Naturland wächst regional und weltweit – Umsteller brauchen Rechtssicherheit: EU-Öko-Verordnung sinnvoll weiterentwickeln

Pressemitteilung, 18.01.2017

Gräfelfing – Naturland verzeichnet im zweiten Jahr in Folge deutliche Zuwächse bei Mitgliedsbetrieben und Fläche. Neben einem erneut starken Wachstum in Deutschland konnte der Öko-Verband in 2016 auch international zulegen, wobei vor allem die Entwicklung in Europa überdurchschnittlich positiv ausfiel. Insgesamt bewirtschaften aktuell 43.000 Naturland Bäuerinnen und Bauern in 46 Ländern der Erde eine Fläche von über 277.000 Hektar. Das sind rund 5.000 Bäuerinnen und Bauern mehr als vor einem Jahr. Die Fläche legte um 4,7 Prozent zu.

In Deutschland fielen die Zuwächse mit einem Flächenwachstum um 9,4 Prozent auf rund 165.000 Hektar erneut überdurchschnittlich gut aus. Dazu kommen noch rund 54.000 Hektar nach Naturland Richtlinien bewirtschaftete Waldfläche. Die Zahl der deutschen Naturland Betriebe stieg um 213 auf nun 3.127 (plus 7,3 Prozent).

„Die Nachfrage nach Bio aus Deutschland ist hoch. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass das Wachstum auch weiter anhalten kann“, sagte Naturland Geschäftsführer Steffen Reese. Naturland sei weiterhin aktiv auf der Suche nach Umstellern in allen Bereichen. „Wir werden aber nur dann noch deutlich mehr Betriebe zur Umstellung bewegen, wenn die Politik endlich für Rechtssicherheit sorgt“, fügte Reese mit Blick auf die Revision der EU-Öko-Verordnung hinzu, wo nach drei Jahren Verhandlungen nach wie vor alles offen ist.

Starkes Wachstum in Europa – mehr Kleinbauern in Übersee

International trägt Europa mit Zuwächsen von gut 25 Prozent bei Flächen und Betriebszahlen überdurchschnittlich stark zu der positiven Entwicklung bei. Ein Schwerpunkt des Wachstums war Südeuropa, vor allem Italien und Spanien. Hintergrund ist die steigende Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach frischem Obst und Gemüse auch in den Wintermonaten.

Außerhalb von Europa konnten zahlreiche Kooperativen, die durch Naturland Zugang zum deutschen Markt bekommen, ihre Produktion ausweiten. Stärkere Zuwächse gab es beispielsweise in Uganda (Kaffee), Sri Lanka (Gewürze, Kokos) und Vietnam (Öko-Shrimps-Aquakulturen). Mehr als 4.300 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern profitieren davon und gehören nun auch zur Naturland Gemeinschaft. Erstmals zertifiziert Naturland nun auch einen Betrieb in Argentinien, der Zuckerrohr anbaut.

Dank eigener Mitarbeiter vor Ort sowie regelmäßiger Besuche sind dabei auch die internationalen Naturland Betriebe eng an den Verband angebunden. „Diese Nähe zu unseren Bauern – regional und weltweit – zeichnet Naturland zertifizierte Produkte aus“, sagte Reese. „Und wenn in einer Tafel Schokolade öko-fairer Kakao aus der Dominikanischen Republik, öko-fairer Rohrzucker aus Paraguay und öko-faire Milch aus Deutschland verarbeitet werden, dann gewinnen alle – Bauern, Verarbeiter, Handel und Verbraucher –, weil sie Teil einer Kette des gemeinsamen und verantwortungsvollen Handelns sind“, unterstrich der Naturland Geschäftsführer.

Kontakt

Markus Fadl
Pressesprecher
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Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.
Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing
Tel. +49 (0) 89 – 89 80 82 31, Mobil: +49 (0) 172 – 65 98 389
www.naturland.de, www.oekobauer-gesucht.de




Mehr Öko mit Naturland: 276 neue Betriebe allein in Deutschland

Pressemitteilung, 08.01.2015

Naturland auf der IGW: Mit Partnern und Schülerprogramm in der Bio-Halle

Gräfelfing/Berlin – Nach zwei eher verhaltenen Jahren kann Naturland wieder ein deutliches Betriebs- und Flächenwachstum verzeichnen. In Deutschland liegen die Zuwächse prozentual sogar im zweistelligen Bereich. 2015 stieg die Zahl der deutschen Naturland Betriebe gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent auf über 2.900 Bauernhöfe, wie der Öko-Verband im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche (IGW) mitteilte. Bei der Fläche betrug das Wachstum knapp elf Prozent auf gut 150.000 Hektar. Dazu kommen noch etwa 54.000 Hektar nach Naturland Richtlinien bewirtschafteter Waldfläche.

