Neue SÜDWIND-Studie zu Green Bonds erschienen: „Grüne Anleihen – ein neuer Weg zur privaten Finanzierung von Umweltschutz und Entwicklung?“

Pressemitteilung

Bonn, 1.07.2016: Mit „Grünen Anleihen“ oder „Green Bonds“ sollen Anleger endlich Gewissheit darüber erhalten, dass die Gelder, die sich ein Unternehmen oder eine Bank über eine Anleihe am Kapitalmarkt leiht ausschließlich für umweltfreundliche Projekte eingesetzt werden. Denn mit der Ausgabe versprechen die Emittenten, dass die Erlöse nur in Projekte aus nachhaltigen Bereichen fließen − wie in regenerative Energien, in die nachhaltige Landnutzung oder in den Erhalt der Biodiversität.
Dies, so die Überlegung trägt dazu bei, dass mehr Kapital z.B. für Windkraftanlagen und Wärmedämmung zur Verfügung steht. Die SÜDWIND Studie: „Green Bonds − Black Box mit grünem Etikett? Grüne Anleihen − ein neuer Weg zur Finanzierung von Umweltschutz und Entwicklung?“, die am heutigen Tag in Bonn vorgestellt wird geht diesen Versprechen nach.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Emission Grüner Anleihen von 2012 bis 2015 von 1,25 Mrd. Euro auf 37 Mrd. Euro kontinuierlich gewachsen ist. Während zu Beginn vor allem Förderbanken, wie die Weltbank und die Europäische Entwicklungsbank (EIB), Green Bonds zur Finanzierung ihrer sozialen und ökologischen Projekte ausgaben, nutzen seit 2014 zunehmend auch Unternehmen, wie Unilever, Apple oder Starbucks, diese neue Form der Kapitalaufnahme. Die Emittenten informieren in der Regel, in welche Bereiche die Gelder fließen und geben Beispiele für finanzierte Projekte. Eine von dem Emittenten bezahlte Zweitmeinung soll den Investoren zusätzlich Sicherheit geben, dass mit dem aufgenommenen Geld tatsächlich nur ökologische Projekte finanziert werden und eine strikte Trennung zum allgemeinen Geschäftsbetrieb besteht.

SÜDWIND legt in der Studie die gegenwärtigen Verfahrensweisen für Green Bonds dar, geht auf freiwillige Regulierungsansätze der Finanzbranche sowie auf die staatliche Regulierung in Indien und China ein. Zuletzt bleibt für das Institut jedoch eine Reihe von Zweifeln. So gibt es bisher keine Hinweise, dass Green Bonds wirklich dazu beitragen, dass es mehr Geld für nachhaltige Projekte gibt. Auch die Transparenz lässt bei der überwiegenden Zahl der Emittenten zu wünschen übrig und Zweitmeinungen sind bisher zu wenig standardisiert, um eine verlässliche Auskunft geben zu können. Außerdem kann es vorkommen, dass Emittenten neben regenerativen Energien auch den Kohlebergbau unterstützen oder Atomkraftwerke betreiben.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Grüne Anleihen ein wertvolles Instrument zur Finanzierung von nachhaltigen Projekten sein können, wenn sie anders gestaltet wären. Dies kann jedoch nur über eine Gesetzgebung erreicht werden, die z.B. die Veröffentlichung aller Projekte, die aus einem Green Bond finanziert werden, vorschreibt.

Die Studie kann über www.suedwind-institut.de/publikationen/2016/ bestellt werden und steht ab sofort hier zum Download bereit.

Das Projekt wird aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, durch den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region sowie die Evangelische Kirche im Rheinland gefördert.
Gefördert durch stiftungumweltundentwicklung

ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des
Bundwirtschaftzusammenarbeit

Innerhalb eines separaten Projektes konnte die Studie mit der Unterstützung der KD-Bank ins Englische übersetzt werden.
kdbank

Kontakt:
Antje Schneeweiß
Telefon: 0228- 763698-17
E-Mail: schneeweiss@suedwind-institut.de

Sandra Grigentin-Krämer

Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising /
Public Relations and Fundraising
SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene
Kaiserstraße 201
53113 Bonn




Grüne Anleihen – ein neuer Weg zur privaten Finanzierung von Umweltschutz und Entwicklung? Veranstaltung am 30. Juni 2016 in Bonn

SÜDWIND lädt ein:

Ort: Deutsche Welle, Gremiensaal, Kurt-Schumacher-Straße 3, 53113 Bonn
Zeit: 10:30-15:30 Uhr

Banken und Unternehmen legen in zunehmendem Maß „Grüne Anleihen“ auf. Mit deren Erlös, so das Versprechen, sollen nur umweltfreundliche Projekte unterstützt werden. Anleger können sich so direkt an der Finanzierung einer nachhaltigen und klimafreundlichen Wirtschaft beteiligen. Die Festlegung von geeigneten Projektkategorien und unabhängige Gutachten sollen sicherstellen, dass die Gelder tatsächlich nur in Windparks, die energetische Sanierung von Häusern und ähnliches fließen.

Doch reichen diese Maßnahmen aus, um Green Bonds glaubwürdig zu machen? Tragen Green Bonds tatsächlich dazu bei, dass mehr Geld für eine grüne Wirtschaft zur Verfügung steht? Und: Wie können nachhaltige Anleger mit bereits etablierten Prozessen für die Auswahl von nachhaltigen Wertpapieren dieser Entwicklung begegnen? Diese und weitere Fragen sollen anlässlich der Vorstellung einer SÜDWIND-Studie zu Grünen Anleihen mit Fachleuten aus der Finanzwirtschaft, der Wissenschaft, dem Nachhaltigkeitsrating und von Nichtregierungsorganisationen diskutiert werden.

Ablauf

10:30 Uhr – Ankunft mit Kaffee und Tee
11:00 Uhr – Antje Schneeweiß: Vorstellung der Studienergebnisse
12:00 Uhr – Bettina Kretschmer (EU Kommission, GD Umwelt)
12:45 Uhr – Mittagessen
13:45 Uhr – Podiumsdiskussion mit:
· Florian Sommer, Leiter Nachhaltigkeits Reserach, Union Investment
· Dr. Nannette Lindenberg, senior researcher, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
· Bianca Denfeld, KfW (angefragt)
· Kristina Rüter, Leiterin Nachhaltigkeits Research, oekom research AG
· Ryan Brightwell, Researcher, Bank Track
· Markus Borgert, Stellvertretender Bereichsleiter, KD Bank (angefragt)

15:15 Uhr – Schlusswort
15:30 Uhr – Ende der Veranstaltung

Anmeldung bitte bis zum 4. Mai 2016 unter: grigentin-kraemer@suedwind-institut.de

SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene
Kaiserstr. 201, 53113 Bonn
Tel.: 0228-763698-14

Anfahrt zur Deutschen Welle:

Unter http://www.dw.com/popups/pdf/32615151/schauen-sie-bei-uns-vorbei-in-bonn-und-berlin.pdf ist eine genaue Anfahrtsbeschreibung zur Deutschen Welle für PKW zu finden.

Öffentliche Verkehrsmittel:
Ab Bonn-Hauptbahnhof: Bus: Linie 610, 611 bis Deutsche Welle (10 Minuten)
der U-Bahn: Linie 16, 63, 66 bis Heussallee/Museumsmeile)