Neue SÜDWIND-Studie: „Grenzen überwinden. MigrantInnen auf dem Weg nach Europa“

Pressemitteilung

Bonn, 26.10.2016: Das Jahr 2015 ist uns allen als ein Jahr der Migration und weltweiten Flucht in Erinnerung. Es war der Eindruck entstanden, dass alle MigrantInnen und Geflohenen weltweit nach Deutschland wollten. Plötzlich schien die ganze Welt in Bewegung gekommen zu sein. Doch, so zeigt die neue SÜDWIND-Studie „Grenzen überwinden. MigrantInnen auf dem Weg nach Europa“, dieser Eindruck täuscht. Weder die ganze Welt migriert, noch wollen alle Menschen, die migrieren, nach Europa oder Deutschland. „Gemessen an der Gesamtzahl der Weltbevölkerung liegt der Anteil der MigrantInnen über lange Zeiträume gesehen relativ stabil bei etwas über drei Prozent.“, so die Autorin der Studie, Dr. Sabine Ferenschild.

Dabei ist es wichtig zu wissen, aus welchen Regionen und Motiven, auf welchen Wegen, mit welchen Zielen und Perspektiven Menschen migrieren – und ob sich dabei Veränderungen und Trends über die Jahre abzeichnen. Die aktuelle SÜDWIND-Studie lenkt den Blick in das östliche Afrika: In dieser Region liegen Herkunfts-, Transit- und Zielstaaten von Migration und Flucht. Manche Staaten sind Herkunft und Ziel zugleich. Aus dieser Region, insbesondere aus Eritrea, machen sich in den letzten Jahren zunehmend Menschen auf den Weg nach Europa, zum Teil über die Mittelmeerroute, zum Teil über die Türkei als Transitland und dann weiter auf der Westbalkanroute. Die Staaten aus dieser Region sind Partner der EU im sog. „Khartum-Prozess“. Was sich dahinter verbirgt und wie der Khartum-Prozess eingebettet ist in die europäische und deutsche Migrations- und Fluchtpolitik, behandelt die soeben veröffentlichte SÜDWIND-Publikation.

Die Studie schließt mit Empfehlungen für eine Migrationspolitik ab, die auf Menschenrechten beruht. Sie ist gleichzeitig als eine Absage an eine Politik zu verstehen, die auf Grenzschutz und Migrationsverhinderung setzt. Eine solche Politik suggeriert, die europäischen Gesellschaften könnten vor den globalen politischen und ökonomischen Entwicklungen, die Migration auslösen, durch Grenzschutz ‚geschützt‘ werden. Sie verkennt dabei die Tatsache, dass das westliche Lebens- und Wirtschaftsmodell von der Arbeitskraft, den Rohstoffen und auch den Märkten der Herkunftsländer abhängt.

Mit der vorliegenden Publikation fordert Ferenschild, „endlich Barrieren und Grenzen im Denken zu überwinden und freiwillige Migration als Möglichkeit der Lebensgestaltung zu akzeptieren.“ Dabei hinaus müsse erzwungene Migration schließlich durch die Stärkung der Rechte von MigrantInnen erträglich gestaltet werden.“

Die von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen geförderte Studie kann hier oder über info@suedwind-institut.de bestellt werden und steht ab sofort hier zum Download bereit.

Kontakt:
Dr. Sabine Ferenschild, Telefon: 0228- 763698-16
E-Mail: ferenschild@suedwind-institut.de

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Neue Studie belegt: Indische ArbeiterInnen leiden unter katastrophalen Bedingungen in der Schuh- und Lederproduktion

Pressemitteilung

Bonn/Berlin, 05.10.2016 – Löhne weit unter dem Existenzniveau, gravierende Mängel in Sachen Gesundheitsschutz und Sicherheit sowie Diskriminierung und Ausbeutung aufgrund traditioneller Geschlechter- und Kastennormen – die Arbeitsbedingungen in der indischen Schuh- und Lederproduktion sind katastrophal. Das belegt die neue Studie der Kampagne Change Your Shoes, die SÜDWIND und INKOTA heute veröffentlichen. Die Organisationen fordern Markenunternehmen weltweit dazu auf, Profite nicht weiterhin auf Kosten der ArbeiterInnen zu erzielen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Europa.

„Die Beschäftigten der Zulieferfabriken europäischer Marken berichten von Löhnen weit unter existenzsicherndem Niveau, von verpflichtenden Überstunden, unzureichendem Schutz vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, Verbot von Gewerkschaften und Diskriminierung sowie Ausbeutung aufgrund traditioneller Geschlechter- und Kastennormen“, erklärt Mitautor Anton Pieper von SÜDWIND. Auf Grundlage einer Befragung von Beschäftigten aus mehreren Schuh- und Lederfabriken in Ambur in Südindien und Agra in Nordindien zeichnet die Studie unter dem Titel „Auf der Stelle (ge)treten“ ein erschreckendes Bild der indischen Schuh- und Lederproduktion.

