Basis-Kurs Solidarische Landwirtschaft 08. – 10. Juli 2016 auf Hof Tangsehl

Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft bietet auch dieses Jahr wieder einen Basis-Kurs für Initiativen und Solidarhöfe im Aufbau sowie für Interessierte an. Der Kurs richtet sich an interessierte Einsteiger (Erzeuger und Verbraucher) sowie Netzwerker und Menschen, die sich in ihrem beruflichen Kontext fortbilden wollen. Wir bieten eine fundierte Einführung in die Wirtschaftsform Solawi und gehen ganz praktisch an die Planung und den Aufbau eines Solidarhofes heran. Dabei werden allgemeine Faktoren, Schritte und Prozesse verdeutlicht, die speziell für den Aufbau einer Solawi wichtig sind (z.B. bei Kommunikation, Organisation und Planung). Wir lernen mit verschiedenen Methoden und im lebendigen Austausch mit den Menschen vom Solawi-Hof Tangsehl die Kernaspekte von Solawi kennen.

Unser Ziel ist, dass die TeilnehmerInnen am Ende eine Vorstellung davon haben, wie sie eine Solawi selbst ins Leben rufen können, was dabei zu beachten ist und welche Potentiale dieses Konzept für die Zukunft bietet. Weiterführende Beratung, Kontakte und Materialien werden wir ebenfalls zur Verfügung stellen.

Referenten

M.Sc. Katharina Kraiß: Studium in Witzenhausen; Gründungsmitglied und Begärtnerte in der Solawi Freudenthal. Vertritt die Solawi Freudenthal im Netzwerk Solidarische Landwirtschaft und ist im Netzwerk in der Koordination und Geschäftsstelle aktiv. Bachelorarbeit und Masterarbeit zum Thema CSA / Solidarische Landwirtschaft.

M.Sc. Gabriel Erben: Studium in Witzenhausen; aktives Solawi-Mitglied der Solawi Freudenthal seit 2012. Masterarbeit zum Thema Arbeitsbedingungen in der Solidarischen Landwirtschaft. Seit 2015 Bildungs-Veranstaltungen zum Thema Solawi.

Weitere Infos unter www.solidarische-landwirtschaft.org

Der organisatorische Rahmen Kursprogramm-Übersicht
Wann

Freitag 08.07. bis Sonntag 10.07.2016

Wo

Solawi-Hof Tangsehl, Tangsehl 2, 21369 Nahrendorf

Kosten

200 € inklusive Unterkunft, Verpflegung, Material und Seminarbeitrag

TeilnehmerInnen

10 – 25

Referenten

Gabriel Erben, Katharina Kraiß und die Hofleute in Tangsehl

Kontakt

Gabriel Erben // +49 (0) 151 59443169

Anmeldung

Per Email mit Namen und Kontakt (Adresse, Tel.) an anmeldung@solidarische-landwirtschaft.org bei Anzahlung von 50€ mit Verw.-Zweck Solawi-Workshop 2016 auf das Konto des Trägervereins

Anmeldeschluss 20.06.2016

Solidarische Finanzierung

Wir bemühen uns in Absprache um Kostenverteilung nach dem solidarischen Prinzip. Zudem beantragen wir Fördermittel, um ggf. die Kosten zu senken.

Freitag

ab 15:00 Uhr Ankommen in Tangsehl

16:30 Kennenlernen und Einstieg ins Thema

18:00 Abendessen

21:00 Austausch und Ausklang am Lagerfeuer

Samstag

08:30 Frühstück

09:30 Gründung/Aufbau/Konzeptentwicklung

11:00 Hofführung

13:00 Mittagessen

14:30 Wirtschaftlichkeit

16:00 Kaffeepause

16:30 Prozesse/Erfolgsfaktoren

18:00 Abendessen

21:00 Austausch und Ausklang am Lagerfeuer

Sonntag

08:30 Frühstück

09:30 Thema Reflexion

11:00 Ausblick/Potentiale

12:30 Mittagessen

14:00 Abfahrt

Stand März 2016 – Änderungen vorbehalten

Trägerverein
Solidarische Landwirtschaft e.V.
Gemeinnütziger Verein (Spendenbescheinigungen auf Anfrage)
Registergericht Kassel: VR 4941 – Steuernummer: 2625087842 – K06
Bankverbindung: GLS Bank – IBAN: DE07 4306 0967 4052 5311 00 – BIC: GENODEM1GLS




Solidarische Landwirtschaft in Heidelberg – die Markushofgemeinschaft wächst

Sich gemeinsam für nachhaltige solidarische Landwirtschaft einsetzen und ökologische Lebensmittel aus der Region beziehen – dieser treibende Gedanke hat im Frühjahr 2011 mit zur Gründung der solidarischen Landwirtschaft in Heidelberg beigetragen. Aus der überschaubaren Gruppe der Anfangszeit ist mittlerweile eine Solidargemeinschaft von über 140 Mitgliedern geworden.

