Leere Kassen schließen Millionen Kinder von Bildung aus

UNESCO –Weltbildungsbericht

Globale Bildungskampagne kritisiert Unterfinanzierung öffentlicher Schulen

Berlin, 24. Oktober 2017. Den heute veröffentlichten UNESCO-Weltbildungsbericht 2017 kommentiert Sandra Dworack, Bildungsexpertin bei Oxfam Deutschland und Co-Sprecherin der Globalen Bildungskampagne:

„Die Weltgemeinschaft droht krachend an der Umsetzung des UN-Ziels „Bildung für alle“ (SDG 4) zu scheitern. Es ist ein Skandal, dass noch immer 264 Millionen Kindern und Jugendlichen weltweit das Recht auf Bildung verwehrt bleibt. Chancengerechtigkeit bleibt für arme und marginalisierte Gruppen eine hohle Phrase: Kinder aus armen Familien haben ein achtfach höheres Risiko, nicht eingeschult zu werden, als Kinder reicher Familien. Diese Ungleichheit beim Bildungszugang treibt einen Teufelskreis aus Armut, schlechter Bildung, schlechten Chancen auf gute bezahlte Arbeit und sozialer Ungleichheit voran.“.

Dworack weiter: „Der UNESCO-Bericht zeigt, dass die Finanzierung guter öffentlicher Bildung sträflich vernachlässigt wird. Der Trend zu Billigschulen in armen Ländern, bei denen profitorientierte Unternehmen Bildung zu vermeintlich geringen Gebühren anbieten, ist der falsche Weg: oft ist die Qualität schlecht, Gebühren belasten arme Familien, und das staatliche Bildungssystem wird ausgehöhlt. Der Ausweg liegt nicht in Privatisierung, sondern in der Stärkung staatlicher Systeme- und dazu müssen arme und reiche Länder mehr Geld für Bildung bereitstellen.“

Jan-Thilo Klimisch, Co-Sprecher der Globalen Bildungskampagne und Referent der Christoffel-Blindenmission (CBM) ergänzt: „Bildung ist ein entwicklungspolitisches Zukunfts- und Schlüsselthema, und muss daher auch eine zentrale Rolle im Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung spielen. Wie der UNESCO-Bericht unterstreicht, müssen die Belange von Mädchen sowie Kinder mit Behinderungen besser bei der Konzeption entwicklungspolitischer Bildungsförderung berücksichtigt werden.. Die Globale Bildungskampagne erwartet von der künftigen Bundesregierung, neue Akzente zu Chancengerechtigkeit in der Bildungsfinanzierung zu setzen. Gleich im Februar 2018 gibt es dazu Gelegenheit bei der Finanzierungskonferenz der Globalen Partnerschaft für Bildung (GPE) in Dakar. Deutschland sollte bei der Stärkung von Grundbildung eine Vorreiterrolle einnehmen und über die GPE 100 Millionen Euro jährlich in Bildung der bislang am stärksten davon Ausgeschlossenen investieren.“

Pressekontakt:

Nikolai Link
Tel.: 0177-7375288
E-Mail: nlink@oxfam.de

Oxfam ist eine internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, die weltweit Menschen mobilisiert, um Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Dafür arbeiten im Oxfam-Verbund 20 Oxfam-Organisationen Seite an Seite mit rund 3.500 lokalen Partnern in mehr als 90 Ländern.

Mehr unter www.oxfam.de

Oxfam Deutschland e.V.
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin
Deutschland




Ausgezeichnete Umweltbildung: Green City e.V. ist Lernort des UNESCO Weltaktionsprogramms

Pressemitteilung
München, 17. August 2016

Die Münchner Umweltorganisation Green City e.V. wurde im Rahmen des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung für seine Bildungsprojekte und die gelebte Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Das UNESCO Weltaktionsprogramm ist der Nachfolger der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Wie kann Nachhaltigkeit fest in den Strukturen der deutschen Bildungslandschaft verankert werden? Beim ersten nationalen Agendakongress BNE verliehen die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka und die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Verena Metze-Mangold Auszeichnungen an gute Beispiele gelebter Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Green City e.V. wurde als einer von deutschlandweit 65 Lernorten ausgezeichnet, die Nachhaltigkeit in den Strukturen des deutschen Bildungssytems verankern und damit eine Vorreiterrolle einnehmen.

Die Münchner Umweltorganisation zeigt, dass Klimaschutz Spaß macht und Lebensqualität nicht mit klimaschädlichen Aktivitäten zusammenhängt. Dabei redet Green City e.V. nicht nur über die Senkung von Treibhausgasen, sondern treibt diese mit konkreten Maßnahmen und Aufklärungsarbeit voran. Umweltbildungsprojekten zum Thema Energieeinsparung und Energieeffizienz, Aktivitäten zur Reduzierung des motorisierten Verkehrs sowie gemeinschaftliche Begrünungsaktionen demonstrieren, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung funktioniert. Alle Projekte von Green City e.V. fördern aktive Teilhabe, um eigenverantwortlich die Zukunft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten. Damit sorgt Green City für gutes Klima und erreicht pro Jahr knapp 8000 Lernende.

Veronika Fröhlich aus dem Umweltbildungsteam von Green City e.V. freut sich über die Auszeichnung: „Mit unseren Projekten wie der Energieschule München oder Carrotmob macht Schule zeigen wir unseren TeilnehmerInnen, wie sie selbst mit einfachen Verhaltensänderungen Einfluss auf eine nachhaltige Zukunft nehmen können und legen den Grundstein für ein umweltbewusstes Leben. Dass wir dafür nun von der UNESCO als Lernort ausgezeichnet wurden, macht uns stolz.“

Green City stellt seine Bildungsprojekte auch auf der Homepage www.bne-portal.de vor.

Hochaufgelöste Pressefotos können Sie hier kostenfrei herunterladen:
https://goo.gl/9kpfIm

Ihre AnsprechpartnerInnen bei Green City e.V.:
Katja Sorg, Kommunikation
Mail: presse@greencity.de, Tel: (089) 890 668 -312
Veronika Fröhlich, Umweltbildung
Mail: veronika.fröhlich@greencity.de, Tel: (089) 890 668 -330

Über Green City e.V.
Green City e.V. ist seit 1990 als Umweltorganisation für ein grüneres München aktiv. 25 MitarbeiterInnen setzen sich zusammen mit rund 1.500 Ehrenamtlichen und Mitgliedern für stadtverträgliche Mobilität, verantwortungsvollen Umgang mit Energie, nachhaltige Stadtgestaltung, und Umweltbildung für alle Altersgruppen ein. 150 Projekte und Veranstaltungen pro Jahr bieten Umweltschutz zum Anfassen und Mitmachen. Weitere Informationen unter www.greencity.de.

Über Bildung für Nachhaltige Entwicklung
Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und dem UNESCO Weltaktionsprogramm (2015-2019) ist die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben.