Ökostrom und Biogas: Viele Öko-Tarife scheren sich nicht um Naturverträglichkeit

Grüner Strom Label e.V. startet Dialogforum Naturverträgliche Energiewende an der Schnittstelle zwischen Energiewirtschaft, Naturschutzverbänden und Bürger*innen / Öffentliche Online-Umfrage läuft bis September

Bonn, 6. Juli 2017. Verbraucher*innen, die Ökostrom oder Biogas beziehen, wollen einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die meisten Tarife sind aber aus Umweltsicht nicht empfehlenswert: sie schaffen keinen Mehrwert für die naturverträgliche Gestaltung der Energiewende. Bei Tarifen mit den Ökosiegeln Grüner Strom und Grünes Gas dagegen gelten hohe Umweltanforderungen. Mit dem neuen Dialogforum Naturverträgliche Energiewende bietet der Grüner Strom Label e.V. nun eine Schnittstelle für den Austausch verschiedener Interessensgruppen. Die Erkenntnisse fließen auch in die Fortentwicklung der Labels ein.

„Unser Ziel ist eine ökologisch, ökonomisch und sozial gerechte Energiewende“, so Dr. Werner Neumann, Vorstandsmitglied des Grüner Strom Label e.V. und Sprecher Arbeitskreis Energie des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). „Durch die Zusammenarbeit mit Energieversorgern und unseren Trägern wie BUND, Deutscher Naturschutzring und NABU sowie dem direkten Kontakt zu Verbraucherinnen und Verbrauchern möchten wir Impulse für einen konstruktiven Dialog und einen umweltverträglichen, bürgernahen Ausbau erneuerbarer Energien setzen.“

Teil des Dialogforums Naturverträgliche Energiewende ist eine Online-Umfrage: Teilnehmer können unter anderem Erfahrungen in Bezug auf Erneuerbare Energien-Anlagen im eigenen Umfeld angeben und sich zur Bedeutung von sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten im Kontext einer nachhaltigen Energiewende äußern. Ziel der Umfrage ist ein besseres Verständnis für die Perspektiven verschiedener Anspruchsgruppen, wie Energiewirtschaft, Klima- und Naturschutzorganisationen sowie Bürger*innen.

Bis Ende September ist jede und jeder Interessierte eingeladen, an der öffentlichen Befragung teilzunehmen. Gleichzeitig werden Fachgespräche mit Vertretern verschiedener Anspruchsgruppen geführt. Die Erkenntnisse der Online-Umfrage werden Ende 2017 veröffentlicht und fließen ein in die zukünftige Arbeit des Vereins – so auch in die Fortentwicklung der Energielabels Grüner Strom und Grünes Gas.

Mit den Gütesiegeln können Energieversorger ihre Ökostrom- oder Biogastarife auszeichnen lassen. „Energieprodukte, die eines unserer Gütesiegel tragen, werden regelmäßig überprüft“, erläutert Rosa Hemmers, Vorsitzende des Grüner Strom Label e.V. „Damit wird sichergestellt, dass sie den anspruchsvollen Kriterien der Umweltverbände gerecht werden. So können Verbraucherinnen und Verbraucher sicher sein, dass sie einen echten Mehrwert für die naturverträgliche Energiewende schaffen.“

Weitere Informationen zum Dialogforum Naturverträgliche Energiewende unter:

http://www.gruenerstromlabel.de/aktuelles/dialogforum-naturvertraegliche-energiewende/

Direkt zur Online-Umfrage:

https://lamapoll.de/Dialogforum_Naturvertraegliche_Energiewende/

 

Über den Grüner Strom Label e.V.

Der Grüner Strom Label e.V. zertifiziert grüne Energieprodukte. Der Verein vergibt zu diesem Zweck zwei Gütesiegel: Das Label Grüner Strom für Ökostrom mit Mehrwert und das Label Grünes Gas für umweltverträgliches Biogas. Hinter dem Verein stehen sieben gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Friedensorganisationen. Die Labels Grüner Strom und Grünes Gas sind in Deutschland die einzigen Gütesiegel für Ökostrom und Biogas, die von führenden Umweltverbänden getragen werden.

