entsprechenden Vorschlag vorlegen, bei Zustimmung der Staaten könnte es noch heuer zu einem Verbot der synthetischen Insektizide kommen. Der ökologische Anbauverband „Biokreis“ fordert die politischen Vertreter und vor allem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf, sich hier eindeutig für ein Verbot des Bienengifts auszusprechen. „Vernünftige Landwirtschaft muss ohne diese Bienengifte funktionieren“, so Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer. Bio-Bauern produzieren Lebensmittel ohne Pestizide wie Glyphosat und ohne Neonicotinoide.

„Gehirndrogen“ für Insekten
Neonicotinoide sind hochwirksame Nervengifte und finden ihren Einsatz als Insektenvernichtungsmittel auf den Feldern der konventionellen Landwirtschaft. Die Insektizide wirken auf die Nerven von Insekten und lösen zum Beispiel bei Bienen unter anderem einen Gedächtnisverlust aus, der sie nicht mehr zu ihrem Stock zurückfinden lässt. Renommierte Bienenforscher gehen davon aus, dass diese „Gehirndrogen“ vorwiegend für das dramatische Bienensterben verantwortlich sind. Studien belegen, dass in Deutschland der Insektenbestand in den vergangenen Jahrzehnten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist. Ohne Insekten gibt es keine Bestäubung von Pflanzen. Damit ist die Lebensgrundlage aller in Gefahr.

„Wir können unsere Bienen nicht schützen“
„Nicht nur wir Imker brauchen die Honigbiene“, sagt Biokreis-Imker-Berater Hubert Dietrich, „ihre Bestäubungsleistung ist unbezahlbar für unsere Lebensmittelproduktion. Wir dürfen nicht zulassen, dass noch mehr Bienen leichtfertig vernichtet werden und unser Öko-System immer mehr ins Wanken gerät. Wir können unsere Bienen nicht einsperren und deshalb vor den Ackergiften der konventionellen Landwirtschaft nicht schützen. Der einzige Schutz ist das Verbot dieser Gifte.“

Totalverbot als wichtiges Signal
Die Anwendung der bekanntesten Neonicotinoide – Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam – wurde bereits 2013 beschränkt. Die Hersteller der Insektizide klagen derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof gegen diese Anwendungsbeschränkung. „Ein Totalverbot wäre nun der angemessene Schritt und ein wichtiges Signal in die richtige Richtung“, so Sepp Brunnbauer. „Es darf nicht sein, dass die Interessen der Chemie-Industrie – ebenso wie in der Glyphosat-Debatte – schwerer wiegen als die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt!“ Der Biokreis fordert deshalb ein nationales Verbot sämtlicher Neonicotinoide wie es Frankreich bereits im vergangenen Jahr beschlossen hat.

Kontakt:
Ronja Zöls
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Redaktionsleitung bioNachrichten

Biokreis e.V.
Stelzlhof 1
94034 Passau
T: 0851 / 756 50-17
F: 0851 / 756 50-25
zoels@biokreis.de
www.biokreis.de
www.bionachrichten.de




Naturland bringt Öko und Fair zusammen – Slow Food und Fair Handeln in Stuttgart (20.-23.04.) – Naturland auf beiden Messen

Pressemitteilung, 11.04.2017
Stuttgart – Guter Geschmack durch ökologische Erzeugung und soziale Qualität dank partnerschaftlicher Handelsbeziehungen: Dafür steht Naturland auf den beiden Frühjahrsmessen Slow Food und Fair Handeln, die vom 20. bis 23. April parallel in Stuttgart stattfinden. Naturland dokumentiert so den Anspruch, dass Öko und Fair untrennbar zusammengehören. Deutlich wird das vor allem in der Zusatzzertifizierung Naturland Fair, die ökologische Erzeugung und Fairen Handel in einem Zeichen vereint – und das für Nord und Süd.

