EcoWinner 2023: Experten küren am 27. Juni die besten Bioweine

TERMINHINWEIS

Wie jedes Jahr im Frühsommer verwandelt sich das DLR Oppenheim am 27. Juni 2023 zur großen Biowein-Verkostungszone: Mehr als 550 Bioweine und -sekte bewerben sich in diesem Jahr um die Auszeichnung als EcoWinner. Rund 50 Prüferinnen und Prüfer werden die Weine unter der Leitung der Gastrojournalistin Dagmar Ehrlich verkosten und die besten mit der goldenen Medaille auszeichnen. Schon zum 28. Mal organisiert ECOVIN, der Bundesverband ökologischer Weinbau, den ältesten und vielfältigsten deutschen Biowein-Wettbewerb.

Verkostet wird in 14 verschiedenen Kategorien – Schaumweine, Weine aus PIWI-Rebsorten, naturbelassene Weine oder Weine mit Holznoten sind nur einige davon. Die jeweils oberen 20 Prozent einer Weinkategorie mit einer Mindestpunktzahl von 85 (von 100, nach dem Reglement der OIV, der Internationalen Organisation für Rebe und Wein) erhalten die EcoWinner-Medaille.

„Wir freuen uns über einen Wettbewerb im Aufwind. Sowohl bei der Zahl der angemeldeten Weine als auch bei der Jurygröße haben wir im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt. Das zeigt uns ein wachsendes Interesse in der gesamten Weinbranche“, sagte ECOVIN Geschäftsführerin Petra Neuber im Vorfeld der Verkostung.

Die unabhängigen Jurymitglieder kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Weinhandel, Weinjournalismus, Gastronomie, Forschung, Weinlaboren, selbst Weinmajestäten verkosten mit. Auch wenn die besten Bioweine bereits am Abend des 27. Juni erschmeckt sind, bekannt gegeben werden sie erst, nach einer internen Kontrolle, am 4. Juli 2023.

Für Vertreter*innen der Medien, die über den Wettbewerb berichten wollen, organisiert ECOVIN gerne einen Besuch bei der Verkostung und Gesprächspartner*innen am 27. Juni von 10 bis 15 Uhr. Um Anmeldung vorab ist bis spätestens 22. Juni 2023 unter info@ecovin.de wird gebeten. Weitere Informationen auf www.ecovin.de/ecowinner

ECOVIN, Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V., ist der Weinbauverband unter den Bioverbänden. 1985 gegründet, bewirtschaften derzeit 235 Mitgliedsbetriebe knapp ein Viertel der deutschen Bio-Rebfläche. Neben der Zertifizierung nach ECOVIN Richtlinie sieht der Verband seine Aufgaben in Beratung, Bildung und politischer Interessenvertretung.

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ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e. V.
Petra Neuber | Geschäftsführerin
Wormser Straße 162
D-55276 Oppenheim
T +49 (61 33) 16 40
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Vielfalt erleben, schmecken, feiern!

PRESSEMITTEILUNG

ECOVIN Verkostungstage im Mai 2023

Möglichkeiten zur Einkehr auf Weingütern gibt es viele: Straußwirtschaften und Gutschänken, Weinfeste oder Verkostungen locken im Jahresablauf. Doch nur einmal im Jahr liegt der Fokus auf dem Biowein, der Vielfalt im Weinberg und im Keller. Willkommen zu den ECOVIN Verkostungstagen im Mai 2023! 28 Bioweingüter von der Mosel bis nach Württemberg laden zur Entdeckung des ökologischen Weinbaus ein.

„Mit den Verkostungstagen wollen wir der biologischen Vielfalt ein Fest bereiten, sie rund um den Weinbau erlebbar machen“, sagt ECOVIN Geschäftsführerin Petra Neuber. „Seit jeher setzen sich unsere Weingüter für den Erhalt der Biodiversität ein. 2019 haben wir als erster Bioverband deren Schutz in unseren Richtlinien verankert.“

Zahlreiche Wanderungen und Spaziergänge führen Natur- und Weininteressierte in die Weinberge, wo es im Mai schon vieles zu entdecken gibt. In den Weingütern selbst informieren die Winzer*innen über ihre Wirtschaftsweise und schenken ihre aktuellen Jahrgänge aus. Es gibt Musik, Lesungen, Picknicks, regionale und saisonale Küche. Das komplette Programm findet sich immer tagesaktuell auf https://www.ecovin.de/verkostungstage.

