Ökologischer Weinbau – Ein wichtiger Beitrag zu aktivem Bodenschutz und zur Förderung der Biodiversität

PRESSEMITTEILUNG

Prag. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz am 22. Oktober 2015 im „Internationalen Jahr des Bodens“ (UN) nehmen EKOVÍN Tschechien und ECOVIN Deutschland Stellung zu den Themen „Biodiversität“ und „Nachhaltigkeit“ im Weinbau.

Eines der bedeutendsten Probleme unserer Zeit ist die Bodenzerstörung und der damit einhergehende Verlust der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren. Hier trägt die Landwirtschaft eine entscheidende Verantwortung! Fruchtbare, gesunde Böden sind die wichtigste Voraussetzung für unser aller Existenz. Der Boden, aber auch die Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten (Biodiversität) beeinflussen die Qualität unseres Lebens.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat als Reaktion auf die dramatische Reduzierung der Bodenfruchtbarkeit und als Warnung vor einer weiteren Verschlechterung das laufende Jahr 2015 als „Jahr des Bodens“ proklamiert. Dies haben zahlreiche europäische Regierungen aufgegriffen und in verschiedenen Kampagnen umgesetzt. In der Tschechischen Republik wie in Deutschland wird dem Thema „Boden“ nach Meinung der beiden partnerschaftlich verbundenen Bioweinbauverbände EKOVÍN (CZ) und ECOVIN (D) noch zu wenig Bedeutung beigemessen: „Die Wassererosion gefährdet in der Tschechischen Republik mehr als 50 % der Fläche. Weitere negative Faktoren: Bodenerosion, Übersäuerung und Kontamination mit fremden chemischen Stoffen beeinflussen einen Großteil unserer Böden“ so Dr. Milan Hluchy, Präsident von EKOVÍN CZ.

Ebenso alarmierend ist der Verlust der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren in der Agrarlandschaft. Während der letzten 70 Jahre verschwanden aus den Agrarlandschaften Mitteleuropas mehr als 90 % der Schmetterlingsarten. Die Ursachen hierfür sind vor allem die immer monotonere Landnutzung und der gestiegene Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel. Dies hat auch Auswirkungen auf die Naturschutzgebiete. Zum Beispiel sind im Naturschutzgebiet Pálava im Südosten der Tschechischen Republik in den letzten 100 Jahren 35 % der Schmetterlingsarten ausgestorben.
Nachhaltig, ökologisch wirtschaftende Winzer haben sich in der Tschechischen Republik zum EKOVÍN Verband zusammengeschlossen und in den Jahren 2009-2013 gemeinsam mit Partnern aus Österreich und Deutschland ein Naturschutzprojekt zur Ökologisierung des Weinbaus durchgeführt. Im Rahmen dieses Projektes wurde der Grundstein für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem ältesten und größten europäischen Bioweinverband ECOVIN in Deutschland gelegt. „Uns einen dieselben Ziele und Überzeugungen. Das Wort „Nachhaltigkeit“ war zur Gründung von ECOVIN im Jahre 1985 nicht gebräuchlich aber Hauptgedanke und Motivator der Pioniere des Ökologischen Weinbaus. Erst seit der UNO Konferenz in Rio 1992 fand eine schrittweise Sensibilisierung der Bevölkerung zu dieser Thematik statt. Heute begegnen wir der Nachhaltigkeit in allen Bereichen unseres Lebens und das ist sehr wichtig. Wir sind sehr stolz darauf, in diesem Bereich Trendsetter zu sein.“ resümiert Ralph Dejas, ECOVIN Geschäftsführer die letzten drei Jahrzehnte Verbandsgeschichte.

ECOVIN hat in den zurückliegenden drei Jahren gemeinsam mit den beiden Umweltverbänden Global Nature Fund und Bodenseestiftung ein „Biodiversitätsprogramm für den Ökologischen Weinbau“ aufgestellt, welches in der vergangenen Woche in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. „Dies ist sozusagen die Antwort auf die Nachhaltigkeitsfragen im Weinsektor. Wir laden die Branche ein, sich mit Hilfe dieses Checks einmal Gedanken über die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Biodiversität zu machen.“ so Ralph Dejas. Der Check kann auch in Tschechien eingesetzt werden. Eine entsprechende Übersetzung ist in Planung. Um den ECOVIN Nachhaltigkeitscheck unter anderen klimatischen Rahmenbedingungen zu verifizieren wurde gemeinsam mit Global Nature Fund, Bodenseestiftung und weiteren Partnern in Spanien, Portugal und der Türkei eine Zusammenarbeit vereinbart.
„Seit mehr als fünf Jahren arbeiten unsere beiden Verbände EKOVÍN und ECOVIN nun zusammen. Mit dem Ziel die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Technologien im Ökologischen Weinbau zu fördern, haben wir eine strategische Partnerschaft geschlossen. Wir werden zukünftig bei den uns wichtigen Themen noch stärker an einem Strang ziehen!“ freut sich Dr. Milan Hluchy.