„Internationale Markenunternehmen, die ihre Waren von indischen Zulieferern produzieren lassen, müssen ihrer Verantwortung endlich gerecht werden“, fordert Lena Janda von INKOTA. „Sie müssen dringend Maßnahmen ergreifen, die sicherstellen, dass sie ihre Profite nicht weiterhin auf Kosten der Menschen erzielen, die am unteren Ende der Wertschöpfungskette stehen“, so Janda weiter.

Die ArbeiterInnen in Indiens Schuh- und Lederindustrie leiden unter den internationalen Marktschwankungen sowie den Auswirkungen einer zunehmenden Liberalisierung. Sie geht einher mit einer schrittweisen Aufweichung der Rechte von ArbeiterInnen, einem Rückgang von Gewerkschaftsaktivitäten und fehlenden Beschäftigungsalternativen.

Indien ist nach China das Land mit der größten Schuhproduktion weltweit. Allein im Jahr 2015 kamen mehr als 2,2 Mrd. Paar Schuhe vom südasiatischen Subkontinent. Die meisten Exporte gehen nach Europa, vor allem nach Deutschland, Großbritannien, Italien und Frankreich.
Mehr als eine Million Menschen sind in der indischen Schuhindustrie beschäftigt, in der Lederindustrie insgesamt über 2,5 Millionen. Lederschuhe sind das bei weitem bedeutendste Produkt der indischen Schuhindustrie, sowohl in der Produktion als auch im Export.

Die Befragung wurde vom Change Your Shoes-Partner Society for Labour and Development Ende 2015 durchgeführt.
Studie und FactSheet stehen gedruckt und zum Download (Studie | FactSheet) zur Verfügung.

Kontakt:

Lena Janda, INKOTA-netzwerk, Tel.: 030-420 8202-53, E-Mail: janda@inkota.de

Anton Pieper, SÜDWIND, Tel.: +49 (0)1575-0478929 E-Mail: pieper@suedwind-institut.de

„Change Your Shoes“ ist eine Initiative von 18 Menschenrechts- und Arbeitsrechtsorganisationen, die sich für eine nachhaltige und ethische Schuhlieferkette einsetzen. Indem die Kampagne KonsumentInnen für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisiert, Lobbyarbeit bei PolitikerInnen und Labelorganisationen leistet und Unternehmen drängt, ihre Sorgfaltspflichten wahrzunehmen, zielt sie darauf ab, soziale und ökologische Bedingungen in der Schuh- und Lederindustrie zu verbessern.

Das Projekt wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt sowie von Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt und von Engagement Global im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt sind die Herausgebenden allein verantwortlich.




„Verordnete Freiwilligkeit“ – Unternehmensverantwortung im Wandel der Zeiten

Bonn, 16. August 2016

Einladung zum Fachforum und anschließendem Jubiläumsempfang
anlässlich des 25-jährigen Bestehens von SÜDWIND

Seit 25 Jahren setzt das SÜDWIND-Institut sich für eine gerechte Weltwirtschaft ein.
Darunter versteht das Institut politische Rahmenbedingungen, die soziale und ökologische Probleme verhindern. Auf dem Weg dahin haben auch freiwillige Selbstverpflichtungen und Standards ihren Platz. In einer gemeinsam von SÜDWIND und der Stadt Bonn organisierten Veranstaltung möchten wir die Erfahrungen mit der Wirkung von freiwilligen Selbstverpflichtungen und Multistakeholderprozessen bewerten und diskutieren. Dazu laden wir Sie herzlich ein
am Freitag, den 16.09.2016, von 13.30 – 17 Uhr,
in das Alte Rathaus der Stadt Bonn, Markt, 53111 Bonn.

Bei einem anschließenden Empfang um 17 Uhr möchten wir das 25-jährige Jubiläum
von SÜDWIND gemeinsam feiern.

Anmeldung bis zum 09.09.2016 zu Fachtagung und/oder Empfang unter:
veranstaltungen@suedwind-institut.de

Fachforum „Verordnete Freiwilligkeit“ – Unternehmensverantwortung im Wandel der Zeiten
Freitag, 16.09.2016, von 13.30 – 17 Uhr, Altes Rathaus, Markt, 53111 Bonn
Ab 17 Uhr Jubiläumsempfang anlässlich des 25-jährigen Bestehens von SÜDWIND

Viele in Deutschland und in Bonn ansässige Unternehmen sind weltweit aktiv − als Importeure, Exporteure und Investoren. Diese Rolle bringt für Unternehmen eine besondere Verantwortung für die Wahrung von Menschen- und Arbeitsrechten in globalen Lieferketten mit sich. Viele global tätige Unternehmen sind in den letzten Jahrzehnten im Rahmen von freiwilligen Selbstverpflichtungen aktiv geworden. Solche Initiativen tragen jedoch oft nur bedingt zur Beseitigung von Missständen in der Lieferkette bei.