„Unser Veranstaltungskalender ist schon gut gefüllt, manche Aktion wird vielleicht bis Mai hinzukommen. Ich freue mich, dass ECOVIN Weingüter aus sechs Anbaugebieten ihre Tore öffnen“, so Petra Neuber.

Das Datum der ECOVIN Verkostungstage ist nicht beliebig gewählt. Den 22. Mai haben die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt erhoben. Die meisten ECOVIN Weingüter öffnen deshalb am Wochenende unmittelbar vor dem 22. Mai 2023.

ECOVIN, Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V., ist der Weinbauverband unter den Bioverbänden. 1985 gegründet, bewirtschaften heute 235 Mitgliedsbetriebe rund ein Viertel der deutschen Bio-Rebfläche. Neben der Zertifizierung nach ECOVIN Richtlinie sieht der Verband seine Aufgaben in Beratung, Bildung und politischer Interessenvertretung.

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95 Bioweine sind die EcoWinner 2022

Die besten deutschen Bioweine des Jahres sind gekürt! Beim 27. EcoWinner-Wettbewerb von ECOVIN haben 95 Weine in 14 Kategorien eine Medaille gewonnen. Eine unabhängige Fachjury hatte am 21. Juni in Oppenheim 442 Bioweine verkostet und bewertet.

Rund 80 Öko-Weingüter hatten sich mit ihren Weinen um eine Auszeichnung beworben. Gewinnen konnten die EcoWinner-Medaille aber nur die besten 20 Prozent einer Weinkategorie – sofern sie in der Blindverkostung mindestens 85 von 100 mögliche Punkten erreicht hatten.
Der EcoWinner-Jury 2022 mit 37 Verkoster*innen stand erneut die Önologin und Weinjournalistin Dagmar Ehrlich vor. „Die Säure ist natürlich in den Weinen des Jahrgangs 2021 präsenter als in den Vorjahren. Insgesamt schmecke ich im Wettbewerb die junge Weinszene, die sich international weiterbildet, Dinge ausprobiert, die Weine nicht mehr in ein standardisiertes Korsett presst. Ich sehe Biowein immer freier“, so resümiert Dagmar Ehrlich die diesjährige Verkostung.

Die größte Verkostungsgruppe bildeten beim EcoWinner 2022 trockene und halbtrockene Weißweine aus klassischen Rebsorten. Mit insgesamt 171 angestellten Weinen machten sie mehr als ein Drittel des Wettbewerbs aus. Aber auch Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten waren mit 58 Wettbewerbern (mehr als 13 Prozent) überproportional vertreten. PIWI-Weine wachsen derzeit nur auf drei Prozent der deutschen Rebfläche.

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Kompaktkurs Biologischer Weinbau für die Gastronomie und Fachhandel

PRESSEMITTEILUNG

Gemeinsam mit der Deutschen Wein- und Sommelierschule (DWS) der IHK Koblenz veranstaltet ECOVIN vom 14. bis 16. August einen Kompaktkurs Biologischer Weinbau in Oppenheim. Der Kurs verbindet einen Theorietag mit zwei Exkursionstagen in die Praxis von Bioweinbau und Biogastronomie. Die Veranstaltung ist Teil der IHK-Weiterbildung zum Fachsommelier (m/w/d) für Bioweine, ist jedoch offen für alle Interessierten.

Referent*innen von ECOVIN, Vinaturel und dem DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Ökowinzer*innen und Biogastronom*innen führen die Kursteilnehmenden in alle zentralen Aspekte von Biowein ein: Seinen Anbau und Ausbau, rechtliche Fragen und Zertifizierung, Spezialthemen wie Steillagen-Weinbau, robuste Rebsorten, biodynamischen Anbau oder die Platzierung von Bioweinen in der Gastronomie. Die Exkursionen führen gleich in fünf Weinanbaugebiete: Rheinhessen (Weingüter Brüder Dr. Becker und Sternenfelser Hof/Kopp), Nahe (Biohotel Gänz), Mittelrhein (Weingut Dr. Kauer), Rheingau (Weingut Jakob Christ) und Pfalz (Weingüter Janson-Bernhard und Rummel, Hofgut Ruppertsberg).

Der 3-Tage-Kurs inkl. zwei Übernachtungen in Oppenheim, aller Mahlzeiten, Weinproben und Exkursionen kostet 1290 Euro und kann auf der Webseite der IHK Koblenz direkt gebucht werden. Rückfragen beantwortet vorab gerne Weronika Gula von der DWS, E-Mail gula@weinschule.com.

