Windenergie Brandenburg: Hoher Zubau für 2017 erwartet – BWE ruft Bürger zur Beteiligung an Regionalplanung auf – in der Uckermark gehen die (Wind-) Lichter aus

Pressemitteilung

Berlin/Potsdam, 22. März 2017: Mit knapp 500 MW lag der Zubau der Windenergie in Brandenburg 2016 deutlich über dem des Vorjahres. Für 2017 erwartet der Verband ähnlich hohe Werte, ab 2018 wird der Windkraftausbau deutlich zurückgehen. Das gab der Bundesverband WindEnergie (BWE) Berlin/Brandenburg heute auf seiner Jahrespressekonferenz bekannt. Um langfristig Rückhalt für die Windenergie zu sichern, fordert der Verband dazu auf, Bürger, Kommunen und Interessensgruppen stärker in die Regionalplanung einzubinden.

In Brandenburg wurden 2016 genau 173 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 493,80 MW errichtet. „Damit liegen wir fast ein Viertel über dem Zubau aus dem Vorjahr“, so Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin / Brandenburg im BWE. Für die Übergangsjahre 2017 und 2018 können 290 Anlagen bzw. 876,6 MW noch unter Fortschreibung der stark degressiv ausgestalteten EEG-Festvergütung umgesetzt werden. Deshalb rechnet der Verband für 2017 noch einmal mit einem hohen Zubau von bis zu 600 MW neu installierter Windkraft. 2018 wird sich der jährliche Zubau dann möglicherweise auf 300 MW abflachen, bevor 2019 nur noch Projekte aus Ausschreibungen realisiert werden können.

„Wegen der aktuellen Umstellung im Vergütungssystem für Windenergie erleben wir einen kurzfristigen Anstieg des Zubaus“, erklärt Glahr. Ab diesem Jahr wird bundesweit nur noch eine begrenzte Menge Windenergie ausgeschrieben. Den Zuschlag bekommt, wer den Strom am günstigsten anbietet. „Der Wettbewerb nimmt damit deutlich zu. Viele Projektierer haben sich daher darauf konzentriert, weit fortgeschrittene Genehmigungsverfahren noch 2016 abzuschließen. Diese Anlagen können nun bis Ende 2018 errichtet werden“, so Glahr.

Im Ländervergleich liegt Brandenburg beim Zubau an vierter Stelle hinter Niedersachsen (900,40 MW), Schleswig-Holstein (651,20 MW) und Nordrhein-Westfalen (564,45 MW). Wie schon in den Vorjahren entspricht das einem Anteil des bundesweiten Brutto-Leistungszubaus von etwa zehn Prozent. Damit stehen, Stand Dezember 2016, insgesamt 3.630 Windenergieanlagen in Brandenburg mit einer Leistung von 6.337 MW.

Mit 43 Anlagen wurden im Landkreis Teltow-Fläming die meisten Windenergieanlagen errichtet, gefolgt von Dahme-Spreewald (24 Anlagen) und Elbe-Elster (18 Anlagen). Die meisten Genehmigungen für neue Bauprojekte gab es mit 82 Anlagen in der Uckermark. In Barnim und Märkisch Oderland wurden 2016 zwar nur wenige Windenergieanlagen errichtet (zwei bzw. fünf Anlagen), allerdings wurden Genehmigungen für 24 bzw. 19 weitere Anlagen abgeschlossen.

Glahr ging im Rahmen der Pressekonferenz auch auf eine aktuelle Erhebung der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) zu den Beschäftigungszahlen in der Windbranche ein: „In Brandenburg und Berlin waren 2015 insgesamt 9.390 Menschen direkt oder indirekt in der Windbranche beschäftigt. Allein durch Betrieb und Wartung der Anlagen entstanden 2.620 Arbeitsplätze“, so Glahr. „Gegenüber 2012 sind das 1330 mehr Beschäftigte.“