„Neben der aktuellen Krise im konventionellen Milchmarkt, die viele Bauern zum Umstellen bewogen hat, ist diese positive Trendwende auch ein Ergebnis der verbesserten Förderbedingungen in den Bundesländern“, kommentierte der Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester die Zahlen. „Wir sind bei Naturland zuversichtlich, dass dieses Wachstum auch 2016 anhalten und sich auf weitere Betriebsarten ausweiten wird“, sagte Hohenester.

Auch international konnte Naturland seine Stellung als einer der weltweit bedeutendsten Öko-Verbände weiter ausbauen. Aktuell bewirtschaften außerhalb Deutschlands rund 35.000 Bäuerinnen und Bauern in 43 Ländern eine Fläche von etwa 118.000 Hektar nach Naturland Richtlinien. Das entspricht einem Zuwachs von rund 5.000 Hektar oder 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schwerpunkt dieser positiven Entwicklung in 2015 war Europa. Für 2016 zeichnet sich darüber hinaus bereits jetzt ab, dass es auch in Südamerika und Asien wieder ein deutlicheres Betriebs- und Flächenwachstum geben wird.

Den Boden entdecken: Spannendes Schülerprogramm am Naturland Stand auf der IGW

Auf der Internationalen Grünen Woche vom 15. bis 24. Januar in Berlin können sich die Messebesucher bei Naturland in der Biohalle (1.2b) darüber informieren, was gesunde Böden alles leisten und was Öko-Bauern tun, um diese lebenswichtige Ressource zu schützen. Naturland wird mit einer Aktionsfläche sowie einem Gemeinschaftsstand mit mehreren Naturland Partnern präsent sein. Dabei wird vor allem für Kinder und Jugendliche viel geboten.

Auf der Aktionsfläche (Stand 230) des Naturland e.V. wird unter der Leitung unseres Kooperationspartners „Wissenschaft für Kids mit Tüftelfaktor“ die Grundlage des Öko-Landbaus, der Boden, genauer betrachtet. Wochentags testen Schüler Leguminosen wie Klee oder Lupinen auf ihre Kräfte und Besonderheiten. Am Pigmentetisch wird Erde gesiebt, gemörsert, gemischt und eine selbstgestaltete „Höhlen“- Tapete zeigt, wie bunt die Welt unter Tage sein kann.

Der große Maulwurfstisch lädt darüber hinaus auch am Wochenende zum Spielen ein: „Schafft der Maulwurf alle Aufgaben?“ Und im großen Regenwurmschaukasten zeigen 500 Regenwürmer, welche Bedeutung Tiere für das Erdreich haben. Beim Boden-Memory-Spiel können Kinder ihr erlerntes Wissen gleich anwenden und eine kleine Überraschung gewinnen.

Öko-faire Spezialitäten am Stand „Naturland & Partner“

Am Stand „Naturland & Partner“ direkt nebenan (Stand 231) erwarten die Gäste im Naturland Café verschiedene Kaffeespezialitäten, Kaltgetränke, Schokoriegel und Kuchen – natürlich alles in Öko-Qualität. Außerdem sind zwei Naturland Fair Partner als Aussteller mit am Stand vertreten: Beim Weingut Seck können die Besucher rheinhessische Spitzenweine kosten, bei der Hofpfisterei Ludwig Stocker GmbH kann man erfahren, was ein traditionelles Natursauerteigbrot ausmacht.

SpeiseGut, ein Naturland Fair zertifizierter Landwirtschafts- und Gemüsebaubetrieb aus Berlin, präsentiert Säfte und kaltgepresste Öle aus seiner Schauölmühle am Kladower Damm. Auch die Naturland Partner LaSelva Toskana Feinkost-Vertriebs-GmbH und Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG sind mit Produktpräsentationen vertreten. Die präsentierten Produkte der Molkerei sind zudem Naturland Fair zertifiziert.

Das Naturland Engagement für den Fairen Handel zeigt sich auch darin, dass das Forum Fairer Handel als Aussteller am Naturland Gemeinschaftsstand mit vertreten ist. Unter dem Titel „Boosting Organic: making the CAP effective“ gibt es Informationen darüber, wie die gemeinsame Agrarpolitik der EU den Öko-Landbau voranbringen kann.

Bereits zum sechsten Mal in Folge wird zum Beginn der Grünen Woche am Samstag (16.1.) auch wieder die bundesweite „Wir haben es satt“-Demonstration stattfinden. Naturland gehört zu den Trägern der Demonstration, an der im vergangenen Jahr 50.000 Menschen teilgenommen und eine andere, ökologische Landwirtschaft gefordert hatten.