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Zurück zu den Wurzeln

PRESSEMITTEILUNG

8. ECOVIN Jungwinzer*innen-Tagung rückt Boden in den Fokus

2021 digital, diesmal live in Neustadt an der Weinstraße: Mehr als 50 Teilnehmer*innen trafen sich vom 18. bis 20. März 2022 zur ECOVIN Jungwinzer*innen-Tagung rund um das Thema Boden. „Im Bioweinbau spielt ein gesundes Bodenleben seit jeher eine zentrale Rolle, es ist die Grundlage für unser Wirtschaften mit der Natur und charakterstarke Weine. Diese Botschaft möchten wir angehenden Winzer*innen mit auf den Weg geben“, sagte ECOVIN Geschäftsführerin Petra Neuber zur Eröffnung der Tagung.

Was in der Online-Tagung im Vorjahr nur theoretisch erörtert werden konnte, erfuhr in Neustadt praktische Erprobung. Herzstück des Treffens bildeten interaktive Vorträge, Praxisworkshops und haptische Erfahrungen. Ein Impulsvortrag am Freitagabend zur Rhizosphäre der Reben stimmte die Teilnehmenden auf die Workshops am Samstag ein.

Hier konnten die Tagungsgäste zwei von drei parallelen Arbeitsgruppen wählen. Der Workshop des Bodenberaters Dr. Manfred Schulte-Karring drehte sich rund um die Bodenstruktur, ihre Analyse und Verbesserung. In einem Riesling-Weinberg des ECOVIN Weinguts Platz legten die Teilnehmer*innen Bodenprofile frei, ermittelten pH-Wert und Kalkanteile, diskutierten Techniken der mechanischen Bodenbearbeitung sowie den Einsatz von Komposten und Pflanzenkohle.

Die Pflanzenkohle stand im Mittelpunkt der Arbeitsgruppe von Prof. Claudia Kammann von der Hochschule Geisenheim. Wie wirkt Pflanzenkohle im Boden, wie wird sie hergestellt, welchen Beitrag leistet sie zum Klimaschutz? Höhepunkt der Workshops war die eigene Herstellung von Pflanzenkohle im so genannten Kon-Tiki, einem Pyrolyseofen, im Weingut Schäffer.

Ein dritter Workshop diskutierte die Potenziale von Agroforstsystemen im Weinbau. Nicolas Haack von Triebwerk und Lukas Mischnick von der Demeter Beratung stellten Praxisbeispiele vor, in denen schon heute Obst- und Nussbäume zwischen und neben Weinreben wachsen. Die Vorteile liegen auf der Hand: u.a. werden die Ernterisiken einer Fläche gestreut, die Artenvielfalt erhöht, die CO2-Bilanz verbessert. Dennoch sahen die Workshop-Teilnehmenden auch Hemmnisse wie eine schwierige Mechanisierung von Agroforstsystemen.

Am Samstagabend konnten die Teilnehmer*innen in einer Sensorikschulung den Einfluss des Bodens auf den Wein erforschen. Martin Darting von WINE SYSTEM moderierte drei Doppelproben, die unterschiedliche Weinlagen und -stile miteinander verglich. Vorläufiges Ergebnis: Der Ausbau im Keller und das Klima prägen einen Wein viel stärker als der Boden, auf dem die Trauben gewachsen sind.

Der Tagungssonntag weitete den Blick vom Boden hin zum System Ökoweinbau und seine Leistungen für eine nachhaltige Entwicklung. Christian Hiss von der Regionalwert AG forderte, bislang nicht bepreiste Leistungen des Ökoweinbaus für Umwelt, Gesellschaft und regionale Wirtschaft einen Wert zu geben, damit sich echte Nachhaltigkeit messen lässt.

Die Teilnehmer*innen der 8. Jungwinzer*innen-Tagung meldeten Begeisterung an das Organisationsteam zurück: „Ich habe jede Menge Ideen und Impulse mitgenommen, die ich gerne schrittweise in unserem Weingut umsetzen würde“, sagte eine Pfälzer Winzerin in Betriebsgründung. „Bitte im nächsten Jahr wieder! Wir brauchen diese Art von Laboratorium, um Neues auszuprobieren und den Weinbau über das Etablierte hinaus weiter zu denken“, kommentierte ein Teilnehmer von der Mosel.

Weil nach der 8. vor der 9. ECOVIN Jungwinzer*innen-Tagung ist, traf sich das Organisationsteam gleich noch in Neustadt, um die 2022er Tagung auszuwerten und erste Ideen für 2023 zu spinnen.

