Pilotprojekt in Kirchheim: Aus Windstrom mach Wasserstoff

  • Neuer Windpark soll Elektrolyseur für Wasserstofftankstelle mit Strom versorgen
  • Demoanlage im Jahr 2018 geplant
  • Regionale Unternehmen sprechen über eine mögliche Zusammenarbeit

(Wiesbaden/Kirchheim/Bad Hersfeld, 23. November 2017) Nicht nur im Stromsektor, auch bei der Verkehrswende hin zu grünen Treibstoffen gibt es noch viel zu tun. Eine Möglichkeit, Diesel und Benzin zu ersetzen, sind wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge. Der Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind lud am gestrigen Mittwoch gemeinsam mit seinen Partnern, der H2BZ-Initiative Hessen e.V., dem Regionalmanagement Nordhessen/MoWiN.net und dem Tankstellen-Betreiber Frank Roth zur Veranstaltung „Grüner Wasserstoff in der Mobilität“ nach Bad Hersfeld ein.

ABO Wind nimmt aktuell im benachbarten Kirchheim einen Windpark mit einer Gesamtnennleistung von 9,9 Megawatt in Betrieb. Die drei Nordex N131-Anlagen produzieren rund 30 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom. Damit könnten rechnerisch alle Kirchheimer Haushalte und zusätzlich ein Elektrolyseur für eine Wind-Wasserstoff-Tankstelle versorgt werden. Die Infoveranstaltung richtete sich an Logistiker, Busunternehmen, ÖPNV-Aufgabenträger und Energieversorger, also an mögliche Kunden der künftigen Wasserstofftankstelle.

Zur Einstimmung führten Jörg Wirtz, Projektleiter der ABO Wind-Abteilung Zukunftsenergien, Georg von Aretin, ABO Wind-Abteilungsleiter Planung Hessen, und Betreiber Frank Roth vormittags über den Windpark. Rund 15 Teilnehmer, darunter Mitarbeiter der H2BZ-Initiative, der Stadtwerke Bad Hersfeld sowie von Elektrolyseur-Herstellern, fuhren mit einem Brennstoffzellenbus des Omnibusbetriebs Winzenhöler zu den einzelnen Windkraftanlagen. Georg von Aretin berichtete von den Planungen und dem Bau des Windparks. Jörg Wirtz stellte die Pläne für die Wasserstofftankstelle vor: Als erster Schritt soll im kommenden Jahr eine Demoanlage installiert werden, bestehend aus einem kleinen Elektrolyseur, dessen Wasserstoffproduktion an einer Zapfsäule zwei bis vier Brennstoffzellen-PKW am Tag betanken kann. Auch der Bürgerbus der Gemeinde Kirchheim könnte elektrisch betrieben und mit dem Wasserstoff der Demoanlage versorgt werden. Für dieses Vorhaben will sich ABO Wind um Förderung bei der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie NOW GmbH und beim Land Hessen bemühen. Mit Frank Roth gibt es bereits einen möglichen Betreiber für die künftige Wasserstofftankstelle, die im Endausbau eine Leistung von zwei Megawatt aufweisen könnte und damit für die Betankung von rund 200 Brennstoffzellen-PKW am Tag ausgelegt wäre. „Die Energiewende ist mehr als nur der Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung“, erklärt Wirtz. „Ohne die Wärme- und Verkehrswende können wir unsere CO2-Emissionen nicht genug senken, um die Klimaschutzziele von Paris zu erfüllen – hierfür brauchen wir die Sektorenkopplung. Unser Pilotprojekt einer direkt mit Windstrom betriebenen Wasserstofftankstelle ist dafür ein sehr gutes Beispiel.“

Im Anschluss fand ein Fachforum mit rund 40 Teilnehmern im Veranstaltungszentrum „wortreich“ in Bad Hersfeld statt. Manfred Draschner von Toyota Deutschland referierte über Brennstoffzellenfahrzeuge vom PKW bis zum LKW. Reinhold Wurster von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik sprach über Vorteile der E-Mobilität in der Logistik. Christian Winzenhöler des gleichnamigen Omnibusbetriebs berichtete über seine Erfahrung mit Brennstoffzellen-Bussen. Jörg Wirtz skizzierte CO2-freie Mobilitätsoptionen am Beispiel von Logistikzentren und Busdepots. Nach den Vorträgen tauschten sich die Teilnehmer bei einem Imbiss über mögliche Kooperationen zwischen den Unternehmen der Region aus.

