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Mehr sichere Orte für traumatisierte Kinder – 12. Notfallpädagogik-Einsatz im Nordirak

 
 
 

Im vergangenen Jahr wurde das Langezeitprojekt im Nordirak in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) weiter ausgebaut. Bereits seit Winter 2013/14 sind die Helfer in der Autonomen Region Kurdistan in Flüchtlingslagern traumapädagogisch aktiv.
In mittlerweile drei Flüchtlingslagern konnten Kinderschutzzentren und Projekte mit jeweils bis zu zehn Kindergruppen implementiert werden. Die täglichen Angebote werden von den fünfundzwanzig lokalen Pädagoginnen und Pädagogen durchgeführt – die meisten von ihnen sind selbst Flüchtlinge und leben in den Lagern. Nach vier Einsätzen in 2016 wird von 20. Januar bis 03. Februar erneut in Team der Notfallpädagogik in die Region Dohuk reisen.

Während dieses Einsatzes werden die lokalen Mitarbeiter, die seit 2015 kontinuierlich ausgebildet werden, weiter geschult. Dieses Mal werden Workshops in Kunst, Musik und Bewegung stattfinden.
Zudem werden erneut Beratungen für die Eltern und Fortbildungen für das Lehrpersonal in den Camps sowie Seminare für die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer an der Universität Dohuk angeboten. In den Vorträgen und Schulungen werden neben einer theoretischen und praktischen Einführung in die Traumapädagogik ebenfalls die psychischen und physischen Aspekte der Gesundheit von Kindern behandelt.
Auch die Lage im nahegelegenen Mossul wird ein Thema bei diesem und den nächsten Einsätzen sein. Mittlerweile sind über 100.000 Menschen auf der Flucht aus der umkämpften und zerstörten Stadt und den umliegenden Dörfern. Insgesamt werden zwischen 700.000 und 1 Mio. Flüchtlinge erwartet. Durch die kontinuierliche Betrachtung und Bewertung der Situation will die Notfallpädagogik in der Lage sein, effektive Hilfe für betroffene Kinder, Schulen und andere Einrichtungen leisten zu können. Gemeinsam mit Vertretern des Erziehungsministeriums und anderen Hilfsorganisationen, die im Bereich Bildung aktiv sind, wird geplant, wie Schulen und das Bildungssystem nach der Vertreibung des IS wieder aufgebaut werden können. Die Berücksichtigung psychologischer Aspekte ist vor dem Hintergrund, dass viele Kinder und Jugendliche Gefangenschaft, Folter und Zwangsrekrutierungen erfahren haben, besonders wichtig.

Bei der Ausbildung der lokalen Teamer spielt das Thema ebenfalls eine Rolle. Die Seminare sind so ausgerichtet, dass die Mitarbeiter bei einem Notfalleinsatz in „Mossul-Lagern“ selbst notfallpädagogisch aktiv werden könnten.

Aufbauend auf der bisherigen Arbeit werden die existierenden Projekte erweitert und so notfall- und traumapädagogische Angebote für noch mehr betroffene Kinder und das Gemeinwesen möglich gemacht. Zudem wird durch die kontinuierliche Netzwerkarbeit und Kooperation mit Einrichtungen und Pädagogen vor Ort lokales Wissen für die Helfer zugänglich.

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Reta Lüscher-Rieger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Notfallpädagogik
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Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. fördern weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens. Seit 1971 setzen sie sich für die Waldorfpädagogik und für Freiheit im Bildungswesen ein. Seit 1993 organisiert und betreut das Büro in Karlsruhe internationale Freiwilligendienste in aller Welt und ermöglichte bislang über 20.000 Menschen einen sozialen Dienst in über 350 Projekten in mehr als 60 Ländern. Zurzeit nehmen jährlich fast 2.000 junge Menschen an den Programmen teil. Seit Sommer 2011 können Interessierte über den Verein auch einen 12-monatigen Freiwilligendienst in anthroposophischen Einrichtungen in Deutschland leisten.

Seit 2006 sind die Freunde der Erziehungskunst im Bereich „Notfallpädagogik“ tätig. In Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen und Naturkatastrophen arbeiteten sie bislang mit psychotraumatisierten Kindern und Jugendlichen im Libanon (2006), China (2008 und 2013), Indonesien (2009), Haiti (2010), Kirgisistan (2010), Japan (2011) und Kenia (2012 – 2013), Bosnien und Herzegowina (2014), Griechenland (2015), Slowenien (2015), Nepal (2015-2016), Ecuador (2016), Gaza (2009 – 2016), Philippinen (2013-2016), Haiti (2016) und Kurdistan-Irak (seit 2013).

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