Ansprechpartner

Christian Knops, 0228 92667 14, c.knops@gruenerstromlabel.de




Grüner Strom: Ökostromlabel passt Fördersystem für Energiewende-Projekte an

Ökostromlabel der Umweltverbände garantiert Investitionen in den naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien / Förderbeträge pro zertifizierter Kilowattstunde für Privat- und Großkunden zum 1.1.2017 neu festgesetzt

Bonn, 31. Januar 2016. Das Grüner Strom-Label garantiert pro zertifizierter Kilowattstunde Ökostrom feste Förderbeträge, die in Erneuerbare-Energien-Anlagen wie Wind- oder Solarkraftwerke investiert werden. Zum 1. Januar 2017 hat das von Umweltverbänden wie BUND und NABU getragene Ökostrom-Gütesiegel den Mindestförderbetrag für Privatkunden auf 0,5 Cent reduziert und mit 0,1 Cent eine neue Förderkomponente für Großkunden eingeführt. Damit schließt der Grüner Strom Label e.V. ein wichtiges Kapitel in seinem Zukunftsprozess ‚Naturverträgliche Energiewende‘ ab und reagiert auf die aktuellen Marktgegebenheiten.

„Das Grüner Strom-Label ist das einzige Ökostrom-Gütesiegel bundesweit, das an geförderte Erneuerbare-Energien-Anlagen naturschutzfachliche Anforderungen stellt, die über das gesetzliche Maß hinausgehen“, erklärt Rosa Hemmers, Vorsitzende des Grüner Strom Label e.V. „Nur durch substanzielle und fest definierte Mindestförderbeträge je verbrauchter Kilowattstunde Ökostrom lässt sich der naturverträgliche Ausbau erneuerbarer Energien durch ein Ökostrom-Label forcieren und nachweisen.“

Deshalb haben der Grüner Strom Label e.V. (GSL) und seine Trägerverbände, unter anderem BUND, NABU, Deutscher Naturschutz-Ring und EUROSOLAR, bereits 2014 das Projekt ‚Naturverträgliche Energiewende‘ ins Leben gerufen. Ziel dieses Zukunftsprozesses ist die Transformation des Energiesektors hin zu einer ökologisch, wie auch ökonomisch nachhaltigen Energieversorgung. Das Grüner Strom-Label dient dabei als Schnittstelle zwischen Umweltverbänden und Energiewirtschaft.

In der ersten Projektphase wurde ein Stakeholder-Prozess initiiert, an dem sich 24 Umwelt- und Verbraucherverbände, Energieanbieter sowie Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft beteiligten. Resultat war der 2015 in Kraft getretene neue Kriterienkatalog für das Grüner Strom-Label, in dem die Umweltanforderungen an neue Ökokraftwerke präzisiert und teils verschärft wurden.

In einem nächsten Schritt erfolgt nun nach Beratungen mit über 15 Stakeholdern die Anpassung der Förderbeträge. Damit wird es Energieanbietern ermöglicht, im Privatkunden- und Großkundensegment neue Ökostromprodukte aufzusetzen. Für Kunden, die weniger als zehntausend Kilowattstunden im Jahr verbrauchen, wird der Mindestförderbetrag von 1,0 auf 0,5 Cent je Kilowattstunde reduziert. Für preissensible Großkunden mit einem Jahresverbrauch ab drei Millionen Kilowattstunden können nun Ökostromprodukte mit einem Förderbetrag von 0,1 Cent je Kilowattstunde konzipiert werden.

„Gerade den Haushalten und Kleinbetrieben wird die EEG-Umlage zugunsten der Großindustrie einseitig aufgebürdet, obwohl die Volkswirtschaft und der Klimaschutz insgesamt profitieren. Deshalb wollen wir es den Energieanbietern ermöglichen, für ihre Angebote an hochwertigem Ökostrom eine breitere Kundenbasis zu finden“, erläutert Dr. Werner Neumann, GSL-Vorstandsmitglied und Sprecher Arbeitskreis Energie beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). „Durch ihren Strombezug können nun auch Mittelstand und Industrie sowie öffentliche Verwaltungen naturverträgliche Energiewende-Projekte nachweislich fördern, anstelle von Schein-Ökostrom der außer für das eigene Marketing keinen Zusatznutzen bringt.“

Der aktualisierte Kriterienkatalog tritt zum 1. Januar 2017 in Kraft.

