Führungswechsel bei foodwatch in Deutschland: Martin Rücker tritt Nachfolge von Thilo Bode als Geschäftsführer an – Aufbau einer europäischen Verbraucherorganisation als Ziel

Pressemitteilung

Berlin, 3. April 2017. Martin Rücker ist neuer Geschäftsführer von foodwatch in Deutschland. Der langjährige Pressechef hat am 1. April die Nachfolge von Thilo Bode angetreten, der die Verbraucherorganisation 2002 gegründet hatte. Thilo Bode wird in Zukunft als Geschäftsführer von „foodwatch International“ den Aufbau einer unabhängigen europäischen Verbraucherrechtsorganisation vorantreiben. Martin Rücker führt die Geschäfte des Vereins in Deutschland. Der gelernte Journalist (36) hatte seit 2009 die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Organisation geleitet.

„Alltägliche Verbrauchertäuschung im Supermarkt, grassierendes Übergewicht bei Erwachsenen und Kindern, untragbare Zustände in der Tierhaltung und Freihandelsabkommen, die die Demokratie bedrohen – 15 Jahre nach der Gründung bleibt für foodwatch viel zu tun“, sagte Martin Rücker. „Leider müssen wir viel zu oft, auch im beginnenden Bundestagwahlkampf, feststellen: Verbraucherpolitik wird behandelt wie eine unliebsame Stiefmutter. Keine Partei hat ein Programm, das die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher konsequent in den Mittelpunkt stellt. foodwatch ist als unabhängige Stimme wichtiger denn je.“

Der Führungswechsel geht mit einer strukturellen Veränderung einher: Seit 1. April 2017 gibt es innerhalb des foodwatch e.V. nun zwei Bereiche mit jeweils einem Geschäftsführer – ein Bereich „foodwatch International“, der unter der Leitung von Thilo Bode als Dachorganisation für die nationalen foodwatch-Büros fungiert, und ein Bereich „foodwatch Deutschland“ mit Martin Rücker an der Spitze. Der gebürtige Stuttgarter war vor seinem Wechsel zu foodwatch als Journalist tätig, unter anderem für die Deutsche Presseagentur (dpa) und als politischer Korrespondent für Tageszeitungen wie die Neue Presse (Hannover), die Ruhr Nachrichten (Dortmund) und die Passauer Neue Presse.

Neuer Verantwortlicher für die Recherche- und Kampagnenarbeit in Deutschland ist zunächst kommissarisch Oliver Huizinga, seit Jahren Experte bei foodwatch für Themen wie Kinderlebensmittel, Übergewichtsprävention und Lebensmittelkennzeichnung. Matthias Wolfschmidt, der den Bereich bisher geleitet hatte, wechselt auf die Position des Internationalen Kampagnendirektors und Stellvertreters von Thilo Bode bei foodwatch International. Die Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Berliner Büro übernimmt Andreas Winkler, der zuvor als Pressesprecher bei foodwatch tätig war.

foodwatch arbeitet als unabhängige Verbraucherorganisation und finanziert sich über Förderbeiträge und Spenden. In Deutschland unterstützen mehr als 36.000 Mitglieder die Arbeit. Langfristiges Ziel ist es, foodwatch als europaweite Verbraucherorganisation aufzubauen. Neben Berlin gibt es mittlerweile Büros in Amsterdam (seit 2010) und Paris (seit 2014).

Redaktioneller Hinweis:
Portraits und CVs zum Download:
– Martin Rücker: www.ruecker.foodwatch.de
– Oliver Huizinga: www.huizinga.foodwatch.de
– Andreas Winkler: www.winkler.foodwatch.de

Pressekontakt:
Andreas Winkler
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 – 2 90




Grüner Strom-Label: Höchste Qualitätsstandards im europäischen Vergleich für Ökostromlabels bestätigt

Viele Ökostromprodukte erfüllen laut einer Untersuchung der europäischen Verbraucherorganisation BEUC die Kundenerwartungen nicht / Grüner Strom-Label erzielt bestes Ergebnis in Deutschland