Der Bundesverband Ökologischer Weinbau und das Organisationsteam bedanken sich für die Förderung der Tagung beim Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz sowie bei allen Sponsoren: 2B FermControl, BioFa AG, Braun Maschinenbau GmbH, Das Deutsche Weinmagazin/Fachverlag Dr. Fraund, Deutscher Kork-Verband e.V., Erbslöh Geisenheim GmbH, Ernst Moeschle Behälterbau GmbH, Richard Wagner GmbH + Co. KG, Verein Ehemaliger Geisenheimer e.V. (VEG), Verein Ehemaliger Rheinhessischer Fachschüler Oppenheim e.V. (VEO).

Die Veranstaltung wurde gefördert aus Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz.

Druckfähige Fotos von der Tagung versenden wir gerne auf Anfrage.

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Petra Neuber | Geschäftsführerin
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Für einen lebendigen Bioweinbau

PRESSEMITTEILUNG

Oppenheim, 14. Dezember 2021. Der Bundesverband Ökologischer Weinbau gratuliert der neu ernannten Bundesregierung und begrüßt die im Koalitionsvertrag festgelegten Ziele für einen Ausbau der Ökolandwirtschaft. Um die ambitionierten Ziele mit Leben zu füllen und umzusetzen, bietet ECOVIN seine Mitarbeit an und weist auf notwendige Konkretisierungen für den Weinbau hin.

Das Koalitionsziel von 30 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030 entspricht ECOVINs eigenen Zielvorgaben im Weinbau. Wir können es jedoch nur erreichen, wenn Erzeugerinnen, Verbraucher und Politik an einem Strang ziehen. Vom neuen Agrarminister Cem Özdemir wünschen wir uns politische Weichenstellungen, die den Bioweinbau zukunftsfähig gestalten, ökologisch, aber auch ökonomisch. Die Pläne von Bund und Ländern zur GAP-Reform müssen hier umgehend überarbeitet werden, damit auch Biobetriebe von den EcoSchemes der 1. Säule profitieren können.

Das Weinbaujahr 2021 hat mit seiner feucht-kühler Witterung, hohem Pilzdruck und hohen Ertragsverlusten in Bioweingütern deutlich gemacht, dass wir dringend neue Pflanzenschutzstrategien und Kupferalternativen brauchen, damit der deutsche Ökoweinbau mittelfristig wirtschaftlich attraktiv bleibt. In trocken-heißen Jahren stoßen dagegen die traditionellen Rebsorten an ihre Grenzen. Ertrags- und Einkommensrisiken können hier nicht allein von den Erzeugern getragen werden, wenn ein politischer Wille zum ökologischen Umbau besteht. Wir fordern die Bereitstellung von ausreichend Forschungsgeldern für die Bereiche Rebgesundheit, Pflanzenschutz sowie Klimaschutz und -anpassung im Weinbau, z.B. durch Züchtung klimarobuster Rebsorten.

Der von den Koalitionsparteien vereinbarte Mindestlohn könnte das 30-Prozent-Ziel im handarbeitsintensiven Bioweinbau ausbremsen. In den kleinen familiengeführten Weingütern, die ECOVIN schwerpunktmäßig vertritt, wird dieser Mindestlohn häufig nicht einmal von der Betriebsinhaberin erzielt. Daher wünschen wir uns eine Förderung, die sich stärker an der landwirtschaftlichen Arbeitskraft als an bewirtschafteten Flächen orientiert.

Nicht zuletzt muss die Gesellschaft, müssen die Verbraucher den Wandel mittragen und ökologisch erzeugte Produkte honorieren. Gerade bei Biowein sehen wir noch immensen Aufklärungsbedarf. Nach einer aktuellen repräsentativen Befragung wissen fast zwei Drittel aller deutschen Konsumentinnen nicht, dass es überhaupt Biowein gibt und dass es Unterschiede in der konventionellen und ökologischen Weinerzeugung gibt. Öffentliche Gelder für Verbraucheraufklärung scheinen uns unerlässlich.

Als Verband sind wir gerne bereit, mit unserer fast 40-jährigen Expertise im Bioweinbau den Wandel mitzugestalten.