2011 wurden die Leitprinzipien der Vereinten Nationen zu Wirtschaft und Menschenrechten ins Leben gerufen. Für ihre Durchsetzung sollen die Mitgliedstaaten nationale Aktionspläne entwickeln. In Deutschland wird dieser zurzeit erarbeitet. In diesem Prozess diskutieren die Beteiligten auch verbindliche Vorgaben zur Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten.
SÜDWIND befasst sich seit vielen Jahren mit freiwilligen Selbstverpflichtungen und Standards, genauso wie es umfängliche Erfahrungen mit Multistakeholderprozessen und runden Tischen, wie dem Textilbündnis oder dem Forum Nachhaltiger Kakao, gesammelt hat.
In der Veranstaltung sollen diese Erfahrungen insbesondere am Beispiel des Textilsektors diskutiert werden. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten rechtlich zu verankern, erörtert. Dabei werden auch AkteurInnen zu Wort kommen, die sich an der Erarbeitung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte beteiligt haben.

Programm
Moderation: Anke Bruns (Journalistin)
14 Uhr Lessons learned: Erfahrungen von SÜDWIND in der Arbeit mit Unternehmen World-Café

15:35 Uhr Vortrag von Prof. Dr. Markus Krajewski (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
„Sind menschenrechtlich verpflichtende Auflagen in international und national
geltenden Gesetzen möglich?“

16 Uhr Podiumsdiskussion: Gesetzliche Verankerung oder verbindlicher gestaltete
Freiwilligkeit? – Welcher Weg führt zur menschenrechtlichen Sorgfalt?
• Prof. Dr. Markus Krajewski
• Frank Schwabe, Menschenrechtlicher Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion
• Paul Noll, Stellvertretender Abteilungsleiter Europäische Union und
Internationale Sozialpolitik, Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände
• SÜDWIND

Ab 17 Uhr Empfang
Eröffnung: Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel




Neue Recherchen belegen: Rechte von ArbeiterInnen mit Füßen getreten – auch in Europa

Pressemitteilung

Bonn/Berlin, 04.07.2016: ArbeiterInnen in mittel- und südosteuropäischen Schuhunternehmen leiden unter Hungerlöhnen. Zugleich verschließt die Schuh- und Lederindustrie die Augen vor Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen weltweit. Das zeigen zwei neue Studien der Kampagne Change Your Shoes. Besonders erschreckend: ArbeiterInnen in Albanien, Mazedonien und Rumänien stellen „deutsche“ Schuhe oft zu noch niedrigeren Löhnen her als ArbeiterInnen in China.

„Made in Europe“ soll für Qualität und faire Arbeitsbedingungen stehen. Der Bericht Harte Arbeit für wenig Geld der Kampagne Change Your Shoes zeigt erstmals auf, dass in der europäischen Schuh- und Lederindustrie davon keine Rede sein kann. Die Recherchen rücken die prekären Arbeitsbedingungen in Schuhfabriken in Mittel- und Südosteuropa in den Fokus. Rund 200.000 Menschen sind in den untersuchten Ländern Albanien, Bosnien-Herzegowina, Polen, Rumänien, Slowakei und Mazedonien in der Schuhindustrie beschäftigt – oftmals zu extrem niedrigen Löhnen. Die Löhne in Albanien, Mazedonien oder Rumänien liegen sogar noch unter denen in China. Sie müssten vier bis fünf Mal höher sein, damit die Fabrikarbeitenden und ihre Familien davon leben könnten.

„In den untersuchten Fabriken ist der Akkorddruck teilweise so hoch, dass die ArbeiterInnen keine Atemmasken oder Schutzkleidung gegen den Gestank von Leim und das Gift der Chemikalien tragen, weil es das Arbeiten verlangsamt“, sagt Anton Pieper vom SÜDWIND-Institut. Der Bericht belegt: Die Probleme der Schuhindustrie sind ein Problem globaler Wertschöpfungsketten – und machen nicht halt vor Europa.

Jeder Deutsche kauft im Durchschnitt pro Jahr 5,3 Paar Schuhe. Über 24 Milliarden Paar Schuhe wurden 2014 weltweit hergestellt, der größte Teil davon in Asien. Doch jedes fünfte Paar Schuhe, das in Europa verkauft wird, ist auch in Europa produziert.

Unternehmensbefragungen – Bewertung der Schuhfirmen

Die Ergebnisse der Befragung von Schuhunternehmen wie Adidas, Ara, Birkenstock, Deichmann, Gabor und Lowa, die dem Bericht Rechte von ArbeiterInnen mit Füßen getreten zu entnehmen sind, machen deutlich, dass sich Unternehmen zu wenig um die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten kümmern, in denen sie ihre Schuhe fertigen lassen. Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk sagt: „Die wenigsten Schuhunternehmen können eine transparente Zulieferkette vorweisen. Für KonsumentInnen ist es nach wie vor sehr schwierig, sich für einen nachhaltig produzierten Schuh zu entscheiden, da die Marken nicht glaubwürdig informieren, geschweige denn tatsächlich nachhaltig produzieren.“

Insgesamt gibt es deutlichen Nachholbedarf in der Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Das gilt für alle 23 Firmen, darunter auch die deutschen Firmen, die befragt wurden: 11 Firmen haben keine Auskunft gegeben und auch jene 12, die geantwortet haben, setzen grundlegende Arbeitsrechte nicht effektiv um. Erhoben wurde u.a., ob existenzsichernde Löhne für ArbeiterInnen vorgesehen sind und welche Arbeitsschutzmaßnahmen vorausgesetzt werden.