Auch die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen verbindet soziale und ökonomische Entwicklungsziele eng mit Umwelt- und Klimaschutz. Zum Erfolg dieses ehrgeizigen Aktionsplans für die Zukunft des Planeten haben Öko-Landbau und Fairer Handel eine Menge beizutragen. Diesen Beitrag, den Verbraucher mit ihrer Entscheidung für einen nachhaltigen Konsum unterstützen können, wird Naturland auf beiden Messen thematisieren.

Auf der Slow Food Messe gibt es am Gemeinschaftsstand Naturland & Partner (Halle 9, Stand F50) ein Aktionsprogramm mit Gewinnspiel rund um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die den Kern der Agenda 2030 bilden. Besucher können sich darüber informieren, wie unsere Ernährung mit den Herausforderungen der UN-Nachhaltigkeitsziele zusammenhängt und ihr Wissen am Glücksrad testen. Als Preise winken Kostproben und Überraschungen der Partner am Naturland Gemeinschaftsstand.

Naturland Fair Partner zeigen auf beiden Messen eine große Produktvielfalt

Naturland Winzer Andreas Roth vom Weingut Forsthof aus Steinheim im Bottwartal (Württemberg) ist mit seinen vielfach ausgezeichneten Weinen vertreten. Handwerklich geröstete Kaffeespezialitäten in Naturland Fair Qualität gibt es bei Merchant & Friends – The Coffee Roasters, die erstmals auf der Slow Food mit dabei sind. Die Ludwig Stocker Hofpfisterei präsentiert neben ihren Brotspezialitäten auch die Wurstwaren ihrer Marke „Die Landfrau“. Die Milchwerke Berchtesgadener Land wiederum sind mit hochwertigen Molkerei-Erzeugnissen vertreten. Beide Unternehmen stehen als Naturland Fair Partner dafür, dass auch in Deutschland faire Handelspartnerschaften Öko-Bauern eine Zukunft geben.

Der Naturland Fair Stand auf der Fair Handeln direkt nebenan in Halle 5 (Stand G13) der Messe bietet einen Überblick über die ganze Vielfalt öko-fairer Produkte aus Nord und Süd. Die Besucher erfahren auch, welche Vorteile die Zertifizierung von Öko und Fair aus einer Hand Kleinbauern weltweit bietet. Mit dwp, GEPA und BanaFair sind zudem drei weitere Naturland Fair Partner und Pioniere im Fairen Handel mit eigenen Ständen auf der Fair Handeln vertreten. Darüber hinaus gibt es zwei Naturland Beiträge zu verschiedenen Aspekten des Fairen Handels im Kongress-Programm der Messe:

• Donnerstag, 20.4., 15.00 – 15.30 Uhr: Podiumsgespräch Naturland/GEPA zur Wirkung des Fairen Handels anhand eines Naturland Fair zertifizierten Schokoriegels. Welt:Bühne in Halle 5
• Donnerstag, 20.4., 19.00 – 20.00 Uhr: Podiumsdiskussion zum Thema „Fairer Handel im Norden“. Forumsbühne der Slow Food Messe in Halle 7

Pressekontakt
Naturland Zeichen GmbH

Kleinhaderner Weg 6

82166 Gräfelfing, GERMANY

Tel. +49 (0) 89 – 898082 – 73

m.romanski@naturland-zeichen.de
www.naturland-zeichen.de




ProWein 2017 – Bioweine des Jahres 2016 haben Topqualität

PRESSEMITTEILUNG

Oppenheim, 23.03.2017. ECOVIN mit 17 Winzerinnen und Winzern am Gemeinschaftsstand vertreten. Insgesamt präsentieren sich 35 ECOVIN Betriebe auf der Weltleitmesse des Weines. Trends sind Vegane Weine, Naturweine und Weine aus Pilzwiderstandfähigen Rebsorten. 2016er Bioweine überzeugen durch hohe Qualität.

Von 19.- 21. März 2017 wurde Düsseldorf wieder einmal zur Weinhauptstadt. Der ECOVIN Gemeinschaftsstand in Halle 13 überzeugte auch in diesem Jahr durch seine offene einladende Gestaltung. Die Besucherinnen und Besucher hatten die Gelegenheit die Weine von 17 ECOVIN Weingütern zu verkosten und Gespräche mit den Winzerinnen und Winzern zu führen. Die Besucherfrequenz am Gemeinschaftsstand war sehr gut. Großes Interesse hatten die Vertreter aus Gastronomie und Handel an den jungen Weinen des Jahrgangs 2016. Extremer Regen und der falsche Mehltau forderten die ganze Erfahrung und Fingerspitzengefühl der ECOVIN Winzerinnen und Winzern. Nun zeigte sich, die Qualitäten der ersten 2016er Weine sind mehr als zufriedenstellend. Eine besonders hohe Nachfrage konnte man in diesem Jahr zudem bei veganen Weinen, Orange Weinen und Weinen aus Pilzwiderstandfähigen Rebsorten erkennen. „Auf der ProWein haben die Fachbesucherinnen und Fachbesucher die Möglichkeit die Neuigkeiten unserer Weingüter zu verkosten und sich über die Trends zu informieren. Auf keiner anderen Messe im deutschsprachigen Raum präsentiert sich ECOVIN mit so vielen Weingütern“, sagt Ralph Dejas, Geschäftsführer von ECOVIN.

Zwei Proben organisierte ECOVIN in diesem Jahr. Am Montag luden die Weinjournalisten Herzog & Vombach aus der Schweiz zum Thema *In bio we trust* zur Verkostung von acht ECOVIN Weinen. Das große Interesse an der Verkostung hat gezeigt, dass Themen wie Biodiversität oder zurückhaltende Weinbereitung heute nicht mehr nur Biowinzer beschäftigen- sondern für die gesamte Weinbranche relevant sind.

Am Dienstag moderierte Martin Darting von Sensorik International eine Verkostung mit dem Titel *Starke Reben braucht das Land: Wir verkosten PIWI Weine*. Rund 30 Zuhörerinnen und Zuhörer folgten seinen interessanten Ausführungen zu den Vorteilen der Pilzwiderstandsfähigen Rebsorten am Stand des Deutschen Weininstitutes. Die verkosteten PIWI Weine überzeugten durch ihre hohe Qualität und zeigten die große Bandbreite der PIWIs.

Auf der ProWein wurde außerdem die Kooperationsvereinbarung der beiden Bioverbände ECOVIN und Demeter erneuert. Die Kooperation besteht bereits seit 2010. Weingüter, welche ihre biodynamische Wirtschaftsweise kenntlich machen möchten, haben die Möglichkeit beiden Verbänden beizutreten. Die Kooperationsvereinbarung unterzeichneten Barbara Hoffmann (Vorstandsmitglied ECOVIN) und Klemens Fischer (Vorstandsmitglied Demeter).
Insgesamt ziehen die ECOVIN Winzerinnen und Winzer und die ECOVIN Geschäftsstelle ein positives Messefazit. „Das Interesse an Biowein nimmt von Jahr zu Jahr zu, der Auftritt von ECOVIN und seinen Winzern wird immer stärker, so wie die Qualitäten der Bioweine“, so ECOVIN Geschäftsführer Ralph Dejas.

