Pilotprojekt City2Share: Kostenfreies E-Lastenrad „Sigi“ für Münchner BürgerInnen auszuleihen!

Was macht das Viertel lebenswerter? Mehr Parkplätze oder mehr Grün? Welche Mobilitätsform nutzen die Bürgerinnen und Bürger am meisten? Welche Angebote fehlen? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich das Forschungsprojekt City2Share, in dessen Rahmen in Untersendling und der Isarvorstadt eine neue Art der Mobilität getestet wird. Im Fokus steht dabei die Meinung der Anwohnerinnen und Anwohner: Ihre Ideen brachten sie bei einer Quartierswerkstatt und einem anschließenden Online-Dialog ein. Jetzt folgt die erste Reaktion darauf: Ein E-Lastenrad, das ab sofort kostenfrei zur Verfügung steht.

Die Mobilität der Zukunft soll flexibel sein, unabhängig, umweltfreundlich und – teilbar. Wie das künftig funktionieren könnte, testet das Forschungsprojekt City2Share in der Isarvorstadt und in Untersendling. Im Fokus stehen verschiedene Möglichkeiten, die den Verkehr im Viertel für die Zukunft verbessern sollen – und die Wünsche der Anwohnerinnen und Anwohner. Jetzt reagiert die Stadt auf eine Anregung, die sich bei einer Quartierswerkstatt im Oktober 2017 und einem anschließenden Online-Dialog rausgestellt hat: Ab sofort kann das E-Lastenrad Sigi kostenfrei ausgeliehen werden.

Die Ausleihe erfolgt über die Freien Lastenradler – eine Verleih-Plattform, die verschiedene Lastenräder in München verwaltet. Der Online-Kalender unter www.freie-lastenradler.de zeigt in Echtzeit die Verfügbarkeit des City2Share-Lastenrads an. Im nächsten Schritt kann das Rad unkompliziert und schnell gebucht werden. Abholort ist der Fahrradladen Espresso Cycling in der Jean-Paul-Richter-Straße in Sendling. Bei der Online-Buchung wird ein Passwort generiert, gegen das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Espresso Cycling das Lastenrad anschließend rausgeben.

„Das E-Lastenrad, das ab sofort kostenfrei zur Verfügung steht, ist ein schönes Beispiel dafür, wie Ideen zusammen mit den Bürgern erarbeitet und umgesetzt werden können. In einem nächsten Schritt werden wir die Ideen und Vorschläge der BürgerInnen in die Planungen der Platzgestaltung einfließen lassen.“, sagt Merle Breyer, Projektleitung City2Share seitens der Stadt München. Gleichzeitig wird das Angebot an den Mobilitätsstationen an Glockenbach, Goethe- und Zenettiplatz für die Isarvorstadt sowie am Kidlerplatz für Untersendling in 2018 ausgebaut. Genau bedeutet das: Diese Plätze sollen ein breites Angebot an Car- und Bikesharing bündeln und beispielsweise auch E-Ladestationen bereitstellen. Ziel ist es schließlich, alternative Mobilitätsangebote direkt vor der Haustür zu schaffen und dadurch den individuellen Autoverkehr in den Vierteln deutlich zu reduzieren.

Den Projektauftakt bildete ein Mikro-Depot des Logistik-Dienstleisters UPS, das seit Mitte Juli 2017 am Glockenbach als zentrales Zwischenlager dient. Von dort aus verteilen Lieferboten die Pakete mit E-Lastenrädern anstatt mit Lieferwagen. So werden rund 280 Stopps des UPS-Autos täglich vermieden.

Ihre Ansprechpartnerin:
Franziska Bär,
Kommunikation bei Green City e.V.

Mail: presse@greencity.de
Tel: (089) 890 668 -321

Über City2Share
City2Share verbindet in einem völlig neuen Ansatz Multimodalität, urbane Elektromobilität, autonomes Fahren, Sharing, Logistik und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Mittels Partizipation werden Konzepte und Lösungen und deren Wirkungen gemeinsam mit Bürgern, Anwohnern und Einzelhandel diskutiert und umgesetzt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördert das Forschungsprojekt im Rahmen des Programmes „Erneuerbar Mobil“ mit 5,8 Mio. €. Konsortialpartner sind unter der Führung der BMW Group die Landeshauptstadt München, SWM und MVG, Hamburger Hochbahn AG, Siemens AG, UPS, DriveNow, die Universität der Bundeswehr München, TU Dresden und das Deutsche Institut für Urbanistik (difu). Weitere Informationen zum Projekt und zum Förderprogramm unter: www.city2share.de.