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ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e. V.
Andreas Hattemer | ECOVIN Bundesvorsitzender
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Lebendiger Boden, lebendiger ECOVIN Verband: Jungwinzer*innen tagen online

PRESSEMITTEILUNG

Oppenheim, 01. März 2021: Mehr als 70 Teilnehmer*innen, drei Impulsreferate rund um das Thema Boden, intensive Kleingruppenarbeit und eine interessante Weinprobe – die 7. ECOVIN Jungwinzer*innentagung am 27. Februar 2021 beweist, dass auch Online-Formate erfolgreich für Weiterbildung und Vernetzung genutzt werden können.

78 Jungwinzer*innen von 20 bis Ende 40 aus fast alles deutschen Anbaugebieten plus Luxemburg, Südtirol und Bremen versammelten sich einen Samstagnachmittag lang, um mehr über den Boden zu lernen und sich auszutauschen. Zwei Drittel der Teilnehmenden waren ausgebildete oder angehende Winzer*innen, manche anderweitig mit der Weinbranche verknüpft, z.B. Studierende der Hochschule Geisenheim University (HGU).

Das Organisationsteam sendete live aus dem Geisenheimer Hochschulkeller, Anne Meyer von ECOVIN und Mathias Scheidweiler von der HGU moderierten die Veranstaltung, die den Boden in den Mittelpunkt stellte. „Jeder Weinbau beginnt mit dem Boden. Ein gesunder und lebendiger Boden bildet die Grundlage für gesunde Reben und gesunde Trauben“, sagte Anne Meyer. „Jeder unserer drei Referenten bringt mit seinem Ansatz auf seine Art Schwung in das Bodenleben.

Referent Dr. Manfred Schulte-Karring berichtete aus seiner Arbeit als Bodenberater im Weinbau, stellte dabei häufige Fehler bei der „Bodenverbesserung“ heraus und empfahl konkrete alternative Vorgehensweisen. ECOVIN Winzer Georg Forster von der Nahe hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Nutzung eigener Komposte im Weinberg, um Bodenleben und Pflanzenwachstum zu verbessern. Klaus Rummel, ebenfalls ECOVIN Winzer, schilderte auf Pfälzisch, wie Weingüter mit einer betriebseigenen Kläranlage autarker werden und regte zur Reflektion des eigenen Wasserverbrauchs im Weingut an.

Nach den drei Impulsvorträge diskutierten die Teilnehmer*innen in 6er-Gruppen ihre Eindrücke und Erkenntnisse. Dabei ging es weniger um einzelne naturwissenschaftliche Fakten, als um den Boden und seine Vitalität als Gesamtsystem. So war der Tenor der Bewertung unter den Teilnehmende auch eher emotionaler als sachlicher Natur. „Die Tagung hat Mut gemacht“, „ich fühle mich inspiriert und zuversichtlich, wie ich Boden neu denken kann“ oder „ich habe Lust, das Thema Boden im Betrieb anzupacken“ waren einige Stimmen.

Die Tagung schloss mit einer Verkostung von drei ECOVIN Weinen. Referent Georg Forster steuerte einen Riesling vom Kies 2019 bei, Klaus Rummel seinen California trocken 2019, hinter dem sich die PIWI-Rebsorte Sauvignac verbarg. Der dritte Wein war ein Pinot Noir Pilgerstein trocken 2018 von Hanneke Schönhals, die die Tagung lange organisatorisch begleitet hatte.

„Dank professioneller Technik, kurzweiligen Vorträgen, Austausch in Kleingruppen und der Weinprobe konnten wir den Spirit der vergangenen Jungwinzer*innentagung aufflackern lassen. Besonders das Feedback in den Kleingruppen hat mir gezeigt, dass uns gelungen ist, neben den fachlichen Inhalten auch Emotionen und Begeisterung zu transportieren“, sagte Moderator Mathias Scheidweiler nach der Veranstaltung.

Anne Meyer von ECOVIN dankte besonders allen Sponsoren, die die Tagung durch ihre Geld- und Sachspenden zum Erfolg werden ließen. „Ohne das Sponsoring der Unternehmen wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich. Genauso danke ich dem achtköpfigen Orga-Team, das viele unbezahlte Stunden in die Vorbereitung gesteckt hat, und natürlich allen Teilnehmenden, die sich auf die digitale Jungwinzer*innentagung eingelassen haben. Wir waren digital erfolgreich, trotzdem hoffen wir auf ein Wiedersehen.“

Für 2022 plant ECOVIN eine weitere Jungwinzer*innentagung zum Thema Boden, dann als Präsenzveranstaltung, da praktische Anschauung beim Thema unerlässlich ist.