Von den Unternehmen konnte keines der besten Kategorie „fortschrittlich“ zugeordnet werden. Die Marken El Naturalista, Eurosko und Adidas schafften es zumindest auf den zweiten Platz „auf dem Weg“. Positiv bleibt festzuhalten, dass sich die 12 Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, gesprächsbereit und gegenüber Verbesserungen von Arbeitsbedingungen grundsätzlich aufgeschlossen zeigten.

Weitere Informationen:

• „Harte Arbeit für wenig Geld“ – Fact-Sheet und Studie
• „Rechte von ArbeiterInnen mit Füßen getreten“ – Fact-Sheet und Bericht

Kontakt:
Anton Pieper, SÜDWIND, Tel.: 0228-763698-18 E-Mail: pieper@suedwind-institut.de

Berndt Hinzmann, INKOTA-netzwerk, Tel.: 0160-9469 8770 Email: hinzmann@inkota.de

„Change Your Shoes“ ist eine Initiative von 18 Menschenrechts- und Arbeitsrechtsorganisationen, die sich für eine nachhaltige und ethische Schuhlieferkette einsetzen. Indem die Kampagne die KonsumentInnen für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisiert, Lobbyarbeit bei PolitikerInnen und Labelorganisationen leistet und Unternehmen drängt ihre Sorgfaltspflichten wahrzunehmen, zielt die Kampagne darauf ab, die sozialen und ökologischen Bedingungen in der Schuh- und Lederindustrie zu verbessern.

Die Kampagne „Change Your Shoes“ wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt sowie von Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch Brot für die Welt und von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt sind allein die Herausgebenden verantwortlich.

Sandra Grigentin-Krämer

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Neue SÜDWIND-Studie zu Green Bonds erschienen: „Grüne Anleihen – ein neuer Weg zur privaten Finanzierung von Umweltschutz und Entwicklung?“

Pressemitteilung

Bonn, 1.07.2016: Mit „Grünen Anleihen“ oder „Green Bonds“ sollen Anleger endlich Gewissheit darüber erhalten, dass die Gelder, die sich ein Unternehmen oder eine Bank über eine Anleihe am Kapitalmarkt leiht ausschließlich für umweltfreundliche Projekte eingesetzt werden. Denn mit der Ausgabe versprechen die Emittenten, dass die Erlöse nur in Projekte aus nachhaltigen Bereichen fließen − wie in regenerative Energien, in die nachhaltige Landnutzung oder in den Erhalt der Biodiversität.
Dies, so die Überlegung trägt dazu bei, dass mehr Kapital z.B. für Windkraftanlagen und Wärmedämmung zur Verfügung steht. Die SÜDWIND Studie: „Green Bonds − Black Box mit grünem Etikett? Grüne Anleihen − ein neuer Weg zur Finanzierung von Umweltschutz und Entwicklung?“, die am heutigen Tag in Bonn vorgestellt wird geht diesen Versprechen nach.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Emission Grüner Anleihen von 2012 bis 2015 von 1,25 Mrd. Euro auf 37 Mrd. Euro kontinuierlich gewachsen ist. Während zu Beginn vor allem Förderbanken, wie die Weltbank und die Europäische Entwicklungsbank (EIB), Green Bonds zur Finanzierung ihrer sozialen und ökologischen Projekte ausgaben, nutzen seit 2014 zunehmend auch Unternehmen, wie Unilever, Apple oder Starbucks, diese neue Form der Kapitalaufnahme. Die Emittenten informieren in der Regel, in welche Bereiche die Gelder fließen und geben Beispiele für finanzierte Projekte. Eine von dem Emittenten bezahlte Zweitmeinung soll den Investoren zusätzlich Sicherheit geben, dass mit dem aufgenommenen Geld tatsächlich nur ökologische Projekte finanziert werden und eine strikte Trennung zum allgemeinen Geschäftsbetrieb besteht.

SÜDWIND legt in der Studie die gegenwärtigen Verfahrensweisen für Green Bonds dar, geht auf freiwillige Regulierungsansätze der Finanzbranche sowie auf die staatliche Regulierung in Indien und China ein. Zuletzt bleibt für das Institut jedoch eine Reihe von Zweifeln. So gibt es bisher keine Hinweise, dass Green Bonds wirklich dazu beitragen, dass es mehr Geld für nachhaltige Projekte gibt. Auch die Transparenz lässt bei der überwiegenden Zahl der Emittenten zu wünschen übrig und Zweitmeinungen sind bisher zu wenig standardisiert, um eine verlässliche Auskunft geben zu können. Außerdem kann es vorkommen, dass Emittenten neben regenerativen Energien auch den Kohlebergbau unterstützen oder Atomkraftwerke betreiben.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Grüne Anleihen ein wertvolles Instrument zur Finanzierung von nachhaltigen Projekten sein können, wenn sie anders gestaltet wären. Dies kann jedoch nur über eine Gesetzgebung erreicht werden, die z.B. die Veröffentlichung aller Projekte, die aus einem Green Bond finanziert werden, vorschreibt.