Verlässliche Regionalplanung ist Voraussetzung für Akzeptanz

Mit der Regionalplanung wird festgelegt, wo Windenergieanlagen gebaut werden dürfen. „Während in einigen Gebieten Brandenburgs die Regionalplanung noch immer nicht abgeschlossen ist, hat man in Uckermark-Barnim alle Interessensgruppen direkt an der Planung beteiligt“, erklärte Jan Schröder, Geschäftsführer des Windplaners NOTUS Energy aus Potsdam. Ein Erfolgsmodell: „Uckermark-Barnim hat mit großem Konsens über zwei Prozent seiner Landesfläche als Eignungsgebiet für Windenergie ausgewiesen. Damit liegt die Region voll im Plan der Brandenburger Energiestrategie 2030.“ Anlässlich der Pressekonferenz hat der BWE Berlin/Brandenburg sein Positionspapier zur Brandenburger Regionalplanung veröffentlicht. Darin fordert der Verband unter anderem, klare und landesweit einheitliche Regeln sowie ausreichend Planungsspielraum für die Kommunen, um bei der rechtssicheren Ausweisung von Windflächen voran zu kommen.

Uckermark: Die Nacht wird wieder dunkel

Ab Mitte 2018 soll in der Uckermark die bisher vorgeschriebene Befeuerung der Windkraftanlagen fast vollständig abgeschaltet werden. Die Betreiber der Windräder werden bis dahin ein gemeinsames Radarsystem aufgebaut haben, welches erkennt, ob sich ein Flugzeug oder Hubschrauber den Windenergieanlagen nähert: Erst dann gehen die roten Warnlampen an. Mit etwa 400 angeschlossenen Windenergieanlagen wird in der Uckermark das bundesweit größte Areal auf diese sogenannte Bedarfsgerechte Befeuerung umgestellt. „Die Windbranche hat viele Jahre daran gearbeitet, eine technische Lösung für die Bedarfsgerechte Befeuerung zu entwickeln. Im vergangenen Jahr wurde die Technologie endlich vom Gesetzgeber zugelassen. Wir setzen sie nun in der Praxis um“, erklärte Jan Hinrich Glahr. „Wichtig wäre, jetzt eine bundesweit einheitliche Regelung zum Einsatz dieser Technologie zu erreichen. Nur so lässt sich verhindern, dass Windplaner, die diese Technik einsetzen, im Ausschreibungssystem einen Wettbewerbsnachteil haben. Bisher ist auch noch nicht gelöst, wie die nachträgliche Aufrüstung von Bestandsanlangen mit dieser Technologie finanziert werden kann“, so Glahr.

Lausitz: Leuchtturm-Region für Sektorenkopplung

Glahr ging auch auf den Strukturwandel in der Braunkohleregion Lausitz ein: „Wir verfügen in der Lausitz über sehr viel günstige Energie aus Windenergie, die regional genutzt werden kann.“ Grund sei, dass mit dem Stichjahr 2020 viele Altanlagen aus dem EEG-System fallen, aber weiterhin günstigen Strom produzieren. „Wir haben hier die einmalige Gelegenheit, Erzeuger und Verbraucher von Energie regional zusammenzubringen und damit Infrastrukturanreize für die Region zu schaffen“, so Glahr weiter. Die Lausitz könne damit zu einer Leuchtturm-Region für die in Zukunft so wichtige und viel beschworene Sektorenkopplung werden.

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Ausflüge ohne Auto endlich einfach – naturtrip.org zeigt die besten Ausflugstipps mit Bahn und Bus für Berlin und Brandenburg

Sommer, Sonne, Sommerferien

naturtrip.org zeigt auf der interaktiven Karte die besten Ausflugstipps für Bahn und Bus

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Am schönsten sind die Ferien natürlich für Schüler. Die finden auf naturtrip.org Strandbäder, Klettergärten oder Wildparks. Eltern bekommen die nötige Portion Inspiration um die Kinder egal bei welchem Wetter bei Laune zu halten. Auf naturtrip.org findet man auch Indoor-Ziele wie spannende Museen oder Sternwarten. Wer aus dem Ausflug einen ganzen Urlaub machen will, findet Zeltplätze, Ferienwohnungen, Hotels oder Bauernhöfe und Tipps, was man vor Ort alles machen kann.

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Ausbau der Windkraft in Brandenburg in den ersten drei Monaten 2016 stark rückläufig

Potsdam / Berlin, den 9. Juni 2016: Die Zahl der in Brandenburg neu in Betrieb genommenen Windräder ging in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich um 33,3 % zurück. Das steht im Gegensatz zum Bundestrend. Hier legte die Zahl der neu installierten Anlagen um 40 % zu.
In Brandenburg war der Ausbau der Windkraft schon 2015 stark zurückgegangen. „Die
politische Debatte um zu viel Windenergie passt nicht zur Realität des Zubaus“, so Jan Hinrich Glahr, Landesvorsitzender des BWE Berlin-Brandenburg.