Die Pressemitteilung im pdf-Format und Bildmaterial finden Sie auf unserer Homepage.

Herzliche Grüße aus Oppenheim.

Susanne Sommer
Kommunikation und Projekte

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ECOVIN Biodiversitätsprogramm in Berlin vorgestellt

PRESSEMITTEILUNG

Im Rahmen des 7. Nationalen Forums zur biologischen Vielfalt am 14. Oktober 2015 wurde das „ECOVIN Biodiversitätsprogramm“ in Berlin präsentiert. Auf Einladung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) wurde das ECOVIN Biodiversitätsprogramm der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Mit dem Programm wird dem Weinsektor ein umfassendes Management-Werkzeug zum Thema Biodiversität und zu weiteren Aspekten der Nachhaltigkeit angeboten. Das ECOVIN Biodiversitätsprogramm beinhaltet über 80 kleine und große Maßnahmen, für die je ein konkretes Ziel sowie ein Indikator / eine Kennzahl definiert wurde.
Die Initialzündung zum Biodiversitätsprogrammerfolgte bereits im Rahmen des 2010 in Freiburg abgehaltenen ECOVIN Nachhaltigkeits-Symposiums. Hier diskutierte der Verband mit Fachleuten über die verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit im Weinbau. Das nun vorliegende Biodiversitätsprogramm wurde als Projekt im Rahmen des Förderprogrammes „CSR im Mittelstand“ des Bundesamtes für Arbeit und Soziales entwickelt, kofinanziert durch den Europäischen Sozialfonds. Unter Einbindung zahlreicher ECOVIN-Winzer und weiterer Fachleute wurde mit den Projektpartnern Global Nature Fund (GNF) und Bodensee-Stiftung seit 2012 intensiv an dem Programm gearbeitet. Das Management-Werkzeug wurde im März 2015 auf der Prowein in Düsseldorf einem Fachpublikum und nun der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Im Rahmen eines EU-geförderten ERASMUS+ Projektes wird die gewonnene Expertise ab Herbst 2015 mit Partnern aus dem Ökoweinbau in Portugal, Spanien und der Türkei an mediterrane Bedingungen angepasst und auch dort umgesetzt.
Das ECOVIN Biodiversitäts-Programm ist keine Zertifizierung mit Markenlabel, sondern ein Instrument zur weiteren Sensibilisierung der Weinbranche und gleichzeitig pragmatische Grundlage für konkrete betriebliche Maßnahmen zum Erhalt der Biologischen Vielfalt. „Wir möchten die Inflation der Nachhaltigkeitsmarken nicht noch weiter anfeuern. Ökologisch nach den entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen zu wirtschaften und dies auch im Rahmen der Qualitätssicherung zwingend kontrollieren und zertifizieren zu lassen, ist wichtige Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen Weinbau! Eine Profilierung mit Ökothemen ohne entsprechende Zertifizierung lehnen wir ab. Hier ist schnell die Schwelle zum Greenwashing überschritten!“ so ECOVIN Geschäftsführer Ralph Dejas in Berlin.
„Wir sind stolz mit diesem Programm nun auch einen Zugang für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) zum Thema Biologische Vielfalt gefunden zu haben“ betont Dr. Thomas Schaefer, Leiter Naturschutz beim GNF. „Konkret, praxisnah, pragmatisch – eine solche Lösung bietet sich bei vielen anderen Branchen an, deren Betriebe traditionell KMU sind“.
„Landwirtschaftliche Betriebe sind für Maßnahmen zur Förderung der Biologischen Vielfalt prädestiniert – das ergibt sich schon aus dem großen Flächenbedarf“ erläutert Dr. Kerstin Fröhle, Projektleiterin bei der Bodensee Stiftung. Das Wort „Nachhaltigkeit“ war zur Gründung von ECOVIN im Jahre 1985 nicht gebräuchlich aber Hauptgedanke und Motivator der Pioniere des Ökologischen Weinbaus. Erst seit der UNO Konferenz in Rio 1992 fand eine schrittweise Sensibilisierung der Bevölkerung zu dieser Thematik statt. Heute begegnen wir der Nachhaltigkeit in allen Bereichen unseres Lebens und das ist sehr wichtig!
Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks betonte im Rahmen ihres Vortrags auf dem Forum in Berlin, dass eine hohe biologische Vielfalt Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung sei. Sie stellte die „Naturschutz-Offensive 2020“vor, ein ambitioniertes Handlungsprogramm mit vielen sehr guten Ansätzen und wichtigen Aufgaben vor allem für die Agrarwirtschaft. Mehr zur Naturschutz-Offensive 2020 finden Sie auf den Seiten des BMUB:
http://www.bmub.bund.de/presse/pressemitteilungen/pm/artikel/umweltministerin-hendricks-startet-naturschutz-offensive/

Die Meldung im pdf-Format sowie Bilder finden Sie auf unserer Homepage.

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