So wichtig wie Essen und Trinken – Psychosoziale Hilfe für traumatisierte Kinder

Seit 2011 kommt es in Syrien und den angrenzenden Gebieten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Opfer dieser Kämpfe sind vor allem die Kinder. Die meisten von ihnen haben Unvorstellbares hinter sich und sind kaum in der Lage, ihre Erlebnisse allein zu verarbeiten. Vor allem die langfristigen Folgen, die sogenannten Traumafolgestörungen, sollten nicht unterschätzt werden. Auch Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von „Aktion Deutschland Hilft“ bestätigt, dass die Traumata von Betroffenen zeitnah behandelt werden müssen, da man nur so Spätfolgen vorbeugen kann. Die Freunde der Erziehungskunst reisten deshalb 2013 zu einem ersten notfallpädagogischen Einsatz in die Region Kurdistan. Seither fanden bereits zahlreiche Einsätze im Nordirak statt, der zwölfte endete am vergangenen Freitag.

Inzwischen liegt der Fokus vor Ort weniger auf der akuten Krisenintervention, als vielmehr auf der traumapädagogischen Arbeit. Auch andere Hilfsorganisationen beobachten mittlerweile, dass besonders Kinder Anzeichen von posttraumatischen Belastungsstörungen, wie Angstzustände, Aggressivität oder Schlafstörungen zeigen.
In den Child Friendly Spaces und durch die notfallpädagogischen Angebote werden räumlich, sozial und psychologisch sichere Orte geschaffen, in denen sich die Kinder, trotz ihrer Fluchterfahrungen und der existentiellen Nöte, gesund entwickeln können.
Um Sicherheit und Kontinuität im Alltag erfahrbar zu machen, ist es notwendig, auch Lehrer und Eltern in die Arbeit einzubinden. Ihre eigenen Erfahrungen und die schwierigen Lebensumstände in den Lagern machen das oft nicht einfacher. Häufig befindet sich ein Elternteil noch immer in IS-Gefangenschaft; Lehrer sehen sich mit minimalen Raum- und Materialausstattungen sowie überfüllten Klassenzimmern konfrontiert. Viele haben kaum Ressourcen, Kindern die Aufmerksamkeit und Zuwendung zu geben, die diese brauchen um sich von den traumatisierenden Erlebnissen zu erholen. Das Ziel ist es, sie selbst zu stabilisieren und über traumabedingte Verhaltensauffälligkeiten und Bedürfnisse von Kindern fortzubilden. So werden den Kindern Sicherheit und Kontinuität sowie stabile Beziehungen im Alltag vermittelt und sie können psychosozial stabilisiert werden.

In den Flüchtlingscamps werden die Elternberatungen und Lehrerseminare von einem Waldorfpädagogen und einem Arzt durchgeführt. Bereits seit 2015 werden lokale Mitarbeiter kontinuierlich aus- und weitergebildet. Neben der fachlichen Ausbildung wird Wert darauf gelegt, dass die Mitarbeiter zunehmend selbstständig in ihrer Arbeit werden -durch die Verwendung ausgewählter Methoden werden sie in Workshops dazu angeregt.

Seit Herbst 2016 werden zudem Seminare für angehende Lehrer an der Universität Dohuk angeboten. Sie werden von einer erfahrenen Traumapädagogin durchgeführt, die praktischen Teile übernehmen die lokalen Pädagogen. Nach dem Einführungsseminar im November wurden nun Prinzipien und Methoden der traumapädagogischen Arbeit vertieft.

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Reta Lüscher-Rieger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Notfallpädagogik Tel.: 0721-354806 140
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Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. fördern weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens. Seit 1971 setzen sie sich für die Waldorfpädagogik und für Freiheit im Bildungswesen ein. Seit 1993 organisiert und betreut das Büro in Karlsruhe internationale Freiwilligendienste in aller Welt und ermöglichte bislang über 20.000 Menschen einen sozialen Dienst in über 350 Projekten in mehr als 60 Ländern. Zurzeit nehmen jährlich fast 2.000 junge Menschen an den Programmen teil. Seit Sommer 2011 können Interessierte über den Verein auch einen 12-monatigen Freiwilligendienst in anthroposophischen Einrichtungen in Deutschland leisten.