In Brandenburg wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 lediglich 28 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 73,2 Megawatt neu in Betrieb genommen. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch 42 Windräder mit einer Leistung von 114,6 Megawatt. Der Rückgang betrug bei der Zahl der Anlagen damit 33,3 %, bei der installierten Leistung sogar 36 %.

Diese Zahlen gehen aus einer Analyse der amtlichen Angaben der Bundesnetzagentur durch die Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) hervor.

Die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen damit auch, dass die Windenergie in Brandenburg sich gegen den Bundestrend entwickelt. In ganz Deutschland wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. März 2016 genau 315 Windräder in Betrieb genommen, knapp 40 % mehr als im Vorjahreszeitraum (226 Anlagen). Die installierte Leistung legte bundesweit um 43,8 % zu.

In Brandenburg folgt die Entwicklung im ersten Quartal dem negativen Trend des vergangenen Jahres. Bereits 2015 wurden in Brandenburg ein Viertel weniger Windräder aufgestellt als im Jahr 2014 (148 Anlagen gegenüber 196 Anlagen).

„Der Rückgang beim Ausbau der Windenergie setzt sich damit fort. Es ist noch zu früh um genau zu sagen, wie viele Anlagen in 2016 insgesamt gebaut werden. Aber wir müssen aufpassen, dass die Windkraft und damit die gesamte Energiewende nicht den Schwung verliert. Das hätte Auswirkungen auf Innovation, Investition und Arbeitsplätze in der Mark“, warnt Jan Hinrich Glahr, Landesvorsitzender des BWE Berlin-Brandenburg und Vizepräsident des Bundesverbandes.

Auch die Zahl der im ersten Quartal neu erteilten Genehmigungen verspricht hier keine Besserung. Sie liegt nach der Analyse der FA Wind bei 30 Anlagen. „Das ist eine geringe Anzahl und etwa auf dem Niveau der Vorjahre“, so Glahr. Außerdem befürchtet Glahr, dass die von der Bundesregierung vorgeschlagene Sonderkürzung bei der Vergütung von Windstrom (Einmaldegression) viele der jetzt genehmigten Projekte unwirtschaftlich macht. „Der Bund bremst damit die Energiewende in Brandenburg zusätzlich aus. Das wird die Wachstumschancen des Landes hemmen.“

Um die energiepolitischen Ziele der Landesregierung bis 2030 zu erreichen, ist ein Zubau von Windrädern mit einer Leistung von 350 Megawatt pro Jahr in Brandenburg notwendig. „Wenn der Ausbau weiter so eingebremst wird, wird Brandenburg seine selbst gesetzten Klima- und energiepolitischen Ziele verfehlen“, warnt Glahr.

Gerade in Brandenburg setzt die Windbranche beim Ausbau der erneuerbaren Energie auf Bürgernähe und Transparenz. Ende Mai hatte der Landesverband mit der Landesregierung eine viel beachtete Vereinbarung unterzeichnet. Die Windenergie-Betreiber haben sich damit verpflichtet, Anlagen zukünftig nur mit mindestens 1000 Metern Abstand von der Wohnbebauung zu planen, nicht in Buchen- und Eichenwäldern zu planen und die Bürgerinnen und Bürger in Anwohnergemeinden frühzeitig über Vorhaben zu informieren.

Die Windbranche leistet in Brandenburg nicht nur viel für den Klimaschutz, sondern gehört hier inzwischen auch zu den wichtigsten Arbeitgebern. Die Branche beschäftigt laut aktueller Studie von DIW Econ in Brandenburg 6.863 Mitarbeiter und erwirtschaftet 1 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr.

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BWE begrüßt Regionalplan Uckermark-Barnim: „Verlässlicher Rahmen und hohe Akzeptanz sind wichtiger als die Durchsetzung maximaler Forderungen“

Pressemitteilung

Potsdam / Berlin, den 11. April 2016: Nach mehr als zehn Jahren Planung will die Regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim in ihrer heutigen Sitzung festschreiben, wie es mit der Windkraft in der Region weitergeht. Auch wenn danach nur noch 2,2 % der Fläche für Windräder ausgewiesen bleiben: Für den BWE Regionalverband haben die Planer eine gute Balance zwischen Akzeptanz, Naturschutz und den Zielen der Energiewende in Brandenburg gefunden.

„Nach der Planung der Regionalversammlung Uckermark Barnim werden von heute an nur noch etwa hundert weitere Anlagen in der gesamten Region Uckermark-Barnim gebaut. Und der Rückbau von Altanlagen könnte dazu führen, dass sich unter dem Strich die Zahl der Anlagen in der Region mittelfristig kaum noch verändert oder zurückgeht“, erklärt Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin / Brandenburg im BWE.

„In dem so genannten Teilregionalplan „Windnutzung, Rohstoffsicherung und -gewinnung“ wurden extrem restriktive Vorgaben für die weitere Entwicklung der Windkraft gemacht“, sagt Glahr. Die rund hundert noch zusätzlich denkbaren Anlagen entsprechen einer Leistung von 350 bis 400 Megawatt (MW).

„Aus unserer Sicht wäre gerade in der Uckermark und Barnim deutlich mehr Windkraft möglich. Aber der Schutz der Anwohner etwa vor Geräuschen und die Belange des Naturschutzes werden in Brandenburg so hoch gewertet, wie sonst in kaum einem anderen Bundesland“, so Glahr. Der Regionalplan führe beispielsweise dazu, dass neu genehmigte Windräder in Zukunft mindestens 1000 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung haben werden, mehr als in den meisten anderen Bundesländern.

In Brandenburg ist die Windenergienutzung ohnehin grundsätzlich auf Flächen beschränkt, die von den Planungsbehörden für die Windenergie ausgewählt wurden. Diese so genannten Eignungsgebiete sind in der Regel besonders windreich, wenig empfindlich im Hinblick auf den Natur- und Artenschutz und weit von geschlossenen Ortschaften entfernt.

„Das ist nicht das Ergebnis, das sich die Windbranche gewünscht hätte. Aber wir rechnen damit, dass damit alle denkbaren sachlichen Einwände bedacht wurden. Und uns sind ein verlässlicher Rahmen für die Branche und eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung wichtiger, als die Durchsetzung maximaler Forderungen“, so Glahr.

Hintergrund: Die Arbeiten an dem Regionalplan Uckermark-Barnim begannen schon 2005. Sie wurden 2008 neu aufgenommen, nachdem das Land seine Energiestrategie-Ziele formuliert hatte. In den Jahren 2011, 2013 und 2015 wurden die Pläne jeweils zur öffentlichen Beteiligung ausgelegt. Über den gesamten Zeitraum haben alle beteiligten Behörden, Wirtschaftsvertreter und insbesondere auch die Bürgerinitiativen gegen die Windenergie sich an den Beratungen beteiligt.

„In diesem langen Prozess haben alle Interessenvertreter Kompromisse zwischen persönlichen Wünschen und dem Allgemeinwohl gemacht. Etliche für die Windkraft im Grunde gut geeigneten Gebiete wie Flächen an der Autobahn A11 bei Wandlitz stehen für die Windenergienutzung nicht mehr zur Verfügung“, erklärt Glahr. Jetzt verbleiben gerade mal 2,2 % der Fläche der Region für die Windenergie.

Für die weiter andauernden Proteste einzelner Bürgerinitiativen zeigt Glahr daher weniger Verständnis: „Man muss sich fragen, ob es hier wirklich noch um die Interessen der Bürger in Brandenburg geht oder um einen persönlichen Feldzug einzelner gegen Klimaschutz und Energiewende.“ Führende Mitglieder der Bürgerinitiativen gegen die Windkraft hatten zuletzt wiederholt behauptet, dass Klimaschutz in Deutschland „völlig absurd“ sei, dabei grundsätzlich die Möglichkeit einer Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien in Frage gestellt und die „Verteufelung“ von Atomstrom beklagt.

„Das ist nicht unsere Welt. Wir wollen eine sachliche Diskussion. Und beim Klimaschutz müssen Mensch und Natur im Mittelpunkt stehen“, so Glahr.

