Naturland und Lammsbräu: Gemeinsam mit Europaabgeordnetem Deß für praxisgerechte Neufassung der EU-Öko-Verordnung

Presseinformation

– Europaabgeordneter und agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion Albert Deß zum politischen Austausch mit Neumarkter Lammsbräu und Naturland auf Öko-Hof Stephan in Seubersdorf bei Neumarkt

-Neufassung der EU-Öko-Verordnung darf positive Entwicklung der bayerischen Öko- Branche nicht ausbremsen und muss praxisgerecht sein

– Forderungskatalog der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) überreicht

Seubersdorf, 11.08.2015 – Die Generalbevollmächtige von Neumarkter Lammsbräu und AöL-Vorstand Susanne Horn und der Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester sind sich mit dem Europaabgeordneten und agrarpolitischen Sprecher der EVP-Fraktion Albert Deß einig: Die Neufassung der EU-Öko-Verordnung darf auf keinem Fall zu Lasten der bayerischen Öko-Branche gehen. Der Europaabgeordnete besuchte an diesem Dienstag, auf Einladung von Neumarkter Lammsbräu und Naturland, den Naturland Hof Stephan in Seubersdorf, in der Nähe von Neumarkt in der Oberpfalz. „Der Öko-Landbau leistet nicht nur einen unverzichtbaren gesellschaftlichen Beitrag, indem er für gesunde Böden, mehr Artenvielfalt und eine lebenswerte Umwelt sorgt, er schafft auch nachweislich Arbeitsplätze und eine nachhaltige Wertschöpfung in der Region“, so Hans Hohenester. „Lammsbräu und seine Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe EZÖB, zu der auch der Naturland Hof Stephan gehört, machen das seit über zwei Jahrzehnten absolut beispielhaft vor“, so Hohenester weiter.

„Die positiven Entwicklungen der letzten 25 Jahre dürfen jetzt nicht durch eine praxisuntaugliche Neufassung der EU-Öko-Verordnung gefährdet werden“, warnte der Naturland Präsidiumsvorsitzende. Statt beispielsweise die bewährte Prozesskontrolle des Öko-Landbaus aus konventionellem Denken heraus unnötig in Frage zu stellen müsse der Öko-Landbau durch geeignete Maßnahmen weiter gestärkt werden, wie es der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner mit seinem BioRegio 2020 Programm vormache, so der Hohenester. „Nach dem leider in vielerlei Hinsicht untauglichen Vorschlag des EU-Agrarministerrats zur Neufassung der EU-Öko-Verordnung vom 16. Juni, ist jetzt das EU-Parlament gefordert“, ergänzt die Lammsbräu-Generalbevollmächtigte Horn. „Das Parlament muss jetzt auf Basis seines schon am 7. Mai vorgelegten Berichts einen gangbaren Weg finden, der der Öko-Branche in Bayern und ganz Europa nützt, anstatt sie unnötig auszubremsen“, so Horn. Wie dieser aussehen sollte, skizziert ein Zwölf-Punkte-Papier der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL), das Horn beim Austausch an die Gesprächspartner aus Politik und Öko-Branche übergab.

Ähnlich sieht das Albert Deß, Europaabgeordneter und agrarpolitischer Sprecher der EVP Fraktion. „Der Vorschlag der Kommission ist von Anfang an in die falsche Richtung gegangen. Ich teile hier die Besorgnis der Öko-Branche. Eine Überarbeitung der EU-Öko-Verordnung muss das Ziel haben den Öko-Landbau auch für die Zukunft auf eine stabile Basis zu stellen und für mehr Öko-Landbau und nicht für weniger zu sorgen.“ Der Europaabgeordnete sagte deshalb zu, sich in Brüssel und Straßburg für eine praxisgerechte Neufassung der EU-Öko-Verordnung einzusetzen und dabei den Forderungen der Öko-Branche das nötige Gehör zu verschaffen.

Sollte es in den Verhandlungen von Rat und Parlament zur Revision der EU-Öko-Verordnung nicht gelingen, den Rechtsrahmen für die Öko-Landwirtschaft praxistauglich weiterzuentwickeln, müsse aber auch ein vorrübergehender Abbruch der Verhandlungen eine Option sein, so die Vertreter von Naturland und Lammsbräu unisono.

Zum Hintergrund
Im März 2014 hat die EU-Kommission eine umstrittene Vorlage für ein neues Bio-Recht vorgelegt. Der EU-Agrarrat stimmte seine Position dazu im Juni 2015 ab. Im Herbst starten EU-Agrarrat und -Parlament den von der EU-Kommission moderierten Trilog-Prozess, um das neue EU-Öko-Recht final auszuhandeln.