Naturland auf der Internationalen Grünen Woche Berlin, 15. bis 24. Januar 2016:

Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr. Verlängerte Öffnungszeiten am 16./22./23. Januar von 10.00 bis 20.00 Uhr. Biohalle 1.2b/230+231, Messegelände Eingang Süd
15. Januar, 12.30 bis 13.15 Uhr: Seminar „Öko-Landbau – Für die nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume. Die Gemeinsame Agrarpolitik wirkungsvoll umsetzen.“ Veranstalter: Naturland e.V. und IFOAM EU. Halle 6.3, Pressezentrum, Raum B
15. Januar, 18.30 Uhr: Bio-Empfang des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf der Grünen Woche. Messegelände, Marshallhaus
16. Januar, 11.00 Uhr: Preisverleihung „Bayerns beste Bio-Produkte 2016“ durch Landwirtschaftsminister Helmuth Brunner. Bayernhalle (22b), große Bühne
16. Januar, 12.00 Uhr: Großdemonstration des Bündnisses „Wir haben es satt!“, Auftaktkundgebung am Potsdamer Platz. Die Naturland Demo-Teilnehmer treffen sich um 11.15 Uhr am Uhrturm auf dem Potsdamer Platz.

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Markus Fadl

Pressesprecher

Naturland

Verband für ökologischen Landbau e.V.

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m.fadl@naturland.de, www.naturland.de




Naturland zum Weltbodentag am 5. Dezember Öko-Bauern sind Bodenschützer

04.12.2015, Pressemitteilung

Gräfelfing – Gesunde Böden sind die Grundlage für eine langfristige Ernährungssicherung, in Deutschland wie auch weltweit. Sie sind weniger betroffen von Erosion, können mehr Wasser und CO2 speichern und sind so besser geeignet, den Herausforderungen des Klimawandels zu trotzen. Der Öko-Landbau leistet durch seine nachhaltige Wirtschaftsweise einen erheblichen Beitrag zum Aufbau und Erhalt gesunder Ackerböden. Um das Wissen über den Boden und seine Pflege bei den Öko-Bauern zu vertiefen, hat Naturland als erster Öko-Verband in Deutschland die Ausbildung zum „Bodenpraktiker“ eingeführt. Dieses Jahr fand das Seminar zum vierten Mal statt.

„Die Teilnehmer erhalten praktisches Wissen, das auf dem eigenen Betrieb angewandt werden kann. Darüber hinaus werden sie aber auch zu Multiplikatoren ausgebildet, die ihr Wissen an andere Landwirte weitergeben“, erläutert Werner Vogt-Kaute, Naturland Fachberater und Organisator der Veranstaltung. Im Rahmen der neun Monate dauernden Weiterbildung wurden Öko-Landwirten von Experten neue Erkenntnisse über nachhaltige Bodenbearbeitung sowie nützliches Wissen über Bodenarten und –eigenschaften vermittelt. Eberhard Räder, Naturland Bauer und Bodenpraktiker aus Bayern, kann seine Böden jetzt besser überwachen: „Durch die Nitratuntersuchung, die ich selbst durchführen kann, habe ich eine Übersicht, wie die Stickstoffdynamik auf meinen Böden im Wasserschutzgebiet ist“.

Zwei Bodenpraktiker-Seminare im „Jahr des Bodens“

Naturland führte 2013 als erster Öko-Verband in Deutschland zusammen mit BioForschung Austria die Ausbildung zum „Bodenpraktiker“ ein. Bei der jährlich stattfindenden Veranstaltungsreihe können sich 20 Öko-Bauern zum Thema nachhaltige Bodenbearbeitung weiterbilden. Im von der UNO ausgerufenen „Internationalen Jahr des Bodens 2015“ wurden von Naturland gleich zwei Bodenpraktiker-Seminare angeboten. Zudem informierte Naturland auf Fach- und Verbrauchermessen die Besucher über die Leistungen des Öko-Landbaus für eine langfristige Sicherung gesunder Böden.

Öko-Bauern verzichten auf mineralische Stickstoffdünger, deren Herstellung große Mengen fossiler Energie verschlingt und dabei Treibhausgase freisetzt. Stattdessen wird die Bodenfruchtbarkeit durch den Einsatz organischen Düngers und den Anbau so genannter Leguminosen gefördert, die Stickstoff aus der Luft im Boden anreichern. Durch gezielten Humusaufbau können ökologisch bewirtschaftete Ackerflächen überdies CO2 langfristig im Boden binden. Gesunde Böden sind weniger betroffen von Erosion, können Wasser besser speichern und können so Extremwetterereignissen wie langen Trockenperioden besser trotzen. Die Tierhaltung ist im Öko-Landbau direkt an die zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Nutzfläche gebunden. Öko-Bauern halten weniger Tiere, was eine Überdüngung der Böden verhindert und zugleich weniger Treibhausgase verursacht.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Naturland
Verband für ökologischen Landbau e.V.

Pascale Sarah Naumann

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