Für einen lebendigen Bioweinbau

PRESSEMITTEILUNG

Oppenheim, 14. Dezember 2021. Der Bundesverband Ökologischer Weinbau gratuliert der neu ernannten Bundesregierung und begrüßt die im Koalitionsvertrag festgelegten Ziele für einen Ausbau der Ökolandwirtschaft. Um die ambitionierten Ziele mit Leben zu füllen und umzusetzen, bietet ECOVIN seine Mitarbeit an und weist auf notwendige Konkretisierungen für den Weinbau hin.

Das Koalitionsziel von 30 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030 entspricht ECOVINs eigenen Zielvorgaben im Weinbau. Wir können es jedoch nur erreichen, wenn Erzeugerinnen, Verbraucher und Politik an einem Strang ziehen. Vom neuen Agrarminister Cem Özdemir wünschen wir uns politische Weichenstellungen, die den Bioweinbau zukunftsfähig gestalten, ökologisch, aber auch ökonomisch. Die Pläne von Bund und Ländern zur GAP-Reform müssen hier umgehend überarbeitet werden, damit auch Biobetriebe von den EcoSchemes der 1. Säule profitieren können.

Das Weinbaujahr 2021 hat mit seiner feucht-kühler Witterung, hohem Pilzdruck und hohen Ertragsverlusten in Bioweingütern deutlich gemacht, dass wir dringend neue Pflanzenschutzstrategien und Kupferalternativen brauchen, damit der deutsche Ökoweinbau mittelfristig wirtschaftlich attraktiv bleibt. In trocken-heißen Jahren stoßen dagegen die traditionellen Rebsorten an ihre Grenzen. Ertrags- und Einkommensrisiken können hier nicht allein von den Erzeugern getragen werden, wenn ein politischer Wille zum ökologischen Umbau besteht. Wir fordern die Bereitstellung von ausreichend Forschungsgeldern für die Bereiche Rebgesundheit, Pflanzenschutz sowie Klimaschutz und -anpassung im Weinbau, z.B. durch Züchtung klimarobuster Rebsorten.

Der von den Koalitionsparteien vereinbarte Mindestlohn könnte das 30-Prozent-Ziel im handarbeitsintensiven Bioweinbau ausbremsen. In den kleinen familiengeführten Weingütern, die ECOVIN schwerpunktmäßig vertritt, wird dieser Mindestlohn häufig nicht einmal von der Betriebsinhaberin erzielt. Daher wünschen wir uns eine Förderung, die sich stärker an der landwirtschaftlichen Arbeitskraft als an bewirtschafteten Flächen orientiert.

Nicht zuletzt muss die Gesellschaft, müssen die Verbraucher den Wandel mittragen und ökologisch erzeugte Produkte honorieren. Gerade bei Biowein sehen wir noch immensen Aufklärungsbedarf. Nach einer aktuellen repräsentativen Befragung wissen fast zwei Drittel aller deutschen Konsumentinnen nicht, dass es überhaupt Biowein gibt und dass es Unterschiede in der konventionellen und ökologischen Weinerzeugung gibt. Öffentliche Gelder für Verbraucheraufklärung scheinen uns unerlässlich.

Als Verband sind wir gerne bereit, mit unserer fast 40-jährigen Expertise im Bioweinbau den Wandel mitzugestalten.

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ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e. V.
Andreas Hattemer | ECOVIN Bundesvorsitzender
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Biokreis tritt Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser bei

PRESSEMITTEILUNG

Neumarkt, 23.06.2017. Biokreis ist jetzt Mitglied in der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. Damit bekräftigt nach Bioland, Demeter und Naturland bereits der vierte deutsche Ökolandbauverband seine umfassende Unterstützung für das Bio-Mineralwasser-Siegel und das damit verbundene Wasserschutzengagement der Qualitätsgemeinschaft.

Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer: „Bio-Mineralwasser ist die konsequente Übertragung der Bio-Idee auf unser wichtigstes Lebensmittel. Das Bio-Mineralwasser-Siegel steht für kontrolliert höchste Wasserqualität aus reinen Quellen und das aktive Bestreben, diese durch nachhaltige Bewirtschaftung und Förderung des Ökolandbaus auch für zukünftige Generationen zu bewahren. Ein Ansatz, der gerade in Zeiten des zunehmenden Einsatzes von Ackergift und sonstiger Agrochemie in der konventionellen Landwirtschaft absolut notwendig und unterstützenswert ist.“