Neumarkter Lammsbräu

Neue Wege beschreiten und sich dabei an den Grundprinzipien der Natur orientieren – das kennzeichnet die Neumarkter Lammsbräu seit langem. Als junger Chef einer Familienbrauerei mit über 380-jährigen Geschichte, machte sich der heutige Inhaber Dr. Franz Ehrnsperger schon in den 1970er Jahren auf die Suche nach den besten Rohstoffen für sein Bier – und wurde im ökologischen Landbau fündig. Und auch die Idee dahinter überzeugte ihn. Die aus dieser Überzeugung entstandenen Umweltrichtlinien prägen das Unternehmen bis heute und legten den Grundstein für eine ganz eigene „Bio-Tradition“. Inzwischen ist die Neumarkter Lammsbräu Marktführer für Bio-Bier und produziert mit rund 110 Mitarbeitern und unter ausschließlicher Verwendung kontrolliert-ökologischer Zutaten 80.500 hl Bier und 98.600 hl alkoholfreie Getränke pro Jahr, darunter die now-Bio-Limonaden und das erste nach Bio-Richtlinien zertifizierte Mineralwasser BioKristall. Getränke, die nicht nur höchsten Genuss versprechen, sondern immer auch die Gewissheit beinhalten, mit jedem Schluck den Umweltschutz zu fördern.

Mehr zu Lammsbräu unter www.lammsbraeu.de/

Naturland

Seit über 30 Jahren gehen Naturland Bauern und Verarbeiter als Pioniere voran. Aktuell wirtschaften in Deutschland mehr als 2.600 Naturland Betriebe auf einer Fläche von gut 136.000 ha, international bewirtschaften über 38.000 Bauern eine Fläche von gut 113.000 ha. Für Naturland bedeutet Öko-Landbau, Tradition mit der Moderne und Erfahrungen mit dem Mut zu Neuem zu verbinden. Naturland Bauern und Verarbeiter wirtschaften nicht gegen die Natur, sondern mit ihr. Sie bewahren die Artenvielfalt, sorgen für fruchtbare Böden, schützen das Wasser und wirken dem Klimawandel entgegen. So entwickeln sie die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft beständig weiter. Naturland Bauern und Verarbeiter wirtschaften mit Blick auf die nachfolgenden Generationen und entwickeln Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Ihr Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise lautet: ökologisch, zukunftsweisend und fair.
Zum Hintergrund

Mehr zu Naturland unter http://www.naturland.de/de/

Pressekontakt Lammsbräu:

Dr. Daniel Haussmann
Thomas Pfaff Kommunikation
Tel.: +49-89-992496-54
E-Mail: haussmann@pfaff-kommunikation.de

Pressekontakt Naturland:

Sebastian Mittermaier
Referent Agrarpolitik/Landbau
Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.
Tel  +49 (0) 89-89 80 82-27 / 0172 6598387
E-Mail: s.mittermaier@naturland.de




Neumarkter Lammsbräu: Nachhaltigkeitspreis 2015 verliehen

PRESSEINFORMATION

• Höchste Bewerberzahlen seit Bestehen des Preises
• Fünf Preisträger in fünf Kategorien ausgezeichnet

Neumarkt, 18. Juni 2015 – Der Bio-Pionier Neumarkter Lammsbräu hat heute in einem Festakt die Verleihung seines Nachhaltigkeitspreises 2015 begangen.

Aus der Rekordbewerberzahl von 147 Stück wählte die hochkarätig besetzte Jury in diesem Jahr in fünf Kategorien engagierte Menschen und Organisationen aus, die einen Beitrag zu besseren Umwelt- und Lebensbedingungen leisten. Die jährlich verliehenen „Lämmchen“ sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert, sollen zum Weitermachen motivieren und möglichst viele Menschen zum Umdenken bewegen. Der Nachhaltigkeitspreis der Neumarkter Lammsbräu wurde 2015 bereits zum 14. Mal verliehen.

Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter Lammsbräu: „Nur gemeinsam ist man stark. Gerade in Sachen Nachhaltigkeitsengagement. Mit unserem Nachhaltigkeitspreis leisten wir deshalb seit Jahren einen Beitrag dazu, dass gute Ideen auch außerhalb unseres Unternehmens vorankommen – und die tollen Bewerberzahlen zeigen uns, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.“

Die Preisträger 2015:
• Privatperson/Einzelperson: Der Ingenieur Leo Pröstler war Verkäufer von Stahlwerken, bis er erkannte, dass die damit verbundene Art des Wirtschaftens keine Zukunft hat. Er machte einen radikalen Schnitt, wurde Leiter des Öko-Instituts und Gründer des Umweltversands Waschbär. Daneben kümmert sich Pröstler seit rund zwei Jahrzehnten intensiv um die Aufforstung von Mischwäldern in Costa Rica und fördert damit die dortige Biodiversität.

• Privatpersonen/Vereine und Institutionen: Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft ist ein Zusammenschluss von rund 150 Höfen und Initiativen, die sich für die Umsetzung der Solidarischen Landwirtschaft, kurz: „Solawi“, in Deutschland engagieren. Bei der Solawi finanzieren Bewohner einer Region gemeinsam einen landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieb. Sie teilen sich die Erträge und Risiken. Ziel ist die Erhaltung einer vielfältigen Landwirtschaft, in der wertvolle Lebensmittel entstehen.