Das Organisationsteam der ECOVIN Jungwinzer*innetagung wurde unterstützt durch die Sponsoren:
Bohlsener Mühle GmbH & Co. KG, Braun Maschinenbau GmbH, Deutscher Kork-Verband e.V., Erbslöh Geisenheim GmbH, ERO GmbH, Ernst Moeschle Behälterbau GmbH, Fachverlag Dr. Fraund, Hochschule Geisenheim University, HUOBER BREZEL GmbH & Co., Lebensbaum, Richard Wagner GmbH + Co. KG, Scharfenberger GmbH & Co. KG, Verein Ehemaliger Rheinhessischer Fachschüler Oppenheim e.V. (VEO)

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Ralph Dejas | Geschäftsführer
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117 EcoWinner – das Beste, was deutscher Bio-Wein zu bieten hat!

PRESSEMITTEILUNG
Bei der 22. Auflage der EcoWinner Weinprämierung zeigte sich erneut das hohe Qualitätsniveau der deutschen Bio-Weine. 93 Betriebe mit Bio-Zertifikat aus fast allen deutschen Anbaugebieten haben Weine und Sekte zu dieser strengen Blindverkostung angestellt.

An zehn Verkostungstischen waren 53 Jurymitglieder gespannt und bereit zur Verkostung der insgesamt 502 Bio-Weine. Nach etwa drei Stunden professioneller Probe waren die 117 Siegerweine gefunden, knapp ein Viertel der angestellten Gewächse. Die Jury setzte sich zusammen aus Sommeliers, Gastronomen, Journalisten, Weinprüfern und Fachhändlern. Winzer waren diesmal kaum vertreten, da die Weinlese bereits im Gang ist – so früh wie noch nie. Außer den ECOVIN Betrieben konnten auch Erzeuger aus anderen Verbänden und Weingüter, die nach EU-Bio-Richtlinien arbeiten, Weine anstellen. Auch VDP-Betriebe (Verband der deutschen Prädikatsweingüter), die ECOVIN als Fördermitglieder PLUS unterstützen, waren darunter.

Beeindruckt zeigten sich viele Jurymitglieder von der Qualität der geprüften Weine und dem Ablauf der Verkostung. „Ich fand es sehr angenehm, dass wir hier genug Zeit hatten beim Verkosten“, merkt Geunhye Yook an. Sie ist Einkäuferin beim Darmstädter Fachhandel ‚vinocentral‘. Und sie ergänzte: „Das Niveau der Weine war ordentlich bis sehr gut und die gelegentlichen Kontroversen in der Jury waren interessant und produktiv.“ „Mich überrascht die Vielfalt der verkosteten Weine. Es war eine spannende Verkostung.“ fasste Julian Dittmann seine Eindrücke zusammen. Er ist Einkäufer beim Nürnberger Fach- und Versandhandel K&U.

Verkostungsleiter Peer F. Holm zeigte sich mit dem Ablauf sehr zufrieden und erläuterte: „Es ist ganz natürlich, dass es ab und zu Kontroversen gibt. Dann wird das kurz besprochen, was häufig zu einer Annäherung führt. Wenn das nicht der Fall ist, dann wird aus allen Noten der Durchschnitt gebildet.“

Die 117 Siegerweine erhalten alle gleichermaßen die EcoWinner-Medaille. Schon bald wird es auf den Flaschen der prämierten Tropfen glänzen und so den Verbrauchern eine wertvolle Orientierung bieten. Auf die weitere Differenzierung der Siegerweine verzichtet der Veranstalter ECOVIN ganz bewusst, „da zweite und dritte Plätze nicht wirklich wahrgenommen werden“, so Geschäftsführer Ralph Dejas.

Besondere Aufmerksamkeit erfahren bei der EcoWinner-Prämierung stets die Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (PIWI). Diese benötigen nur einen Bruchteil der sonst üblichen zahlreichen Pflanzenschutzmaßnahmen. Ein erheblicher Teil der Spritzmittel und viel Arbeitszeit kann eingespart werden. PIWI-Reben gelten nicht nur für Bio-Winzer als Perspektive für die Zukunft. Auch in qualitativer Hinsicht machen die Weine mehr und mehr von sich reden. Souvignier Gris, Muscaris, Johanniter und Cabernet blanc sind die weißen Favoriten, die bei der diesjährigen Prämierung ganz oben mitspielen.