Dr. Franz Ehrnsperger, Vorsitzender der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser: „Mit dem Biokreis jetzt schon den vierten deutschen Ökolandbauverband als Mitglied unserer Qualitätsgemeinschaft begrüßen zu können ist eine große Freude und eine weitere Bestätigung unseres umfassenden Bio-Mineralwasser-Konzepts. Als breites Bündnis von Verbrauchern, Verarbeitern und Landwirten haben die Pioniere von Biokreis die Idee des ökologischen Landbaus in Deutschland ganz entschieden mit vorangebracht. Wir sind uns sicher, dass wir gemeinsam auch in Sachen Wasser noch viel erreichen werden.“

Über die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V.
Die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. setzt sich seit 2008 ein für einen behutsamen Umgang mit unserem wichtigsten Lebens-Mittel, dem Wasser. Sie wacht über die Richtlinien für das Qualitätssiegel „Bio-Mineralwasser“ und sensibilisiert Branche und Verbraucher für die Problematik der zunehmenden Wasserverschmutzung. Mitglieder der Qualitätsgemeinschaft sind u.a. die Bio-Anbauverbände Bioland, Demeter, Naturland und Biokreis. Um das Bio-Mineralwasser-Siegel der Qualitätsgemeinschaft zu erlangen, müssen Mineralbrunnen 45 streng gefasste Kriterien erfüllen, die den Verbrauchern ein Höchstmaß an Qualität und Transparenz sowie nachhaltige Produktionsbestimmungen garantieren. Die Richtlinien wurden von unabhängigen Experten erarbeitet und werden laufend an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Deren Einhaltung überwacht die Biokontrollstelle BCS Öko-Garantie GmbH. Als bundesweit erstes Bio-Mineralwasser wurde bereits 2009 das „BioKristall“ des Bio-Pioniers Neumarkter Lammsbräu zertifiziert, es folgten Ensinger in Baden-Württemberg (Ensinger Gourmet), Voelkel in Niedersachsen (BioZisch-Limonade) und Lammsbräu (now-Limonade), Gehring-Bunte aus Nordrhein-Westfalen/Brandenburg (Christinen Bio-Mineralwasser und Carat), die PreussenQuelle Rheinsberg aus Brandenburg, die Johann Spielmann GmbH (Landpark Bio-Quelle) aus Nordrhein-Westfalen, Bad Dürrheimer aus Baden-Württemberg und Labertaler Heil- und Mineralquellen aus Bayern (Stephanie Gourmet). Mehr Informationen über Bio-Mineralwasser finden Sie unter www.bio-mineralwasser.de

Über Biokreis e.V.
Rund 1200 Bio-Bauern und 150 Lebensmittel-Verarbeiter wirtschaften bundesweit nach den Richtlinien des ökologischen Anbauverbands mit Hauptsitz in Passau. Auch 200 Verbraucher gehören zu den Mitgliedern. Gemeinsam gestalten sie kreativ und konsequent ökologischen Landbau. Der Biokreis steht seit 1979 für regionale, vertrauensvolle Netzwerke, Tierwohl, handwerkliche Lebensmittelverarbeitung und tritt basisdemokratisch mit neuen Ideen, politischer Arbeit und wirksamer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für seine ganzheitliche Vorstellung von Ökolandbau sowie dessen Weiterentwicklung ein. Mehr Informationen über den Biokreis finden Sie unter www.biokreis.de

Kontakt
Ronja Zöls
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Redaktionsleitung bioNachrichten

Biokreis e.V.
Stelzlhof 1
94034 Passau
T: 0851 / 756 50-17
F: 0851 / 756 50-25
zoels@biokreis.de
www.biokreis.de
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Revision der EU-Öko-Verordnung | Politik darf Ökolandbau nicht in die Sackgasse führen!

PRESSEMITTEILUNG

Der ökologische Anbauverband Biokreis warnt vor einer Einführung von Grenzwerten für Bio-Produkte, wie sie ein Vorschlag der EU-Ratspräsidentschaft zur Revision der EU-Öko-Verordnung vorsieht. Am 30.11. wollen die Verhandler in einem open-end-Trilog so viele Änderungsvorschläge wie möglich abschließen und in der Folge eine neue Verordnung schmieden. Steht der Kompromiss, muss dieser danach von EU-Parlament und -Rat formal angenommen werden.
Zu den Änderungen an der bestehenden Verordnung gehört auch die Vorlage, dass Bio-Produkte nicht mehr nach dem Prozess, in dem sie hergestellt wurden, sondern nach ihrer Beschaffenheit definiert werden. Damit würde das Verursacherprinzip auf den Kopf gestellt. Denn eventuelle Verunreinigungen durch Pestizide stammen meist von konventionellen Feldern oder Rückständen bei der Verarbeitung. „Ausgerechnet Bio-Bauern, die mit ihrer Betriebsweise Böden, Wasser und Luft schützen, würden dafür büßen, was ihre konventionellen Kollegen verschulden“, sagt Gottfried Erves, bundespolitischer Sprecher des Biokreis, und fordert: „Die neue Öko-Verordnung darf nicht zur Bedrohung für den Ökolandbau werden.“

Bremse für Bio-Flow
Die Ablösung der Prozesskontrolle durch die Produktkontrolle ist ein völlig falscher Weg. Wenn ein Landwirt durch die konsequente Einhaltung der Bio-Richtlinien nicht mehr sichergehen kann, dass er am Ende ein ökologisches Produkt produziert hat, wird das wirtschaftliche Risiko für ihn zu groß. Denn höhere Produktionskosten müssen mit höheren Preisen ausgeglichen werden. Dieser Unsicherheitsfaktor könnte die aktuell positive Entwicklung des Ökolandbaus in Europa merklich bremsen − das wäre umso dramatischer, da sich die Nachfrage nach Bio-Produkten in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat. Außerdem kann aus der Bewertung des Endprodukts keine Aussage darüber gemacht werden, wie nachhaltig und artgerecht tatsächlich gewirtschaftet wurde. „An der Güte von Milch lässt sich nicht mit Sicherheit ablesen, ob es der Kuh wirklich gut geht“, sagt Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer.

Weiterentwicklung statt Bruch
Die politischen Rahmenbedingungen müssen zukünftig so gestaltet werden, dass sich der Ökolandbau bestmöglich entwickeln kann. Da sich die Prozesskontrolle in den vergangenen Jahren bewährt hat, sollte sie nicht abgeschafft, sondern weiterentwickelt werden. Wichtig wäre es, Importe aus dem Ausland besser zu kontrollieren und die Prozesskontrolle dahingehend zu optimieren. Enge, regionale und vertrauensvolle Netzwerke, wie sie der Biokreis seit seiner Gründung pflegt, sollten auf dem Markt durch sicheren und transparenten grenzüberschreitenden Handel komplementiert werden.

Die Defizite bei der Überwachung und sachgerechten Umsetzung der Kontrolle insbesondere in Drittländern, aber auch in der EU sind bekannt, insbesondere wenn es um Verdachtsfälle oder festgestellte Verstöße geht. Dies war einer der Hauptgründe für die Revision des Bio-Rechts. Die vom EP eingebrachte „Liste wichtiger Aufgaben zur Verbesserung der Umsetzung“ sollte in der Öko-Verordnung verankert werden.

Qualität vor Geschwindigkeit!
Nach fast drei Jahren Verhandlungen über ein neues Bio-Recht wollen die Verhandlungspartner bis zum 12.12. zu einem Abschluss kommen. Seit dem Wechsel der Verhandlungsführung im Sommer von den Niederlanden zur Slowakei ist Bewegung in die Sache gekommen. Die Bereitschaft zur Einigung ist bei allen Beteiligten gewachsen. Die Verhandlungen sind nach zwölf Trilog-Runden weit fortgeschritten. Ob eine Einigung gelingen wird, wird sich im Dezember entscheiden. Es gibt zwar deutliche Fortschritte bei den Regeln für Erzeugung und Verarbeitung sowie über die Struktur und die Ermächtigungen einer neuen EU-Öko-Verordnung. Allerdings sind auch noch viele wichtige Fragen offen. „Bei aller Eile muss weiter sorgfältig gearbeitet werden“, sind sich Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer und bundespolitischer Sprecher Gottfried Erves einig. „Wir Bio-Unternehmer brauchen praxistaugliche Regeln und Rechtssicherheit.“

Kontakt:
Ronja Zöls
Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
zoels@biokreis.de
Biokreis e.V.
Stelzlhof 1
94034 Passau
Tel: 0851/75650–0

Biokreis – Wir machen Bio lebendig! Rund 1200 Bio-Bauern und 150 Lebensmittel-Verarbeiter wirtschaften bundesweit nach unseren Richtlinien. Auch 200 Verbraucher gehören zu unseren Mitgliedern. Gemeinsam gestalten wir kreativ und konsequent ökologischen Landbau. Wir stehen seit 1979 für regionale, vertrauensvolle Netzwerke, Tierwohl, handwerkliche Lebensmittelverarbeitung und treten basisdemokratisch mit neuen Ideen, politischer Arbeit und wirksamer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere ganzheitliche Vorstellung von Ökolandbau sowie dessen Weiterentwicklung ein.