Vielfalt erleben, schmecken, feiern!

PRESSEMITTEILUNG

ECOVIN Verkostungstage im Mai 2023

Möglichkeiten zur Einkehr auf Weingütern gibt es viele: Straußwirtschaften und Gutschänken, Weinfeste oder Verkostungen locken im Jahresablauf. Doch nur einmal im Jahr liegt der Fokus auf dem Biowein, der Vielfalt im Weinberg und im Keller. Willkommen zu den ECOVIN Verkostungstagen im Mai 2023! 28 Bioweingüter von der Mosel bis nach Württemberg laden zur Entdeckung des ökologischen Weinbaus ein.

„Mit den Verkostungstagen wollen wir der biologischen Vielfalt ein Fest bereiten, sie rund um den Weinbau erlebbar machen“, sagt ECOVIN Geschäftsführerin Petra Neuber. „Seit jeher setzen sich unsere Weingüter für den Erhalt der Biodiversität ein. 2019 haben wir als erster Bioverband deren Schutz in unseren Richtlinien verankert.“

Zahlreiche Wanderungen und Spaziergänge führen Natur- und Weininteressierte in die Weinberge, wo es im Mai schon vieles zu entdecken gibt. In den Weingütern selbst informieren die Winzer*innen über ihre Wirtschaftsweise und schenken ihre aktuellen Jahrgänge aus. Es gibt Musik, Lesungen, Picknicks, regionale und saisonale Küche. Das komplette Programm findet sich immer tagesaktuell auf https://www.ecovin.de/verkostungstage.

„Unser Veranstaltungskalender ist schon gut gefüllt, manche Aktion wird vielleicht bis Mai hinzukommen. Ich freue mich, dass ECOVIN Weingüter aus sechs Anbaugebieten ihre Tore öffnen“, so Petra Neuber.

Das Datum der ECOVIN Verkostungstage ist nicht beliebig gewählt. Den 22. Mai haben die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt erhoben. Die meisten ECOVIN Weingüter öffnen deshalb am Wochenende unmittelbar vor dem 22. Mai 2023.

ECOVIN, Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V., ist der Weinbauverband unter den Bioverbänden. 1985 gegründet, bewirtschaften heute 235 Mitgliedsbetriebe rund ein Viertel der deutschen Bio-Rebfläche. Neben der Zertifizierung nach ECOVIN Richtlinie sieht der Verband seine Aufgaben in Beratung, Bildung und politischer Interessenvertretung.

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ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e. V.
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D-55276 Oppenheim
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Weinbau der Zukunft – Quo vadis?

Neue Rebsorten sind der Schlüssel für den ökologischen Weinbau.

Klimawandel, schädliche Pflanzenschutzmittel, schrumpfende Biodiversität und hoher CO2-Abdruck: Der Weinbau weltweit steht in den nächsten Jahren vor riesigen ökologischen Herausforderungen. Die Frage ist, wie Winzerinnen und Winzer diese am besten meistern können und wie sie sich am besten auf die Zukunft vorbereiten, um in Zukunft ein nachhaltiges Naturprodukt erzeugen zu können. Und die Antwort zeichnet sich immer deutlicher ab: Neue, pilzwiderstandsfähige Rebsorten (=PIWI-Sorten) sind die Lösung auf die meisten Probleme und werden eine immer grössere Rolle spielen (mehr dazu hier: Langfristiger Trend_Neue Rebsorten).

Der Videoblog www.weinbau-der-zukunft.com soll nachhaltige Lösungsansätze für die oben genannten Herausforderungen bieten. Dabei spielen die pilzwiderstandsfähigen Sorten (PIWIs) eine grosse Rolle. Denn das Potenzial dieser neuen Sorten steht erst am Anfang. Es deutet jedoch alles daraufhin, dass die Nachfrage und Anbauflächen von PIWIs in den nächsten Jahren signifikant steigen wird, da es in vielen Weinbauregionen die einzige Möglichkeit ist, wirklich ökologisch und nachhaltig Wein zu produzieren.

Der Videoblog wurde ins Leben gerufen, um die ökologischen Rebsorten bei Winzern, Weinfreunden und Weinbau-Interessierten bekannter und beliebter zu machen. Es sollen Wissen und Erfahrungen geteilt werden. Dazu gehört der Kontakt mit Forschern, Rebenzüchtern, Rebschulen und PIWI-Winzern in ganz Europa, um ihre Arbeit zu dokumentieren. Er soll auch für Journalisten, die zu diesem Thema recherchieren, als Übersicht und Inspiration dienen.