Die Studie kann über www.suedwind-institut.de/publikationen/2016/ bestellt werden und steht ab sofort hier zum Download bereit.

Das Projekt wird aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, durch den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region sowie die Evangelische Kirche im Rheinland gefördert.
Gefördert durch stiftungumweltundentwicklung

ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des
Bundwirtschaftzusammenarbeit

Innerhalb eines separaten Projektes konnte die Studie mit der Unterstützung der KD-Bank ins Englische übersetzt werden.
kdbank

Kontakt:
Antje Schneeweiß
Telefon: 0228- 763698-17
E-Mail: schneeweiss@suedwind-institut.de

Sandra Grigentin-Krämer

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Neue SÜDWIND-Studie erschienen: „Make in India. Untersuchung zu Arbeitsbedingungen in westindischen Textilbetrieben“

Pressemitteilung

Bonn, 27.06.2016: Make in India – mit diesem Slogan wirbt die indische Regierung um internationale Investitionen, um die Produktion im eigenen Land anzukurbeln – zu welchem Preis für die in der indischen Textilbranche arbeitenden Menschen, wird dabei nicht erwähnt: Überlange Arbeitszeiten, niedrige Löhne, fehlende Arbeitsverträge – diese Missstände treten in der gesamten textilen Kette auf. Die heute von SÜDWIND, der Deutschen Kommission Justitia et Pax und der indischen Nicht-Regierungsorganisation PRAYAS vorgelegte Studie zu den Arbeitsbedingungen in indischen Textilbetrieben lenkt den Blick auf die Arbeitsbedingungen in indischen Textilbetrieben von der Baumwollentkernung bis zur Konfektion. Auf der Grundlage einer Befragung von Beschäftigten aus zehn Textilbetrieben im indischen Bundesstaat Gujarat, die vom SÜDWIND-Partner PRAYAS Ende 2015 durchgeführt wurde, vermittelt die Studie ein Bild von strukturellen Arbeitsrechtsverletzungen in der indischen Textilverarbeitung.

„Die massivsten Arbeitsrechtsverletzungen wurden am Anfang der textilen Kette, in den Entkernungsfabriken, festgestellt. Was alle untersuchten Betrieben gemein haben: Zumindest ein Teil der Beschäftigten arbeitet ohne Verträge, ohne Zugang zu sozialen Sicherungssystemen und zu Löhnen unterhalb eines existenzsichernden Niveaus. Außer in einem Betrieb gab es keine gewerkschaftliche Interessenvertretung“, erläutert Dr. Sabine Ferenschild vom SÜDWIND Institut, eine der AutorInnen der Studie.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Arbeitsrechtsverletzungen zunehmen, je weiter man in der textilen Kette zurückgeht. Insbesondere die Entkernungsbetriebe, aber auch die Spinnereien verstoßen massiv gegen indisches Arbeitsrecht und gegen verschiedene ILO-Konventionen.

„Besorgniserregend ist insbesondere die weitgehende Abwesenheit von gewerkschaftlicher Organisierung, gewählten ArbeitnehmerInneninteressensvertretungen sowie von Kollektivverhandlungen. Ohne eine solche organisierte Verhandlungsmacht der Beschäftigten wird es schwer sein, zu Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in den Betrieben zu kommen“, folgert Dr. Hildegard Hagemann/Deutsche Kommission Justitia et Pax. Anders als durch ein Audit, mit dem Nachhaltigkeitsstandards einmal im Jahr einen Betrieb durch eineN AuditorIn überprüfen lassen, sind Gewerkschaftsvertretungen das ganze Jahr im Betrieb, können Missstände feststellen und sich für deren Behebung einsetzen. Hierin sehen die AutorInnen den Schlüsselfaktor für die Umsetzung aller anderen Arbeitsstandards.

Die Produkte aus den zehn untersuchten Betrieben, seien dies Baumwollfasern, Garne, Stoffe oder Bekleidung, sind in globale Wertschöpfungsketten eingeflochten. Darauf verweisen die in der Studie enthaltenen Firmenporträts: Die untersuchten Firmen haben Verbindungen mit asiatischen und europäischen Märkten und Unternehmen (z.B. C&A und H&M) einerseits, mit international präsenten Standardinitiativen wie dem Global Organic Textile Standard (GOTS) oder Fairtrade andererseits. Auch gegen deren soziale Anforderungen verstoßen die Arbeitsbedingungen in den untersuchten Betrieben.

Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, empfehlen die HerausgeberInnen:

– die Initiierung eines sozialen Dialogs vor Ort,

– die Kopplung staatlicher Subventionen für den Textilsektor an die Einhaltung von Arbeitsstandards, eine verstärkte Organisierung der Beschäftigten,

– eine verbesserte Umsetzung der Anforderungen von Nachhaltigkeitsstandards wie GOTS und Fairtrade: 1. Einbeziehung von Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen vor Ort in die Audits, 2. größere Transparenz der Auditergebnisse, 3. verbindliches Gewerkschaftstraining für alle Beschäftigten vor jeder Zertifikatvergabe,

– einen Beitrag der Mitgliedsunternehmen des deutschen Textilbündnisses, die von den untersuchten Firmen bzw. aus der Region beziehen, zur Abschaffung der 12-Stunden-Schicht-Systeme in den Entkernungsbetrieben und Spinnereien zur Unterstützung von Gewerkschaftsgründungen und zum Ausbau permanenter Arbeitsverhältnisse leisten können – um nur die gravierendsten Missstände zu nennen.

Das Textilbündnis sollte dafür einen unterstützenden Rahmen bieten.

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax bereitet zeitnah die englische Fassung der Studie zur Veröffentlichung vor.

Die von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen geförderte Studie kann über www.suedwind-institut.de/publikationen/2016/ bestellt werden und steht auch dort zum Download bereit.

Kontakt: Dr. Sabine Ferenschild, Telefon: 0228- 763698-16, E-Mail: ferenschild@suedwind-institut.de

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Menschenrechte vor Profit – Unterschriftenaktion von Südwind

Unterschriftenaktion

Die Bundesregierung soll deutsche Unternehmen verpflichten, die Menschenrechte auch im Auslandsgeschäft zu achten. Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition und fordern Sie gemeinsam mit uns und einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis Angela Merkel und Sigmar Gabriel auf, sich für einen ambitionierten Aktionsplan einzusetzen.

Werden auch Sie aktiv und unterschreiben Sie hier: https://www.openpetition.de/petition/online/menschenrechte-vor-profit

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Zum Hintergrund:

Smartphone, Markenkleidung, Schokolade – hinter diesen alltäglichen Dingen verbergen sich Geschichten von Hunger, Armut und Menschenrechtsverletzungen. Ob Landvertreibungen, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen oder Hungerlöhne – Unternehmen in Deutschland nehmen Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer globalen Lieferketten vielfach in Kauf. Die Achtung der Menschenrechte in den Auslandsbeziehungen gilt als freiwillige Angelegenheit.

Eine Chance auf Veränderung könnte der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte bieten, den die Bundesregierung im Juni vorlegen möchte. Vieles deutet aber darauf hin, dass dieser nur unverbindliche Empfehlungen und Beratungsangebote statt gesetzliche Verpflichtungen vorsehen wird.

Wir fordern indes für den Nationalen Aktionsplan:
– eine gesetzlich verankerte menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen
– Klagemöglichkeiten für Opfer von Menschenrechtsverletzungen
– die Kopplung von öffentlichen Aufträgen und Außenwirtschaftsförderung an die Erfüllung der Sorgfaltspflicht.

Setzen Sie sich gemeinsam mit uns für einen ambitionierten Aktionsplan ein.

Hier geht es zur Petition!
https://www.openpetition.de/petition/online/menschenrechte-vor-profit

Ansprechpartnerin:

Eva-Maria Reinwald
SÜDWIND
Tel.: 0228-763698-21
E-Mail: reinwald@suedwind-institut.de

Getragen wird die Petition durch die Verbände CorA, Forum Menschenrechte und VENRO sowie die Einzelorganisationen Brot für die Welt, CIR, Germanwatch, INKOTA-netzwerk, MISEREOR, Oxfam, SÜDWIND, terre des hommes und ver.di

Es grüßt Sie herzlich

Sandra Grigentin-Krämer

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Neue SÜDWIND-Fact-Sheets zu „Migration, Flucht und Entwicklung“ erschienen

Pressemitteilung

Bonn, 17.05.2016: 2015 war ein Jahr, in dem man in Deutschland den Eindruck bekommen konnte, alle MigrantInnen und Flüchtlinge weltweit – oder zumindest aus der näheren Umgebung Europas – wollten nach Deutschland. Überhaupt schien die ganze Welt in Bewegung geraten zu sein. Auf die Politik der offenen Grenzen der deutschen Regierung seit August 2015 folgte zunehmend ein Angst- und Sicherheitsdiskurs, der sich mit Beginn des Jahres 2016 zuspitzte. Politik, Behörden und Polizei wirkten oft überfordert. Ausländerfeindliche Parolen werden lauter artikuliert.

SÜDWIND knüpft mit den vier Fact-Sheets an die ‚näher gerückten‘ Migrations- und Fluchtbewegungen an und weist auf die vielfältigen Aspekte der Migrationsproblematik hin: Greift das erste Fact-Sheet die gängige Unterscheidung zwischen „guten“ und „schlechten“ Flüchtlingen auf und bettet sie in Mythen und Fakten zu Migration und Flucht ein, liefert das zweite Fact-Sheet einige grundlegende Information zu globalen Migrationsbewegungen und erläutert diese in Anknüpfung an den Migrationsforscher Joachim Oltmer als ein „zentrales Element der Anpassung des Menschen an Umweltbedingungen und gesellschaftliche Herausforderungen“.