Wir freuen uns über die Veröffentlichung der Meldung. Bildmaterial und die Meldung im pdf-Format finden Sie auf unserer Homepage. www.ecovin.de/entdecken/nachrichten/prowein-2017-–-bioweine-des-jahres-2016-haben-topqualität

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Neues Gesetz zu Berichtspflichten über Menschenrechte betrifft nur rund 550 Unternehmen – Germanwatch kritisiert schwache Umsetzung der EU-Richtlinie zu Transparenzpflichten durch Deutschland

Pressemitteilung Germanwatch

Berlin/Bonn (9. März 2017). Der Bundestag verabschiedet heute ein Gesetz zur Stärkung der Berichterstattung über nichtfinanzielle Risiken von Unternehmen und setzt damit Vorgaben einer EU-Richtlinie um. Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch spricht von einer schwachen Umsetzung der Richtlinie. Das neue Gesetz betrifft nämlich nur bestimmte kapitalmarktorientierte Unternehmen mit über 500 Beschäftigten. Diese müssen über wesentliche Risiken ihrer Tätigkeit für Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie die Umwelt berichten. Durch diese Einschränkungen sind in Deutschland nur etwa 550 Großunternehmen und Konzerne vom Gesetz erfasst. Zudem stellt das Gesetz nicht klar, inwiefern diese Unternehmen über Risiken berichten müssen, die zwar auch von ihnen verursacht werden, aber nicht unmittelbar ihren Geschäftsverlauf beeinflussen. „Es ist enttäuschend, dass Deutschland die EU-Vorgaben so ambitionslos umgesetzt hat“, sagt Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch. Denn die Richtlinie habe reichlich Spielraum für eine konsequentere Umsetzung gelassen.

„Je mehr Unternehmen über ihre Risiken und ihr Risikomanagement berichten, desto verantwortungsvoller können Anteilseigner, Geschäftspartner und Verbraucher ihre Entscheidungen daran ausrichten“, so Klaus Milke weiter. „In Deutschland sind die meisten großen Familienunternehmen wie zum Beispiel Aldi, Lidl und Würth nicht erfasst. Gerade für die deutsche Wirtschaft, in der auch viele große Familienunternehmen global aktiv sind, wäre die Erfassung auch dieser Unternehmen wichtig.“

In Dänemark und Schweden müssen deutlich mehr Unternehmen berichten

In Dänemark und Schweden mit ihren deutlich kleineren Volkswirtschaften sind mit jeweils knapp über 1000 Unternehmen zukünftig fast doppelt so viele wie in Deutschland von der Berichtspflicht erfasst. Diese Länder haben die Beschäftigtenzahl auf 250 Beschäftigte herabgesetzt und so die Berichtspflicht auf deutlich mehr Unternehmen ausgeweitet.

Positiv ist aus Sicht von Germanwatch, dass zum ersten Mal Unternehmen überhaupt über wesentliche Menschenrechts- und Umweltrisiken auch entlang ihrer Geschäftsbeziehungen berichten und Konzepte zum Umgang mit diesen Risiken darlegen müssen. Das neue Gesetz bezieht sich auf die Risiken, die unmittelbar finanzrelevant für das Unternehmen sind. Andere Risiken, die das Unternehmen und seine Zulieferer für Mensch und Umwelt verursachen, sind dabei nicht zweifelsfrei einbezogen. Milke: „Unternehmen, deren Zulieferer zum Beispiel die Fabrikbrände in Bangladesch und Pakistan mit zu verantworten hatten, müssen eindeutig verpflichtet werden darzulegen, wie sie mit Risiken dieser Art umgehen. Das Gesetz bleibt hier zu schwammig, da Unternehmen auch bei massiven Menschenrechtsbeeinträchtigungen das Schlupfloch der fehlenden Geschäftsrelevanz nutzen können. Da muss nachgebessert werden. Transparenz ist die notwendige Grundlage dafür, dass Unternehmen für von ihnen verursachte Risiken auch Verantwortung übernehmen.“

Die Bundesregierung hatte zu den Entwürfen des Gesetzes Stellungnahmen aus der Fachöffentlichkeit eingeholt. Auch Germanwatch hat sich an diesem Prozess beteiligt. In den Stellungnahmen sind weitere Kritikpunkte am Gesetz enthalten. Link: www.germanwatch.org/de/13595
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Kontakt für Medien: Johanna Kusch, Tel.: 030- 25888 3565, Mail: kusch@germanwatch.org

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ECOVIN.Jungwinzertagung 2017- Ausflug in die Zukunft und wieder zurück

PRESSEMITTEILUNG

Oppenheim, 09.03.2017. 50 begeisterte Jungwinzerinnen und Jungwinzer auf der 3. ECOVIN.Jungwinzertagung. Premiere auf Schloss Ortenberg in Baden ein voller Erfolg.