Solidarische Landwirtschaft – ein Gegenentwurf zur Nahrungsmittelindustrie

Angesichts der sich häufenden Lebensmittelskandale drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob eine Versorgung mit gesunden Lebensmitteln in Zukunft überhaupt noch möglich ist. Durch den stetigen Preisdruck in der Nahrungsmittelindustrie greifen die Hersteller und Erzeuger nicht zuletzt in den Genpool der Pflanzen ein, um die Erträge und Resistenzen zu steigern und intensivieren den Anbau.

Zwar steigt die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln stetig, doch dadurch auch der Druck und die Ansprüche. Angesichts in Plastik verschweißter Biogurken und normierter Karotten in Plastikschalen sind Zweifel am ökologischen Wert dieser Produkte gerechtfertigt.

In der solidarischen Landwirtschaft schließen sich Verbraucher direkt mit dem Erzeuger zusammen, um Lebensmittel ökologisch, regional, saisonal und in hoher Qualität zu produzieren. Die Gruppe verwaltet, organisiert und finanziert eigenverantwortlich zusammen mit den Landwirten den landwirtschaftlichen Betrieb und die Lieferlogistik.

Durch die ertragsunabhängige Finanzierung und die Abnahme der gesamten Ernte (krummes oder angeschlagenes Obst und Gemüse) werden Überproduktion und Verschwendung vermieden, durch den regionalen und saisonalen Konsum Energieverbrauch für Transporte und Ausbeutung von Natur und Mitarbeiter landwirtschaftlicher Intensivbetriebe in anderen Ländern verhindert.

Die Markushofgemeinschaft

In Heidelberg liefert der Bioland zertifizierte Markushof aus Nußloch die Grundlage für die Gemeinschaft. Mit etwa 50 Hektar Fläche kann der Hof bis zu 180 Mitglieder versorgen. Neben etwa dreißig verschiedenen Gemüsesorten und Milch, bietet der Hof Getreide in Form von Körnern, Mehl, Brot oder Nudeln, sowie Fleisch und Käse. Von den Streuobstwiesen kommen noch Äpfel und selbstgepresster Apfelsaft hinzu.

Alle organisatorischen Arbeiten, die Verteilung und Abholung der Lebensmittel und auch die Hilfe auf dem Acker werden von den Mitgliedern erbracht. Die Organisation erfolgt über die einzelnen Depots und die Arbeitsgemeinschaften, die verschiedene Aufgabenbereiche und Themengebiete verantworten. Letztlich trägt jedes einzelne Mitglied nach seinen Möglichkeiten dazu bei, die Gemeinschaft und den Hof zu erhalten.

Die Finanzierung wird über monatliche Beiträge gewährleistet, die einmal jährlich für das neue Haushaltsjahr berechnet und ausgerufen werden. Ganz im Sinne der Solidarität verstehen sich die Beiträge immer als Richtwert und sind nach oben und unten anpassbar. Nach Möglichkeit soll jedem unabhängig von seinen finanziellen Möglichkeiten eine Teilnahme ermöglicht werden.

Mitgliedschaft in der solidarischen Landwirtschaft

Die Beziehung zwischen dem Hof und der Gemeinschaft und innerhalb der Gemeinschaft beruht auf Vertrauen und nicht auf Verträgen. Jedes Mitglied übernimmt für sich die Verantwortung, den Hof und die Gemeinschaft zu unterstützen. Wer Mitglied werden möchte, kontaktiert den Depotsprecher oder die Depotsprecherin des jeweiligen Stadtteil-Depots (Lieferpunkt), um die Anmeldung zu besprechen. Sobald die notwendigen Daten an die Schatzmeisterin übermittelt sind und die Bestellung entsprechend aktualisiert ist, kann das neue Mitglied seinen Anteil einmal wöchentlich im Depot abholen. Über die Arbeitsgruppen, die Depotsprecher und die anderen Mitglieder wird das neue Mitglied nach und nach in die Organisation und Unterstützung der Gemeinschaft eingebunden.

Hier erhalten Sie weitere Informationen über die Solidarische Landwirtschaft in Heidelberg:

http://www.solawi-rhein-neckar.org

Pressekontakt:
Solidarische Landwirtschaft Rhein-Neckar e.V.
Vertretungsberechtigter Vorstand:
Brigitte Henkel
Richard-Wagner-Str. 6
69121 Heidelberg
info@solawi-rhein-neckar.org