2017 wird der GSL den begonnenen Dialogprozess zum Thema Naturverträgliche Energiewende fortsetzen. Alle interessierten Gruppen sind dazu eingeladen, sich am Austausch zu beteiligen.

Den aktuellen Kriterienkatalog des Grüner Strom-Labels finden Sie unter: http://www.gruenerstromlabel.de/gruener-strom/unabhaengige-zertifizierung/




Steigende Strompreise: Hochwertige Ökostromtarife oft günstiger als die Grundversorgung

VerbraucherInnen haben bei außervertraglicher Strompreisanpassung oft Sonderkündigungsrecht / Ökostrom mit Grüner Strom-Label spart Geld und fördert die Energiewende

Bonn, 19. Dezember 2016. Viele Energieversorger kündigen derzeit Preiserhöhungen bei ihren Stromprodukten an. Dies gilt meist auch für Bestandsverträge. In solchen Fällen besteht oft ein Sonderkündigungsrecht. Insbesondere Kunden von Grundversorgungstarifen können selbst bei hochwertigen Ökostromtarifen mit Grüner Strom-Label Geld sparen.

„Fast 60 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher haben ihren Energieanbieter noch nie gewechselt, ohne dass der Umzug der Hauptgrund war“, erklärt Christoph-Daniel Teusch, Referent im Fachbereich Nachhaltigkeit bei der VERBRAUCHER INITIATIVE. „Sie bleiben oft in ihrem teuren Grundversorgungstarif, obwohl man durch einen Anbieterwechsel nicht nur Geld sparen, sondern auch die Umwelt schützen könnte.“

Daher empfiehlt die VERBRAUCHER INITIATIVE gemeinsam mit mehreren Umweltverbänden wie BUND, DNR, EUROSOLAR und NABU den Wechsel zu Ökostrom-Produkten mit Grüner Strom-Label.

„Was Ökostrom ist und welche Eigenschaften er haben muss, ist gesetzlich nicht festgelegt. Wer also Ökostrom beziehen will muss aufpassen, am Ende nicht nur für leere Werbeversprechen zu zahlen“, so Rosa Hemmers, Vorsitzende des Grüner Strom Label e.V., der das Gütesiegel vergibt. „Konsens aller sieben Trägerverbände des Grüner Strom-Labels ist, dass Ökostrom nachweislich Investitionen in den naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien auslösen muss. Damit ist es das einzige Ökostromlabel, das solche Investitionen garantiert und somit für echten Ökostrom steht, der die Energiewende voranbringt.“

Unabhängige Marktbeobachter wie ÖKO-TEST bestätigen die strengen Qualitätsansprüche des Grüner Strom-Labels. In einer breit angelegten Untersuchung der Verbraucherzentrale Niedersachsen hat das Grüner Strom-Label als einziges von zwölf untersuchten Ökostromlabels die Bestnote sehr empfehlenswert erhalten.

Über 70 Ökostromprodukte sind mit dem Umweltsiegel ausgezeichnet, zehn davon sind bundesweit verfügbar. Viele Tarife werden von regionalen Stadt- und Gemeindewerken angeboten. Wer aus der Grundversorgung zu Ökostrom wechseln will, kann sich also auch bei seinem Anbieter nach einem Grüner Strom-zertifizierten Tarif erkundigen. Über eine PLZ-Produktsuche finden Verbraucher schnell und einfach das richtige Ökostromprodukt.

Weitere Informationen zum Wechsel des Stromanbieters sind abrufbar unter: http://www.gruenerstromlabel.de/gruener-strom/oekostrom-beziehen/

Eine Untersuchung zu Wechselportalen mit entsprechenden Verbrauchertipps hat die VERBRAUCHER INITAITIVE bereitgestellt: http://verbraucher.org/ueber-uns/projekte/vergleichsportale

Über den Grüner Strom Label e.V.
Der Grüner Strom Label e.V. zertifiziert grüne Energieprodukte. Der Verein vergibt zu diesem Zweck zwei Gütesiegel: Das Label Grüner Strom für Ökostrom mit Mehrwert und das Label Grünes Gas für umweltverträgliches Biogas. Hinter dem Verein stehen sieben gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Friedensorganisationen. Die Labels Grüner Strom und Grünes Gas sind in Deutschland die einzigen Gütesiegel für Ökostrom und Biogas, die von führenden Umweltverbänden getragen werden.