50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen vom 03. bis 05. März 2017 zur 3. ECOVIN.Jungwinzertagung ins Schloss Ortenberg in Baden. Die Tagung stand unter dem Motto „ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT“. Die Jungwinzerinnen und Jungwinzer begaben sich gemeinsam auf eine Zeitreise, um den Weinbau der Zukunft zu entwickeln. Inspiration und Input dazu gab es von hochkarätigen ReferentInnen, neuen Diskussionsformaten, sowie einem außergewöhnlichen Abendprogramm. Daneben gab es viel Raum und Zeit zum gegenseitigen Austausch und Netzwerken unter den TeilnehmerInnen und ReferentInnen.

Die ECOVIN.Jungwinzertagung ist für und von Jungwinzerinnen und Jungwinzern entwickelt. Die ehrenamtlich arbeitende Vorbereitungsgruppe wählte in diesem Jahr das Motto „Zurück in die Zukunft“. Der Samstag stand unter dem Thema *Pflanzenschutz – neue Strategien*. Dieses Thema wählten die OrganisatorInnen der ECOVIN.Jungwinzertagung aufgrund der Herausforderungen der Vegetationsperiode 2016. Im ökologischen Weinbau sind die Behandlungsmittel der Rebe bewusst begrenzt. Daher befasste sich die Tagung mit alternativen Lösungsansätzen für gesunde Reben im ökologischen Weinbau.
Matthias Friedel von der Hochschule Geisenheim berichtete über neue Pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PiWis) im Minimalschnitt, Prof. Dr. Beate Berkelmann-Löhnertz (HS Geisenheim) stellte ihre Forschung bezüglich UV C-Behandlung bei Reben vor, Prof. Dr. Reinhard Töpfer (JKI Darmstadt) referierte zum Thema „Neue gentechnische Verfahren und Züchtung“.
Den OrganisatorInnen war es wichtig, über den Tellerrand zu schauen und von anderen Branchen zu lernen. So berichtete Cornelia Maute über Homöopathie für Pflanzen und Doris Bigga über ätherische Öle und die Funktion von Düften. Das kulturelle Highlight am Samstagabend war die PIWI-Impro-Weinprobe. Geladen waren zwei Künstler aus dem Improvisationstheater: Stefan Kollmeier und Ulrich Jungblut, die die Welt der Weine mit ihren Impro-Theaterkünsten auf den Kopf stellten. Wein ist eben auch ein Kulturgut, das in all seinen Facetten und Kunstformen gefeiert werden kann.

Am Sonntag standen Vermarktungsthemen im Vordergrund der ECOVIN.Jungwinzertagung. In diesem Jahr lautete der Titel: *Generationenwechsel – wird es Zeit sich neu zu erfinden?* Prof. Dr. Dreßler (Weincampus Neustadt) präsentierte den Film „Ab in die Zukunft- Weinbranche 2050“ und bezog diesen auf die Herausforderungen der unternehmerischen Entscheidungen im Weingut. Aus ihren Erfahrungen in der Unternehmensnachfolge berichteten die beiden ECOVIN Winzer Fabian Zähringer und Christoph Klopfer und zahlreiche Teilnehmende, die sich rege in die Diskussion einbrachten.

Das Fazit der 3.ECOVIN.Jungwinzertagung fällt sehr positiv aus: Es war ein inspirierendes Wochenende, mit inhaltlich hochwertigen Beiträgen, intensivem Austausch und natürlich hochkarätigem Weingenuss! Die ECOVIN.Jungwinzertagung hat sich für die jungen Winzer und Winzerinnen als eine notwendige und gefragte Institution etabliert. Eine Fortsetzung in 2018 steht außer Frage.