Die beiden anderen Fact-Sheets widmen sich spezielleren, aber nicht weniger aktuellen Aspekten der Migrations- und Fluchtthematik: Unter dem Titel „Hilfe auf dem Weg“ berichtet ein freiwilliger Helfer von der Situation der Flüchtlinge auf der Balkanroute und reflektiert zugleich die unverzichtbare Rolle der HelferInnen, ohne die die Lage der Flüchtlinge noch verzweifelter wäre. Dass nicht alle Flüchtlinge nach Europa wollen, macht auch das vierte Fact-Sheet deutlich. Es bündelt unter dem Titel „Arbeit ohne Papiere“ die verfügbaren Informationen zur Beschäftigung syrischer Flüchtlinge in der türkischen Textilindustrie. Zu welchen Bedingungen arbeiten sie? Wie reagieren die (europäischen) AuftraggeberInnen auf deren Situation?

Die vier Fact-Sheets sind die ersten Publikationen, die im Rahmen des neuen SÜDWIND-Projekts „Migration, Flucht und Entwicklung“ erscheinen. Weitere vier Studien, drei Fact-Sheets sowie monatliche Blogbeiträge werden bis Ende 2018 veröffentlicht werden.

Das Projekt wird aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, durch den Evangelischen Kirchenverband Köln und Region sowie die Evangelische Kirche im Rheinland gefördert.
Gefördert durch image002.jpg

Die Fact-Sheets können über www.suedwind-institut.de/publikationen/2016/ bestellt werden und stehen ab sofort zum Download bereit:
„Guter Flüchtling“ – „schlechter Flüchtling“. Mythen und Fakten zu Migration und Flucht
Migration global
Hilfe auf dem Weg. Die Balkanroute und der Einsatz freiwilliger HelferInnen
Arbeit ohne Papiere. Syrische Flüchtlinge in der türkischen Textilindustrie

Kontakt: Dr. Sabine Ferenschild, Telefon: 0228- 763698-16, E-Mail: ferenschild@suedwind-institut.de

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Kampagne zur Unterstützung inhaftierter chinesischer Arbeitsrechtsaktivisten

Pressemitteilung

Bonn/Berlin, 28.04.2016: SÜDWIND und INKOTA unterstützen eine Petition, die sich an Firmen richtet, die Schuhe in chinesischen Firmen produzieren lassen. Beide Nichtregierungsorganisationen fordern von diesen Unternehmen, sich gegenüber der chinesischen Regierung für die sofortige Freilassung zweier inhaftierter Arbeitsrechtsaktivisten einzusetzen.

Mit einer Onlinekampagne und symbolischen Protestaktionen solidarisieren sich AktivistInnen weltweit mit den Demonstrationen in Hongkong zum 1. Mai, um die beteiligten Firmen aufzufordern, gegen die brutalen Repressionen, denen ArbeitsrechtaktivistInnen in China ausgesetzt sind, vorzugehen.

Am 3. Dezember 2015 wurden Zeng Feiyang und Meng Han, Vertreter des ArbeiterInnenzentrums Panyu, bei einer Razzia gegen Arbeitsrechtsorganisationen verhaftet. Diese Verhaftungen stehen in direktem Zusammenhang mit den Protesten in der Lide Schuhfabrik, bei der letztes Jahr mehr als 2.500 ArbeiterInnen teilgenommen und die schlussendlich für die Beschäftigten zu erfolgreichen Verhandlung mit dem Management geführt haben. Den beiden Inhaftierten drohen lange Haftstrafen.

In der Fabrik wurden Schuhe für Firmen wie Calvin Klein, Ralph Lauren und den internationalen Zulieferer Li&Fung hergestellt.
Diese Petition, die die sofortige Freilassung Feiyangs und Hans fordert, erscheint zeitgleich mit der neuen Studie “So wird ein Schuh draus – Arbeitsbedingungen in der chinesischen Schuhproduktion” der Kampagne Change Your Shoes, die zu den globalen Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette von Schuhen arbeitet.

Für die Studie wurden Beschäftigte in drei Zulieferfabriken europäischer Marken befragt, u.a. auch in der Lide Fabrik.
„Die befragten Beschäftigten berichten u.a. von zu niedrigen Löhnen, unfreiwilligen Überstunden, mangelndem Schutz vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, dem Einsatz von staatlicher Gewalt, um Streiks zu unterdrücken, nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen und Abfindungszahlungen“, erläutert Anton Pieper vom SÜDWIND Institut, einer der Autoren der Studie.

“Sowohl die Studie als auch die Fälle der inhaftierten Arbeitsrechtsaktivisten machen deutlich, dass Arbeitsrechtsverletzungen in der chinesischen Schuhindustrie noch immer ein häufiges Phänomen sind. Nun muss international Druck aufgebaut werden, um die sofortige Freilassung der Aktivisten zu erwirken“, so Pieper.