2016 – Ein Jahr der großen Herausforderungen

PRESSEMITTEILUNG

Oppenheim. 28.10.2016. Es ist geschafft. Die 2016er Weintrauben sind nun geerntet und die Moste gären im Keller. Wenn man die Winzerinnen und Winzer um ihre Einschätzung zum Jahrgang bittet, bekommt man zunächst gesagt, dass die Qualitäten hervorragend sind, zumindest die der Trauben, die geerntet werden konnten. Das ist der Wermutstropfen, denn es gibt teils hohe Mengenverluste. Es lassen sich keine Aussagen darüber treffen, ob es das eine Anbaugebiet stärker als das andere getroffen hätte. Es gibt Betriebe mit starken Verlusten, aber auch genauso welche mit sehr zufriedenstellenden Erntemengen, sogar innerhalb einer Region.
Dieser Sommer war über alle Anbaugebiete hinweg zunächst viel zu feucht. Gerade um die Zeit der Rebblüte herum, Mitte Juni, hatte es fast pausenlos geregnet. Kein leichter Landregen, sondern lokale Starkregenereignisse, die so manchen kleinen Bach innerhalb kürzester Zeit über die Ufer treten ließen und ganze Dörfer verwüsteten. In der sensiblen Phase der Blüte ist die Weinrebe besonders anfällig für den Befall durch die Peronospora, den sogenannten falschen Mehltau. Und der hatte in diesem Jahr optimale Bedingungen. Die zweite Hälfte des Sommers, ab Ende Juli bis in den September hinein, war für die Trauben perfekt. Das warme und trockene Wetter hat zu hervorragenden Qualitäten geführt.
Um den falschen Mehltau zu bekämpfen, gibt es im ökologischen Weinbau nur eingeschränkte Möglichkeiten. Erlaubt sind verschiedene Kupferpräparate, welche in entsprechenden Abständen im Rahmen des Pflanzenschutzes ausgebracht werden. Aufgrund der vielen Starkregenereignisse war es in diesem Jahr für die Biowinzer extrem kräftezehrend.
Eine weitere Möglichkeit, die Risiken zu minimieren ist der Anbau pilzresistenter Sorten, die sogenannten PIWIS. Diese sind weit weniger anfällig, waren in diesem Jahr aber auch betroffen. PIWIS ersetzen zudem nicht die klassischen Sorten wie Riesling oder Spätburgunder, sie ergänzen das Portfolio der Betriebe lediglich.
In Verbindung mit den Kupfermitteln hatten die Winzer bis 2013 durch den Einsatz von Kalium-Phosphonat als Pflanzenstärkungsmittel die Bekämpfung der Peronospora gut im Griff. Bereits Ende der 1980er Jahre, kurz nach Gründung des ECOVIN Verbandes, hat man sich im Bioweinbau gemeinsam mit den Beratern Gedanken gemacht und Kalium-Phosphonat als effektives Mittel gegen den falschen Mehltau identifiziert. Kalium-Phosphonat wird von der Pflanze aufgenommen und regt die pflanzeneigenen Abwehrkräfte an. Es ist toxikologisch unbedenklich und zu guter Letzt wird es bei heftigem Regen nicht direkt wieder abgewaschen. Doch dann traten 2013 Änderungen im europäischen Pflanzenschutzgesetz in Kraft, welche Kalium-Phosphonat der Gruppe der Pflanzenschutzmittel zuordneten. Solche haben komplizierte Listungsverfahren zur Folge, und dieses hängt an einer wichtigen Stelle fest. Auf die Problematik hat ECOVIN seit Jahren hingewiesen. „Es ist äußerst wichtig, dass Kalium-Phosphonat, von der EU für den Bioweinbau wieder zugelassen wird. Wir brauchen Planungssicherheit im Pflanzenschutz. Nur so wird der ökologische Weinbau wieder zukunftsfähig! Wichtig ist nun, dass die Zeit bis zur nächsten Saison, intensiv genutzt wird, um in Verhandlungen mit Brüssel, unser Ziel zu erreichen.“ so Andreas Hattemer, Vorsitzender von ECOVIN.

Die Pressemitteilung im pdf-Format und Bildmaterial finden Sie auf unserer Homepage.

Kontakt
Susanne Sommer
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