Alle Vorträge des Fachforums sowie ein Steckbrief des Windparks Kirchheim stehen unter https://www.abo-wind.com/de/aktuelles/pressemitteilungen/2017/2017-11-23_Gruener-Wasserstoff.html zum Download bereit.

Kontakt
Lena Fritsche
Teamleiterin Kommunikation

ABO Wind AG
Unter den Eichen 7, 65195 Wiesbaden
Tel.: (0611) 267 65-617; Fax: -599
Mobil: 0152 567 11 617
lena.fritsche@abo-wind.de
www.abo-wind.de




Wasserstoff als Alternative zu Benzin und Diesel

Pressemitteilung

• Konzepte für umweltfreundliche Fahrzeugflotten in Barleben vorgestellt
• Viele Vorteile für gewerbliche Nutzung
• Gemeinsame Veranstaltung von ABO Wind und Fraunhofer IFF

(Wiesbaden/Barleben, 02. November 2016) 65 Vertreter von Firmen aus der Wirtschaftsregion Magdeburg haben sich auf Einladung von ABO Wind und dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF über die Möglichkeiten zur gewerblichen Nutzung von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugflotten informiert. Bei der Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg GmbH in Barleben zeigten unter anderem Referenten von ABO Wind und dem Fraunhofer IFF die Vorteile der innovativen Technologie auf, bevor die Besucher PKW, Transporter und Gabelstapler mit Wasserstoffantrieb vor Ort Probe fuhren.

„Ein modernes Logistikzentrum kann mit Hilfe von Wasserstoff komplett klimaneutral betrieben werden“ sagt Jörg Wirtz aus der Zukunftsabteilung von ABO Wind. Windräder und Photovoltaikanlagen gewinnen die dafür nötige Energie. Der vor Ort nicht direkt benötigte Strom produziert mittels eines Elektrolyseurs Wasserstoff. „Damit treiben wir die Fahrzeugflotte an“, erklärt Wirtz. Außerdem kann der gespeicherte Wasserstoff in Blockheizkraftwerken bedarfsgerecht rückverstromt werden. Zum Beispiel dann, wenn kein Wind weht und die Sonne nicht scheint. „Mit dem Energiepark Barleben verfolgen wir das Ziel, Strom, Wärme und Mobilität auf Basis Erneuerbarer Energien zur Verfügung zu stellen“, sagt Wirtz.

Die Referenten betonten, dass der Standort Barleben mit dem direkt an der Autobahn gelegen Technologiepark Ostfalen (TPO) und dem neuen Zentrum für Elektromobilität und Energieeffizienz (ZEE) besonders geeignet ist, um die Sektorenkopplung zwischen den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität als Leuchtturmprojekt für Sachsen-Anhalt umzusetzen. Dass dies keine Vision bleiben muss, zeigte das starke Interesse von Wirtschaftsvertretern an der Informationsveranstaltung in Barleben.

Unternehmen, die sich für die gewerbliche Nutzung der Wasserstofftechnologie interessieren und darüber mehr erfahren wollen, können sich gerne bei der Zukunftsabteilung von ABO Wind melden.

Kontakt
Dr. Daniel Duben
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

ABO Wind AG
Unter den Eichen 7, 65195 Wiesbaden
Tel: (0611) 267 65-577; Fax: -599
Mobil: 0152 567 11 577
daniel.duben@abo-wind.de
www.abo-wind.de