• Unternehmen: Mit der Teekampagne hat Die Projektwerkstatt – Gesellschaft für kreative Ökonomie mbH den Marktführer im deutschen Teeversandhandel gegründet. Der größte Einzelimporteur von Darjeeling Tee weltweit verkauft seine bio-zertifizierten Produkte direkt nach der Ernte in Großpackungen, was Lager-, Verpackungs- und Versandkosten spart. Dadurch können rund 50 % der Erlöse direkt an die Teegärten in Indien gehen. Gleichzeitig wird die die ökologische Landwirtschaft im Anbaugebiet befördert.

• Medienschaffende: GEOlino extra ist ein Wissensmagazin für Kinder, das sich in jeder seiner Ausgaben einem besonderen Lebensraum, seiner Faszination und Bedeutung aber auch seiner Gefährdung und Zerbrechlichkeit widmet. GEOlino extra stellt dabei immer auch Menschen vor, die helfen oder versuchen, etwas zum Besseren zu verändern. So werden die Kinder für die Herausforderungen unserer Zeit sensibilisiert und es wird ihnen nahegebracht, wie man selbst aktiv werden kann. Das 50. Heft wurde dabei zum Jubiläum ganz und gar unter das Motto „Wie wir die Welt retten“ gestellt und ist ein Mit- und Mutmach-Heft geworden.

• Mitarbeiter/Lieferanten: In der Erzeugergemeinschaft für ökologische Braurohstoffe (EZÖB) haben sich rund 140 Bio-Bauern zusammengeschlossen, die allesamt „Überzeugungstäter“ sind. Sie schaffen auf ihren rein ökologisch bewirtschafteten Feldern Nischen für bedrohte Arten, setzen Kulturlandpläne um und betreiben Umweltbildung. Seit mehr als 25 Jahren ist die EZÖB damit die wichtigste Säule der Rohstoffversorgung von Deutschlands größter Bio-Brauerei und wesentlicher Baustein einer zukunftsorientierten Landwirtschaft in der Region.

Unter den Laudatoren finden sich auch diese Jahr renommierte Nachhaltigkeits-Verfechter wie Ursula Sladek, Mitbegründerin der Elektrizitätswerke Schönau, Dr. Alexander Gerber, Vorstand von Demeter e.V., Johannes Gutmann, Gründer und Chef der Sonnentor Kräuterhandels GmbH, und Susanne Horn, Generalbevollmächtigte der Neumarkter Lammsbräu. Aber auch die nächste Generation ist mit Emilia Kuschka (10 Jahre) und Felix Horn (9 Jahre) bereits vertreten.

Die Jury wählte die prämierten Projekte in einem anspruchsvollen Auswahlverfahren aus und bestand 2015 aus der Juryvorsitzenden Ilona Jerger (Umweltjournalistin und Buchautorin) sowie Prof. Dr. Volker Stahlmann i.R. (Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg), Prof. Dr. Maximilian Gege (Vorstandsvorsitzender B.A.U.M.), Prof. Dr. Hubert Weiger (Vorsitzender BUND) und Susanne Horn (Generalbevollmächtigte Neumarkter Lammsbräu).

Zum Nachhaltigkeitspreis der Neumarkter Lammsbräu
Der Nachhaltigkeitspreis der Neumarkter Lammsbräu wurde erstmals im Jahr 2002 verliehen. Er ging aus dem Deutschen Umweltpreis hervor, den Lammsbräu-Inhaber Dr. Franz Ehrnsperger 2001 erhielt. Das Preisgeld investierte der Unternehmer in eine neue Flaschenwaschanlage, die weniger Energie und Wasser verbraucht. Das dadurch gesparte Geld stiftet er seitdem den Preisträgern des Nachhaltigkeitspreises – insgesamt jährlich 10.000 Euro. Bislang wurden 51 Projekte in den Kategorien Privatpersonen, Organisationen und Unternehmen, Medienvertreter und Lammsbräu-Mitarbeiter ausgezeichnet. Der Lammsbräu-Nachhaltigkeitspreis ist einer der bedeutendsten Nachhaltigkeitspreise in Deutschland.

Mit dem „Lämmchen“ prämiert die Neumarkter Lammsbräu Projekte, die alle Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen, die aber bisher von der Öffentlichkeit wenig beachtet werden. Der Preis soll engagierten Menschen somit nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch Aufmerksamkeit bringen und zur Nachahmung anregen.

Weitere Informationen zur Neumarkter Lammsbräu finden sich unter www.lammsbraeu.de

Neumarkter Lammsbräu
Gebr. Ehrnsperger KG
Amberger Straße 1
92318 Neumarkt i.d.OPf.
Tel. 09181 404-0
info@lammsbraeu.de

Pressekontakt:
Dr. Daniel Haussmann, Thomas Pfaff Kommunikation
Höchlstraße 2
81675 München
Tel. 089 992496-54
haussmann@pfaff-kommunikation.de