Es ist naheliegend, dass sich viele Bio-Winzer mit den neuen, pilzwiderstandsfähigen Sorten befassen; denn sie verzichten auf chemische Pflanzenschutzmittel und benutzen stattdessen mineralische und pflanzliche Substanzen. Dies erfordert mehr Aufwand und Aufmerksamkeit und birgt manches Risiko. Umso wichtiger ist es, die Qualitätspotenziale der neuen Sorten auszuloten und den Verbrauchern zu vermitteln, dass gute Weine auch mit weniger Pflanzenschutz machbar sind. Noch sind die Namen der neuen Sorten relativ unbekannt, doch durch die Prämierung von Gewächsen aus PIWI-Reben ändert sich dies langsam.

Hochwertige Bio-Weine aus deutschen Anbaugebieten können Weinfreundinnen und Weinfreunde schon bald an der EcoWinner-Medaille erkennen. Sind Sie neugierig? Eine Liste der prämierten Weine ist zu finden unter www.ecowinner.de.

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Ralph Dejas | Geschäftsführer
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ECOVIN Einführungskurs 2018

TERMINHINWEISE

Zum 31. Mal bietet ECOVIN den Einführungskurs in den ökologischen Weinbau an. Im Jahr 2018 wird der Kurs auf Kloster Jakobsberg in Rheinhessen stattfinden. Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis des ökologischen Weinbaus wird anschaulich vermittelt. Der Kurs ist für Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, sowie für Mitarbeitende, Studierende und Auszubildende gleichermaßen geeignet.

Datum: 16.01.2018 – 19.01.2018
Veranstaltungsort: Kloster Jakobsberg | 55437 Ockenheim

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung.

4. ECOVIN.Jungwinzertagung: Divers. Dynamisch. Digital.
Mit dem Titel „Divers. Dynamisch. Digital.“ geht die ECOVIN Jungwinzertagung am 2.-4. März 2018 in die vierte Runde.

Biologisch-dynamischer Weinbau ist voll im Trend. Wir schauen hinter die Kulissen und checken wie dynamisch der biologisch-dynamische Weinbau wirklich ist! Digitalisierung? Klar! Aber wenn, dann mit Vorteilen für Mensch und Natur.

  • Euch erwartet ein spannendes Tagungsprogramm mit viel Raum für Diskussion und Austausch!
  • Mission: Biologisch-dynamischer Weinbau – alles Hokuspokus oder der Weg in die Zukunft des Weinbaus?
  • Sind biologisch-dynamische Weine anders als biologische?
  • Digitalisierung: Da geht was! Precision viticulture mithilfe von Drohnen- und Sensortechnik – eine gute Idee? Welche Ansätze gibt es und was ist sinnvoll?

Tagungsort
Jugendhaus St. Christophorus | Bad Dürkheim (Pfalz)

Wir danken unseren Sponsoren: BIOFA, Deutscher Kork-Verband e.V, Erbslöh, Richard Wagner Kellereibedarf, Ero Binger Seilzug & Die Präparatekiste.

Beide Veranstaltungen werden gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft, BÖLN.

Weitere Veranstaltungen auf der Homepage

Kontakt
Susanne Sommer
Kommunikation und Projekte

Mo.-Do. 8 – 16 Uhr & Fr. 8 – 14 Uhr

ECOVIN
Bundesverband Ökologischer Weinbau
Wormser Str. 162
55276 Oppenheim
T + 49 (0)61 33 16 40 | F + 49 (0)61 33 16 09
s.sommer@ecovin.de




ECOVIN Jahrgangsbericht 2017

PRESSEMITTEILUNG

Oppenheim, 26.10.2017. Die Traubenernte ist abgeschlossen. Die Mitglieder im Bundesverband der ökologisch arbeitenden Weingüter Deutschlands, ECOVIN, sind in der letzten Oktoberwoche fertig geworden. Die Mosel setzt hier gewöhnlich den Schlussakzent, so auch in diesem Jahr. Die Mengen sind im Durchschnitt aller deutschen Anbaugebiete um einiges geringer ausgefallen als im langjährigen Mittel. Die Qualitäten überzeugen jedoch.

Das Weinjahr 2017 startete teilweise noch mit der Eisweinlese. Am 7. Januar erntete zum Beispiel Reinhard Schäfer im Bottwartal, Württemberg, 100 Liter Trollinger Eiswein des Jahres 2016 bei -10° C mit einem Mostgewicht von 180° Oechsle. Bereits zwei Monate später, Mitte März, herrschte schon fast Freibadwetter in weiten Teilen der deutschen Anbaugebiete. Dies forcierte einen recht frühen und rasanten Austrieb der Reben, welche zum Teil dem Frost am 19./20. April zum Opfer fielen. Diese kalten Nächte haben neben dem Weinbau auch den Obst- und Gemüsebau hart getroffen, was erklärt, warum die diesjährige Traubenernte so klein ausfällt. Die Lese begann schon sehr früh, Ende August, und war mancherorts bereits Ende September abgeschlossen.