Bonn, 08. März 2017. Eine Studie des Dachverbandes europäischer Verbraucherorganisationen BEUC zu den Ökostrommärkten in Europa ergab, dass über 15 Millionen Haushalte inzwischen Ökostrom beziehen. Doch viele vermeintlich „grüne“ Tarife liefern weder echten Ökostrom noch führen sie zu einem Ausbau erneuerbarer Energien. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich somit auch nur auf wenige Ökostromlabels verlassen. In Deutschland erzielt das Grüner Strom-Label laut BEUC das beste Ergebnis.

„Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung ist, dass es eklatante Qualitätsunterschiede bei Gütesiegeln für Ökostrom gibt“, erklärt Rosa Hemmers, Vorsitzende des Grüner Strom Label e.V. „Ein Ökostromlabel kann Verbraucherinnen und Verbrauchern nur dann eine Orientierungshilfe bieten, wenn es anspruchsvolle und auf den nationalen Markt abgestimmte Prüfstandards anlegt.“

In der im Januar 2017 veröffentlichten Studie untersuchte BEUC zwölf Ökostromlabels in Europa anhand von fünf Kriterien:

  • Transparenz sicherstellen: Ein Ökostromlabel sowie seine Kriterien und Entscheidungsprozesse sollen unabhängig, transparent und verständlich sein.
  • Kopplung von Strommenge und -herkunft: Herkunftsnachweise und Strommengen sollen aus demselben Ökokraftwerk stammen.
  • Umweltanforderungen an Ökokraftwerke etablieren: Bestehende Energieerzeugung und der Bau neuer Erneuerbarer-Energien-Anlagen sollen möglichst umweltverträglich sein.
  • Fossile Energieerzeugung ausschließen: Auch die Gesamtaktivitäten der Anbieter in Bezug auf die Stromproduktion aus fossilen Energien sollen mit betrachtet werden.
  • Zusatznutzen garantieren: Ein Ökostromlabel soll nicht nur die Herkunft von Ökostrom betrachten, sondern auch den Ausbau erneuerbarer Energien nachweislich fördern.

Die Untersuchung hat ergeben: Das Grüner Strom-Label erfüllt als einziges Ökostromlabel auf dem deutschen Strommarkt alle fünf Kriterien zur vollsten Zufriedenheit. Kern des Grüner Strom-Zertifizierungsmodells ist, dass pro verbrauchter Kilowattstunde Ökostrom ein fester Förderbetrag in naturverträgliche Erneuerbare-Energien-Anlagen wie Wind- oder Solarkraftwerke investiert wird.

Die europäische Verbraucherorganisation reiht sich damit in die Liste unabhängiger Marktbeobachter ein, die die hohen Qualitätsstandards des Gütesiegels Grüner Strom immer wieder bestätigen. So zum Beispiel die Verbraucherzentrale Niedersachsen, die in einem detaillierten Marktcheck nur das Grüner Strom-Label mit der Bestnote ‚sehr empfehlenswert‘ bewertete. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch die anerkannten Einkaufsratgeber ÖKO-TEST und Nachhaltiger Warenkorb.

Weitere Informationen zur Untersuchung ‚A ‘Green Electricity’ Market That Works For Consumers’ finden Sie hier: http://www.beuc.eu/press-media/news-events/need-fix-%E2%80%98green-electricity%E2%80%99-markets-consumers

Über den Grüner Strom Label e.V.

Der Grüner Strom Label e.V. zertifiziert grüne Energieprodukte. Der Verein vergibt zu diesem Zweck zwei Gütesiegel: Das Label Grüner Strom für Ökostrom mit Mehrwert und das Label Grünes Gas für umweltverträgliches Biogas. Hinter dem Verein stehen sieben gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Friedensorganisationen. Die Labels Grüner Strom und Grünes Gas sind in Deutschland die einzigen Gütesiegel für Ökostrom und Biogas, die von führenden Umweltverbänden getragen werden.