Einsatz von Medikamenten in der ökologischen Tierhaltung – Biokreis definiert letzte Entscheidungshoheit des Tierarztes in den Richtlinien

PRESSEMITTEILUNG

Passau, 03.02.2016: Eine Liste mit Anwendungsverboten und -beschränkungen für Medikamente gibt es nicht bei jedem Bio-Verband und ist nicht Standard in der ökologischen Tierhaltung. Der Biokreis e.V. hat ab dem Jahr 2014 mit der Aufnahme einer solchen Liste einen innovativen und ambitionierten Weg beschritten. Dieser Ansatz geht über die Bestimmungen der EG-Öko-Verordnung hinaus und soll dazu dienen, die Verwendung einiger zugelassener, aber vom Biokreis als kritisch eingestufter Medikamente auf ein minimales Maß zu reduzieren.

Absolutes Behandlungsverbot nicht möglich
Die deutsche und europäische Rechtslage in der Behandlung landwirtschaftlicher Nutztiere spricht allerdings mit Blick auf Tierschutz und Tierwohl dem behandelnden Tierarzt als qualifiziertem Entscheidungsträger stets die letzte Entscheidungshoheit zu. Über diese Bestimmungen kann und möchte sich der Biokreis zur Wahrung eines größtmöglichen Tierwohls nicht hinwegsetzen. Von daher ist es dem Verband in letzter Konsequenz nicht möglich, gegenüber dem Tierhalter ein absolutes Behandlungsverbot hinsichtlich eines in Deutschland veterinärrechtlich zugelassenen Medikaments auszusprechen. Dramatische Folge eines solchen Vorgehens wäre unter Umständen, ein vermeidbares Leiden des Tieres in Kauf zu nehmen.

Neuer Zusatz in den Richtlinien
„Wir werden diesen komplexen Sachverhalt im Zuge einer noch exakteren Beschreibung der Verfahrensabläufe zukünftig in unsere Richtlinien integrieren, um Verbraucher weiterhin umfänglich über die Praxis der ökologischen Nutztierhaltung aufzuklären“, sagt Jörn Bender, Fachreferent des Biokreis in der Arbeitsgemeinschaft Tierwohl der Ökoverbände. An die Öko-Kontrollstellen wurde dieses Verfahren in Schulungen seit jeher kommuniziert.

Verband weist erneut auf Liste mit Anwendungsbeschränkungen hin
Trotzdem rät der Verband seinen rund 1000 landwirtschaftlichen Mitgliedern deutlich davon ab, entsprechende Medikamente einzusetzen, solange Behandlungsalternativen bestehen. Auf die Liste mit den Anwendungsbeschränkungen für Medikamente wurden die für den Biokreis zuständigen und unabhängigen Kontrollstellen und auch die Biokreis-Landwirte mit der Bitte um Weitergabe an den jeweiligen Hof-Tierarzt kürzlich noch einmal hingewiesen. „Die Aufnahme und Aufrechterhaltung der Liste mit Anwendungsbeschränkungen für Medikamente ist eine konsequente Fortsetzung der anspruchsvollen Richtlinien und Tierwohlaktivitäten unseres Verbandes“, sagt Josef Brunnbauer, Geschäftsführer des Biokreis.

Kontakt: Ronja Zöls, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit, zoels@biokreis.de
Biokreis e.V., Stelzlhof 1, 94034 Passau, Tel: 0851/75650–0

Biokreis – Wir machen Bio lebendig! Rund 1000 Landwirte und 120 Verarbeiter wirtschaften bundesweit nach unseren Richtlinien. Auch 200 Verbraucher gehören zu unseren Mitgliedern. Gemeinsam gestalten wir kreativ und konsequent ökologischen Landbau. Wir stehen seit 1979 für regionale, vertrauensvolle Netzwerke, Tierwohl, handwerkliche Lebensmittelverarbeitung und treten basisdemokratisch mit neuen Ideen, politischer Arbeit und wirksamer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere ganzheitliche Vorstellung von Ökolandbau sowie dessen Weiterentwicklung ein.




Keine Beanstandungen nach aktueller Kontrolle in Glonn: Herrmannsdorfer Landwerkstätten bleiben Vorbild-Betrieb

Stellungnahme des Biokreis zu den Vorwürfen gegen die Herrmannsdorfer Landwerkstätten

PRESSEMITTEILUNG

Passau, 01.02.2016: Der Biokreis e.V., Verband für ökologischen Landbau und gesunde Ernährung, hat das Prüfinstitut Lacon zur Durchführung einer außerordentlichen Kontrolle beim Mitgliedsbetrieb „Herrmannsdorfer Landwerkstätten“ in Glonn beauftragt. Heute, 1. Februar 2016, besuchten ein Kontrolleur der Kontrollstelle Lacon und ein Vertreter des Biokreis die Herrmannsdorfer Landwerkstätten und überprüften nach medienwirksamen Anschuldigungen von Tierrechtsaktivisten in der vergangenen Woche den landwirtschaftlichen Betrieb.

Antibiotika-Gaben begründet und ordnungsgemäß dokumentiert
Die Vorwürfe bezogen sich vor allem auf den Einsatz des Antibiotikums „Enro-Sleecol“ (Wirkstoff „Fluorchinolone“), für welches es in der ökologischen Tierhaltung Anwendungsbeschränkungen gibt. Die Kontrolle hat ergeben, dass im Jahr 2015 fünf Zuchtsauen und 28 Ferkel, Läufer beziehungsweise Absetzer mit diesem Antiobiotikum behandelt wurden. Insgesamt gehörten rund 600 Schweine, davon 35 Zuchtsauen, zum Bestand. Die Verabreichungen wurden ordnungsgemäß dokumentiert. Der Einsatz war vom zuständigen Tierarzt angeordnet und entsprechend begründet worden. Eine Begründung erfordern die Biokreis-Richtlinien für den Fall, dass Arzneimittel mit Anwendungsbeschränkungen eingesetzt werden. Im Rahmen der Routinediagnostik wurden regelmäßig Proben von erkrankten Tieren entnommen und die verursachenden Erreger bakteriologisch untersucht. Entsprechend den Ergebnissen wurden die Tiere behandelt. „Die Herrmannsdorfer haben sich hier vorbildlich verhalten, die Dokumentation ist lückenlos. Auch die Wartezeiten bis zur Schlachtung, die laut Biokreis-Richtlinien nach Antiobiotika-Gaben verdoppelt werden müssen, sind in jedem Fall erfüllt“, sagt Josef Brunnbauer, Geschäftsführer des Biokreis.

Biokreis wird Austausch und Dialog noch verstärken
Der Einsatz jener Präparate verstößt nicht gegen gesetzliche Standards oder die EU-Ökoverordnung. Auch wenn der Biokreis in seinen verbandseigenen Richtlinien seinen Mitgliedern empfiehlt, bestimmte Präparate nur ausnahmsweise zu verwenden, ist es im Einzelfall und zum Schutz des Tieres manchmal nötig, auch diese Medikamente einzusetzen. Laut Tierschutzgesetz sind Tierhalter verpflichtet, Leiden bei Tieren zu verhindern und bei Erkrankungen entsprechend zu behandeln. So standen auch in diesen Fällen die Gesundheit der Tiere und das Tierwohl im Vordergrund.

Der Biokreis und die Herrmannsdorfer Landwerkstätten haben vereinbart: Künftig sollen Austausch, Dialog und Diskussion noch intensiver und nachhaltiger stattfinden, verbunden mit dem Ziel, die Weiterentwicklung der ökologischen Tierhaltung nach den strengen Biokreis-Richtlinien zu fördern.

Kontakt: Ronja Zöls, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit, zoels@biokreis.de
Biokreis e.V., Stelzlhof 1, 94034 Passau, Tel: 0851/75650–0

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Wegen Bericht in der Sendung FAKT (ARD) über ökologische Schweinehaltung greift die Soko Tierschutz die Herrmannsdorfer Landwerkstätten massiv an

PRESSEMITTEILUNG
Passau, 28.01.2016: In der Sendung FAKT vom 26. Januar 2016 hat die ARD die ökologische Schweinehaltung thematisiert und dabei auch über den Biokreis-Betrieb Herrmannsdorfer Landwerkstätten berichtet. Die Soko Tierschutz greift nun die Herrmannsdorfer Landwerkstätten massiv an. Auch Bild-Zeitung und Süddeutsche Zeitung haben das Thema aufgegriffen.

Dabei werden im Wesentlichen folgende Vorwürfe erhoben: Antibiotika-Gaben an Bio-Schweine, hohe Sterblichkeitsraten bei Ferkeln und die Haltung von Muttersauen in Kastenständen. Karl Schweisfurth, der die Herrmannsdorfer Landwerkstätten leitet und allen Journalisten und Interessierten Einblick in seinen Betrieb gewährt, hat zu sämtlichen Vorwürfen offen Stellung bezogen.

Antibiotika-Gaben niemals prophylaktisch
„Wenn eines unserer 600 Tiere erkrankt ist oder sich verletzt hat, verwenden wir seit Jahren bei der Versorgung vorrangig homöopathische Präparate und andere alternative Heilmittel. Wenn diese Mittel nicht helfen, wird einem kranken Tier nach Rücksprache mit dem Tierarzt – wenn nötig und im Sinne des Tierwohls – ein Antibiotikum gegeben. Ein Tier darf nach den Bio-Richtlinien innerhalb eines Jahres nur einmal mit Antibiotika behandelt werden. So wird das natürlich auch bei uns praktiziert. Niemals würden wir prophylaktisch einem gesunden Tier Antibiotika verabreichen“, so Karl Schweisfurth.

Zur hohen Sterblichkeitsrate erklärt Karl Schweisfurth: „Im letzten Jahr haben wir pro Wurf ungewöhnlich viele Ferkel bekommen – bis zu 20. Üblich sind durchschnittlich zwölf bis maximal 14 Schweinchen. Derart große Würfe führen leider häufig auch dazu, dass mehr Ferkel als üblich schwach auf die Welt kommen und geringe Überlebenschancen haben. So stieg die Sterblichkeitsrate im Jahr 2015 zeitweise auf ungewöhnlich hohe 25 Prozent. Erfreulicherweise hat sich die Sterblichkeitsrate mittlerweile wieder normalisiert.“

Abwägen zwischen Wohl der Sau und der Ferkel
Die Fixierung von Muttersauen in Kastenständen finde in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten nicht mehr statt. „Der Film gibt nicht den aktuellen Zustand wieder. Seit Jahren beschäftigen wir uns mit dem Thema, wie wir die Abferkelung gut gestalten. Wir wägen ab zwischen dem Wohlbefinden der Sau und dem Leid der Ferkel, wenn sie erdrückt werden. Eine Sau wiegt 250 Kilo, ein frisch geborenes Ferkel durchschnittlich 1,6 Kilo. Wenn sich die Sau aus Versehen auf ein Ferkel legt, hat es keine Chance. Als wir unseren Stall im Jahr 2000 neu gebaut haben, waren Bio-Ställe mit der Möglichkeit, die Sauen zu fixieren, das anerkannt modernste System. Deswegen haben wir sie damals eingebaut. War eine Sau unruhig, haben wir maximal sieben Tage die Fixierung eingesetzt. Einmal am Tag konnte die Sau in den Auslauf. Mittlerweile sind Stallsysteme entwickelt worden, in denen die freie Abferkelung ohne erhöhte Ferkelsterblichkeit
möglich ist. Deswegen haben wir Ende 2015 umgerüstet und seitdem werden die Sauen bei uns nicht mehr fixiert.“

„Fleischerzeugung ist immer ein Kompromiss“
„Jede Form der Nutztierhaltung steht natürlich im Gegensatz zu einem Leben in der freien Natur“, sagt Biokreis-Geschäftsführer Josef Brunnbauer, „doch die ökologische Tierhaltung bietet die bestmöglichen Zucht-, Haltungs- und Schlachtbedingungen.“ Die Gaben von Antibiotika bei Krankheit und Kastenstände für Schweine sind in den Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft erlaubt. „Fleischerzeugung ist immer ein Kompromiss. Aber eine bessere Alternative als die ökologische Tierhaltung gibt es nicht.“

Der Biokreis setzt sich in besonderem Maße für die stetige Weiterentwicklung des Tierwohls ein. Im Vergleich zur konventionellen Brancheninitiative Tierwohl sind die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung äußerst streng und umfassend. Über diese Anforderungen geht der Biokreis mit seinen Richtlinien aber noch hinaus. Außerdem wird eine von den ökologischen Anbauverbänden entwickelte Tierwohl-Checkliste im Zuge der unabhängigen Öko-Kontrolle jährlich abgeprüft.

Einen Überblick des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) über die Unterschiede zwischen ökologischer und konventioneller Schweinehaltung finden Sie anbei.

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Internationale Grüne Woche in Berlin Biokreis-Bäckerei Wagner gewinnt beim Wettbewerb „Bayerns beste Bio-Produkte“

PRESSEMITTEILUNG

Passau, 18.01.2016: Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin zeichneten der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und der Vorsitzende der LVÖ (Landesvereinigung für den Ökologischen Landbau in Bayern e.V.), Josef Wetzstein, gemeinsam die zehn besten bayerischen Bio-Produkte aus. Unter den Gewinnern ist die Biokreis-Bäckerei Wagner aus Ruderting (Landkreis Passau), die für ihr Dinkelweißbrot in der Kategorie Bronze eine Urkunde erhielt. „Wir vom Biokreis freuen uns über die Auszeichnung besonders, da die Biobäckerei Wagner unsere Ansprüche wie Regionalität der Zutaten sowie eine handwerkliche, faire und nachhaltige Verarbeitung ganzheitlich erfüllt“, sagt Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer. „Wir sind stolz darauf, die Biobäckerei Wagner seit vielen Jahren zu unseren Mitgliedern zählen zu dürfen.“
Bereits zum vierten Mal schafft die LVÖ Bayern mit dem Wettbewerb Aufmerksamkeit für hochwertige bayerische Bio-Produkte, die in besonderer Weise Geschmack, Regionalität und Nachhaltigkeit verbinden. Der Wettbewerb unterstreicht die Ziele der BioRegio Bayern 2020, mit der der bayerische Ökolandbau bis 2020 auf 12 Prozent verdoppelt werden soll.

Das Produkt
Das Dinkelweißbrot der Biobäckerei Wagner zeichnet sich durch einen besonders milden und aromatischen Geschmack aus, so das Urteil der Jury. Durch die lange Teigführung über 24 Stunden und langsames Backen kann sich eine besondere Geschmacks- und Aromenvielfalt bilden. Das 100-prozentige Dinkelbrot, welches als Zwei-Kilo-Laib verkauft wird, bleibt lange frisch und eignet sich zum Beispiel für die mediterrane Küche, zum Toasten oder für die Zubereitung von Bruschetta.
Die Biobäckerei Wagner ist ein Familienbetrieb und achtet bei ihrem gesamten Sortiment auf die Regionalität der Zutaten. So kommt der Dinkel für das Dinkelweißbrot von einem nur zwei Kilometer entfernten Bio-Hof. Das Familienunternehmen verarbeitet ausschließlich Bio-Rohstoffe und engagiert sich für den Umwelt- und Naturschutz.
Das Brot ist über den Online-Shop der Bäckerei sowie in zahlreichen Geschäften und auf Wochenmärkten rund um Passau erhältlich.
Mehr Informationen: www.biobaeckerei-wagner.de

Die Hintergründe
Für die Teilnahme am Wettbewerb konnten sich Hersteller und Verarbeiter bayerischer Bio-Produkte mit bis zu drei Produkten bewerben, deren Zutaten mindestens zu zwei Dritteln aus Bayern stammen mussten. Eine fünfköpfige Jury wählte aus den 47 eingereichten Produkten die vorgestellten zehn Gewinner aus. Dabei waren nicht nur Geschmack und Qualität ausschlaggebend, von Bedeutung für die Auswahl waren auch das soziale Engagement der teilnehmenden Unternehmen, die nachhaltige Produktionsweise sowie Beiträge zu Umwelt- und Naturschutz. Der Wettbewerb „Bayerns beste Bio-Produkte“ ist eine Initiative der LVÖ Bayern und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert.
Weitere Hintergründe und Fotos zur Prämierung:
www.bayerns-beste-bioprodukte.de

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Quellen: LVÖ Bayern/Biobäckerei Wagner
Bild: LVÖ Bayern/Christoph Assmann; v.l.n.r.: Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer, die Gewinner Hans-Peter und Heidi Wagner und Minister Helmut Brunner.