Ansprechpartner
Daniel Craffonara, 0228 9266713, d.craffonara@gruenerstromlabel.de




Nur wenige Ökostromlabels garantieren sehr guten Ökostrom

ÖKO-TEST bewertet Tarifeigenschaften von Ökostromprodukten mit Grüner Strom-Label durchweg mit ‚sehr gut‘ / Weitere unabhängige Tests bestätigen die Qualitätsansprüche des Gütesiegels Grüner Strom

Bonn, 13. Oktober 2016. Gütesiegel versprechen Orientierung beim Einkauf. Verbraucher mit hohen Ansprüchen, zum Beispiel an die ökologische Qualität, sollen glaubwürdige Produkte leichter erkennen. Doch längst nicht jedes Label erfüllt diesen Anspruch. Das Magazin ÖKO-TEST hat im aktuellen ‚Spezial Umwelt und Energie‘ das Grüner Strom-Label wiederholt als einen der wenigen Nachweise für sehr gute Ökostromtarife akzeptiert.

ÖKO-TEST reiht sich ein in eine Liste von unabhängigen Marktwächtern, die die hohen Qualitätskriterien des Ökostromlabels Grüner Strom bestätigen. So zum Beispiel die Verbraucherzentrale Niedersachsen, die in einem detaillierten Marktcheck zwölf Ökostromlabels untersuchte. Nur das Grüner Strom-Label erhielt die Bestnote sehr empfehlenswert. Oder die anerkannten Einkaufsratgeber Nachhaltiger Warenkorb und EcoTopTen, in deren Auswahl es nur sehr wenige Labels schaffen.

„Im Labelmarkt mangelt es oft schon an elementaren Grundlagen wie Transparenz und Unabhängigkeit eines Gütesiegels. Gesetzliche Mindestanforderungen gibt es nicht“, so Rosa Hemmers, Vorsitzende des Grüner Strom Label e.V. „Es ist deshalb gut, dass unabhängige Marktwächter die Spreu vom Weizen trennen.“

Bei ÖKO-TEST weicht das Gesamturteil einzelner Grüner Strom-zertifizierter Produkte von den ‚sehr gut‘ bewerteten Tarifeigenschaften ab. Grund dafür ist, dass in die Gesamtbewertung Kriterien eingeflossen sind, die nicht Gegenstand der Grüner Strom-Zertifizierung sind. Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass es auch sehr gute Tarife gibt, die nur regional angeboten werden und nicht getestet werden konnten. Wer regionale Produkte unterstützen will, solle sich die Qualität ihrer Tarifeigenschaften zum Beispiel anhand des Labels Grüner Strom nachweisen lassen. Über eine PLZ-Produktsuche auf www.gruenerstrom.info finden interessierte Kunden alle Grüner Strom-zertifizierten Produkte, die an ihrem Wohnort verfügbar sind.

Der ÖKO-TEST-Bericht ist abrufbar unter www.oekotest.de.

Der Ökostrom-Marktcheck der Verbraucherzentrale Niedersachsen ist verfügbar unter www.marktwaechter-energie.de/oekostrom-grosse-unterschiede-bei-labels.

Über den Grüner Strom Label e.V.
Der Grüner Strom Label e.V. zertifiziert grüne Energieprodukte. Der Verein vergibt zu diesem Zweck zwei Gütesiegel: Das Label Grüner Strom für Ökostrom mit Mehrwert und das Label Grünes Gas für umweltverträgliches Biogas. Hinter dem Verein stehen sieben gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Friedensorganisationen. Die Labels Grüner Strom und Grünes Gas sind in Deutschland die einzigen Gütesiegel für Ökostrom und Biogas, die von führenden Umweltverbänden getragen werden.

Ansprechpartner
Daniel Craffonara, 0228 9266713, d.craffonara@gruenerstromlabel.de