Seit 2006 sind die Freunde der Erziehungskunst im Bereich „Notfallpädagogik“ tätig. In Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen und Naturkatastrophen arbeiteten sie bislang mit psychotraumatisierten Kindern und Jugendlichen im Libanon (2006), China (2008 und 2013), Indonesien (2009), Haiti (2010), Kirgisistan (2010), Japan (2011) und Kenia (2012 – 2013), Bosnien und Herzegowina (2014), Griechenland (2015), Slowenien (2015), Nepal (2015-2016), Ecuador (2016), Gaza (2009 – 2016), Philippinen (2013-2016), Haiti (2016) und Kurdistan-Irak (seit 2013).




UN-Weltwassertag: Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser gegen Fracking

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PRESSEINFORMATION

Franz Ehrnsperger, Vorsitzender der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser:
„Zum Schutz unseres wichtigsten Lebensmittels: Ein klares Nein zum Fracking“

Neumarkt, 19. März 2015. Der UN-Weltwassertag 2015, der am 22. März begangen wird, rückt es in den Fokus: Sauberes Wasser, das wichtigste Lebensmittel der Menschen, ist ein UN-Menschenrecht und gleichzeitig eine höchst gefährdete Ressource. Dr. Franz Ehrnsperger, Vorsitzender der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V.: „Die Studien sprechen eine klare Sprache. Wir laufen Gefahr, zunehmend Stoffe in unserem Wasser zu finden, die dort nicht hineingehören: Abbauprodukte der intensiven Landwirtschaft, künstliche Süßstoffe aus Diät- und Masthilfsmitteln, Arzneimittelreste, synthetische Hormone und – wenn man die aktuelle politische Diskussion aufmerksam verfolgt – vielleicht bald auch Rückstände des so genannten Fracking.“

Die mit diesen Stoffen genau verbundenen gesundheitlichen Risiken und ihre Wirkung auf die Umwelt sind bisher kaum abschätzbar. Sicher ist, dass diese Stoffe sich im globalen Wasserkreislauf auf Dauer anreichern. Mit den möglichen Konsequenzen werden vor allem unsere nachfolgenden Generationen konfrontiert sein.

Für Dr. Ehrnsperger sind die Konsequenzen klar: „Wir müssen weg von der kontinuierlichen Verschmutzung unserer Lebensgrundlage Wasser und hin zu mehr aktivem Wasserschutz. Dazu gehört es, neue Gefährdungspotentiale von vorne herein auszuschließen. Wir fordern deshalb von der Politik ein klares Nein zu Fracking. Wir dürfen nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen unsere Wasserressourcen gefährden. Man darf hier nicht den gleichen Fehler machen wie damals mit einer anderen auf den ersten Blick vielversprechenden Technologie, der Atomkraft.“

Das klare Nein zu Fracking ergibt sich für Dr. Ehrnsperger schon aus dem Selbstverständnis der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V.: „Wir sehen uns als einen Zusammenschluss besorgter ‚Wasser-Bauern‘. Wasser wird nämlich – wie andere Lebensmittel auch – angebaut, auch wenn dies vielen wegen des langen Entstehungsprozesses und der Vielzahl der Beteiligten nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Es ist unser Ziel, diesen Prozess vom Einsickern des Regens in den Boden bis hin zur letztlichen Wasserverwendung möglichst frei von schädlichen Einflüssen zu halten und damit unseren Teil zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt beizutragen.“

Über die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V.

Die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. setzt sich seit 2008 ein für einen behutsamen Umgang mit unserem wichtigsten Lebens-Mittel, dem Wasser. Sie wacht über die Richtlinien für das Qualitätssiegel „Bio-Mineralwasser“ und sensibilisiert Branche und Verbraucher für die Problematik der zunehmenden Wasserverschmutzung. Um das Zertifikat zu erlangen, müssen Mineralbrunnen 46 streng gefasste Kriterien erfüllen, die den Verbrauchern ein Höchstmaß an Qualität und Transparenz sowie nachhaltige Produktionsbestimmungen garantieren. Die Richtlinien wurden von unabhängigen Experten erarbeitet und werden laufend an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Deren Einhaltung überwacht die Biokontrollstelle BCS Öko-Garantie GmbH. Als bundesweit erstes Bio-Mineralwasser wurde bereits 2009 das „BioKristall“ des Bio-Pioniers Neumarkter Lammsbräu zertifiziert, es folgten Ensinger in Baden-Württemberg (Ensinger Gourmet), Voelkel in Niedersachsen (BioZisch-Limonade) und Lammsbräu (now-Limonade) sowie Gehring-Bunte aus Nordrhein-Westfalen (Christinen Gourmet Edition).

Mehr Informationen über Bio-Mineralwasser finden Sie unter www.bio-mineralwasser.de