Das Programm der öffentlichen Sitzung der Regionalversammlung Uckermark-Barnim finden Sie unter:
www.uckermark-barnim.de/images/planungsgemeinschaft/Protokolle-2015/Regionalversammlung/Oeffentliche_Bekanntmachung_29_RV_11.04.2016_Aushang.pdf

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Ausbau der Windenergie in Brandenburg geht zurück – BWE erwartet künftig mehr Kontinuität auf niedrigerem Niveau

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Potsdam / Berlin, den 16. März 2016: Der Ausbau der Windenergie in Brandenburg fand 2015 auf einem niedrigeren Niveau als im Vorjahr statt. Insgesamt wurden 2015 148 Anlagen mit einer Leistung von knapp 400 Megawatt (MW) neu errichtet. Das fast ein Viertel Anlagen weniger als 2014.

„Dennoch sind wir mit der Zahl der Aufstellungen zufrieden, weil sie etwas über dem Mittel der vergangenen vier Jahre von 350 MW jährlich liegt“, erklärt Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin / Brandenburg im BWE.

Allerdings schöpfe Brandenburg beim Ersatz alter durch neue, leistungsfähigere Anlagen sein Potenzial noch nicht aus. „Hier Anreize zu setzen ist auch Aufgabe der Landespolitik. Denn so ließen sich die Energiepolitischen Ziele bis 2030 mit vergleichsweise wenigen Windenergieanlagen erreichen“ so Glahe.

Der Anteil der Windenergie-Installationen am bundesweiten Zubau ist in Brandenburg etwa konstant und liegt bei 10 %. Das entspricht auch in etwa dem Anteil der Fläche von Berlin und Brandenburg (8,5 %) an der Fläche von ganz Deutschland.

In Berlin wurden 2015 zwei Anlagen mit jeweils 2,35 MW gebaut, die an der Schönerlinder Straße in Pankow stehen – man sieht sie von der Pankower Autobahn A114 und vom Stadtring, von der A10 am Kreuz Pankow. „Wir freuen uns über diese Entwicklung. Die
Energieerzeugung rückt damit näher an die Verbraucher in Berlin heran“, so Glahr. Er
weist darauf hin, dass mindestens eine weitere Anlage bis Ende 2015 noch in Pankow
genehmigt wurde. Dieses Windrad ist zwar etwas niedriger als die bisherigen Anlagen, hat aber mehr Leistung – 3,4 MW statt 2,35 MW.

Für Brandenburg ergibt sich eine insgesamt installierte Leistung an Windenergie zum Ende 2015 von 5850 MW. Glahr: „Wir setzen auf einen planbaren und kontinuierlichen Ausbau. Damit bleibt der Umbau der Energieversorgung für alle Beteiligten nachvollziehbar und erträglich.“

2016 könnten Installationen weiter sinken
Für das kommende Jahr erwartet der BWE Landesverband Berlin / Brandenburg noch mal einen weiteren leichten Rückgang der neu installierten Leistung. Ende 2015 lagen nach den Erhebungen der Fachagentur Windenergie im ganzen Land Genehmigungen für 94 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 245,7 MW vor. Das lasse zwar einen schwächeren Ausbau erwarten, für die Prognose 2016 gebe es aber noch gewisse Unsicherheiten: Da die durchschnittliche Dauer von der Genehmigung bis zur Inbetriebnahme knapp unter 12 Monaten liege, könnten auch Anlagen, die erst nach dem Stichtag 31.12.2015 genehmigt wurden, noch 2016 in Betrieb gehen.

Glahr nahm anlässlich des laufenden Volksbegehrens in Brandenburg auch Stellung zum Thema „Wind im Wald“. In Brandenburg stünden heute rund 200 Windräder in Forsten. Anders als von Windkraftgegnern behauptet, stünden solche Anlagen praktisch nur im Kiefernwald. Solche monokulturellen Forste wurden überwiegend nach dem Weltkrieg mit schnellwachsenden Hölzern bepflanzt, weil Brandenburg massenhaft Holz als Reparationszahlungen nach Russland liefern musste. Glahr: „Die Förster des Landes versuchen seit Jahrzehnten, diese Kieferwälder wieder mit Laubgehölzen zu durchmischen und nutzen dazu jetzt auch die Gelder, die sie aus der Verpachtung für Windräder erzielen können.“ Glahr betont, dass für die Windenergie keine geschützten Buchen- und Eichenwälder zerstört werden. Der Artenschutz wird bei Waldstandorten umfassend berücksichtig. Und von dem Geld, dass die Windmüller für Ausgleichsmaßnahmen zahlen, wurden so viele Maßnahmen umgesetzt, dass die biologische Vielfallt größer ist als vorher.