16 Prozent der Lederprodukte enthalten zu viel Chrom VI – der Biokreis zertifiziert die Alternativen

PRESSEMITTEILUNG

Passau, 17.12.2015: Hohe Gehalte von Chrom VI in Lederwaren mussten die Überwachungsbehörden immer wieder beanstanden. Der Biokreis hat mit einem eigenen Siegel für Lederwaren ein Zeichen geschaffen, das Häute von Bio-Tieren sowie deren ökologische Gerbung, Färbung und Verarbeitung zertifiziert.

Die Ergebnisse der Ende November 2015 vorgestellten bundesweiten Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeüberwachung 2014 bestätigen das negative Urteil vergangener Untersuchungen: Bei 16 Prozent der 386 untersuchten Proben von Handschuhen, Rucksäcken, Taschen, Arbeitsbekleidung und Schuhen wurde die gesetzlich zulässige Nachweisgrenze für Chrom VI von 3 mg/kg überschritten.

Chrom VI-Verbindungen können unter bestimmten Bedingungen bei der Gerbung von Leder mit Chrom III entstehen. Chrom VI löst bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus, bei Kontakt über einen längeren Zeitraum wirkt es toxisch und krebserregend. Aus diesem Grund verbietet die deutsche Bedarfsgegenständeverordnung seit 2010 Verfahren, bei denen in dem hergestellten Produkt Chrom VI entstehen können. Allerdings kann sich Chrom VI auch später noch durch Nässe und Schweiß bilden, auch wenn vorher keine Chrom VI Moleküle enthalten waren. Will man dieses Risiko vermeiden muss man bei der Gerbung komplett auf Chrom verzichten.

Der gesetzlich festgelegten Obergrenze für Chrom VI stehen jedoch die Befunde der aktuellen Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeüberwachung gegenüber. Der Verbraucher ist in Anbetracht dieser Verstöße gegen die europaweite Regelung auf unabhängige Kontrollen angewiesen. So bestätigt der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. mit dem Zertifikat „IVN Naturleder 3.0“ die unbedenkliche Verarbeitung und Gerbung der Häute.

Wie jedoch die Tiere als Lieferanten der Häute gehalten und geschlachtet werden, regelt der IVN nicht. Aus diesem Grund hat sich der Biokreis mit seinem Zertifikat für die Gerbung und Verarbeitung von Leder dem Thema angenommen:

Initiator war 2012 das Biokreis-Mitglied Niko Gottschaller, der der Meinung war, dass „von einer ökologischen Kuh in die viel Zeit, Energie und Geld investiert wurde, doch mehr verwertbar sein müsse als Milch und Fleisch!“ Gemeinsam mit der Firma EcoPell wurden im Sommer 2012 die ersten 200 Bio-Rinderhäute eingesammelt und gegerbt.

Das inzwischen entstandene Biokreis-Zertifikat für Leder umfasst die Standards der IVN-Zertifizierung zur Gerbung und Färbung des Leders. Zudem nimmt es den Prozess vor der Verarbeitung des Leders in den Blick: Die Richtlinien fordern Haltung, Transport und Schlachtung der Tiere entsprechend der gültigen Biokreis-Richtlinien für Landwirte zu gestalten und ermöglichen die regionale Produktion von ökologischen Lederprodukten Made in Germany.

Welche Gerbereien und Verarbeiter bereits mit dem Biokreis-Leder-Siegel zertifiziert wurden erfahren Sie auf der Homepage des Biokreis. Der Kreis der beteiligten Betriebe wird stetig erweitert. Das Ziel des Biokreis ist es, dass der Konsument unter dem Motto „Bioleder mit Herkunftsnachweis“ die gesamte Wertschöpfungskette eines Lederproduktes nachvollziehen kann.

Kontakt:

Heidi Klebet
Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit

kelbetz@biokreis.de
Biokreis e.V.
Stelzlhof 1
94034 Passau
Tel: 0851/75650–0

Ernährung der Zukunft? Biokreis!
Rund 1000 bäuerliche, landwirtschaftliche Betriebe wirtschaften bundesweit nach unseren Richtlinien. Zusammen mit ca. 120 Biokreis-Verarbeiterbetrieben wie Mühlen, Bäckereien, Metzgereien, Molkereien uvm. bilden sie regionale, vertrauensvolle Netzwerke, aus denen beste Lebensmittel entstehen – gesund für Mensch, Tier und Umwelt. Bäuerlich, regional, fair: Dafür steht der Biokreis e.V. seit 1979.




Klimaappell an Bundesumweltministerin Hendricks übergeben

Passau, 26.11.2015

Sehr geehrte Redakteure und Redakteurinnen,

gestern überreichten die Bauernverbände Biokreis, Naturland, Bioland, Demeter, Ecovin, Biokreis und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks in Berlin einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung. Im Vorfeld der 21. Internationalen UN-Klimakonferenz in Paris fordern Bäuerinnen und Bauern wirksame Maßnahmen zum Schutz des bedrohten Weltklimas. Denn der Klimawandel gefährdet die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit weltweit existentiell.

„Industrieländer wie Deutschland müssen mit dem Ziel vorangehen, die Erderwärmung unter 2 Grad zu stoppen“, so die Bäuerinnen und Bauern in ihrem Appell. Kanzlerin Merkel selbst hat vor schwersten verheerenden Nebenwirkungen für die Menschheit und die Ökosysteme gewarnt, wenn die globale Mitteltemperatur um mehr als 2 Grad steigt. Die Bauernverbände fordern von der deutschen Verhandlungsdelegation bei der UN-Klimakonferenz eine konsequente Haltung und den Beschluss von konkreten und wirksamen Gegenmaßnahmen. Das Gemeingut Klima muss endlich wirkungsvoll geschützt werden. Nur so lassen sich humanitäre Katastrophen sowie soziale und wirtschaftliche Verwerfungen verhindern. „Die Auswirkungen des Klimawandels sind insbesondere für die Bäuerinnen und Bauern, hier und weltweit, eine existentielle Bedrohung“, appellieren sie gemeinsam an die Verantwortlichen.

Den Appell finden Sie hier: www.klimaappell-bauernverbaende.de

Ansprechpartner der Verbände:
AbL e.V.
Henrik Maaß, Heiligengeiststraße 28, 21335 Lüneburg
Telefon: 0160 8217015 maas@abl-ev.de www.abl-ev.de

Biokreis e.V.
Josef Brunnbauer, Stelzlhof 1, 94034 Passau
Tel: 0851/5650-0 brunnbauer@biokreis.de www.biokreis.de

Bioland e.V.
Gerald Wehde, Kaiserstraße 18, 55116 Mainz
Tel. 06131/23979-20 gerald.wehde@bioland.de www.bioland.de

Demeter e.V.
Antje Kölling, Brandschneise 1, 64295 Darmstadt
Tel. 0157/5824 9201 antje.koelling@demeter.de www.demeter.de

Ecovin e.V.
Ralph Dejas, Wormser Straße 162, 55276 Oppenheim
Tel. 06133/1640 dejas@ecovin.de www.ecovin.de

Naturland e.V.
Sebastian Mittermaier, Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing
Tel. 0172/65 98 387 s.mittermaier@naturland.de www.naturland.de

Initiator:
Ulf Allhoff-Cramer, Bioland und AbL Bauer, Barntruper Str. 260, 32758 Detmold
0172/5226232 bergwiesenhof.u@web.de

Pressekontakt

Heidi Kelbetz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Biokreis e.V.
Stelzlhof 1
94034 Passau

T: 0851 / 756 50-23
F: 0851 / 756 50-25
kelbetz@biokreis.de
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