An der Ahr hielten sich die Frostschäden in Grenzen. Verluste gab es aber auch hier. Austriebsschädlinge wie Rombenspanner und Erdraupen stellten die ökologisch wirtschaftenden Winzer vor Herausforderungen. Probleme mit Pilzkrankheiten waren an der Ahr eher untergeordnet, allerdings breitete sich die Botrytis im Verlauf der Reifung der Trauben aus, was zu leichten Verlusten führte. Der Leseverlauf war daher recht hektisch, eine mehrfache Auslese der Trauben war notwendig und führte dazu, dass die Menge etwa 30 % unter dem normalen Ertrag lag.

In vielen Teilen Badens war der Herbst wider allen Erwartungen nach dem Frost-Schock Ende April zufriedenstellend hinsichtlich Menge und Qualität. Über die Regionen gesehen liegt die Menge nur leicht unter dem langjährigen Betriebsdurchschnitt, was natürlich auch dem niedrigen Ertragsniveau auf Bioflächen generell geschuldet ist. Im mittleren Markgräflerland mussten die Winzer teils erhebliche Frostschäden hinnehmen. Insbesondere der für die Region typische Gutedel lag weit unter dem Durchschnitt. Vom Kaiserstuhl wurde ein ausgezeichneter Herbst gemeldet, mit hohen, fast schon überdurchschnittlichen Erträgen und sehr guten Zuckergehalten.

Auch in Württemberg war eine schnelle Ernte angesagt. Vor allem die frühreifen roten Rebsorten wie Acolon, Regent oder Dornfelder liefen Gefahr, den Fruchtfliegen zum Opfer zu fallen und mussten zügig gelesen werden. Die Frostschäden in weiten Teilen Württembergs führten dazu, dass sich die übrig gebliebene Energie in den Trauben konzentrierte, die noch gelesen werden konnten. So berichtet Andreas Stutz aus Heilbronn von einem Mostgewicht von 108° Oechsle beim Muscaris. Es gab aber auch Fraßschäden durch Wildschweine, Rehe, Vögel und Mäuse, welche aufgrund der Frostschäden im Obst und Gemüsebau wenig weitere Nahrungsangebote vorfanden.

Der rheinhessische Sommer war durchwachsen und geprägt von zahlreichen Wetterkapriolen. Besonders dramatisch wirken sich Starkregenereignisse und Hagel aus, wenn die Beeren beginnen weich zu werden. Dies führte neben dem Frost Ende April zu Reduktionen der Erntemenge zwischen 10 % und 90 %. „Dort, wo die Trauben ohne Schäden geerntet werden konnten, präsentiert sich ein Topjahrgang mit hoher Reife und knackiger Säure. Also ein perfekter Body-Mass-Index! Der Unterschied in diesem Jahr zwischen Freud und Leid ist groß“ so Erik Riffel, Vorsitzender der rheinhessischen ECOVIN Mitglieder.

An der Nahe und in der Pfalz präsentiert sich ein ähnliches Bild. Ein schneller Herbst mit unterdurchschnittlichen Mengen, aber tollen Qualitäten. Sebastian Rook vom Weingut Brühler Hof in Volxheim freut sich bereits jetzt schon bei der Probe der Jungweine der Sorten der Burgunderfamilie oder Rieslinge: „Bei entsprechender Kulturführung konnten diese perfekt am Stock ausreifen und lassen jetzt schon die Herzen höher schlagen.“
Auch aus Franken und von der Mosel werden nach Selektion sehr gute bis hervorragende Qualitäten gemeldet. Der Weinfreund kann sich auf fruchtige, aromatisch frische Weine freuen, allerdings wird es sicherlich moderate Preissteigerungen geben. An Herausforderungen mangelt es den Biowinzern in Zeiten des Klimawandels nicht. Um diese zu meistern, bedarf es auch fairer Wertschätzung.

Die Meldung im pdf- Format und Bildmaterial finden Sie auf unserer Homepage.
Vielen Dank für eine Veröffentlichung.
Herzliche Grüße aus Oppenheim

Susanne Sommer
Kommunikation und Projekte

Sie erreichen mich üblicherweise Mo.-Do. 8 – 16 Uhr & Fr. 8 – 14 Uhr

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