Auch Privatleute sollen von günstigem Windstrom profitieren

Bei der Lösung der zahlreichen Herausforderungen der Energiewende steht der BWE in vielen Bereichen Seite an Seite mit der Landespolitik. So unterstützt die Branche eine gerechte Verteilung der Kosten des Netzausbaus. „Es kann nicht sein, dass wir vor Ort Energie für rund 9 Eurocent produzieren und dennoch die Preise für den privaten Stromkunden steigen. Wir setzen uns für entsprechende Änderungen auf der Bundesebene ein. Mittelfristig sollen private und gewerbliche Kunden von der Windenergie als günstigste Energieform profitieren!“

Brandenburger Energiepolitik kann nicht ohne Berlin und Brüssel betrachtet werden. Mit der anstehenden Novelle des EEG in 2016 sind massive Nachteile verbunden. Das Bundeswirtschaftsministerium setzt darauf, die kleinen und mittleren Akteure der
Windbranche aus dem Markt zu drängen. Große, finanzkräftige Unternehmen sollen den Markt übernehmen und damit der demokratischen Energiewende ein Ende setzen. „Wir wollen unsere energiepolitischen Aufgaben in Brandenburg mit den heutigen Akteuren lösen, die Marktbereinigung aus Berlin ist kontraproduktiv“, stellt Glahr abschließend fest.

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Windbranche in Brandenburg fordert angemessene und rechtssichere Regionalpläne

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Potsdam, 26. Januar 2016: Damit Brandenburg seine Ziele bei der Energiewende erreicht, fordert der Bundesverband Windenergie (BWE) endlich wieder Planungssicherheit für Kommunen, Bürger und Windkraftbetreiber. Der Verband tritt für frühe Bürgerbeteiligung sowie angemessene Mindestabstände ein. Ein eigenes „Ampelsystem“ soll kritische Flächen von vornherein ausschließen.

„Wir wünschen uns einen geordneten Ausbau der Windenergie in Brandenburg, damit das Land seine Ziele der Energiewende erreicht und die Bürger den schonenden Ausbau der Windkraft mittragen“, erklärt Jan-Hinrich Glahr, Landesvorstand des BWE Berlin-Brandenburg. Anlass ist das heutige Fachgespräch „Regionalplan in Brandenburg“ im Potsdamer Landtag, wo auch Vertreter des BWE Berlin- Brandenburg anwesend sein werden.

„Die Windenergie ist die kostengünstigste Erneuerbare Energie überhaupt und bringt für das Land enorme wirtschaftliche Chancen. Damit die Windenergie ihre zentrale Rolle in der Klima- und Wirtschaftspolitik Brandenburgs ausfüllen kann, fordern wir die Landesregierung auf, eine angemessene und rechtssichere Regionalplanung aufzustellen“, so Glahr. „Das ist im Interesse der Bürger, der Windbranche und auch im Interesse der Politik.“

Hintergrund: Seit Ende 2015 liegen mehrere Urteile des Oberverwaltungsgerichts (OVG) vor, die die
vorhandene Regionalplanung aufgehoben haben. Damit sind Kommunen, die sich für den Ausbau der
Windkraft einsetzen, nicht mehr allein an die vom Land geplanten „Vorranggebiete“ gebunden. Das
Bundesrecht erlaubt nun den Bau von Windrädern überall dort, wo nicht beispielsweise der Schutz von
Anwohnern oder bedrohter Tierarten einer Genehmigung konkret im Wege stehen.

„Wir haben für die Regionalplanung ein Ampelsystem entwickelt. Damit werden rote, kritische Flächen
im Sinne von Mindestabständen zur Wohnbebauung oder Naturschutzkriterien von vornherein
ausgeschlossen. Gelbe Flächen müssen im Einzelfall untersucht werden. Und bei grünen, ohne Restriktionen geeigneten Flächen, kann dafür eine schnellere Planung erfolgen“, erklärt Glahr.
„Um die breite Akzeptanz von Windenergieanlagen zu erhalten, setzen wir als Verband uns für möglichst
frühe Bürgerbeteiligung und angemessene Mindestabstände zwischen Windrädern und Wohnhäusern
ein“, erklärt Glahr. Die Windbranche in Brandenburg ist überwiegend regional strukturiert und
beschäftigt etwa 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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