Wir danken unseren Sponsoren: BIOFA, Braun, Deutscher Kork-Verband e.V., Erbslöh, Klug, Richard Wagner Kellereibedarf, Ero Binger Seilzug, Hoffmann Landmaschinen.

Die Jungwinzertagung wurde gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft, BÖLN.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage: http://www.ecovin.de/entdecken/nachrichten/ecovinjungwinzertagung-2017-ausflug-die-zukunft-und-wieder-zurück

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ECOVIN mit 11 Weingütern auf der BIOFACH 2017

PRESSEMITTEILUNG

Oppenheim, 08.02.2017. ECOVIN mit Infostand in Halle 7 Stand 841 auf der BIOFACH vom 15.-18. Februar 2017. 11 ECOVIN Mitglieder präsentieren ihre Weine. Interessante Vorträge in der Erlebniswelt Wein.
Von 15.-18. Februar 2017 findet auf der Messe Nürnberg die BIOFACH statt. Seit vielen Jahren ist ECOVIN mit seinen Mitgliedsbetrieben fester Bestandteil der Weltleitmesse für Biolebensmittel. Als Partner der Nürnberg Messe zeichnet sich ECOVIN außerdem für das Programm in der Erlebniswelt Wein verantwortlich.
Mit folgenden Weingütern ist ECOVIN in Halle 7 Stand 841 zu finden:
Weingut Baldauf | Franken
Weingut Philipp Wedekind | Rheinhessen
Weingut Weinreuter | Württemberg
Weingut Dr. Frey | Mosel
Weingut Forster | Nahe
Weingut Glöckner | Nahe
Weingut Jakob Christ | Rheingau
Weingut Riffel | Rheinhessen
Weingut Schäfer-Heinrich | Württemberg
Weingut Schönhals | Rheinhessen
Weingut Zähringer | Baden
Erleben Sie neben den Weinen unserer ECOVIN Mitglieder die vielfältigen Vorträge auf der Bühne der Erlebniswelt Wein.
Mittwoch, 15. Februar 2017
14 Uhr | Welcher Wein zu welchem Essen? Referent Jörg Hurrle | Riegel Biowein
17 Uhr | Feierabendschoppen, Referent Ralph Dejas | ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau
Donnerstag, 16. Februar 2017
14 Uhr | Ökozertifizierung bei Fachhandel und Gastronomie, Referentin Brigitte Dierkes | Gesellschaft für Ressourcenschutz mbH
15 Uhr | Biowein und Klimaschutz, Referenten Dr. Kerstin Fröhle | Bodenseestiftung und Ralph Dejas | ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau
16 Uhr | Preisverleihung MUNDUS VINI BIOFACH, Referent Christian Wolf | Meininger Verlag GmbH
17 Uhr | Vorstellung der Siegerweine MUNDUS VINI BIOFACH, Referent Wolfram Römmelt | Meininger Verlag GmbH
18 Uhr | Open Bottle Party
Freitag, 17.Februar 2017
13 Uhr | Demeter im Dialog, Referenten Nina Weis | Demeter e.V. und Hartmut Heintz | Weingut im Zwölberich
14 Uhr | Pflanzenschutz in der Sonderkultur Wein, Referent Hermann Pilz | Meininger Verlag
15 Uhr | Pilzresistente starke Reben – Alternative zu traditionellen Rebsorten?! Referent Martin Darting | Sensorik International
16 Uhr | Vorstellung Siegerweine MUNDUS VINI BIOFACH, Referent Wolfram Römmelt | Meininger Verlag
Samstag, 18. Februar 2017
12 Uhr | Vorstellung der Siegerweine MUNDUS VINI BIOFACH, Referent Wolfram Römmelt | Meininger Verlag
Wir freuen uns auf Ihren Besuch auf der BIOFACH. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage.

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