Pilotprojekt in Kirchheim: Aus Windstrom mach Wasserstoff

  • Neuer Windpark soll Elektrolyseur für Wasserstofftankstelle mit Strom versorgen
  • Demoanlage im Jahr 2018 geplant
  • Regionale Unternehmen sprechen über eine mögliche Zusammenarbeit

(Wiesbaden/Kirchheim/Bad Hersfeld, 23. November 2017) Nicht nur im Stromsektor, auch bei der Verkehrswende hin zu grünen Treibstoffen gibt es noch viel zu tun. Eine Möglichkeit, Diesel und Benzin zu ersetzen, sind wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge. Der Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind lud am gestrigen Mittwoch gemeinsam mit seinen Partnern, der H2BZ-Initiative Hessen e.V., dem Regionalmanagement Nordhessen/MoWiN.net und dem Tankstellen-Betreiber Frank Roth zur Veranstaltung „Grüner Wasserstoff in der Mobilität“ nach Bad Hersfeld ein.

ABO Wind nimmt aktuell im benachbarten Kirchheim einen Windpark mit einer Gesamtnennleistung von 9,9 Megawatt in Betrieb. Die drei Nordex N131-Anlagen produzieren rund 30 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom. Damit könnten rechnerisch alle Kirchheimer Haushalte und zusätzlich ein Elektrolyseur für eine Wind-Wasserstoff-Tankstelle versorgt werden. Die Infoveranstaltung richtete sich an Logistiker, Busunternehmen, ÖPNV-Aufgabenträger und Energieversorger, also an mögliche Kunden der künftigen Wasserstofftankstelle.

Zur Einstimmung führten Jörg Wirtz, Projektleiter der ABO Wind-Abteilung Zukunftsenergien, Georg von Aretin, ABO Wind-Abteilungsleiter Planung Hessen, und Betreiber Frank Roth vormittags über den Windpark. Rund 15 Teilnehmer, darunter Mitarbeiter der H2BZ-Initiative, der Stadtwerke Bad Hersfeld sowie von Elektrolyseur-Herstellern, fuhren mit einem Brennstoffzellenbus des Omnibusbetriebs Winzenhöler zu den einzelnen Windkraftanlagen. Georg von Aretin berichtete von den Planungen und dem Bau des Windparks. Jörg Wirtz stellte die Pläne für die Wasserstofftankstelle vor: Als erster Schritt soll im kommenden Jahr eine Demoanlage installiert werden, bestehend aus einem kleinen Elektrolyseur, dessen Wasserstoffproduktion an einer Zapfsäule zwei bis vier Brennstoffzellen-PKW am Tag betanken kann. Auch der Bürgerbus der Gemeinde Kirchheim könnte elektrisch betrieben und mit dem Wasserstoff der Demoanlage versorgt werden. Für dieses Vorhaben will sich ABO Wind um Förderung bei der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie NOW GmbH und beim Land Hessen bemühen. Mit Frank Roth gibt es bereits einen möglichen Betreiber für die künftige Wasserstofftankstelle, die im Endausbau eine Leistung von zwei Megawatt aufweisen könnte und damit für die Betankung von rund 200 Brennstoffzellen-PKW am Tag ausgelegt wäre. „Die Energiewende ist mehr als nur der Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung“, erklärt Wirtz. „Ohne die Wärme- und Verkehrswende können wir unsere CO2-Emissionen nicht genug senken, um die Klimaschutzziele von Paris zu erfüllen – hierfür brauchen wir die Sektorenkopplung. Unser Pilotprojekt einer direkt mit Windstrom betriebenen Wasserstofftankstelle ist dafür ein sehr gutes Beispiel.“

Im Anschluss fand ein Fachforum mit rund 40 Teilnehmern im Veranstaltungszentrum „wortreich“ in Bad Hersfeld statt. Manfred Draschner von Toyota Deutschland referierte über Brennstoffzellenfahrzeuge vom PKW bis zum LKW. Reinhold Wurster von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik sprach über Vorteile der E-Mobilität in der Logistik. Christian Winzenhöler des gleichnamigen Omnibusbetriebs berichtete über seine Erfahrung mit Brennstoffzellen-Bussen. Jörg Wirtz skizzierte CO2-freie Mobilitätsoptionen am Beispiel von Logistikzentren und Busdepots. Nach den Vorträgen tauschten sich die Teilnehmer bei einem Imbiss über mögliche Kooperationen zwischen den Unternehmen der Region aus.

Alle Vorträge des Fachforums sowie ein Steckbrief des Windparks Kirchheim stehen unter https://www.abo-wind.com/de/aktuelles/pressemitteilungen/2017/2017-11-23_Gruener-Wasserstoff.html zum Download bereit.

Kontakt
Lena Fritsche
Teamleiterin Kommunikation

ABO Wind AG
Unter den Eichen 7, 65195 Wiesbaden
Tel.: (0611) 267 65-617; Fax: -599
Mobil: 0152 567 11 617
lena.fritsche@abo-wind.de
www.abo-wind.de