Mehr Informationen sowie die Petition finden Sie hier

Studie
Fact-Sheet
Ansprechpartner:
Anton Pieper, SÜDWIND, Tel.: 0228-763698-18 E-Mail: pieper@suedwind-institut.de

„Change Your Shoes“ ist eine Initiative von 18 Menschenrechts- und Arbeitsrechtsorganisationen, die sich für eine nachhaltige und ethische Schuhlieferkette einsetzen. Indem die Kampagne die KonsumentInnen für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisiert, Lobbyarbeit bei PolitikerInnen und Labelorganisationen leistet und Unternehmen drängt ihre Sorgfaltspflichten wahrzunehmen, zielt die Kampagne darauf ab, die sozialen und ökologischen Bedingungen in der Schuh- und Lederindustrie zu verbessern.

Die Kampagne „Change Your Shoes“ wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt sowie von Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch Brot für die Welt und von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt sind allein die Herausgebenden verantwortlich.

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SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene
Kaiserstraße 201
53113 Bonn

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E-Mail: grigentin-kraemer@suedwind-institut.de
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Neue Studie erschienen: „So wird ein Schuh draus – Arbeitsbedingungen in der chinesischen Schuhproduktion“

Pressemitteilung

Bonn/Berlin, 18.04.2016:
Die heute von SÜDWIND und INKOTA vorgelegte Studie zu Arbeitsbedingungen in der chinesischen Schuhproduktion lenkt den Blick nach China, dem Land mit der weltweit mit Abstand größten Schuhproduktion. Allein 2014 produzierte China über 15,7 Mrd. Paar Schuhe.
Auf der Grundlage einer Befragung von Beschäftigten aus drei Schuhfabriken in der chinesischen Küstenprovinz Guangdong, die vom SÜDWIND-Partner Globalization Monitor Ende 2015 durchgeführt wurde, zeichnet die Studie ein erschreckendes Bild der Arbeitswelt in der Schuhproduktion und gibt wieder, wie es um Arbeitsrechte in der chinesischen Schuhindustrie derzeit bestellt ist.
„Die befragten Beschäftigten der Zulieferfabriken europäischer Marken wie z.B. Adidas, Clarks und ECCO berichten von zu niedrigen Löhnen, unfreiwilligen Überstunden, mangelndem Schutz vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, dem Einsatz von staatlicher Gewalt, um Streiks zu unterdrücken, nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen und zu geringen Abfindungszahlungen bei Entlassungen“, erläutert Anton Pieper/SÜDWIND, einer der Autoren der Studie.
Arbeitsrechtsverletzungen in der chinesischen Leder- und Schuhindustrie sind demnach noch immer ein häufiges Phänomen.
„Dabei verfügt China, gerade im Vergleich zu anderen wichtigen Produktionsländern, über eine fortschrittliche Arbeitsgesetzgebung, die ArbeiterInnen auf dem Papier viel Schutz gewährt, auch wenn grundlegende Rechte wie Versammlungs- und Gewerkschaftsfreiheit nach wie vor kaum Berücksichtigung finden“, so Pieper weiter. „Zudem haben heutzutage die meisten großen Schuhunternehmen Verhaltenskodizes, die dazu beitragen sollen, Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferbetrieben einzudämmen.“
In der Vergangenheit wurden die enormen Wachstumszahlen der Branche unter Missachtung international anerkannter Standards wie bspw. den ILO-Kernarbeitsnormen erreicht. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, formuliert international geltende Arbeits- und Sozialstandards, die dafür sorgen sollen, dass Arbeitsbedingungen weltweit menschenwürdig sind. China hat viele dieser ILO-Übereinkommen nicht ratifiziert – die Unterdrückung der ArbeiterInnenschaft besteht weiterhin, Arbeitskämpfe werden nach wie vor häufig gewaltsam beendet.
Die Studie kann hier bestellt werden oder steht ab sofort hier zum Download bereit.
AnsprechpartnerInnen:
Lena Bullerdieck, INKOTA-netzwerk, Tel.: 030-420 8202-53, E-Mail: bullerdieck@inkota.de
Anton Pieper, SÜDWIND, Tel.: 0228-763698-18 E-Mail: pieper@suedwind-institut.de

„Change Your Shoes“ ist eine Initiative von 18 Menschenrechts- und Arbeitsrechtsorganisationen, die sich für eine nachhaltige und ethische Schuhlieferkette einsetzen. Indem die Kampagne die KonsumentInnen für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisiert, Lobbyarbeit bei PolitikerInnen und Labelorganisationen leistet und Unternehmen drängt ihre Sorgfaltspflichten wahrzunehmen, zielt die Kampagne darauf ab, die sozialen und ökologischen Bedingungen in der Schuh- und Lederindustrie zu verbessern.

Die Kampagne „Change Your Shoes“ wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt sowie von Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, durch Brot für die Welt und von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ. Für den Inhalt sind allein die Herausgebenden verantwortlich.

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